{"id":23345,"date":"2023-07-13T15:21:24","date_gmt":"2023-07-13T13:21:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18662-02\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:25","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:25","slug":"18662-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18662-02\/","title":{"rendered":"Zweite Phase des Projektes: Untersuchung und Optimierung der Verwertung bzw. Beseitigung von Abf\u00e4llen aus der Abwasserbehandlung im Bereich alpiner H\u00fctten des Deutschen Alpenvereins"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Bei der Abwasserreinigung auf Berg- und Schutzh\u00fctten f\u00e4llt Kl\u00e4rschlamm an, der entweder mittels Fahrzeugen ins Tal zu einer Kl\u00e4ranlage gebracht oder vor Ort im H\u00fcttenumfeld ausgebracht wird. Letztere Vorgehensweise kann eine Ver\u00e4nderung der Vegetation bewirken, birgt ein \u00f6rtliches hygienisches Gef\u00e4hrdungspotenzial und kann in sensiblen Lagen die Qualit\u00e4t vorhandener Wasserressourcen beeintr\u00e4chtigen. Daher ist dieser Entsorgungsweg in vielen Alpenregionen bereits untersagt. K\u00fcnftig sollen die auf den H\u00fctten anfallenden Kl\u00e4rschl\u00e4mme nach der Behandlung mit verschiedenen Verfahren zur Volumenreduzierung vollst\u00e4ndig ins Tag abtransportiert werden. Ziel des Projektes war und ist es, Anlagen zur Kl\u00e4rschlammbehandlung im Hochgebirge zu optimieren, neue Systeme zu testen, miteinander zu vergleichen und ihre jeweiligen optimalen Einsatzbedingungen herauszufinden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Untersuchungen der Behandlungsverfahren fanden allesamt auf H\u00fctten des Deutschen Alpenvereines e.V. (DAV) statt. Bei der Auswahl der H\u00fctten waren Kriterien, wie das Alter der Abwasserreinigungssysteme, die Menge des anfallenden Kl\u00e4rschlamms, klimatische Bedingungen (H\u00f6henstufe), Untergrundverh\u00e4ltnisse, Energieversorgung und G\u00e4stezahlen bedeutsam.<br \/>\nAls Behandlungsverfahren wurden folgende Systeme untersucht: Filtersackentw\u00e4sserung, \u00fcberdachtes Trockenbeet, Pflanzenbeetanlagen, Solar-Schlammtrockner, Stufenkomposter, Solar-Komposter, Trocken- und Komposttoiletten.<br \/>\nDie Leistungen der einzelnen Behandlungsverfahren wurden nicht nur hinsichtlich der Volumenreduzierung und dem Hygienisierungsgrad bewertet, sondern ebenso hinsichtlich des Abbaus und Verbleib von Schadstoffen. Der Gehalt an Schadstoffen im behandelten Kl\u00e4rschlamm wird nicht nur durch das Reinigungssystem, sondern auch durch die Eintragungsmenge in das Reinigungssystem beeinflusst. Um Aufschluss zu bekommen, welche Stoffe bereits ubiquit\u00e4r vorkommen und welche Stoffe durch den H\u00fcttenbetrieb in den Kl\u00e4rschlamm gelangen, wurden teilweise Massenbilanzen erstellt. Hierzu mussten Analysen des Trink- und Brauchwassers, des Frischschlamms, der Kl\u00e4ranlagenabl\u00e4ufe und der behandelten Kl\u00e4rschl\u00e4mme betrachtet werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen des Forschungsprojekts wurden verschiedene Verfahren zur Behandlung von Reststoffen auf Bergh\u00fctten untersucht, beschrieben und bewertet. Fast alle untersuchten Objekte sind saisonal bewirtschaftete DAV-H\u00fctten mit Jahresfrequentierungen bzw. -belastungen von 2000 bis 10.000 Einwohnerwerten. Dabei ist zu beachten, dass die spezifischen Schlammproduktionen recht stark schwanken. Einerseits ist die Abwassercharakteristik (Verh\u00e4ltnis Tagesg\u00e4ste zu N\u00e4chtigungen, st\u00e4ndig anwesendes Personal, K\u00fcchenbetrieb) entscheidend, andererseits das angewendete Abwasserreinigungsverfahren und die Schlammstabilisierung w\u00e4hrend der Saison. Bei Prim\u00e4rschlamm bewirkt beispielsweise die lange Lagerungszeit im Absetzbecken bei relativ hohen Abwassertemperaturen eine Reduzierung an Festmasse, bei \u00dcberschussschlamm ist die Schlammbelastung bzw. das Schlammalter ma\u00dfgebend f\u00fcr den Stabilisierungsgrad. Insgesamt zeigt die \u00dcbersicht, dass der ermittelte Schlammanfall (die Summe aus Prim\u00e4r- und Sekund\u00e4rschlamm liegt bei 30 bis maximal 65 gTS\/EW) am unteren Rand der Erwartungswerte liegt (spezifische Schlammproduktion f\u00fcr kommunale Anlagen 30 &#8211; 90 gTS\/EW).<br \/>\nZahlreiche Analysen von Schwermetallen und hygienischen Parametern bieten nun eine solide Datenbasis \u00fcber die Schadstoffkonzentrationen von Reststoffen im Hochgebirge, welche als Grundlage f\u00fcr zuk\u00fcnftige Entscheidungen \u00fcber die weitere Verwertung bzw. Beseitigung verwendet werden kann.<br \/>\nDie untersuchten Verfahren zeigen, dass eine Entw\u00e4sserung und Mineralisierung der Reststoffe m\u00f6glich ist und diese in ein transport- bzw. ablagerungsf\u00e4higes Produkt \u00fcberf\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Vor allem bei flie\u00dff\u00e4higen Kl\u00e4rschl\u00e4mmen kann eine deutliche Reduzierung des Volumens bis zu 90 % erreicht werden; ebenso k\u00f6nnen faulf\u00e4hige organische Substanzen gemindert werden.<br \/>\nF\u00fcr im Rahmen des Projektes neu errichtete Anlagen konnten teilweise Herstellungskosten angegeben werden, mit denen qualitative Anwendungsbereiche der verschiedenen Technologien skizziert werden konnten. Dabei galt es zu beachten, dass erhebliche Unterschiede bei der Menge und Zusammensetzung der anfallenden Reststoffe und den \u00f6rtlichen Verh\u00e4ltnissen bestehen.<br \/>\nDie Verfahren sollten deshalb auf die sich stellenden Anforderungen der einzelnen H\u00fctten zugeschnitten sein. F\u00fcr die Auswahl eines Verfahrens sind neben den technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten auch standortspezifische Einfl\u00fcsse, gesetzliche Auflagen und h\u00fcttentechnische Merkmale zu beachten. Im Einzelnen sind dies: Lage der H\u00fctte, Situationen verf\u00fcgbarer Fl\u00e4chen, Investitionskosten, Erreichbarkeit und Zug\u00e4nglichkeit, Betriebsf\u00fchrung und Wartung, Standort im Gel\u00e4nde. Beispielsweise bedarf der Solar-Schlammtrockner gen\u00fcgend Sonneneinstrahlung, sollte jedoch m\u00f6glichst nicht in N\u00e4he der bewirtschafteten Bereiche aufgestellt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Zuge der Projektabwicklung wurden von mehreren Projektpartnern Vortr\u00e4ge \u00fcber das Projekt bei den Internationalen DBU-Seminaren in Benediktbeuern, den DAV-InfoTouren, den DAV-Hauptversammlungen und weiteren siedlungswasserwirtschaftlicher Fachveranstaltungen der IWA (bsp. in Ch\u00e1mbery, Bukarest, Aachen) gehalten. Mehrere Ver\u00f6ffentlichungen sind in Fachzeitschriften publiziert worden, wie auszugsweise:<br \/>\n\tSch\u00f6nherr, G\u00fcnthert, Pabsch: Kl\u00e4rschlammbehandlung in Pflanzenbeeten im Hochgebirge, GWF-Wasser\/Abwasser, 03\/2007, S. 213-219.<br \/>\n\tWett, Demattio, Becker: Parameter investigation for decentralised dewatering and solar thermic drying of sludge, Water Science &#038; Technology, 10\/2002, pp 65-73.<br \/>\n\tWett, Becker, Rauch: Abwasserreinigung und Schlammbehandlung im Gebirge, GWA, Band 204, 8\/1-8\/13.<br \/>\nDie Ergebnisse aus dem Forschungsvorhaben sind auch auf den Internetseiten der Universit\u00e4t der Bundeswehr M\u00fcnchen ver\u00f6ffentlicht: http:\/\/www.unibw.de\/ifw\/swa\/Forschungsvorhaben\/reststoffbehandlung<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Behandlungsverfahren von Reststoffen und Kl\u00e4rschl\u00e4mmen zur Reduzierung des Volumens k\u00f6nnen einen entscheidenden Beitrag leisten, Kosten zu sparen und Ressourcen zu schonen. Im Rahmen des Forschungsprojektes wurden verschieden Verfahren optimiert, neue Systeme entwickelt und versucht, ihre jeweiligen idealen Einsatzbedingungen herauszufinden. Die Ergebnisse zeigen, dass mit den unter-suchten Techniken eine zielorientierte Behandlung m\u00f6glich ist und die Reststoffe in ein transport- bzw. ablagerungsf\u00e4higes Produkt \u00fcberf\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Bei der Auswahl eines Verfahrens sollten neben technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten auch standortspezifische Einfl\u00fcsse und h\u00fcttentechnische Merkmale ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Bei der Abwasserreinigung auf Berg- und Schutzh\u00fctten f\u00e4llt Kl\u00e4rschlamm an, der entweder mittels Fahrzeugen ins Tal zu einer Kl\u00e4ranlage gebracht oder vor Ort im H\u00fcttenumfeld ausgebracht wird. 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