{"id":23342,"date":"2025-06-26T10:32:07","date_gmt":"2025-06-26T08:32:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17400-38\/"},"modified":"2025-06-26T10:32:07","modified_gmt":"2025-06-26T08:32:07","slug":"17400-38","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17400-38\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderung von Planungsleistungen f\u00fcr das geplante Projekt: Demonstration umweltgerechter Ver- und Entsorgungssysteme f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Berg- und Schutzh\u00fctten am Beispiel der R\u00fcsselsheimer H\u00fctte (vormals Neue Chemnitzer H\u00fctte) auf 2.323 m \u00fc. NN in den \u00d6[&#8230;]"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Beantragung des Vorhabens erfolgt im Rahmen der Initiative AZ. 17400 der DBU zur F\u00f6rderung von Planungsleistungen f\u00fcr die Demonstration umweltgerechter Ver-und Entsorgungssysteme f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Berg-und Schutzh\u00fctten im alpinen Raum. Ziel des Projektes war der Einsatz von erneuerbarer Energie auf einer hochgelegenen Schutzh\u00fctte des DAV. die Einsparung von fossilen Brennstoffen und die Erh\u00f6hung des Brandschutzes durch den Einsatz des Gaslichtes. Geplant war eine Inselstromanlage in einer Kombination von Photovoltaik und einem Kleinwasserkraftwerk.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAZ. 17400\/17 entwickelt wurde, folgende Planungsleistungen:<br \/>\n&#8211; Erfassung und Bewertung des Ist-Zustandes;<br \/>\n&#8211; Beschreibung des IST-Zustandes;<br \/>\n&#8211; Ermittlung des Energieeinspar-und Emissionsminderungspotenzials unter Ber\u00fccksichtigung der<br \/>\ngeplanten Umbauma\u00dfnahmen der Schutzh\u00fctte;<br \/>\n&#8211; Festlegung der umzusetzenden Ma\u00dfnahmen;<br \/>\n&#8211; Bestimmung des zuk\u00fcnftigen mittleren t\u00e4glichen Energiebedarfs;<br \/>\n&#8211; Erstellung eines Gesamtkonzeptes f\u00fcr die Schutzh\u00fctte;<br \/>\n&#8211; Bewertung und detaillierte Darstellung.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ausgangssituation<br \/>\nDie Situation auf der R\u00fcsselsheimer H\u00fctte bis 2004 lie\u00df sich folgenderma\u00dfen beschreiben: es handelte sich um eine kleine H\u00fctte ohne jegliche Stromversorgung. Die Materialseilbahn mit 250 kg Traglast wurde mit Diesel betrieben (Verbrauch etwa 250 I Diesel im Jahr). Die H\u00fctte war au\u00dfen mit Natursteinen aufgemauert und innen nahezu komplett mit Holz verkleidet. Die zu heizende Fl\u00e4che betrug etwa 65 m2 \u0095 Die bisherige Energieversorgung st\u00fctzte sich lediglich auf Fl\u00fcssiggas. Mit diesem Energietr\u00e4ger wurde gekocht, beleuchtet, gek\u00fchlt und teilweise auch geheizt. Der Prim\u00e4renergieverbrauch betrug etwa 60 kWh pro m2 bzw. 15.000 kWhl Saison. Warmwasser wurde \u00fcber zwei Gasherde und einen Gasdurchlauferhitzer erzeugt. Weitere Energietr\u00e4ger sind Holz und Briketts. Der Verbrauch lag bei etwa 300 kg Holz und 300 kg Briketts. Die Getr\u00e4nkek\u00fchlung erfolgte durch Fliesswasser.<br \/>\nWasserversorgung<br \/>\n1999 wurde eine neue Quelle auf 2.540 m \u00dc. NN mit einer Sch\u00fcttung im Fr\u00fchsommer von 4 I pro Sekunde gefasst. Im Sp\u00e4tsommer betrug das Dargebot rund 1,5 I\/s. Die jetzige Wasserversorgungssituation wurde vom Land Tirol genehmigt, so dass das Trinkwasser bislang ohne Filterung oder Entkeimung genutzt wurde.<br \/>\nAbwasser<br \/>\nDer maximale t\u00e4gliche Schmutzwasseranfall betrug 1.660 lId, die saisonale Menge insgesamt etwa 98 m3 . Im Juni 2003 wurde mit dem Ersatz der bis dahin bestehenden Dreikammerkl\u00e4rgrube begonnen. Nach der von der Bezirkshauptmannschaft Imst genehmigten Planung des Ingenieurb\u00fcros Gstrein, Imst, sah die erste Baustufe die mechanische Reinigung der auf der H\u00fctte anfallenden Abw\u00e4sser in einer Filtersackanlage (16 Filters\u00e4cke) vor. In einer sp\u00e4ter zu errichtenden zweiten Ausbaustufe sollte ein Tropfk\u00f6rper mit Nachkl\u00e4rbecken und anschlie\u00dfender Bodenk\u00f6rperfilteranlage mit Rezirkulation errichtet werden. Die anfallenden Abw\u00e4sser sollten nach der Reinigungsanlage in einem Sickerschacht versickert werden. Die anfallenden Filters\u00e4cke mussten k\u00fcnftig ins Tal abtransportiert und dort nach den abfallrechtlichen Bestimmungen entsorgt werden.<br \/>\nAbfall<br \/>\nAlle Getr\u00e4nke wurden in Containern transportiert oder in Pfandflaschen (Mehrwegsysteme) ausgereicht. Die M\u00fcllentsorgung richtete sich nach dem in der Talgemeinde geltenden Getrenntsystem. Der An-und Abtransport der Waren und Abf\u00e4lle geschah \u00fcber die Seilbahn zur Gemeindem\u00fcllverwertung.<\/p>\n<p>KOnftige Situation<br \/>\nAuf Basis ausf\u00fchrlicher Variantenbetrachtungen war nach dem neuen Energiekonzept zur Deckung des t\u00e4glichen praktischen Gesamtenergiebedarfs von 6 kWh pro Tag (= 250 Ahld) die Installierung einer Hybridanlage vorgesehen. Sie bestand aus einer kleinen Photovoltaikanlage mit 2,4 kWp und einer Wasserkraftanlage mit 500 W, die die bestehende Trinkwasserquelle mit nutzte. Die H\u00fctte sollte vollst\u00e4ndig elektrifiziert werden. So wurden die Beleuchtung (Energiesparlampen), die K\u00fchlung (energiesparende Ger\u00e4te der Klasse A) und die K\u00fcchenger\u00e4te entsprechend umgestellt. Der Brandschutz wurde durch Wegfall des Gaslichtes (auch nach der Forderung der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde) erh\u00f6ht. Zus\u00e4tzlich wurde eine elektrische Brandmeldeanlage installiert. Des Weiteren bot die Stromversorgung die M\u00f6glichkeit, die k\u00fcnftige Trinkwasserbereitstellung bei Bedarf noch optimieren zu k\u00f6nnen (Entkeimungsanlage, Filter).<br \/>\nZur Bereitstellung thermischer Energie f\u00fcr die H\u00fctte wurde die \u00dcberschussenergie von der Wasserkraftanlage \u00fcber ein elektrisches Heizschwert in einen Warmwasserboiler geleitet. Auch sollte ein neuer Holzkombiherd mit 20 kW die Warmwasserbereitung unterst\u00fctzen. Dieser sollte jedoch haupts\u00e4chlich zum Kochen benutzt werden und so dazu beitragen, den Gasverbrauch weiter zu senken. Die realisierten Energie-und Umweltschutzma\u00dfnahmen sollten den Besuchern k\u00fcnftig auf einer fest installierten Informationstafel mit einfachen Erl\u00e4uterungen und Blockschaltbildern vermittelt werden. Des Weiteren sollten entsprechende Faltbl\u00e4tter ausgelegt werden und F\u00fchrungen stattfinden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Bewilligungsschreiben f\u00fcr das Demonstrationsprojekt wurde der Sektion R\u00fcsselsheim im Rahmen des vierten Internationalen Fachseminars Umweltgerechte Ver-und Entsorgungskonzepte f\u00fcr Berg-und Schutzh\u00fctten am 27.02.2004 im ZUK Zentrum f\u00fcr Umwelt und Kultur Benediktbeuern \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Energiestudie des Ingenieurb\u00fcros Berger von Mai 2003 enthielt die Darstellung des Ist -Zustandes mit dem Aufzeigen der aktuellen Energieproblematik sowie die zu bevorzl1gende technische Variante. Es wurde vorgeschlagen, eine Inselstromanlage auf Hybrid-Basis, Photovoltaik in Kombination mit einem aus der Trinkwasserquelle gespeisten Kleinkraft-Wasserwerk zu realisieren. Im Ergebnis der Planungsphase legte die Sektion R\u00fcsselsheim der DBU in 12\/2003 den ausf\u00fchrlichen Antrag f\u00fcr die Umsetzung der geplanten Ma\u00dfnahmen vor (Al 17400\/50).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Beantragung des Vorhabens erfolgt im Rahmen der Initiative AZ. 17400 der DBU zur F\u00f6rderung von Planungsleistungen f\u00fcr die Demonstration umweltgerechter Ver-und Entsorgungssysteme f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Berg-und Schutzh\u00fctten im alpinen Raum. 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