{"id":23451,"date":"2026-03-14T10:32:04","date_gmt":"2026-03-14T09:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21514-01\/"},"modified":"2026-03-14T10:32:07","modified_gmt":"2026-03-14T09:32:07","slug":"21514-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21514-01\/","title":{"rendered":"Modellvorhaben: Rekonstruktion des Wandels einer historischen Kulturlandschaft am Beispiel der D\u00fcmmer-Region (Entwicklung und Bewusstwerdung)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die \u00dcberreste arch\u00e4ologischer Kulturen sind, von wenigen oberirdisch sichtbaren Denkmalgattungen abgesehen, in der Regel vor dem menschlichen Auge verborgen. Dennoch sind auch sie Bestandteile ehemali-ger Kulturlandschaft. Diese unterirdischen Relikte f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung nachvollziehbar und erlebbar zu machen, sie zusammen mit den noch sichtbaren Hinterlassenschaften fr\u00fcherer Epochen in die Entwicklung von Raumordnungs- und Fl\u00e4chennutzungskonzepten zu integrieren und gemeinsam mit diesen zu einem festen Bestandteil unseres Bewusstseins werden zu lassen stellt eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr die Zukunft dar.<br \/>\nDie langj\u00e4hrigen Aktivit\u00e4ten des Nieders\u00e4chsischen Landesamtes f\u00fcr Denkmalpflege (NLD) in der D\u00fcmmer Geestniederung und deren herausragende Stellung in Bezug auf die Besiedlung Nordwestdeutschlands waren der Anlass daf\u00fcr, Aspekte eines verantwortungsvollen Umgangs mit Kulturlandschaft und ihren Bestandteilen nicht nur im Rahmen der eigenen Projektarbeiten zu ber\u00fccksichtigen. Vielmehr sollten sie dar\u00fcber hinaus auch im Zuge von \u00d6ffentlichkeitsarbeit sowie Fortbildungsma\u00dfnahmen f\u00fcr die unteren Denkmal- und Naturschutzbeh\u00f6rden, Raum- und Regionalplaner, Touristiker und sonstige Interessierte im \u00f6ffentlichen wie auch politisch-administrativen Raum vermehrt in das Bewusstsein gebracht werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt gliederte sich in zwei parallele Abl\u00e4ufe zur (A) Rekonstruktion des Wandels der Kulturlandschaft innerhalb des Projektgebietes und (B) der Vermittlung, Bewusstmachung und Intergration der aus den Untersuchungen resultierenden Ergebnisse im Rahmen touristischer, naturschutzfachlicher und raumplanungsrelevanter Vorhaben sowie von Vortrags- und Fortbildungsveranstaltungen. Verschiedene Kooperationen dienten dabei der Erweiterung des interdisziplin\u00e4ren Ansatzes.<br \/>\nDurch eine Vernetzung des Projektes mit dem z. Zt. ebenfalls am NLD angesiedelten trilateralen EU-Projekt LANCEWADPlan, dessen Gegenstand die Entwicklung einheitlicher Vorgehensweisen im Umgang mit der Kulturlandschaft des niederl\u00e4ndisch-deutsch-d\u00e4nischem Wattenmeerbereiches ist, konnten aus den jeweiligen Erfahrungen vielf\u00e4ltige Wiese Synergien erschlossen werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>(A) Im Rahmen einer Kooperation mit dem Institut f\u00fcr Ur- und Fr\u00fchgeschichte der Univ. K\u00f6ln (Prof. Dr. A. Zimmermann) konnten die Ausgrabungsarbeiten in der D\u00fcmmer Geestniederung ausgedehnt werden und so in Erg\u00e4nzung zu den Arbeiten des NLD ein unter siedlungs- und kulturhistorischen Gesichtspunk-ten bedeutender Bereich n\u00f6rdlich des D\u00fcmmers in die Untersuchungen zum Wandel der (pr\u00e4 )historischen Kulturlandschaft mit einbezogen werden.<br \/>\nDas Auffinden einer Moorleiche im Gro0en Moor bei Uchte, im Januar 2005, und die sich daraus auch f\u00fcr das Projekt ergebenden M\u00f6glichkeiten der Einsichtnahme in die Entwicklung der Kulturlandschaft der Moorregionen Nordwestdeutschlands und das Leben der in ihnen siedelnden Menschen erbrachte eine weitere Erg\u00e4nzung des Vorhabens. Wenngleich etwa 30 km westlich des Projektgebietes gelegen, konnten die Koordination und Teilbereiche der mit dem Fund verbundenen Untersuchungen nach Absprache mit der DBU nachtr\u00e4glich in das Projekt mit integriert werden.<br \/>\nIm Zuge einer Zusammenarbeit mit dem  Seminar f\u00fcr Volkskunde der Philosophischen Fakult\u00e4t der Univ. Bonn (Dr. P. Genath) war es m\u00f6glich, einen weiteren Fokus auf den Wandel der Kulturlandschaft unter volkskundlichen und historisch-geografischen Gesichtspunkten zu setzen. In enger Abstimmung mit dem Institut f\u00fcr Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten der Univ. Vechta (ISPA, Prof. Dr. W. Klohn) erfolgten im Rahmen studentischer Seminararbeiten sowie einer Magisterarbeit Untersuchungen zum Kulturlandschaftswandel in j\u00fcngerer Vergangenheit. Diese Arbeiten, wie auch die Zusam-menarbeit mit der Univ. K\u00f6ln werden \u00fcber das Projektende hinaus fortgef\u00fchrt.<br \/>\n(B) Die Integration m\u00f6glichst vieler Akteure aus der Region sowie an der Thematik interessierter Personen in das Projektvorhaben war ein Hauptanliegen und gleichzeitig die Voraussetzung f\u00fcr eine erfolgreiche Durchf\u00fchrung des Vorhabens. In Absprache mit den im Untersuchungsgebiet ans\u00e4ssigen Landkreisen wurde das Projekt daher im Rahmen einer Informationsveranstaltung der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt und Interessierten die M\u00f6glichkeit geboten, sich an dem Vorhaben aktiv zu beteiligen.<br \/>\nIn unterschiedlichen Arbeitskreisen wurden nachfolgend verschiedene Belange zum Schutz und der Entwicklung der Kulturlandschaft und deren enge Verzahnung mit dem Naturschutz diskutiert. Dabei hat es sich gezeigt, das insbesondere die Nutzung touristischer Infrastrukturen und Bildungseinrichtungen (insbesondere den in der Region ans\u00e4ssigen Museen) eine Vielzahl von M\u00f6glichkeiten zur Bewusstmachung, Vermittlung und Inwertsetzung bieten. Neben dem Einsatz herk\u00f6mmlicher Verfahren wie Ausschilderungen und Themenrouten f\u00fcr Wanderer und Radfahrer &#8211; exemplarisch wurden Faltbl\u00e4tter zu verschiedenen Themen erarbeitet &#8211; spielte dabei die M\u00f6glichkeit der Anwendung moderner Technologien eine besondere Rolle. Die M\u00f6glichkeiten des Internets sowie insbesondere die Verwendung einer GPS-gest\u00fctzten, PDA-basierten digitalen Besucherf\u00fchrungen (MobiDENK) standen im Zentrum der Diskussion. Hier wurde ein Prozess angesto\u00dfen, der ebenso wie die gemeinsam mit den Tourismusorganisationen und den Museen entwickelten Ma\u00dfnahmen (gef\u00fchrte Exkursionen zu kulturlandschaftshistorisch relevanten Orten, die Mitarbeit auf arch\u00e4ologischen Ausgrabungen im Rahmen von Ferienaktionen und Bildungsurlauben, der Betrieb einer Konservierungsanlage f\u00fcr Holz im Industriemuseum Lohne) auch nach Abschluss des Projektes fortgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die \u00d6ffentlichkeitsarbeit im Rahmen des Projektes gegliederte sich in zwei Teilbereiche. Zum einen die wissenschaftlichen Publikationen (vgl. Anhang) und die Presseberichterstattung. Dabei erm\u00f6glichte es der Fund der Moorleiche und das daran gekoppelte \u00f6ffentliche Interesse, auch die Belange von Kulturlandschaftsschutz und -entwicklung einem breiteren Forum aufzuzeigen und mit seiner Komplexit\u00e4t ver-mehrt in das Bewusstsein zu bringen.<br \/>\nDen zweiten Bereich bildeten Fachvortr\u00e4ge, F\u00fchrungen und Exkursionen sowie gemeinsame Veranstaltungen mit Volkshochschulen und im Zuge von touristischen Angeboten von Bildungsurlauben.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Ein wesentlicher Bestandteil des Projektes war das Erstellen neuer Netzwerke und damit das hervorbrin-gen von Synergien. Dabei sollten sowohl geografisch-administrative als auch institutionelle Grenzen \u00fcberschritten werden. Das dieses zumindest in Teilen gelungen ist belegt die umfangreiche Beteiligung in den Arbeitsgruppen und nicht zuletzt auch die internationale trans- und interdisziplin\u00e4re Beteiligung an der Tagung Kulturlandschaft administrativ &#8211; digital &#8211; touristisch, die zum Ende des Projektvorhabens vom 3.-5. Juli 2006 in Osnabr\u00fcck stattfand.<br \/>\nDie Nachhaltigkeit der Projektarbeit, der von Anbeginn an gro\u00dfe Bedeutung beigemessen wurde, wird durch die auch nach Projektende andauernden Fortf\u00fchrungen verschiedener Teilprojekte best\u00e4tigt. Dabei hat es sich einmal mehr gezeigt, dass der grenz\u00fcbergreifenden trans- und interdisziplin\u00e4ren institutionen- und interessen\u00fcbergreifenden Kommunikation eine Schl\u00fcsselrolle bei der Umsetzung von Belangen des Kulturlandschaftsschutzes zukommt. Da die Entscheidungen zum Schutz und der Entwicklung der Kultur-landschaft aus der Region heraus erfolgen und von ihren Einwohnern getragen werden m\u00fcssen, kann eine externe Moderation und das Einbringen fachlicher Kompetenz jedoch positiv katalysierend im Hinblick auf den Erfolg dieses Prozesses wirken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die \u00dcberreste arch\u00e4ologischer Kulturen sind, von wenigen oberirdisch sichtbaren Denkmalgattungen abgesehen, in der Regel vor dem menschlichen Auge verborgen. Dennoch sind auch sie Bestandteile ehemali-ger Kulturlandschaft. 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