{"id":23474,"date":"2023-07-13T15:23:28","date_gmt":"2023-07-13T13:23:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21638-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:29","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:29","slug":"21638-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21638-01\/","title":{"rendered":"Modellvorhaben: Ufer- und Gartengestaltung im Liebermann-Garten\/Berlin unter Naturschutzgesichtspunkten"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die desolate Uferbefestigung aus Betondielen in einem historischen Garten soll unter Ber\u00fccksichtigung \u00f6kologischer und denkmalpflegerischer Aspekte erneuert werden. Wegen des starken Verkehrs auf dem Gro\u00dfen Wannsee ist eine Uferb\u00f6schung mit Befestigung aus Faschinen nicht realisierbar. Deshalb und wegen des H\u00f6henunterschiedes zwischen Gartenniveau und Seegrund wird eine Spundwand mit davor gesetzter Natursteinmauer realisiert. In Teilbereichen wird vor der Mauer eine durch Pfahlreihen gesch\u00fctzte Sandaufsch\u00fcttung zur Ansiedlung von R\u00f6hricht hergestellt. Die gebaute Ufermauer entspricht den denkmalpflegerischen Anforderungen, die Pflanzung von R\u00f6hricht dient einem naturnahen Uferausbau. Die Uferbefestigung soll als Vorbild f\u00fcr Sanierungsma\u00dfnahmen in anderen denkmalgesch\u00fctzten G\u00e4rten mit gleicher Problematik dienen.<br \/>\nDie im Garten auf Grund von langj\u00e4hriger Befahrung verdichteten Vegetationsfl\u00e4chen sind instand zu setzen, mit Betonplatten befestigte Fl\u00e4chen zu entsiegeln. Im Zuge der denkmalgerechten Wiederherstellung sind Wege mit wassergebundener Decke herzustellen und die Vegetationsfl\u00e4chen mit abwechslungsreichen Pflanzungen aufzuwerten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAls vorbereitende Arbeiten wurden ein Bootssteg, diverse Betonfundamente und die desolate Ufermauer abgebrochen. Eine Spundwand ist zur Befestigung des Ufers einzubauen. Aus gestalterischen Gr\u00fcnden wird eine Ufermauer aus Granitsteinen davor gesetzt. Pfahlreihen zur Reduzierung des Wellenschlags werden im Abstand von ca. 7 m vor der Uferlinie eingerammt und dahinter Sandaufsp\u00fclungen zur Bepflanzung mit R\u00f6hricht eingebracht. Die Arbeiten sind von der Seeseite auszuf\u00fchren. Die Ma\u00dfnahmen entsprechen dem R\u00f6hrichtschutzprogramm des Landes Berlin.<br \/>\nEntsiegelung befestigter Fl\u00e4chen sowie Erneuerung stark beanspruchter Vegetationsfl\u00e4chen und Herstellung von Neupflanzungen dienen sowohl zur \u00f6kologischen Aufwertung des Areals wie der denkmalgerechten Instandsetzung des Gartens, der von nationaler Bedeutung ist.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die einsturzgef\u00e4hrdete Ufermauer wurde als Spundwand mit Natursteinverkleidung erneuert. Zur Verbesserung der \u00f6kologischen Situation kam die Sandansch\u00fcttung mit Pfahlreihe und Anpflanzungen zur Ausf\u00fchrung. Wegen einer weiterhin ungekl\u00e4rten Grundst\u00fcckssituation konnte ein 10 m langer Abschnitt der Uferlinie nicht bearbeitet werden. Dies schr\u00e4nkt die Wirksamkeit hinsichtlich der Entwicklungspotentiale von Vegetation und Fauna ein, da hierdurch die Anbindung an den vor dem n\u00f6rdlichen Grundst\u00fcck vorhandenen Rest eines Schilfstreifens nicht hergestellt werden konnte. Die Realisierung dieses Ab-schnittes ist jedoch vorgesehen, sobald die Gel\u00e4ndearrondierung abgeschlossen ist.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 2007 konnte bereits ein recht guter Spontanaufwuchs in den nur flach \u00fcbersp\u00fclten Uferbereichen festgestellt und ein erstaunlich reicher Besatz an Jungfischen beobachtet werden. Dies verdeutlicht die Entwicklungschancen des Uferbereichs nach Abschluss der Ma\u00dfnahme. Der sich aus der Initialpflanzung entwickelnde Schilfstreifen wird den Garten hervorragend in das Landschaftsbild einbinden und gleichzeitig die Gestalt- und Erlebnisvielfalt des Liebermann-Gartens erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Der Ausbau einer defekten Sickergrube, die Entfernung von Betonplattenbel\u00e4gen sowie die gro\u00dffl\u00e4chige Bodenverbesserung und -lockerung in ufernahen Bereichen, die bis 2002 von Schwerlastfahrzeugen zum Transport von Booten befahren wurden, dienen zur Qualifizierung der Entwicklungschancen der wertvollen Pflanzungen im denkmalgesch\u00fctzten Garten. Neue Wege kamen als wassergebundene Decken mit Kiesabstreuung nach historischem Vorbild zur Ausf\u00fchrung. Zur Sicherstellung der behindertengerechten Erschlie\u00dfung wurden nur im hausnahen Bereich Mosaikpflasterfl\u00e4chen hergestellt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der Garten Liebermann ist gemeinsam mit dem zum Museum hergerichteten Landhaus des K\u00fcnstlers \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich. Die Ufersituation bildet einen wesentlichen Teil der Gartenanlage. Bei F\u00fchrungen, die Mitglieder der Max-Liebermann-Gesellschaft Berlin e. V. leiten, werden die durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen erl\u00e4utert und auf die besondere Situation am Ufer mit dem sich noch weiter entwickelnden Schilf-g\u00fcrtel hingewiesen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Sanierung der Ufermauer im Garten von Max Liebermann zeigt in beispielhafter Weise auf, wie denkmalpflegerische Belange mit Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung des Naturhaushalts gemeinsam realisiert werden k\u00f6nnen. Dabei sind die gegebenen Voraussetzungen an einer stark befahrenen Seenkette als besonders schwierig anzusehen. Die realisierte Ma\u00dfnahme soll auch f\u00fcr die benachbarten Grundst\u00fccke, deren Gartenanlagen ebenfalls unter Denkmalschutz stehen und bei welchen z. T. ebenfalls in K\u00fcr-ze Sanierungsma\u00dfnahmen anstehen, als wegweisendes Vorbild dienen. Ufermauern aus Naturstein werden jedoch nur an den flachen Uferbereichen des westlichen Gro\u00dfen Wannsees, des Kleinen Wannsees und des Tegeler Sees realisierbar sein. An den Steilufern des \u00f6stlichen Gro\u00dfen Wannsees und am Westufer der Havel in Spandau k\u00f6nnen die H\u00f6henunterschiede nur mittels Spundw\u00e4nden gefasst werden. Jedoch kann auch dort der vorgesehene Uferverbau durch die zu erzielende Beruhigung des Wel-lengangs und die Schaffung einer R\u00f6hrichtzone R\u00fcckzugsgebiete f\u00fcr die Fauna und Entwicklungs-potentiale f\u00fcr die Ufervegetation bieten.<\/p>\n<p>Die bereits bis zum Sommer 2007 festzustellenden positiven Entwicklungen, d. h. der Pflanzenzuwachs im Bereich der Sandaufsch\u00fcttung, die spontane Ansiedlung von Pflanzen im Bereich der Steinsch\u00fcttung, der Jungfischbesatz sowie der sich weiter ausbreitende Teichmummelbestand lassen die Erneuerung der Ufermauer in ihrer gew\u00e4hlten Form als beispielhaft und \u00f6kologisch wirksam bewerten.<\/p>\n<p>Lediglich die wegen der ungel\u00f6sten Grundst\u00fccksverh\u00e4ltnisse nicht m\u00f6gliche Realisierung der Ufermauer und R\u00f6hrichtanpflanzung \u00fcber den gesamten Grundst\u00fccksverlauf stellt derzeit noch eine Einschr\u00e4nkung der Ma\u00dfnahme dar. Jedoch wird bei entsprechenden Voraussetzungen die Ufergestaltung in der sich bew\u00e4hrten Bauweise zu vervollst\u00e4ndigen sein und dann zu dem gew\u00fcnschten Erfolg sowohl in \u00e4sthetischer, denkmalvertr\u00e4glicher und \u00f6kologisch relevanter Hinsicht f\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die desolate Uferbefestigung aus Betondielen in einem historischen Garten soll unter Ber\u00fccksichtigung \u00f6kologischer und denkmalpflegerischer Aspekte erneuert werden. Wegen des starken Verkehrs auf dem Gro\u00dfen Wannsee ist eine Uferb\u00f6schung mit Befestigung aus Faschinen nicht realisierbar. 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