{"id":23441,"date":"2026-04-12T10:32:06","date_gmt":"2026-04-12T08:32:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21487-01\/"},"modified":"2026-04-12T10:32:07","modified_gmt":"2026-04-12T08:32:07","slug":"21487-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21487-01\/","title":{"rendered":"Integrierte Pflanzenproduktion &#8211; Standardisierte Datenformate zur Dokumentation landwirtschaftlicher Produktionsprozesse"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Voraussetzung f\u00fcr eine Aussch\u00f6pfung des Potenzials der integrierten Pflanzenproduktion ist die Nutzung individualisierter und schlagbezogener Entscheidungsgrundlagen. Neben einer zeitnahen und pr\u00e4zisen Dokumentation der durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen ist hierf\u00fcr insbesondere auch eine reibungslose Datenkommunikation mit Online-Beratungssystemen und externen Dienstleistern notwendig. Ziel des Projektes war es, anerkannte und offene Technologien eines internetbasierten Datenaustausches f\u00fcr die Landwirtschaft nutzbar zu machen. Daf\u00fcr m\u00fcssen die fehlenden branchenspezifischen Standards, die Strukturen des Austauschformates und das Begriffs- und Regelwerk definiert werden. Am Beispiel der Lieferkette f\u00fcr Kartoffeln wurden die hierf\u00fcr notwendigen Schritte aufgezeigt und umgesetzt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Rahmen einer Analyse wurden zun\u00e4chst die existierenden Rahmenwerke und Werkzeuge f\u00fcr die Erstellung von Datenaustauschformaten auf ihre Eignung f\u00fcr den Agrarbereich hin untersucht. Unter Verwendung der Prinzipien verschiedener, vielversprechender Standards wurde anschlie\u00dfend das agroXML-Schema als Strukturdefinition einer Datenaustauschsprache f\u00fcr die Landwirtschaft entwickelt. Als wichti-ge Komponente wurden au\u00dferdem inhaltliche Vorgaben mit Hilfe sogenannter Inhaltslisten gegeben. Die technische Dokumentation sowie die Definition des Begriffs- und Regelwerkes erfolgt derzeit als WiKi-gest\u00fctztes Lexikon. Damit der Standard in der Praxis zum Einsatz kommen kann, wurden Hersteller von Agrarsoftware sowie Online-Beratungsdienstleister fr\u00fchzeitig \u00fcber Arbeitsgremien in die Entwicklung von agroXML eingebunden. Abschlie\u00dfend wurden einige Beispielanwendungen, die mit agroXML m\u00f6glich sind, programmiert. Diese wurden von der Kartoffelerzeugergemeinschaft Neustadt an der Weinstra\u00dfe im praktischen Betrieb erprobt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die eXtensible Markup Language (XML) stellt Konstrukte bereit, mit deren Hilfe ein plattformunabh\u00e4ngiger Datenaustausch m\u00f6glich ist. Aufgrund der Verf\u00fcgbarkeit von freien Programmbibliotheken zum Ein-lesen, Verarbeiten, Schreiben sowie Konvertieren von XML-Dateien eignet sie sich hervorragend zur Verarbeitung in EDV-Programmen sowie als allgemeing\u00fcltiges Austauschformat. Die Struktur von XML-Dateien kann mit Hilfe einer Document Type Definition (DTD) oder mit XML Schema vorgegeben werden. XML Schema erm\u00f6glicht hierbei auch die Festlegung einzelner Elemente des Austauschformates auf bestimmte Datentypen sowie Wertebereiche. Als Entwicklungswerkzeug f\u00fcr XML Schemata stehen ver-schiedene XML-Editoren zur Verf\u00fcgung. Auf Basis von XML wurden bereits weitere Austauschsprachen f\u00fcr andere Bereiche erstellt. So existieren zum Beispiel die Universal Business Language, die f\u00fcr die Erstellung elektronischer Dokumente f\u00fcr Gesch\u00e4ftsprozesse geeignet ist, sowie ebXML, das neben der Erstellung von Dokumenten auch die Mechanismen des Datenaustausches (Protokoll) regelt. Im Geodatenbereich ist insbesondere die Geography Markup Language (GML) zu nennen, die die \u00dcbermittlung raumbezogener Informationen erlaubt. agroXML wurde orientiert an der Core Component Technical Specification entwickelt. Dabei werden Elemente bereitgestellt, die wie in einem Baukasten in verschiedenen Dokumenten zusammengesetzt werden k\u00f6nnen. Die Modellierung der Geodatenkomponenten von agroXML erfolgte entsprechend den in GML erfolgreich eingesetzten Richtlinien. Ein wichtiger Aspekt f\u00fcr die maschinelle Auswertbarkeit von elektronischen Dokumenten ist die Beschr\u00e4nkung von Elementen auf bestimmte Inhalte. So sollte zum Beispiel in einem Element, das den Namen eines Pflanzenschutzmittels beinhaltet, auch lediglich g\u00fcltige Pflanzenschutzmittelnamen stehen k\u00f6nnen. Dies wird \u00fcber die Verwendung sogenannter XML-Dictionaries sichergestellt. Inhaltlich basieren diese auf anerkannten Begriffssammlungen. F\u00fcr die Pflanzenschutzmittelliste werden die Bezeichner beispielsweise von der zust\u00e4ndi-gen Zulassungsbeh\u00f6rde, dem Bundesamt f\u00fcr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), bereitgestellt. F\u00fcr die Dokumentation von agroXML wurde eine WiKi-Plattform aufgesetzt, die derzeit im Rahmen von weiteren Projekten ausgebaut wird. Die Anwendung von agroXML wurde mit Hilfe verschiedener Programme demonstriert. Das Produktions- und Lieferkettenmanagementsystem wurde von der Kartoffel-Erzeugergemeinschaft Neustadt an der Weinstra\u00dfe f\u00fcr die Dokumentation eingesetzt. Der agroXML-Aggregator kann mehrere agroXML-Instanzen in einer von g\u00e4ngigen Office-Paketen lesbaren Datei vereinigen. Diese Funktionalit\u00e4t ist insbesondere f\u00fcr die \u00fcberbetriebliche Auswertung landwirtschaftlicher Daten durch Berater oder Beh\u00f6rden im Hinblick auf Stoffstr\u00f6me und Umweltwirkungen  interessant. Durch die relativ neue XForms-Technologie k\u00f6nnen agroXML-Dateien auch mit Standard-Internetwerkzeugen angesehen, aufbereitet und gegebenenfalls sogar bearbeitet werden. Beispielhaft wurde au\u00dferdem der Datenaustausch mit einem Online-Beratungsdienstleister (ISIP) implementiert.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Neben der Vorstellung von agroXML auf verschiedenen Fachtagungen (z. B. Jahrestagung der Gesellschaft f\u00fcr Informatik in der Landwirtschaft (GIL)) wird der Transfer in die Praxis durch auch nach Projektende weiter bestehende, offene Arbeitsgruppen am KTBL sichergestellt. In diesen Arbeitsgruppen sind Mitarbeiter fast aller Hersteller von Agrarsoftware sowie von Beratungsdienstleistern und Institutionen, die sich mit Datenaustausch in der Landwirtschaft besch\u00e4ftigen, vertreten. Inzwischen ist agroXML in verschiedenen Farm Management Informationssystemen implementiert. In weiteren Projekten wird die Ent-wicklung bestimmter Teilaspekte (beispielsweise Precision Farming (pre agro II Projekt) und Tierhaltungsdaten (IT FoodTrace Projekt)) derzeit fortgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Es hat sich gezeigt, dass ein XML-basiertes Datenaustauschformat f\u00fcr die Landwirtschaft das Potenzial besitzt, Prozesse der Dokumentation von Ma\u00dfnahmen zu vereinfachen. Inzwischen haben Hersteller von Farm Management Informationssystemen begonnen, die agroXML-Schnittstelle in Produktivversionen ihrer Software umzusetzen. Allerdings sind auch neue Fragen aufgetaucht. Das Datenformat gibt zwar eine standardisierte Struktur und den Aufbau von Dateien vor, es ist aber noch notwendig, mit den Mechanismen des eigentlichen Austausches von agroXML-Datenpaketen Erfahrungen zu sammeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Voraussetzung f\u00fcr eine Aussch\u00f6pfung des Potenzials der integrierten Pflanzenproduktion ist die Nutzung individualisierter und schlagbezogener Entscheidungsgrundlagen. Neben einer zeitnahen und pr\u00e4zisen Dokumentation der durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen ist hierf\u00fcr insbesondere auch eine reibungslose Datenkommunikation mit Online-Beratungssystemen und externen Dienstleistern notwendig. 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