{"id":23407,"date":"2026-03-14T10:32:04","date_gmt":"2026-03-14T09:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19061-03\/"},"modified":"2026-03-14T10:32:06","modified_gmt":"2026-03-14T09:32:06","slug":"19061-03","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19061-03\/","title":{"rendered":"Spendenfinanziertes Fl\u00e4chenmanagement im Naturschutz &#8211; ein Gesch\u00e4ftsmodell? Erprobung an einem Beispiel aus der Bergbaufolgelandschaft Brandenburgs (Hauptphase)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Gegenstand des Vorhabens ist die naturschutzgerechte Sanierung, Sicherung und Entwicklung einer ca. 2000 Hektar gro\u00dfen Fl\u00e4che (Naturparadies Gr\u00fcnhaus) innerhalb der Tagebaufelder Lauchhammer (S\u00fcdbrandenburg), die von der NABU-Stiftung dazu bereits etwa zur H\u00e4lfte erworben wurde. Mit der eigentumsrechtlichen Sicherung sind jedoch hohe Folgekosten allein f\u00fcr die Unterhaltung und Betreuung der Fl\u00e4chen (Fl\u00e4chenmanagement) verbunden, eine Tatsache, die sich aus Sicht der Naturschutzorganisati-onen als ein zentrales Problem bei der derzeit zu beobachtenden Privatisierungswelle darstellt. Ziel ist daher die beispielhafte Entwicklung und Erprobung eines Gesch\u00e4ftsmodells, mit der die Kosten des Fl\u00e4chenmanagements, m\u00f6glichst aber auch ein funktionsf\u00e4higes Umfeldmanagement dauerhaft finanziert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZur L\u00f6sung der Folgekostenproblematik wird ein unternehmerischer Ansatz gew\u00e4hlt. Das Projekt soll daher k\u00fcnftig als eigenst\u00e4ndiger Gesch\u00e4ftsbereich (GB)\/ Profitcenter der NABU-Stiftung ausgestaltet werden. Der GB wird sich in die vier Funktionsbereiche Organisation und Leitung (ORG\/L), Fl\u00e4chenmanagement (FM), Umfeldmanagement (UM) sowie PR und Marketing (PR\/M) gliedern. Um die Aufgaben auf der Fl\u00e4che und im Umfeld erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen, wird vor Ort das Projektb\u00fcro Gr\u00fcnhaus gegr\u00fcndet. Aspekte wie die naturschutzgerechte Sanierung und die Entwicklung zu einem Naturparadies z\u00e4hlen zum FM. Ziel des UM ist es dagegen prim\u00e4r, das Projekt regional zu verankern, die Akzeptanz f\u00fcr die Naturschutzarbeit zu sichern sowie die \u00f6rtlichen und regionalen Strukturen des ehrenamtlichen Naturschutzes zu f\u00f6rdern. FM\/ UM schlagen daher in erster Linie auf der Kostenseite zu Buche. Die Investitionen in den Aufgabenbereich PR\/M sind dagegen auf die Erzielung der erforderlichen Einnahmen gerichtet. Hierbei wird haupts\u00e4chlich auf das Spendenmarketing abgestellt, ohne dass andere m\u00f6gliche Einnahmequellen au\u00dfer Acht gelassen werden. Besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau und der Pflege eines Stammes an Fl\u00e4chenpaten. Die Einnahmen daraus sind von zentraler Bedeutung zur Deckung der laufenden Kosten. Weiterhin ist das Spendenmarketing auf Zustiftungen ausgerichtet, durch die der Kapitalstock erh\u00f6ht und die langfristige Fl\u00e4chenbetreuung sichergestellt wird.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Um das Projekt langfristig nach unternehmerischen Kriterien zu f\u00fchren, hat die NABU-Stiftung den Ge-sch\u00e4ftsbereich Gr\u00fcnhaus gegr\u00fcndet und betriebswirtschaftlich als Profitcenter organisiert. Die erforderlichen Kompetenzen wurden dem Projektleiter vom Vorstand der NABU-Stiftung per Anstellungsvertrag \u00fcbertragen. Die geplanten 1,5 Stellen haben sich personell als tragf\u00e4hig erwiesen. Der Dienstort wurde in unmittelbarer N\u00e4he des Projektgebietes angesiedelt, um insbesondere die Aufgaben des Fl\u00e4-chen- und Umfeldmanagements optimal und kosteng\u00fcnstig wahrnehmen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nIm Bereich des Fl\u00e4chenmanagements wurden w\u00e4hrend des Projektzeitraums drei zentrale Ziele verfolgt. Erstens konnte der geplante Fl\u00e4chenkauf im Umfang von fast 2000 Hektar planm\u00e4\u00dfig abgeschlossen und finanziert werden. Zweitens wurde im Bereich der Bergbausanierung zwischen NABU-Stiftung und der bundeseigenen LMBV (Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH) ein Kooperationsvertrag f\u00fcr die naturschutzgerechte Sanierung geschlossen. Ziele und Ma\u00dfnahmen einer naturschutzgerechten Sanierung wurden darin festgelegt und umfassende Mitspracherechte der NABU-Stiftung im Rahmen des Sanierungsprozesses gesichert. Drittens wurde f\u00fcr die Absicherung einer naturschutzgerechten Gebietsentwicklung nach Abschluss der Sanierung ein Entwicklungskonzept auf Basis des naturschutzfachlichen Prozessschutzansatzes erstellt und mit den Naturschutzakteuren der Region und der Landesnaturschutzverwaltung abgestimmt. Es befindet sich bereits in Umsetzung.<br \/>\nIm Bereich Umfeldmanagement ist es insbesondere \u00fcber touristische Aktivit\u00e4ten (Veranstaltung von Reisen in die Region, Durchf\u00fchrung von F\u00fchrungen) gelungen, das Projekt in der \u00d6ffentlichkeit positiv darzustellen, den Bekanntheitsgrad zu erh\u00f6hen und T\u00fcren z. B. im kommunalpolitischen Umfeld zu \u00f6ff-nen. Messbar sind die Resultate anhand einer Vielzahl von Pressemeldungen in der regionalen Presse.<br \/>\nIm Bereich PR und Marketing (PRM) wurde ein umfangreicher Mix an Marketingaktionen entwickelt und erprobt, um a) Spenden f\u00fcr den weiteren Fl\u00e4chenkauf zu gewinnen, b) einen Stamm an Paten f\u00fcr die mittelfristige Absicherung aufzubauen und c) das Finanzverm\u00f6gen der NABU-Stiftung in Form von Zustiftungen f\u00fcr die langfristige Absicherung des Naturparadieses Gr\u00fcnhaus zu erh\u00f6hen. Der Bereich PRM war das zentrale Feld f\u00fcr Investitionen: 33,7 % der gesamten Projektarbeitszeit und 57,4 % der Sachaus-gaben wurden hier investiert. Die Ergebnisse, also die tats\u00e4chlich realisierten Zuwendungen durch Spender, Paten und Zustifter, haben die Erwartungen deutlich \u00fcbertroffen. Dies ist auf das besonders gute Abschneiden einzelner Segmente, vor allem das der Mehrfachspender, zur\u00fcckzuf\u00fchren. Eine nachhaltige strukturelle Schw\u00e4che ist dagegen im Bereich der Erstspender zu erblicken. Im Hinblick auf die mittelfristige Finanzierung der Projektkosten ist wiederum positiv hervorzuheben, das der Aufbau eines Patenstamms den gesetzten Zielen voll entspricht. Gleicherma\u00dfen positiv ist zu bewerten, dass der Aufbau von Stiftungskapital als S\u00e4ule f\u00fcr die langfristige Absicherung bisher deutlich schneller vorangekommen ist als geplant. Wie sich in der Zusammenschau s\u00e4mtlicher Einnahmequellen \u00fcber den Projektzeitraum zeigt, stellten die Ertr\u00e4ge aus dem Spendenmarketing mit insgesamt 353.000 \u20ac bzw. 88 % der Gesamteinnahmen die absolut dominierende Einnahmequelle dar. 247.900 \u20ac entfielen davon auf Spenden, eine Summe, die sich als wichtigste S\u00e4ule f\u00fcr die Finanzierung des Fl\u00e4chenerwerbs darstellte. Zweitwichtigste Einnahmequelle waren mit 105.000 \u20ac die Beitr\u00e4ge der Fl\u00e4chenpaten, deren Anzahl bis Ende des Projektzeitraums kontinuierlich auf stattliche 460 Personen angewachsen ist. Patenschaften werden damit k\u00fcnftig die wichtigste Einnahmequelle f\u00fcr das Naturparadies Gr\u00fcnhaus darstellen, w\u00e4hrend Spenden in ihrer Bedeutung stark zur\u00fcck gehen, da der Fl\u00e4chenerwerb abgeschlossen ist.<br \/>\nUm das Organisationsmodell abschlie\u00dfend betriebswirtschaftlich bewerten zu k\u00f6nnen, wurden die f\u00fcr die Kalkulation relevanten Ausgaben und Einnahmen auf Basis von Kostentr\u00e4gern erfasst und das Betriebsergebnis (kalkulatorischer Erfolg) f\u00fcr die einzelnen Projektjahre hergeleitet. Weiterhin wurden die realisierten Einnahmen und Ausgaben in Bezug zu den Planzahlen des Antrags gesetzt, um beurteilen zu k\u00f6nnen, inwieweit sich die vorab ge\u00e4u\u00dferten Erwartungen erf\u00fcllt haben. Auf diese Weise konnte gezeigt werden, dass sich das Betriebsergebnis bisher deutlich g\u00fcnstiger entwickelt als erwartet. Im dritten Projektjahr wurden bereits 85 % der Kosten durch die erwirtschafteten Einnahmen gedeckt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Zwischenergebnisse wurden in 2004 auf der 10. Internationalen DBU-Sommerakademie in St. Marienthal vorgestellt. Die Projektergebnisse wurden am 30. November 2006 im Rahmen einer Abschlussveranstaltung im Schloss Sallgast (Brandenburg) im Beisein anderer Naturschutzorganisationen vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das im Projektzeitraum erprobte Profitcentermodell erf\u00fcllt aufgrund des erfolgreich etablierten Gesch\u00e4ftsfeldes Spendenmarketing die gestellten Ziele. Es hat sich als Organisations- und Finanzierungsmodell f\u00fcr das Fl\u00e4chenmanagement bew\u00e4hrt und wird daher in der erprobten Form fortgef\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Gegenstand des Vorhabens ist die naturschutzgerechte Sanierung, Sicherung und Entwicklung einer ca. 2000 Hektar gro\u00dfen Fl\u00e4che (Naturparadies Gr\u00fcnhaus) innerhalb der Tagebaufelder Lauchhammer (S\u00fcdbrandenburg), die von der NABU-Stiftung dazu bereits etwa zur H\u00e4lfte erworben wurde. 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