{"id":23489,"date":"2023-07-13T15:20:30","date_gmt":"2023-07-13T13:20:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17400-46\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:31","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:31","slug":"17400-46","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17400-46\/","title":{"rendered":"Demonstration umweltgerechter Ver- und Entsorgungssysteme f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Berg- und Schutzh\u00fctten am Beispiel der Guben-Schweinfurter H\u00fctte auf 2.034 m \u00fc. NN in den Stubaier Alpen\/ \u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Nachdem bis 2003 f\u00fcr die H\u00fctte die beh\u00f6rdlichen Vorschriften und Auflagen f\u00fcr das Trinkwasser, der Hygieneeinhaltung und der Abwasserbeseitigung einschlie\u00dflich der \u00f6ffentlichen Stromversorgung erf\u00fcllt worden waren, stand im Anschluss die Umsetzung eines thermischen Energiekonzeptes mit Einsatz von Biomasse einschlie\u00dflich erforderlicher Bauma\u00dfnahmen an. Mit der Umsetzung eines thermischen Energiekonzeptes sollte erreicht werden, dass die H\u00fctte k\u00fcnftig technisch ganzheitlich nach umweltrelevanten Bedingungen eingerichtet war und dementsprechend auch genutzt werden konnte. Es sollte auch gleichzeitig hinsichtlich der gesetzlichen Bedingungen f\u00fcr den Brand &#8211; und Personenschutz eine Verbesserung in allen Stockwerken erreicht werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas thermische Energiekonzept, ausgearbeitet von einem beauftragten Ingenieurb\u00fcro aus Innsbruck in Zusammenarbeit mit der Sektion Schweinfurt, sah  folgende Ma\u00dfnahmen vor:<br \/>\nBeseitigung der mit unterschiedlichen Brennmaterialien (Holz, Kohle, \u00d6l) befeuerten Einzel\u00f6fen; Errichtung einer zentralen Heizanlage, Befeuerung mit Pellets; Beschickung des Brennkessels mit Pellets durch automatische, nach Bedarf gesteuerte F\u00f6rderschnecke; f\u00fcr die Heizzentrale und das Pelletlager werden vorhandene Untergescho\u00dfr\u00e4ume im separaten Winterhausgeb\u00e4ude genutzt. Heizmedium Wasser frostsicher bis -30\u00b0 C; Fassadend\u00e4mmung an der H\u00fctte, gepresste Mineralfaserplatten d=12 cm, incl. Fenstererneuerung mit ISO-Glas; Wetterschutz-St\u00fclpschalung in  L\u00e4rche natur; D\u00e4mmung der Decken unter dem Dach d=20cm. Dadurch Verbesserung des Jahresheizw\u00e4rmebedarfs von 45,26 kWh\/a*m3 auf 22,86 kWh\/a*m3. Ausf\u00fchrungstermine: Mai\/Juni 2004 f\u00fcr Heizanlage und Fenster von Fachfirmen, Dachd\u00e4mmung\/Bauarbeiten in Eigenleistung; Mai\/Juni 2005 f\u00fcr Fassadend\u00e4mmung und Schalung in Eigenleistung.<br \/>\nF\u00fcr eine nachhaltige Umweltentlastung standen bei diesem Projekt die Pellets als nachwachsender Rohstoff, ein um 50 % verbesserter Jahresheizw\u00e4rmebedarf mittels guter D\u00e4mmung sowie die ohne Konservierungsbehandlung naturbelassene L\u00e4rchenholz-Fassadenschalung.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das thermische Energiekonzept wurde in vollem Umfang entsprechend der Planung und dem F\u00f6rderantrag ausgef\u00fchrt. F\u00fcr die Planung der Technik Heizung und Sanit\u00e4r zeichnete ein von der Sektion beauftragtes Ingenieurb\u00fcro aus Innsbruck mit hervorragend qualifizierten Fachingenieuren verantwortlich. Der Auftragnehmer f\u00fcr die Ausf\u00fchrung der Installationsarbeiten Heizung und Sanit\u00e4r wurde als Fachfirma auf dem Submissionsweg ermittelt. Die Ausf\u00fchrung der Bauarbeiten vor Ort mit allen baulichen Vorbereitungen f\u00fcr die Installation der mit Pellets befeuerten WW-Heizungsanlage erbrachte die Sektion in Eigenleistung. Die Eigenleistungen beinhalten folgende Arbeiten:<br \/>\n&#8211; Herrichten der Heizzentrale i. UG Winterhaus incl. Ausbau eines separaten Pelletlagers.<br \/>\n&#8211; Herrichten eines Technikraumes als Rohrnetzverteilerstation f\u00fcr Heizung\/Wasser im<br \/>\n   H\u00fcttengeb\u00e4ude.<br \/>\n&#8211; Einbau einer Heizungserdleitung (24 m) zwischen Winterhaus und H\u00fcttengeb\u00e4ude, Frosttiefe 2,0 m.<br \/>\n&#8211; Herstellen und Schlie\u00dfen s\u00e4mtlicher Wand- und Deckendurchbr\u00fcche f\u00fcr Heizung, Sanit\u00e4r und<br \/>\n   E-Installation.<br \/>\n&#8211; Ausf\u00fchrung aller entsprechenden Elektroarbeiten im Winterhaus und H\u00fcttengeb\u00e4ude.<br \/>\n&#8211; Thermische Fassadenerneuerung mit Holzfenstern incl. ISO-Glas, vollst\u00e4ndige<br \/>\n   Fassadend\u00e4mmung, abgedeckt mit diffusionsoffener Wetterschutzfolie. Dar\u00fcber<br \/>\n   Douglasie-Holzverkleidung naturbelassen, befestigt mit Niro-Schrauben auf Holzleisten unter<br \/>\n   Beachtung erforderlicher Hinterl\u00fcftungsdistanz.<br \/>\n&#8211; Komplette Dachstuhl-D\u00e4mmung. Zur D\u00e4mmung wurde Mineralfaser kaschiert eingebaut.<br \/>\nEbenso erfolgten die Bauplanungen, die Antragstellungen f\u00fcr die beh\u00f6rdlichen Genehmigungen, die Terminsteuerungen f\u00fcr den Arbeitsablauf, Materialdispositionen und Beschaffungen mit den notwendigen Transportarbeiten in Eigenleistung der Sektion. Mittels Terminplan, taggenau aufgestellt vom Architekten aus der Sektion war vorgesehen, dass keine H\u00fctten-Saisonzeiten f\u00fcr die Ausf\u00fchrung der Arbeiten beansprucht wurden. Die Verfolgung der Termine und praktizierte Einhaltung der Terminfestlegungen haben dann auch zum Terminerfolg beigetragen. Insgesamt beanspruchten alle auszuf\u00fchrenden Arbeiten 13 Wochen Arbeitseinsatz auf der H\u00fctte. Davon 7 Wochen im Jahr 2004 f\u00fcr Heizung \/ Sanit\u00e4rtechnik mit Ausbau neuer Toiletten- und Waschr\u00e4umen, sowie 6 Wochen im Jahr 2005 f\u00fcr thermische Fassadenerneuerung und Fertigstellung der Ausbauarbeiten. Die vielen Gewerke, die bei den Ausf\u00fchrungen der Eigenarbeiten gefragt waren, konnten von qualifizierten Helfern der Mitglieder hervorragend ausgef\u00fchrt werden. Dies best\u00e4tigte auch das Referat f\u00fcr H\u00fctten und Wege von der DAV &#8211; Bundesgesch\u00e4ftsstelle in M\u00fcnchen bei einer \u00f6rtlichen \u00dcberpr\u00fcfung w\u00e4hrend der Projektausf\u00fchrung Ende Juni 2005. Die Kosten der Kalkulation konnten durch umfangreiche Eigenleistungen der Sektion eingehalten und im Rahmen des Budgets kompensierend eingebracht werden. Im Zusammenwirken aller am Projekt beteiligten Personen war ein Teamgeist gegeben, der ein Scheitern von Arbeitseins\u00e4tzen nicht duldete. Dieser Teamgeist steigerte sich bis zur Fertigstellung immer mehr. Dadurch war gegeben, dass die Projektausf\u00fchrung \u00f6konomisch gut tragbar verlief und die \u00f6kologische Komponente f\u00fcr die H\u00fctte und den H\u00fcttenbetrieb in der Bergnatur nachhaltig beg\u00fcnstigt werden konnte. Mit dieser Projektarbeit konnte die Sektion Schweinfurt ihre Zielvorstellung verwirklichen, ihre Schutzh\u00fctte f\u00fcr alle zuk\u00fcnftigen Besucher und Nutzer umweltfreundlich zu komplettieren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlichung durch dauerhafte Plakatwerbung in der H\u00fctte und in den Nachbarh\u00fctten, in \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden, bei den Gemeinden im Tal, bei DAV- und \u00d6AV-Veranstaltungen, in haustechnischen Fachzeitschriften f\u00fcr mittelst\u00e4ndische Unternehmen sowie in speziellen Bergsport- und Freizeitgesch\u00e4ften.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Sektion Schweinfurt hat durch engagierte Planung, hohen Anteil an Eigenleistung und guten Teamgeist das Projektziel erreicht, eine zukunftssichere, umweltfreundlich nutzbare Schutzh\u00fctte zu bewerkstelligen. Durch ma\u00dfgebliche finanzielle Unterst\u00fctzungen konnte die Sektion das geplante Energiekonzept aufnehmen und verwirklichen. Mit Holz als nachwachsender Rohstoff f\u00fcr Pellets kann, wie es der Heizbetrieb zeigt, W\u00e4rmeenergie gut umweltfreundlich erzeugt werden. Die installierte Anlage funktioniert einwandfrei. Mit dem erstellten guten thermischen Geb\u00e4udeschutz zeigt sich gegen\u00fcber dem urspr\u00fcnglichen Geb\u00e4udezustand, bei dem mit \u00d6L und Kohle geheizt wurde, eine saubere, praktikable und wirtschaftliche Heiztechnik.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Nachdem bis 2003 f\u00fcr die H\u00fctte die beh\u00f6rdlichen Vorschriften und Auflagen f\u00fcr das Trinkwasser, der Hygieneeinhaltung und der Abwasserbeseitigung einschlie\u00dflich der \u00f6ffentlichen Stromversorgung erf\u00fcllt worden waren, stand im Anschluss die Umsetzung eines thermischen Energiekonzeptes mit Einsatz von Biomasse einschlie\u00dflich erforderlicher Bauma\u00dfnahmen an. 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