{"id":23393,"date":"2023-07-23T10:32:04","date_gmt":"2023-07-23T08:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17400-39\/"},"modified":"2023-07-23T10:32:07","modified_gmt":"2023-07-23T08:32:07","slug":"17400-39","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17400-39\/","title":{"rendered":"Demonstration umweltgerechter Ver- und Entsorgungssysteme f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Berg- und Schutzh\u00fctten am Beispiel des Watzmannhauses auf 1.930 m \u00fc. NN im Nationalpark Berchtesgaden\/ Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Abwasserentsorgung sowie die Trinkwasser- und Energieversorgung des Watzmannhauses waren in \u00f6kologischer Hinsicht 2003 nicht in einem solchen Zustand, wie dies an einem hochalpinen Standort, insbesondere in einem Nationalpark, der Fall sein sollte. Ziel war es, die durch den H\u00fcttenbetrieb entstehen- den Umweltbelastungen im Umfeld der H\u00fctte zu minimieren, dabei jedoch die Qualit\u00e4t des H\u00fcttenbetriebes konstant zu erhalten. Die Besucher sollten durch den besonders umweltfreundlichen, beispielhaften Betrieb auch das eigene Verhalten kritisch \u00fcberpr\u00fcfen und sich an diesem Vorbild orientieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer Ist-Zustand wurde in z. T. mehrj\u00e4hrigen Beobachtungen erfasst (durch kontinuierliche Datenerfassung, Verbrauchsaufschreibungen, Einzelanalysen). Dann wurden gemeinsam mit Beh\u00f6rden, Fachplanern mit Erfahrung in alpinen Projekten, dem P\u00e4chter und dem Eigent\u00fcmer folgende L\u00f6sung erarbeitet:<br \/>\nAbwasser: Neubau einer vollbiologischen Kl\u00e4ranlage als Tropfk\u00f6rperanlage mit vorgeschalteter Feststoffabscheidung, Feststoffbehandlung mit Rottebeschleunigern, Verrieselung der gereinigten Abw\u00e4sser vor Ort. Einbau eines biologischen Fettabscheiders als Vorstufe der Kl\u00e4ranlage, Vorbereitung f\u00fcr den Einbau einer UV-Stufe nach der Kl\u00e4rstrecke, um Recyclingwasser f\u00fcr WC-Sp\u00fclzwecke zu gewinnen. Bei bereits abgeschlossenen Bauma\u00dfnahmen wurden die erforderlichen Rohrsysteme f\u00fcr eine getrennte Versorgung eingebaut.<br \/>\nEnergie: Hier wurden im Zuge bereits abgeschlossener Modernisierungen energiesparende Ma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt und eine PV-Anlage installiert. Untersuchungen zeigten, dass das Watzmannhaus ohne Stromgenerator nicht zu bewirtschaften war. Der dieselbetriebene Generator wurde durch ein kleineres, Pflanz\u00f6l betriebenes BHKW ersetzt. Bei der Auswahl der Kl\u00e4ranlage wurde der Energieeffizienz gro\u00dfe Bedeutung beigemessen.<br \/>\nTrinkwasser: Den steigenden Anforderungen an die Trinkwasserqualit\u00e4t wurde durch Verwendung von  Edelstahlbeh\u00e4ltern langfristig zuverl\u00e4ssig und wartungsarm Rechnung getragen. Dem in Abh\u00e4ngigkeit von der Witterung auftretenden Wassermangel wurde durch eine ma\u00dfvolle Vergr\u00f6\u00dferung des Beh\u00e4ltervolumens und durch Ma\u00dfnahmen zur Wassereinsparung bzw. Verwendung von Recyclingwasser entgegen getreten (bis dato erledigt waren: wasserlose Urinale, Waschbecken mit Spararmaturen).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Anfang 2005, nach Vorlage der Ausschreibungsergebnisse stellte sich heraus, dass die Kosten erheblich \u00fcber dem veranschlagten Rahmen lagen. Aus diesem Grund wurde die Planung nochmals \u00fcberpr\u00fcft und die beteiligten Planer wurden aufgefordert zu untersuchen, ob ihr Raumprogramm in einem verkleinerten Geb\u00e4ude untergebracht werden kann. Dies stellte sich als m\u00f6glich heraus, und das Geb\u00e4ude wurde im Jahr 2005 &#8211; um ca. 10 % kleiner als urspr\u00fcnglich geplant &#8211; gebaut.<br \/>\nDie Abwasserreinigungsanlage (ARA) wurde plangem\u00e4\u00df erstellt. In den ersten zwei Betriebsjahren erwies sich, dass sie gut funktionierte. Es gab nur geringf\u00fcgige M\u00e4ngel. Der Wirt empfand die Anlage als einfach zu bedienen und pflegeleicht. Eine abschlie\u00dfende Bewertung der ARA, besonders auch im Vergleich zu anderen Anlagen, erfolgte im Rahmen der Integralen Evaluierung der Ver- und. Entsorgungssysteme bei Berg- und Schutzh\u00fctten.<br \/>\nBei der Energieversorgungsanlage (EVA) stellte sich heraus, dass ein kleineres BHKW nicht ausreichend gewesen w\u00e4re. Damit wurde auch die EVA plangem\u00e4\u00df errichtet. Die Einbindung des BHKW in das Stromnetz der H\u00fctte verursacht Probleme, die abschlie\u00dfend erst durch eine \u00c4nderung der Lastenverteilung im Stromnetz der H\u00fctte zu l\u00f6sen sein werden.<br \/>\nDie Trinkwasserversorgungsanlage (TrinkwVA) wurde, aus Kostengr\u00fcnden, Anfang 2005 umgeplant. Urspr\u00fcnglich war ein elektronisches Kontrollmanagement geplant. Das h\u00e4tte es erforderlich gemacht, die Wassertanks an das Stromnetz der H\u00fctte anzuschlie\u00dfen. Es wurde dann entschieden, die \u00dcberwachung des F\u00fcllstands der Tanks durch eine mechanische Anlage, die von der H\u00fctte aus &#8211; mittels Fernglas &#8211; ablesbar ist, zu erm\u00f6glichen. Die Tanks und die UV-Anlage wurden plangem\u00e4\u00df errichtet. In den zwei Jahren, in denen die WVA in Betrieb ist, hat sie problemlos funktioniert. Da die beiden vergangenen Sommer nicht ungew\u00f6hnlich trocken waren, war eine abschlie\u00dfende Bewertung der Kapazit\u00e4t noch nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Terminlicher Ablauf:<br \/>\nPlangem\u00e4\u00df, Baubeginn war Mitte Mai 2005, bis Ende der Saison 2005 konnten die baulichen Arbeiten abgeschlossen und das BHKW in Betrieb genommen werden.<br \/>\nPlangem\u00e4\u00df wurden TrinkwVA und ARA am Anfang der Saison 2006 in Betrieb genommen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00dcber das Bauvorhaben wurde regelm\u00e4\u00dfig in der Mitgliederzeitschrift der Sektionen M\u00fcnchen und Oberland (Auflage ca. 80.000) berichtet. Weitere Berichte gab es in der Bergsteiger- und Regionalpresse.<br \/>\nAm Watzmannhaus wurde durch eine gro\u00dfe Informationstafel \u00fcber das Projekt informiert.<br \/>\nEs fanden Informationsveranstaltungen statt, bei denen die Anlage erl\u00e4utert wurde. So waren die M\u00fcnchner Gr\u00fcnen &#8211; u. a. mit den Sprechern und der Fraktionsvorsitzenden im bayerischen Landtag &#8211; am 28. und 29.07.2007 auf dem Watzmannhaus und besichtigten die Anlage.<br \/>\nDie Anlage im Watzmannhaus wurde im DBU-Handbuch zur umweltfreundlichen Ver- und Entsorgung von Alpenh\u00fctten vorgestellt und im Rahmen der Integralen Evaluierung der Ver- und Entsorgungssysteme bei Berg- und Schutzh\u00fctten bewertet.<br \/>\nDer Abschlu\u00dfbericht zum Projekt kann von der Homepage der Sektionen M\u00fcnchen und Oberland herunter geladen werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Ergebnis konnte am Beispiel des Watzmannhauses demonstriert werden, dass eine umweltvertr\u00e4gliche Ver- und Entsorgung auch an einem so extremen, exponierten Standort m\u00f6glich ist. Dies insbesondere unter Ber\u00fccksichtigung der umweltrelevanten Aspekte. Insgesamt hat das Vorhaben mit Schwerpunkt aus Energiever- und Abwasserentsorgung deutlich zur Verbesserung der Umweltsituation am Standort beigetragen. Es wurden geeignete Ma\u00dfnahmen getroffen, um die zahlreichen Besucher \u00fcber das Konzept zur umweltgerechten Ver- und Entsorgung zu informieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Abwasserentsorgung sowie die Trinkwasser- und Energieversorgung des Watzmannhauses waren in \u00f6kologischer Hinsicht 2003 nicht in einem solchen Zustand, wie dies an einem hochalpinen Standort, insbesondere in einem Nationalpark, der Fall sein sollte. 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