{"id":23509,"date":"2023-07-13T15:23:31","date_gmt":"2023-07-13T13:23:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21784-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:34","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:34","slug":"21784-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21784-01\/","title":{"rendered":"Erhaltung der Schwarzpappel (Populus nigra) im Rahmen der Anlage von Weichholzauew\u00e4ldern im Nationalpark Unteres Odertal"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel ist die Erhaltung einer \u00fcberlebungsf\u00e4higen Schwarz-Pappel-Population an der Oder. Aus den im Rahmen des Projektes gesammelten Erfahrungen sowie aus Erfahrungen europaweiter Ma\u00dfnahmen zur Erhaltung der Schwarz-Pappel soll ein Leitfaden zur Auewaldinitialisierung erstellt werden. Er soll auch in anderen Flussgebieten eine Auewaldinitialisierung, unter Einbezug der Schwarz-Pappel, erfolgreich anregen.<br \/>\nAnlass ist die besondere Situation der europ\u00e4ischen Schwarz-Pappel (Populus nigra) in Deutschland, die in den Roten Listen der Farn- und Bl\u00fctenpflanzen als gef\u00e4hrdet eingestuft ist. Der Hauptgrund liegt zum einen in der Vernichtung der nat\u00fcrlichen Lebensr\u00e4ume entlang der Fl\u00fcsse und zum anderen in der k\u00fcnstlichen Einbringung konkurrenzstarker fremdl\u00e4ndischer Pappelarten, die die heimische Schwarz-Pappel verdr\u00e4ngen. Im Nationalpark Unteres Odertal sind noch Fl\u00e4chen vorhanden, die f\u00fcr eine Wiederansiedlung der Schwarz-Pappel geeignet sind. Im Rahmen der Bem\u00fchungen des Nationalparks zur Auewaldinitialisierung sollen auf diesen Fl\u00e4chen verschiedene Varianten zur Etablierung der Schwarz-Pappel erprobt werden. Grundlage f\u00fcr die Auswahl der Fl\u00e4chen ist ein Gutachten von Prof. Hofmann (Waldkunde-Institut Eberswalde) auf der Grundlage vegetationskundlicher Aufnahmen und eines zur Prognose der \u00dcberflutungsdynamik erstellten H\u00f6henprofils.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenErstellung einer \u00dcbersicht der erfassten Reliktvorkommen der Schwarz-Pappel und der bisherigen Auewaldinitialisierungsma\u00dfnahmen mit Schwarz-Pappel an deutschen Flusssystemen nach vergleichbaren Kriterien.<br \/>\n\tErstellung einer Konzeption zur Anlage von Erhaltungsfl\u00e4chen f\u00fcr die Schwarz-Pappel im Nationalpark auf der Grundlage der bundesweiten \u00dcbersicht und dem o. g. Gutachten von Prof. Hofmann.<br \/>\n\tPlanung und Anlage der Erhaltungsfl\u00e4chen f\u00fcr die Schwarz-Pappel im Nationalpark Unteres Odertal. Dabei werden auf den vorgesehenen 6 Fl\u00e4chen verschiedene Varianten erprobt. Eingesetzt werden soll ausschlie\u00dflich Pflanzmaterial aus der Nachkommenschaft von genetisch charakterisierten Mutterb\u00e4umen der beiden Schwarz-Pappel-Populationen an der Oder.<br \/>\n\tKontrollaufnahmen der Demonstrationsfl\u00e4che.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>nsgesamt kann eingesch\u00e4tzt werden, dass sich die verwendeten Methoden bew\u00e4hrt haben und die Projektziele erreicht wurden. Die Erf\u00fcllung der vier Teilziele des Projekts wird im Folgenden dargestellt:<br \/>\nTeilziel 1: Erstellung einer \u00dcbersicht zu bisherigen Auwaldinitiierungsma\u00dfnahmen mit Populus nigra an europ\u00e4ischen Flusssystemen nach vergleichbaren Kriterien<br \/>\nHierzu wurde aufgabengem\u00e4\u00df ein Fragebogen entwickelt, an kompetente Repr\u00e4sentanten der Projekte verschickt und anschlie\u00dfend ausgewertet. Projekte von besonderem Interesse wurden anhand der R\u00fcck-l\u00e4ufe ausgew\u00e4hlt, vor Ort begutachtet und mit den Bearbeitern diskutiert. Erg\u00e4nzend wurde das zum Thema vorhandene Schrifttum ausgewertet. F\u00fcr den Leitfaden wurden allgemeing\u00fcltige Schlussfolgerungen gewonnen. Die Ergebnisse sind in dem Kapitel 3.4 detailliert dargestellt. Sie wurden zur Erstellung des Leitfadens zur Auwaldinitiierung mit herangezogen.<br \/>\nTeilziel 2: Erstellung eines Leitfadens zur Auwaldinitiierung mit Populus nigra<br \/>\nAus den Ergebnissen der \u00dcbersicht \u00fcber andere Projekte zur Auwaldinitiierung mit Schwarz-Pappeln (Teilziel 1), der Literaturrecherche und den eigenen Erfahrungen (Teilziel 4) war ein Leitfaden zur Auwaldinitiierung mit Schwarz-Pappeln zu erstellen. Der Leitfaden wurde entsprechend den Vorgaben der Aufgabenstellung erstellt und um einige zweckdienliche Aspekte erweitert (vgl. Kapitel 3.5). Mit dem Leitfa-den liegt eine allgemeinverst\u00e4ndliche Anleitung vor, die dem Praktiker hilft, Auwald auch in anderen Flusssystemen und Standorten erfolgreich zu initiieren.<br \/>\nTeilziel 3: Konzeption zur Anlage von Erhaltungsfl\u00e4chen f\u00fcr Populus nigra im Nationalpark Unteres Odertal<br \/>\nDas Teilziel 3 ist eng mit dem Teilziel 4 verbunden und stellt die Voraussetzung f\u00fcr die Anlage der Initiierungsfl\u00e4chen dar. Entgegen den Ausf\u00fchrungen der Aufgabenstellung konnte f\u00fcr die Konzeption noch nicht auf die Ergebnisse der Teilziele 1 und 2 zur\u00fcckgegriffen werden, da das Projektteam entschied, wegen der relativ kurzen Gesamtlaufzeit des Projektes bereits ab Fr\u00fchjahr 2005 mit der Anlage der Initi-ierungsfl\u00e4chen im Nationalpark zu beginnen. Dies wurde f\u00fcr die Erf\u00fcllung des Gesamtziels des Projekts als g\u00fcnstiger angesehen, zumal auch die umfangreichen eigenen Erfahrungen aus der Anlage der Erhaltungsfl\u00e4chen (Teilziel 4) in den Leitfaden (Teilziel 2) einflie\u00dfen konnten. Die positiven Ergebnisse der Auwaldinitiierung (vgl. Kapitel 3.3) best\u00e4tigen die Richtigkeit der Entscheidung.<br \/>\nDa das Konzept bereits auf den konkreten Erhaltungsfl\u00e4chen umgesetzt wurde und die verallgemeinerbaren konzeptionellen Ans\u00e4tze mit dem Leitfaden vorliegen, konnte von einer gesonderten und abgeschlossenen Verfassung der Konzeption abgesehen werden. Das umgesetzte Konzept ist in Kapitel 3.2 dargestellt.<br \/>\nTeilziel 4: Anlage einer Erhaltungsfl\u00e4che f\u00fcr Populus nigra im Nationalpark Unteres Odertal (Koordinierung und Anleitung bei der Umsetzung, Pilotfl\u00e4che als Demonstrationsobjekt)<br \/>\nF\u00fcr die Anlage der Erhaltungsfl\u00e4che war der Einsatz der Naturwacht bei Koordinierung und Anleitung durch das Projektteam vorgesehen. Es zeigte sich sehr schnell, dass der volle Einsatz der Projektmitarbeiter sowie zahlreicher weiterer Hilfskr\u00e4fte (1-\u0080-Jobs, Praktikanten) sowie von Mitarbeitern der Landesforstanstalt Eberswalde und der Nationalparkverwaltung Unteres Odertal f\u00fcr die Verwirklichung dieses Teilzieles erforderlich war. Wie bereits in 3.3 beschrieben, wurde die Umsetzung des Teilziels vorgezogen, was dem Erfolg des Gesamtprojekts zugute kam.<br \/>\nDie in der Aufgabenstellung ausgef\u00fchrten Bestandteile des Teilziels 4 wurden umgesetzt, es wurden auf insgesamt 16 ha vier Teilfl\u00e4chen mit \u00fcber 4000 Schwarz-Pappeln unterschiedlicher Vermehrungsgutarten bepflanzt, die Pflanzungen gepflegt und deren Entwicklung kontrolliert und dokumentiert.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Auf das Projekt wurde mit Pressemitteilungen sowie Pressefahrten und Informationsveranstaltungen hin-gewiesen. Am 30.08.2005 fand eine Pressefahrt mit dem Brandenburgischen Landwirtschafts- und Umweltstaatssekret\u00e4r, Dietmar Schulze, statt, ebenfalls am 31.08.2007 zum Abschluss des Projektes. Die Ausrufung der Schwarz-Pappel zum Baum des Jahres 2006, im Oktober 2005, wurde genutzt, um auf das Projekt aufmerksam zu machen (Wald in Not &#8211; Aktuell\/Ausgabe 2\/2006, Faltblatt zur Schwarz-Pappel). Am 11.\/12.05.2006 fand in Criewen eine Gemeinschaftsveranstaltung der Projektpartner mit dem Kuratorium Baum des Jahres statt. Im Rahmen der Tagung und einer Exkursion wurde das Pro-jekt, seine Ziele und bisherigen Ergebnisse vorgestellt. Dies wurde in einem Tagungsband (Eberswalder Forstliche Schriftenreihe, Bd. XXVII) ver\u00f6ffentlicht. Vor Ort wurde mit Informationstafeln an den Wild-schutzz\u00e4unen auf das Projekt hingewiesen. Die f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit und den Praktiker interessanten Er-gebnisse des Projektes sind im Leitfaden zur Initiierung von Auw\u00e4ldern ver\u00f6ffentlicht worden. Auch die Nationalparkverwaltung Unteres Odertal als Projektpartner hat im Rahmen von Exkursionen und Veranstaltungen das Projekt als Musterbeispiel einer erfolgreichen Auwaldinitiierung vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit dem Projekt ist es gelungen, die vom Aussterben bedrohte europ\u00e4ische Schwarz-Pappel wieder in gro\u00dfer St\u00fcckzahl im Nationalpark Unteres Odertal anzusiedeln. Auf einer Fl\u00e4che von rd. 16 ha wurden mehr als 4000 Schwarz-Pappeln unter teilweise komplizierten Bedingungen in den Oderauen gepflanzt und gepflegt. Aus den verschiedenen Varianten der Anzucht der Pflanzung und des Schutzes konnten im Rahmen der wissenschaftlichen Auswertung der einzelnen Varianten durch die Mitarbeiter der Landes-forstanstalt Eberswalde wichtige Erkenntnisse f\u00fcr zuk\u00fcnftige Auwaldinitiierungsprojekte mit Schwarz-Pappeln gewonnen werden. Damit diese Kenntnisse nicht nur einem kleinen Kreis von Spezialisten bekannt sind, wurde der Leitfaden zur Initiierung von Auwaldfl\u00e4chen mit europ\u00e4ischer Schwarz-Pappel ge-schrieben, in dem auch Ergebnisse weiterer Projekte aus ganz Europa eingeflossen sind. Damit wird der im Rahmen des Projektes erarbeitete Leitfaden ein wichtiges praktisches Hilfsmittel zum Schutz der europ\u00e4ischen Schwarz-Pappel und zur Erhaltung und Initiierung von Weichholzauw\u00e4ldern auch in anderen europ\u00e4ischen Flusssystemen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel ist die Erhaltung einer \u00fcberlebungsf\u00e4higen Schwarz-Pappel-Population an der Oder. Aus den im Rahmen des Projektes gesammelten Erfahrungen sowie aus Erfahrungen europaweiter Ma\u00dfnahmen zur Erhaltung der Schwarz-Pappel soll ein Leitfaden zur Auewaldinitialisierung erstellt werden. 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