{"id":23435,"date":"2024-12-01T10:32:39","date_gmt":"2024-12-01T09:32:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21467-01\/"},"modified":"2024-12-01T10:32:40","modified_gmt":"2024-12-01T09:32:40","slug":"21467-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21467-01\/","title":{"rendered":"Vorbeugender Hochwasserschutz durch Wasserr\u00fcckhalt in der Fl\u00e4che unter besonderer Ber\u00fccksichtigung naturschutzfachlicher Aspekte &#8211; am Beispiel des Flusseinzugsgebietes der Mulde in Sachsen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Klimaforscher sagen eine weltweite Temperaturerh\u00f6hung und daraus folgend eine Zunahme der Starkregen- und Hochwasserereignisse in Mitteleuropa voraus. Die negativen Auswirkungen auf den nat\u00fcrlichen Wasserhaushalt im Allgemeinen und den Hochwasserabfluss im Besonderen sind nicht mehr allein mit den bisher \u00fcblichen gro\u00dfbautechnischen Ma\u00dfnahmen zu beherrschen. Ein bisher nicht oder nicht ausreichend ausgesch\u00f6pftes Potential der Bewirtschaftung besteht dort, wo sich der Abfluss bildet, also in den Flusseinzugsgebieten. Eine Optimierung der Einzugsgebiete im Sinne des Hochwasserschutzes sollte nicht sektoral isoliert geschehen, sondern Synergiepotentiale mit anderen Landschaftsfunktionen insbesondere den Arten- und Biotopschutz nutzen.<br \/>\nAm Beispiel der S\u00e4chsischen Mulde sollte demonstriert werden,<br \/>\no\tdass es auf land- und forstwirtschaftlichen Fl\u00e4chen sowie Siedlungs- und Verkehrsfl\u00e4chen signifikante bisher nicht ausgesch\u00f6pfte Potentiale f\u00fcr den Hochwasserschutz gibt und<br \/>\no\tdass es sich lohnt, diese Potentiale in Zukunft durch geeignete Ma\u00dfnahmen auszusch\u00f6pfen, weil viele auch den Interessen der Land- und Forstwirtschaft und der Siedlungswasserwirtschaft dienen<br \/>\no\tund dass es m\u00f6glich ist, Ma\u00dfnahmenkonzepte des vorsorgenden Hochwasserschutzes so auszuges-talten, dass sie gleicherma\u00dfen einem breiten Naturschutz dienen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es wurden folgende Einzelschritte erarbeitet:<br \/>\nMa\u00dfnahmenkarten: Karten zur Kennzeichnung von Fl\u00e4chen, auf denen bestimmte Ma\u00dfnahmen zur Erh\u00f6hung des Wasserr\u00fcckhalts bzw. zur Verz\u00f6gerung der Abfl\u00fcsse mit unterschiedlicher Wirkung umsetzbar sind. Die Ma\u00dfnahmen beziehen sich auf siedlungswasserwirtschaftliche, landwirtschaftliche und naturschutzfachliche Aspekte. Grundlage dieser Ma\u00dfnahmenkarten ist neben dem Geographischen Informationssystem (GIS) ein Expertensystem, das im Rahmen dieses Projektes in interdisziplin\u00e4rer Zusam-menarbeit aufgestellt wurde.<br \/>\nPotentialkarten: Karten des theoretisch m\u00f6glichen Wasserr\u00fcckhalts bzw. der theoretisch m\u00f6glichen Abflussverz\u00f6gerung durch GIS-Verschneidung naturr\u00e4umlicher Einflussgr\u00f6\u00dfen. Die Potentialkarten weisen Fl\u00e4chen mit unterschiedlichen R\u00fcckhalte- bzw. Verz\u00f6gerungspotentialen aus, die entsprechend f\u00fcr R\u00fcck-halte- bzw. Verz\u00f6gerungsma\u00dfnahmen von Natur aus mehr oder weniger geeignet sind. Eine spezielle Form der Potenzialkarten, die Senkenpotenzialkarten weisen die Fl\u00e4chen aus, die das zus\u00e4tzlich infiltrierte Wasser mindestens \u00fcber die Dauer der ablaufenden Hochwasserwelle zur\u00fcckhalten k\u00f6nnen.<br \/>\nPriorit\u00e4tenkarten: Die GIS-m\u00e4\u00dfige Verschneidung der Senkenpotenzialkarten und der Ma\u00dfnahmenkarten f\u00fchrt unter Ber\u00fccksichtigung von Gewichtsfaktoren hinsichtlich der Auswirkungen auf den Hochwasser-schutz, der Finanzierbarkeit, der Auswirkungen auf den Naturschutz, der Akzeptanz, des notwendigen Zeitaufwandes usw. auf Karten der stufenm\u00e4\u00dfigen Umsetzung in 1., 2. &#8230; Priorit\u00e4t. Beispielhaft wurde je ein Umsetzungsszenario f\u00fcr die Bereiche Siedlungs- und Ackerfl\u00e4chen erarbeitet.<br \/>\nVergleichsberechnungen der Hochwasserganglinien: F\u00fcr den Ist-Zustand und f\u00fcr die sich aus den Priorit\u00e4tenkarten ergebenden Planungszust\u00e4nden werden mit Niederschlags-Abfluss-Modellen f\u00fcr ausgew\u00e4hl-te Punkte des Entw\u00e4sserungssystems die Auswirkungen der Umstellungsma\u00dfnahmen berechnet und im Vergleich dargestellt.<br \/>\nMa\u00dfnahmen-Steckbriefe: F\u00fcr Anwendungen der Ergebnisse in der Praxis wurden f\u00fcr die Bereiche Landwirtschaft und Siedlungswasserwirtschaft sogenannte Steckbriefe erarbeitet. Sie geben in kurzer pr\u00e4gnanter Form Auskunft dar\u00fcber, wo welche Ma\u00dfnahmen zweckm\u00e4\u00dfig anzuwenden sind, welche Ein-schr\u00e4nkungen oder Nachteile zu beachten sind usw.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>F\u00fcr den Bereich Siedlungswasserwirtschaft wurde am 10. Mai 2006 ein Seminar in Chemnitz mit \u00fcber 100 Teilnehmern aus Verwaltung und Ingenieurpraxis durchgef\u00fchrt.<br \/>\nIm Juni 2007 fand in Leipzig ein Seminar der DWA statt, auf dem insbesondere die Ergebnisse der Untersuchungen aus dem Bereich der Landwirtschaft vorgetragen wurden<br \/>\nPr\u00e4sentation der Ergebnisse am 17.4.2007 im S\u00e4chsischen Staatsministerium f\u00fcr Umwelt und Landwirtschaft im Beisein von Herr Staatsminister S. Tillich und Herr Dr. F. Brickwedde.<br \/>\nDer Abschlussbericht mit 282 Seiten + Anlagen ist \u00fcber die Homepage des Projektes einzusehen und ggfl. herunterzuladen<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt hat auf dem Sektor Dezentraler vorbeugender Hochwasserschutz zu wesentlichen neuen Erkenntnissen und \u00fcbertragbar anwendbaren Methoden gef\u00fchrt. Da sich die bisherigen Untersuchungen nur auf Hochwasserperioden beziehen kann als Ausblick darauf hingewiesen werden, dass die Bewirt-schaftung von Trockenperioden mit Hilfe dezentraler Ma\u00dfnahmen in Zukunft mindestens das gleiche Interesse hervorrufen werden. Dieses erfordert insbesondere eine Erweiterung der bodenphysikalischen Grundlagen der bisherigen Vorgehensweise<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Klimaforscher sagen eine weltweite Temperaturerh\u00f6hung und daraus folgend eine Zunahme der Starkregen- und Hochwasserereignisse in Mitteleuropa voraus. Die negativen Auswirkungen auf den nat\u00fcrlichen Wasserhaushalt im Allgemeinen und den Hochwasserabfluss im Besonderen sind nicht mehr allein mit den bisher \u00fcblichen gro\u00dfbautechnischen Ma\u00dfnahmen zu beherrschen. 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