{"id":23406,"date":"2023-09-30T10:32:02","date_gmt":"2023-09-30T08:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18811-02\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:04","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:04","slug":"18811-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18811-02\/","title":{"rendered":"Hochwasser- und naturschutzgerechte Behandlung umweltgesch\u00e4digter W\u00e4lder und Offenlandbereiche der Durchbruchst\u00e4ler des Osterzgebirges (Hauptphase)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Hochwasserereignisse &#8211; zuletzt und besonders dramatisch in 2002 &#8211; belegen, dass die Auswirkungen einer intensiven, nicht naturschutzgerechten Landnutzung im \u00d6stlichen Osterzgebirge Hochwassergefahr und -folgen erh\u00f6hen. Mit der Umsetzung eines in der Vorphase entwickelten Handlungskonzeptes wird beispielhaft aufgezeigt, dass Ma\u00dfnahmen der Forstwirtschaft und des Naturschutzes geeignet sind, zur Hochwasservorsorge und zur Minderung von Hochwassersch\u00e4den beizutragen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Vorhaben, das einer Hauptphase des urspr\u00fcnglich geplanten Projektes entspricht, beginnt die praktische Umsetzung des Konzeptes, wobei das Spektrum der Ma\u00dfnahmen Waldumbau und Waldpflege, Waldmehrung und Auengestaltung umfasst:<br \/>\n&#8211;\tin ausgew\u00e4hlten, als repr\u00e4sentativ f\u00fcr die Zielsetzung des Vorhabens eingestuften Wald- bzw. Forstbest\u00e4nden werden \u00f6kologisch und \u00f6konomisch vertretbare Initial- und Pflegema\u00dfnahmen zur Umsetzung der Konzeption, die naturschutzgerechte Waldbehandlung und Hochwasservorsorge integriert, durchgef\u00fchrt,<br \/>\n&#8211;\tauf beispielhaften, aus Arten- und Biotopschutzgr\u00fcnden nicht zwingend offen zu haltenden Fl\u00e4chen wird durch Neuaufforstung eine dem Hochwasserr\u00fcckhalt dienende Bewaldung eingeleitet,<br \/>\n&#8211;\tbachbegleitende, f\u00fcr Auen charakteristische Offenbiotope und strukturreiche \u00dcbergangsbereiche zum Wald (Mantel-\/ Saumkomplexe) werden erhalten, gestaltet oder wiederhergestellt.<br \/>\nUm eine \u00dcbertragung des Handlungskonzeptes und der Einzelma\u00dfnahmen auf vergleichbare Situationen, damit die Nutzung der Erkenntnisse und Erfahrungen \u00fcber das Vorhaben hinaus, zu gew\u00e4hrleisten (Modellcharakter), erfolgt eine fachliche Begleitung und wird ein wissenschaftlichen Anspr\u00fcchen gen\u00fcgender und gleichzeitig praktikabler Kontrollmechanismus eingerichtet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Erfolg eines derart komplexen Vorhabens, das bezweckt, wissenschaftlich erarbeitete Konzepte praktisch in verschiedenen Landnutzungsbereichen bzw. \u00d6kosystemen umzusetzen, h\u00e4ngt wesentlich vom Projektmanagement ab. Dies erforderte eine Kooperation von Projekttr\u00e4ger und -bearbeitern mit Forst-, Naturschutz- und Wasserbeh\u00f6rden ebenso wie mit den vor Ort Betroffenen und T\u00e4tigen. Konstruktive, w\u00e4hrend der Projektlaufzeit sich ergebenden neuen Situationen anzupassende, zunehmend effektive partnerschaftliche Zusammenarbeit der Akteure und Interessengruppen f\u00fchrte zum Erfolg. Dazu geh\u00f6rten auch kritische Auseinandersetzungen mit Problemen, wof\u00fcr sich eine Projekt begleitende Arbeitsgruppe als geeignete Plattform erwies. In folgenden Arbeitspaketen wurden Initialma\u00dfnahmen zu Hochwasservorsorge und Naturschutz umgesetzt und wissenschaftlich begleitet:<br \/>\nWaldumbau und Waldpflege erfolgten auf \u00fcber 83 ha Waldfl\u00e4che im Privatwald, einschl. spezieller Artenschutzma\u00dfnahmen. Die Auswahl der Best\u00e4nde beruhte auf den Kriterien hoher bis sehr hoher Handlungsbedarfe bez\u00fcglich Hochwasserschutz- und Naturschutzerfordernissen, Fl\u00e4chenverf\u00fcgbarkeit, Repr\u00e4sentanz hinsichtlich naturr\u00e4umlicher Bedingungen und aktueller Bestockungssituation. Die erstmals f\u00fcr das Projektgebiet definierten Waldentwicklungstypen bildeten die Grundlage f\u00fcr ein bestandesbezogenes Handlungskonzept. Die Forsteinrichtung erfolgte, anders als sonst im Privatwald \u00fcblich, nach Pr\u00e4missen Hochwasserschutz und Naturschutz. Die Ergebnisse der die Ma\u00dfnahmen begleitenden wissenschaftlichen Untersuchungen belegen eine Verbesserung der Naturschutz- und Hochwasserschutzsituation.<br \/>\nWaldmehrung im waldarmen Hochwasserenstehungsgebiet erwies sich als gro\u00dfe Herausforderung.<br \/>\nVon den im Projektgebiet ermittelten 573 ha Potenzialfl\u00e4chen f\u00fcr die Waldmehrung (132 Fl\u00e4chen in 28 Gemarkungen von 158 Eigent\u00fcmern) wurden f\u00fcr 102 ha Erstaufforstungsantr\u00e4ge gestellt und mit der Aufforstung von ca. 15 ha bisher landwirtschaftlich genutzter Fl\u00e4che im Projektzeitraum begonnen. Die Untersuchungen zur Wirkungsanalyse belegen, dass die Waldmehrung ein unverzichtbares Instrument einer vor allem lokal begrenzten, aber effizienten dezentralen Abflussregulation ist. Bei entsprechender Ausf\u00fchrung kann Waldmehrung ebenfalls positive Effekte f\u00fcr die Verbesserung der Naturschutzsituation haben. Der im Rahmen des Projektes entwickelte Kriterienkatalog eignet sich f\u00fcr eine sachorientierte G\u00fcterabw\u00e4gung einer weiterreichenden Waldmehrung mit anderen Schutzg\u00fctern von \u00fcberregionaler Bedeutung.<br \/>\nInitialma\u00dfnahmen zur Auenrenaturierung und -gestaltung waren vielf\u00e4ltig. Sie reichten von der Siche-rung von Fl\u00e4chen mit auentypischen Strukturen durch Grunderwerb \u00fcber die Planung und Durchf\u00fchrung von Renaturierungsma\u00dfnahmen an der oberen Gottleuba, der Entwicklung von Flussabschnitten durch naturschutzgerechte Wiesen- und Weidennutzung auf \u00fcber 40 ha bis hin zu forstlichen Ma\u00dfnahmen zur Entwicklung von Bachauenw\u00e4ldern. So wurden u. a. B\u00f6schungen abgeflacht, Verrohrungen r\u00fcckgebaut, nat\u00fcrliche Gew\u00e4ssersohlenstrukturen geschaffen, Gew\u00e4sserbetten als Ausgleichsstrecke profiliert. Die Entwicklung von Bachauenw\u00e4ldern durch Sukzession wurde initiiert, nachdem eine Komplettentnahme bachnaher Nadelbaumbest\u00e4nde erfolgte und ein Waldumbau von Altbest\u00e4nden aus Gew\u00f6hnlicher Fichte und von Jungbest\u00e4nden aus Stech-Fichte eingeleitet wurde. Nachgewiesen wurde durch die begleitenden Untersuchungen eine Verbesserung der Naturn\u00e4he der Auenvegetation, der Gew\u00e4sserstrukturg\u00fcte und damit der Wirkungen f\u00fcr die Hochwasserpr\u00e4vention, die Gefahrenabwehr und den Naturschutz.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die \u00d6ffentlichkeit wurde durch j\u00e4hrlich gef\u00fchrte Wanderungen mit Projektbearbeitern, ehrenamtlichem Naturschutz und \u00f6rtlicher Bev\u00f6lkerung im Projektgebiet sowie durch eigens erarbeitete Schriften, Steckbriefe und spezielle Brosch\u00fcren f\u00fcr Landnutzer und private Waldbesitzer informiert. Wichtige Projektergebnisse wurden u. a. am 17. April 2007 im SMUL im Beisein des damaligen Umweltministers und heutigen Ministerpr\u00e4sidenten, Herrn S. Tillich und dem Generalsekret\u00e4r der DBU, Herrn Dr. F. Brickwedde, sowie zur Jahreshauptversammlung des Landesvereins S\u00e4chsischer Heimatschutz 4.-6. Mai 2007, zur Jahrestagung S\u00e4chsischer Botaniker 8.-10. Juni 2007, zur Projektwoche Umwelt baut Br\u00fccken-Jugendliche im Europ\u00e4ischen Dialog am 14. April 2008 und zur Abschlussveranstaltung im Rahmen der Akademie der S\u00e4chsischen Landesstiftung Natur und Umwelt als \u00fcberregionale Fachtagung am 12. M\u00e4rz 2008 pr\u00e4sentiert.<br \/>\nDer Abschlussbericht kann als Sonderver\u00f6ffentlichung \u00fcber den Landesverein S\u00e4chsischer Heimatschutz bezogen werden: SCHMIDT, P. A.; WILHELM, E.-G.; EISENHAUER, D.-R. (Red., 2008): Waldbehandlung, Waldmehrung und Auengestaltung unter Ber\u00fccksichtigung von Hochwasservorsorge und Naturschutz im Osterzgebirge. Abschlussbericht zum DBU-Projekt. Dresden: Landesverein S\u00e4chsischer Heimatschutz. 176 S.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Projekt zeigen, dass<br \/>\n&#8211;\tFl\u00e4chenverf\u00fcgbarkeit und ein von allen Akteuren und Interessengruppen getragenes, wissenschaftlich erarbeitetes Handlungskonzept unabdingbare Voraussetzungen f\u00fcr die Umsetzung eines so komplexen Vorhabens sind,<br \/>\n&#8211;\tnaturnahe, strukturreiche, stabile und elastische Waldbest\u00e4nde am besten die Anforderungen an eine wirksame Hochwasservorsorge und -minderung sowie den Naturschutz im Wald erf\u00fcllen,<br \/>\n&#8211;\t\u00f6kologischer Waldumbau, Waldmehrung und Auenrenaturierung einen wichtigen Beitrag innerhalb eines umfassenden Hochwasserschutzes mit Synergien f\u00fcr den Naturschutz leisten k\u00f6nnen,<br \/>\n&#8211;\tdie Wirkung derartiger Ma\u00dfnahmen zum vorbeugenden Hochwasserschutz zurzeit noch weitgehend untersch\u00e4tzt wird und sowohl kurzfristige als auch langfristige Aufgaben beinhaltet,<br \/>\n&#8211;\tdie Summenwirkung einer Vielzahl von Ma\u00dfnahmen das Entscheidende im integrierten Hochwasserschutz ist, auch kleine Beitr\u00e4ge zur dezentralen Hochwasserminderung einschlie\u00dfend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Hochwasserereignisse &#8211; zuletzt und besonders dramatisch in 2002 &#8211; belegen, dass die Auswirkungen einer intensiven, nicht naturschutzgerechten Landnutzung im \u00d6stlichen Osterzgebirge Hochwassergefahr und -folgen erh\u00f6hen. 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