{"id":23507,"date":"2023-07-13T15:23:31","date_gmt":"2023-07-13T13:23:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21777-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:34","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:34","slug":"21777-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21777-01\/","title":{"rendered":"Sanierung und Umnutzung Gutsspeicher Gro\u00dfhennersdorf &#8211; Integrale Planungsphase"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Aufgrund der Bestrebung \u00f6rtlich ans\u00e4ssiger, aber \u00fcber\u00f6rtlich und grenz\u00fcbergreifend wirkender Vereine, den Gutsspeicher Gro\u00dfhennersdorf f\u00fcr eine vielschichtige kulturelle Nutzung zu aktivieren, wird eine integrale Planungsphase als Umsetzungsvorbereitung erforderlich. F\u00fcr den Gutsspeicher als Baudenkmal von hervorragendem Rang soll im Ergebnis ein \u00f6kologisch-\u00f6konomisches Optimum zwischen M\u00f6glichkeiten energetischer Passivierung (baulicher W\u00e4rmeschutz, innovative Speicherkonzepte) sowie dem Einsatz erneuerbarer Energien gefunden werden. Dies im Einklang mit Anforderungen der Denkmalpflege sowie der Funktion. Gesamt\u00f6rtlich ist das technisch-wirtschaftliche Bioenergiepotenzial f\u00fcr die \u00fcbergreifende W\u00e4rmeversorgung aus KWK unter Einbeziehung des Gutshofkomplexes zu untersuchen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDurchgehend integrierend vollzieht sich der planerische Fortschritt in den parallel laufenden Linien Bauplanung (innen) und Technische Geb\u00e4udeausr\u00fcstung. Bauplanerisch liegt der fachliche Schwerpunkt in der Integration von baulichem W\u00e4rmeschutz durch Ma\u00dfnahmen innerhalb der denkmalgesch\u00fctzten Au\u00dfenh\u00fclle und nutzungsseitigen Anforderungen wie Akustik, Schallschutz, Oberfl\u00e4chenbeanspruchung, Gestaltgebung. Technisch ist eine optimale Abstimmung der Heizmedien Wasser und Luft vorzunehmen, die sich unter der \u00fcbergeordneten Pr\u00e4misse der Minimierung apparativ-technischen Aufwandes in der In-vestitionsphase und des Ressourceneinsatzes in der Betriebsphase vollzieht.<br \/>\nInnovative Elemente der Speicherung stellen einen fachlichen Schwerpunkt dar: Im L\u00fcftungsbereich sind externe (Erdreich) und interne (i.V.m. Luftkan\u00e4len\/L\u00fcftungsger\u00e4ten) Elemente zu beleuchten; f\u00fcr die baulichen Innenoberfl\u00e4chen wird untersucht, inwieweit sich Lehmputz durch Beaufschlagung mit Latentw\u00e4rmespeichermaterial zu einem wirksamen W\u00e4rmepuffer entwickeln l\u00e4sst (labortechnische Parameterermittlung, Umsetzung in TRNSYS-Geb\u00e4udesimulation zur Planungsoptimierung).<br \/>\nZur Bereitstellung der verbleibenden W\u00e4rmebedarfe sind Varianten zur Versorgung aus einem W\u00e4rmenetz (Gutskomplex, Gesamtort) auf Basis der Ermittlung des \u00f6rtlichen und regionalen Bioenergiepotenzials als Entscheidungsgrundlage zu erarbeiten. Weitere W\u00e4rmeabnehmer sind zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Fachinhaltlich konnten wichtige Grundelemente im Entwurf des Energiekonzeptes, welches dem Antrag beigef\u00fcgt war, best\u00e4tigt werden. Zur Gewichtung und zur Auswahl einzelner Konzeptbestandteile haben sich aus der Planungsphase wichtige neue Erkenntnisse und Gewichtverschiebungen ergeben:<br \/>\nDas Konzept der Saalbeheizung mit st\u00e4ndiger Grundlast und Spitzenlast mit Nachheizregistern in der L\u00fcftungstechnik ist best\u00e4tigt worden. Eine moderate Innend\u00e4mmung wird als Ergebnis der Simulationsrechnung empfohlen und sollte daher weiter verfolgt werden.<br \/>\nIm Saal hat sich als entscheidende Aufgabe der Umgang mit thermischen Lasten bei Veranstaltungen im Sommerhalbjahr erwiesen. Nutzung adiabater K\u00fchlung ist im Objekt erheblich effizienter als ein Erdreichw\u00e4rmetauscher. Der zwecks sparsamer Energieverwendung gew\u00e4hlte Ansatz der adiabaten K\u00fchlung hat Wirksamkeitsgrenzen. Dies ist betreiberseitig geschickt im Veranstaltungs-Sommerprogramm zu ber\u00fccksichtigen. Adiabate K\u00fchlung unter Nutzung der Au\u00dfenluft anstelle der Abluft w\u00e4re vorteilhaft.<br \/>\nSpeicherelemente mit PCM sind im Planungsfall im Rahmen der L\u00fcftung quantitativ kaum relevant. Ein gering dimensionierter Piloteinsatz k\u00f6nnte dennoch Praxiserkenntnisse bringen. Zur wirksamen Entw\u00e4rmung bedarf es im Sommer in Archiv und Bibliothek der Nachtl\u00fcftung.<br \/>\nInnenoberfl\u00e4chen mit Latentw\u00e4rmespeichermaterial (PCM) (20,5\u00b0C) haben keine relevante Wirkung, weder in der Sommer-, noch in der Winterbetrachtung. Ein PCM mit h\u00f6herem Schmelzpunkt (hier: 24\u00b0C) kann jedoch sommerliche \u00dcberhitzung d\u00e4mpfen. In Verbindung mit moderater Innend\u00e4mmung wird die-ser Effekt verst\u00e4rkt. Im genutzten Dachgeschoss der Bibliothek, dem leichtesten Teil des genutzten Bauk\u00f6rpers, soll der PCM-Einsatz in Innenoberfl\u00e4chen vorrangig weiter verfolgt werden. Auch im Archiv bietet sich der weitere Einsatz an. Im Saal ist dagegen der Einsatz von Lehmputz mit anderen Spezialanforderungen an Wandoberfl\u00e4chen noch im Detail abzuw\u00e4gen.<br \/>\nAus der PCM-Diskussion mit dem Lehmbaustoffhersteller haben sich weitere Optionen des Lehmbaustoffeinsatzes \u00fcber den Putz hinaus entwickelt, die in der weiteren Planung und Umsetzung ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nnen (Beplankung der leichten Innenw\u00e4nden insb. im Bibliotheksbereich). Jenseits des PCM-Themas zeigte sich die M\u00f6glichkeit, Akustikputz als Lehmbaustoff auszuf\u00fchren.<br \/>\nAlle PCM-Optionen bed\u00fcrfen noch der Vertiefung in brandschutztechnischer Sicht.<br \/>\nZur Verkn\u00fcpfung der Versorgungsl\u00f6sung mit anderen Nutzern des Gutshofbereichs, namentlich der Gemeinde, wurde ein Kompromiss ausgearbeitet, der zwar die organisatorische Unabh\u00e4ngigkeit des Speicher e. V. von den Entscheidungen der Gemeinde sicherstellt, jedoch die Option eines abgestimmten und \u00fcber einen Pufferspeicher gekoppelten Betriebsregimes des gemeindlichen 290 kW-\u00d6lkessels sowie des zuzubauenden ca. 230 kW-Holzpelletkessels beinhaltet. Somit kann sehr effizient ein hoher Anteil der Jahres-W\u00e4rmearbeit auf Holzpellet-Basis erreicht werden. Der geforderte Prim\u00e4renergiekennwert der EnEV kann auf diese Weise eingehalten und deutlich unterschritten werden.<br \/>\nEs deutet sich im Ergebnis an, dass ein Klein-BHKW in die Energieversorgung des Gutsspeichers vorteilhaft integriert werden kann. Diese Option bedarf noch der Vertiefung. Ferner zeigte sich, dass die Interessen im Dorf noch nicht in diese Richtung eines \u00f6rtlichen \u00fcbergreifenden W\u00e4rmenetzes weisen. Die entwickelte L\u00f6sung bietet jedoch auch unabh\u00e4ngig davon Erweiterungspotenziale auf Pelletbasis.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen der abgeschlossenen Planungsphase sind vor allem eine Pr\u00e4sentation in der Ratssitzung vom 24.10.2005 der Gemeinde Gro\u00dfhennersdorf mit anschlie\u00dfender Diskussion sowie eine Exkursion am 25.10.2005 u. a. mit Ratsvertretern und Landwirten zu einer Biogasanlage in der Region zu nennen. In einem kleinen Kreis erfolgte am 29.09.2005 eine Pr\u00e4sentation mit anwesenden Vertretern des Diakoniewerks Katharinenhof (als gr\u00f6\u00dftem \u00f6rtlichen W\u00e4rmeverbraucher) sowie weiterer \u00f6rtlicher Aktiver.<br \/>\nNach dem jetzt erfolgten Abschluss der Planungsphase und nach der unmittelbar vor Jahresende erreichten Bewilligung sehr wichtiger Mittel f\u00fcr die Gesamtfinanzierung ist vor dem Start der Umsetzung eine gr\u00f6\u00dfere \u00f6rtliche Pr\u00e4sentation v. a. der hier erarbeiteten Resultate ins Auge gefasst.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Zusammenfassend hat sich die der Umsetzung vorgeschaltete integrale Planungsphase als methodisch gutes Instrument erwiesen, die konzeptionellen Ideen aus dem Fr\u00fchjahr 2005 zu pr\u00fcfen und im Ergebnis zu verfeinern, in der Gewichtung zu verschieben oder in Teilen, hier insb. in Bezug auf eine den Ort um-fassende W\u00e4rmeversorgungsl\u00f6sung, auch zu revidieren.<br \/>\nDas hohe Ma\u00df an Kooperationsbereitschaft der beteiligten Partner und Auftragnehmer war eine wichtige Grundlage f\u00fcr das Erreichen aussagekr\u00e4ftiger inhaltlicher Ergebnisse.Bei der nun angestrebten Umsetzung der Sanierung und Umnutzung kann hierauf gegr\u00fcndet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Aufgrund der Bestrebung \u00f6rtlich ans\u00e4ssiger, aber \u00fcber\u00f6rtlich und grenz\u00fcbergreifend wirkender Vereine, den Gutsspeicher Gro\u00dfhennersdorf f\u00fcr eine vielschichtige kulturelle Nutzung zu aktivieren, wird eine integrale Planungsphase als Umsetzungsvorbereitung erforderlich. 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