{"id":23459,"date":"2023-07-14T10:34:05","date_gmt":"2023-07-14T08:34:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21546-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:34:05","modified_gmt":"2023-07-14T08:34:05","slug":"21546-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21546-01\/","title":{"rendered":"Verbesserung der Ablaufwasserreinigung aus Fischzuchten durch Erh\u00f6hung der Fischkotstabilit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Mit Kotpartikeln belastetes Ablaufwasser von Fischzuchten kann umso leichter und effektiver durch mechanische Kl\u00e4rung gereinigt werden, je gr\u00f6\u00dfer die suspendierten Partikel sind.<br \/>\nIn vorangehenden Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass die Zugabe von pflanzlichen Bindern zu Forellenfutter dazu benutzt werden kann, die Stabilit\u00e4t von Fischkot zu erh\u00f6hen, so dass er gegen\u00fcber Wasserturbulenzen widerstandsf\u00e4higer ist. In den entsprechenden Untersuchungen wies der stabilisierte Fischkot im Vergleich zur Kontrolle bei gleicher Belastung durch Wasserturbulenz deutlich gr\u00f6\u00dfere Partikel in der Suspension auf. Anhand der Labordaten wurde eine m\u00f6gliche Steigerung der Reinigungs-leistung bei Einsatz in der Praxis um ca. 30% kalkuliert.<br \/>\nDie im Rahmen dieser Untersuchungen verwendeten Binder hatten keine negativen Auswirkungen auf die Fischgesundheit und die Leistungsf\u00e4higkeit des Futters.<br \/>\nDas durchgef\u00fchrte DBU-Projekt hatte zum Ziel, die Ergebnisse aus den Grundlagenuntersuchungen bei Einsatz verschiedener Arten von Futtermitteln zu \u00fcberpr\u00fcfen, um damit Sicherheit und Anwendbarkeit in der Praxis zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Projekt wurden zun\u00e4chst verschiedene mit dem Binder Guar gum angereicherte, praxisgem\u00e4\u00dfe Futtermischungen bei g\u00e4ngigen Fischgr\u00f6\u00dfen sowie bei unterschiedlichen Wassertemperaturen im Labor eingesetzt. Die Fischhaltung erfolgte in Rundstrombecken. Potentiell m\u00f6gliche negative Effekte des Binders auf die Leistungsf\u00e4higkeit des Futters wurden anhand von Wachstums- und Verdaulichkeitsmessungen \u00fcberpr\u00fcft. F\u00fcr die \u00dcberf\u00fchrung und Pr\u00fcfung der Laborergebnisse ins Freiland wurden danach in einer kommerziellen Fischzucht entsprechende Futter und Beimischungen eingesetzt und dort der reale Effekt des Binderzusatzes anhand der ver\u00e4nderten Reinigungsleistung eines Trommelfilters bestimmt.<br \/>\nIm Projekt wurden folgende Aspekte bearbeitet:<\/p>\n<p>i)\tDosis-Wirkungsstudie<br \/>\nii)\tTests mit Jungfischen, Portionsfischen und Laichfischen<br \/>\niii)\tTests mit den wichtigsten kommerziellen Futtermischungen (Protein, Fett)<br \/>\niv)\tTests bei unterschiedlichen Wassertemperaturen<br \/>\nv)\tPr\u00fcfung und Praxisbewertung in Forellenzuchtanlagen des KMU Partners<br \/>\nForellenzucht Stephan Hofer GmbH<\/p>\n<p>Die Bearbeitung dieser Aspekte erfolgte in drei Arbeitsschritten. Zun\u00e4chst wurde mittels klassischer Methodik aus der Fischern\u00e4hrung gepr\u00fcft, ob ein negativer Einfluss des Binders auf die Fischgesundheit und Futterverwertung vorliegt. Danach wurden durch rheologische Methoden die mechanischen Eigenschaften des ver\u00e4nderten Fischkotes ermittelt. Schlie\u00dflich wurde f\u00fcr die Messung der Scherkraftresistenz der Fischkot in einer eigens entwickelten Apparatur mittels definierter Wasserturbulenz zerbrochen und die resultierende Partikelgr\u00f6\u00dfenverteilung mit einer hochaufl\u00f6senden Lasermethode gemessen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Binder Guar gum bew\u00e4hrte sich in allen Versuchsreihen und f\u00fchrte bis zu einer Verdreifachung der mechanischen Kotstabilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Futterverwertung und Fischgesundheit wurden durch den Binder nicht beeinflusst. Lediglich bei sehr kleinen Fischen wurde eine leicht geringere Fettverdaulichkeit festgestellt, die in der Praxis aber eigentlich bedeutungslos ist.<\/p>\n<p>Die gemessenen Partikelgr\u00f6\u00dfenverteilungen zeigten eine um 40% verbesserte Entnahme der Feststoffe und des partikul\u00e4ren Phosphors. Die \u00dcberpr\u00fcfung im Freiland best\u00e4tigte die Laborbefunde.<\/p>\n<p>Wurde dem Forellenfutter allerdings eine relevante Menge Blutmehl als Proteinquelle zugesetzt, war im Bereich von Partikelgr\u00f6\u00dfen < 100 \u00b5m nur eine geringe Effizienzsteigerung bei der Mikrosiebung erreichbar. Die Reinigungsleistung wurde bei Einsatz von blutmehlhaltigem Futter durch Guar gum - Zusatz in Fischzuchten mit niedriger Wasserturbulenz somit nicht nachweisbar verbessert. Allerdings bleiben auch bei blutmehlhaltigem Futter die Partikel insgesamt deutlich gr\u00f6\u00dfer und der Kot fester, so dass in Fischzuchten mit starken Turbulenzen oder bei Wiederverwendung des Wassers z. B. in Kreislaufsystemen auch bei dieser Futterart von einer nachhaltigen Verbesserung der Belastungssituation ausgegangen werden darf.\n\n\n\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation\n\nDie Verbreitung der Projektinhalte und -ergebnisse mit Einsatz von Guar gum erfolgte bisher mittels Fernsehreportage (SWR) und Radioreportage (DLF), durch 15 Fortbildungs- und Vortragsveranstaltungen sowie mittels Fachbeitr\u00e4gen in wissenschaftlichen und fachlichen Publikationen (3 Buchbeitr\u00e4ge, 7 Zeitschriftenbeitr\u00e4ge, 1 Brosch\u00fcre). Das Verfahren wurde patentiert.\n\n\nFazit\n\nEine Empfehlung zur Anwendung von Guar gum f\u00fcr die Fischzuchtpraxis kann mit geringen Einschr\u00e4nkungen ausgesprochen werden. Der Binder zeigte sich unter nahezu allen getesteten Bedingungen als verl\u00e4sslich wirksame Futterkomponente, f\u00fcr die so gut wie keine negative Auswirkung feststellbar war. Guar gum ist zudem auch \u00f6konomisch unproblematisch, da seine effektivste Beigabe sehr gering (0.3%) ist und finanziell kaum zu Buche schl\u00e4gt. Futter mit Binder verteuert sich um ca. 1% gegen\u00fcber gleichem Futter ohne Binderzusatz. Die geringe Beigabe ist m\u00f6glich, da Guar Gum f\u00fcr forellenartige Fische (Salmoniden) unverdaulich ist, sich somit nach Aufnahme des Futters im Verdauungstrakt zum Ende hin ankonzentriert und die erforderliche Wirkkonzentration beim Abkoten erreicht wird. Die geschilderten positiven Effekte des Zusatzes (effektivere Reinigung, verringerte Wasserbelastung) stehen zudem den geringf\u00fcgig h\u00f6heren Kosten deutlich positiv gegen\u00fcber. Das Gew\u00e4sser wird signifikant entlastet und die gesammelte Fischg\u00fclle steht f\u00fcr eine weitere Verarbeitung zur Verf\u00fcgung.\nFuttermittel mit Guar gum - Zusatz werden mittlerweile von der Futtermittelindustrie angeboten und verkauft. Sie werden aktuell in deutschen Fischzuchten eingesetzt.\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Mit Kotpartikeln belastetes Ablaufwasser von Fischzuchten kann umso leichter und effektiver durch mechanische Kl\u00e4rung gereinigt werden, je gr\u00f6\u00dfer die suspendierten Partikel sind. 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