{"id":23419,"date":"2023-07-14T10:34:05","date_gmt":"2023-07-14T08:34:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21418-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:34:05","modified_gmt":"2023-07-14T08:34:05","slug":"21418-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21418-01\/","title":{"rendered":"Green Goal  &#8211; die Umsetzung des Umweltkonzepts f\u00fcr die FIFA Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Unter dem Motto Green Goal hat es sich das Organisationskomitee der FIFA Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006 zur Aufgabe gemacht, die WM 2006 im Einklang mit den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung auszurichten. Nach der durch die DBU im Jahr 2002 gef\u00f6rderten Konzeptphase von Green Goal galt es im Rahmen der Umsetzungsphase von Green Goal in Kooperation mit dem \u00d6ko-Institut die entwickelten Ziele bis zur Austragung der WM im Jahr 2006 umzusetzen und Green Goal in der \u00d6ffentlichkeit zu kommunizieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Rahmen der Konzeptphase von Green Goal wurden die Bereiche Wasser, Abfall, Energie und Mobilit\u00e4t sowie der Klimaschutz als Themenschwerpunkte festgelegt. Diese standen daher im Mittelpunkt bei der Umsetzung der Green-Goal-Ziele an den 12 WM-Standorten. Nachfolgend sind die wichtigsten Arbeitsschritte und Arbeitsmethoden der Umsetzungsphase aufgef\u00fchrt: Standortspezifische Anpassung von Umweltma\u00dfnahmen in den 12 WM-Stadien<br \/>\nEntwicklung von Umweltmanagementsystemen an den 12 WM-Stadien<br \/>\nEntwicklung von Ma\u00dfnahmen und Finanzierungsm\u00f6glichkeiten zur Erreichung des \u00fcbergeordneten Ziels der klimaneutralen WM 2006<br \/>\nErarbeitung von standort\u00fcbergreifenden Ma\u00dfnahmen zum Handlungsfeld Mobilit\u00e4t<br \/>\nMonitoring der Aktivit\u00e4ten und gegebenenfalls Anpassung zur Erreichung der Green-Goal-Ziele<br \/>\nZus\u00e4tzliche Aktivit\u00e4ten im Bereich tempor\u00e4re Bauten<br \/>\nSchaffung einer Plattform zum Erfahrungsaustausch zwischen den 12 WM-Standorten (Darstellung von good practice Beispielen und \u00dcbertragung auf andere Standorte)<br \/>\nAnregung und Unterst\u00fctzung eigener Green Goal Arbeitskreise in den WM-St\u00e4dten<br \/>\nKooperation mit und Integration der (offiziellen) Sponsoren in das Umweltkonzept Green Goal (Unterst\u00fctzung einzelner Ma\u00dfnahmen und Entwicklung von Projekten mit den Sponsoren)<br \/>\nKommunikation von Green Goal und Sensibilisierung f\u00fcr das Thema Umwelt (z. B. Internet, Kampagnen, Beispielprojekte der Standorte).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Dem globalen Klimaschutz kam eine besondere Bedeutung zu. Zentrales Ziel des OK und seiner Partner war es, dass die WM  &#8211; bezogen auf das Gastgeberland und damit auf den Verantwortungsbereich des OK &#8211; m\u00f6glichst ohne Auswirkungen auf das Klima bleibt. Dieses wohl ehrgeizigste Ziel wurde \u00fcber die Kompensation der in Deutschland nicht vermeidbaren Emissionen (92.000 t CO2-\u00c4quiv.) durch drei Klimaschutzprojekte in Indien und S\u00fcdafrika erreicht. Im Rahmen von Green Goal konnten die drei gr\u00f6\u00dften Solaranlagen zur Stromerzeugung im Fu\u00dfballbereich in Deutschland installiert werden. Bis Juni 2006 sind mit Green Goal in den WM-Stadien und WM-St\u00e4dten PV-Anlagen mit einer Leistung von in Summe \u00fcber 2.800 kWp errichtet worden. Das entspricht einer Fl\u00e4che in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von \u00fcber 20.000 m2 und reicht aus um rechnerisch den kompletten j\u00e4hrlichen Strombedarf eines Stadions zu decken.<br \/>\nDie Stadien, Medienzentren und Hospitality-Bereiche hatten w\u00e4hrend der vierw\u00f6chigen WM ein Strombedarf von ann\u00e4hernd 13 Mio. kWh, was etwa dem Jahresverbrauch von 4.000 Einfamilienh\u00e4usern entspricht. Mit einer f\u00fcr die WM entwickelten Substitutionsl\u00f6sung wurden 13 Mio. kWh zertifizierter \u00d6kostrom aus Wasserkraftwerken in der Schweiz ins deutsche Netz eingespeist und dem Stromverbrauch f\u00fcr die WM zugeordnet. Damit wurde das Ziel zur Nutzung regenerativer Energien erfolgreich umgesetzt.<br \/>\nSchon der erste Eindruck w\u00e4hrend der WM zeigte: F\u00fcr Fu\u00dfballspiele und eine derartige Gro\u00dfveranstaltung haben sich die Stadien ausgesprochen sauber und mit vergleichsweise wenig Littering pr\u00e4sentiert. Garant daf\u00fcr war der Mehrwegbecher, der erstmals im Rahmen von Green Goal bei einer Fu\u00dfball-WM beim Getr\u00e4nkeausschank eingesetzt wurde. Der Mehrwegbecher war auch die wichtigste Ma\u00dfnahme zur Abfallvermeidung &#8211; vor allem auch im Hinblick auf den Vorbildcharakter f\u00fcr den Bundesligabetrieb und andere Sportgro\u00dfveranstaltungen.<br \/>\nMit dem Kombiticket konnten alle WM-Besucher am jeweiligen Spieltag kostenlos die \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel am Spielort benutzen. Ein Novum bei Fu\u00dfball-Welt- und Europameisterschaften, das von weit mehr Besuchern angenommen wurde als erwartet. Nur ein Viertel der Zuschauer ist \u00fcberhaupt noch mit eigenem Auto zu den Stadien gereist. Alle anderem kamen mit Bus und Bahn oder beispielsweise auch zu Fu\u00df und haben damit zur Erreichung des Ziels von 50 % \u00d6PNV-Nutzung beigetragen.<br \/>\nIn vier WM-Stadien wurden Regenwasserzisternen gebaut. Darunter in Berlin mit einem Volumen von ca. 1.400 m3 die gr\u00f6\u00dfte Zisterne in der europ\u00e4ischen Fu\u00dfballwelt. Zusammen mit der Oberfl\u00e4chenwasser- und Brunnenwassernutzung konnte so in der H\u00e4lfte aller WM-Stadien auf die Verwendung von Trinkwasser f\u00fcr die Spielfeldberegnung, auf die der gr\u00f6\u00dfte Wasserbedarf der Stadien entf\u00e4llt, verzichtet werden. Weiterhin haben Trockenurinale zum Wasser sparen beigetragen.<br \/>\nAuch \u00fcber das Engagement in den Host Cities und dortiger Green Goal Arbeitskreise konnten in den WM-St\u00e4dten weitere Umweltprojekte realisiert werden Hier reichte das Spektrum vom Bau von Solaranlagen bis hin zu Abfallvermeidungsma\u00dfnahmen und \u00f6ffentlichkeitswirksamen Aktivit\u00e4ten. Um f\u00fcr eine m\u00f6glichst weite Verbreitung des Umweltgedankens zu sorgen, wurde Green Goal in die WM-Kampagne Klub 2006 eingebunden. Klub 2006 war eine breit angelegte Kampagne, bei der die ungef\u00e4hr 27.000 Fu\u00dfballvereine in Deutschland aufgerufen waren, an der Vorfreude der Fu\u00dfball-WM in Form eines Wettbewerbs teilzuhaben.<br \/>\nAus den Erfahrungen mit der WM in Deutschland resultiert als wichtige Empfehlung an die FIFA, zuk\u00fcnf-tig das Thema Umwelt bereits in den Bewerbungen der Gastgeberl\u00e4nder und auch im Pflichtenheft der Stadien verpflichtend zu integrieren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Wesentlicher Baustein der Berichterstattung \u00fcber Green Goal war die eigene Website (\u00fcber 120.000 Besucher seit offiziellem Start im April 2005). In Presse, Fernsehen und Radio fanden die Pressekonferenzen und -mitteilungen zu Green Goal ein reges Echo. In den Printmedien erschienen zahlreiche Artikel in nationalen und internationalen Zeitungen, sowie weltweit eine Vielzahl von Meldungen im Internet. Fernsehen und H\u00f6rfunk im In- und Ausland strahlten Reportage und Interviews aus. Green Goal wurde auf wichtigen internationalen Konferenzen wie z.B. der UN-Klimakonferenz in Montreal vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die FIFA WM 2006 war die erste WM, die \u00fcber anspruchsvolle Umweltziele und ein Umweltkonzept verf\u00fcgte. \u00dcber ein freiwilliges Engagement des OK, der beteiligten Stadien, St\u00e4dte und weiterer Partner ist es gelungen 13 von 16 Zielen erfolgreich umzusetzen. Darunter das herausragende Ziel der Klimaneutra-lit\u00e4t. Die nicht zu vermeidenden, in Deutschland durch die WM zus\u00e4tzlich entstandenen Treibhausgasemissionen wurden kompensiert. Daf\u00fcr wurden dem Gold Standard entsprechende Klimaschutzprojekte in S\u00fcdostindien und S\u00fcdafrika ausgew\u00e4hlt. Nicht erreicht wurde das Ziel 20% Energie in den Stadien ein-zusparen. Wichtig bei den umgesetzten Ma\u00dfnahmen wie z.B. Solaranlagen oder Regenwasserzisternen ist, dass sie nicht nur der WM sondern vor allem dem Alltagsbetrieb in der Bundesliga zugute kommen. Durch die Kommunikation von Green Goal, die Arbeitskreise in WM-St\u00e4dte, die Vereinskampagne Klub 2006 oder die Sponsorenaktivit\u00e4ten wurde zur Sensibilisierung f\u00fcr das Thema Umwelt beigetragen. Der Vorbildcharakter wird durch die Aktivit\u00e4ten der EURO 2008 und das Interesse der WM 2010 deutlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Unter dem Motto Green Goal hat es sich das Organisationskomitee der FIFA Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006 zur Aufgabe gemacht, die WM 2006 im Einklang mit den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung auszurichten. 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