{"id":23299,"date":"2023-07-13T15:23:07","date_gmt":"2023-07-13T13:23:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21121-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:07","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:07","slug":"21121-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21121-01\/","title":{"rendered":"Modellprojekt zur Erhaltung eines national wertvollen Geb\u00e4udes des Schulzentrums Burg Hohenstein (Polen, Kreis Allenstein) unter den Gesichtspunkten der Ressourcenschonung und der Umweltvertr\u00e4glichkeit von Methoden und Produkten"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die als Berufsschulzentrum genutzte Burg Hohenstein befand sich in einem schlechten baulichen Zustand, weshalb der Objekteigent\u00fcmer, die Kreisverwaltung Allenstein, eine komplexe Restaurierung der Anlage unter Beibehaltung der Nutzung anstrebte. Gesamtziel des DBU-Modellvorhabens war die Instandsetzung der Dachkonstruktion unter weitgehender Wiederverwendung der historischen Dachdeckung, die ressourcenschonende Restaurierung der Naturstein- und Ziegelfassaden sowie die Reparatur und Modernisierung der vorhandenen historischen Holzfenster.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie D\u00e4cher der Burganlage waren mit Hohlpfannen und Klosterziegeln aus dem 19. und 20 Jh. gedeckt. Nach der Untersuchung einiger Dachziegel und der Entwicklung eines Kriterienkatalogs zur Qualit\u00e4tspr\u00fcfung wurden die Ziegel vorsichtig abgedeckt, gereinigt, sortiert und klassifiziert. Im Anschluss an die Instandsetzung der Konstruktion erfolgte die erneute Eindeckung der D\u00e4cher. Die alten Dachziegel wurden weitgehend wiederverwendet, fehlende Dachziegel durch gebrauchte erg\u00e4nzt.<br \/>\nDie Au\u00dfenw\u00e4nde der Burg bestehen zum Teil aus mittelalterlichem Bruchstein- und Ziegelmauerwerk, zum Teil aus Ziegelmauerwerk des 19. Jh. Zust\u00e4nde und Schadensursachen der einzelnen Fragmente wurden analysiert und detaillierte Programme zu deren Restaurierung entwickelt. Die Ausf\u00fchrung erfolgte unter Ber\u00fccksichtigung folgender Pr\u00e4missen: weitgehende Erhaltung der originalen Substanz, Beseitigung sekund\u00e4rer Zementm\u00f6rtel, Wiederherstellung der urspr\u00fcnglichen Materialeigenschaften, Anwendung von Konservierungsmitteln mit \u00e4hnlichen Eigenschaften wie die Originalmaterialien.<br \/>\nDie vorhandenen Blendrahmen-, Kasten- und Zargenfenster des 19. und 20 Jh.s wurden zun\u00e4chst in Bezug auf ihre Sch\u00e4den untersucht. Um die Restaurierung vorzubereiten, wurde ein Modellfenster musterhaft instand gesetzt. Die eigentliche Reparatur erfolgte in folgenden Etappen: Demontage der Verglasung und Beschl\u00e4ge, Beseitigung der Altanstriche, Instandsetzen der Holzkonstruktion der Fenster- und Fl\u00fcgelrahmen, Montage der Beschl\u00e4ge nach vorheriger Restaurierung, Wiedereinbau der Verglasung, Grundieren und Streichen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die angestrebte denkmalpflegerische Vorgehensweise von der detaillierten Untersuchung der Zust\u00e4nde und Schadensursachen \u00fcber eventuelle Musterrestaurierungen und die Erstellung von Entwurfs- und Ausf\u00fchrungsplanungen bzw. Konservierungsprogrammen hin zur eigentlichen Restaurierung wurde so umgesetzt, wie sie geplant war. Allerdings kam es zu erheblichen zeitlichen Verz\u00f6gerungen, deren Ursachen vor allem im mangelnden Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Umweltbelange sowie f\u00fcr detaillierte Untersuchungen und Planungen zu suchen sind.<br \/>\nDas formulierte Projektziel bei der Dachrestaurierung, die weitgehende Erhaltung der historischen Dachdeckung, wurde eingehalten. Circa 75 % der historischen Dachziegel wurden nach eingehender Tauglichkeitspr\u00fcfung wiederverwendet, fehlende Dachziegel durch Altziegel gleichen Typs in Zweitverwendung erg\u00e4nzt.<br \/>\nAuch die angestrebte ressourcenschonende Restaurierung der Ziegel- und Natursteinau\u00dfenw\u00e4nde wurde erreicht. Die Ma\u00dfnahmen blieben auf das Notwendigste beschr\u00e4nkt, neue M\u00f6rtel entsprechen den historischen Vorbildern, Fehlstellen im Ziegel- und Natursteinmauerwerk wurden durch Altmaterial gleichen Formats und gleicher Eigenschaften erg\u00e4nzt.<br \/>\nHauptziel der Fensterrestaurierung war der Erhalt aller historischen Holzfenster. Dieses Ziel wurde erreicht, allerdings mussten bez\u00fcglich der geforderten Qualit\u00e4t einige Abstriche gemacht werden, obwohl vor Ort ein modellhaft restauriertes Fenster als Muster vorlag. Zuk\u00fcnftig sollte deshalb bei \u00e4hnlichen Projekten eine zus\u00e4tzliche objektbezogene Handwerkerfortbildung ber\u00fccksichtigt werden.<br \/>\nDie finanzielle Bilanz des Projektes gestaltet sich wie folgt: Einer von der DBU urspr\u00fcnglich bewilligten F\u00f6rdersumme von 115.112 \u0080 stehen bezahlte und offene Rechnungen in H\u00f6he von 115.112 \u0080 gegen\u00fcber. Einem urspr\u00fcnglich geplanten Eigenanteil auf Seiten der Kreisverwaltung Allenstein von 165.108 \u0080 (162.200 \u0080 waren im Bewilligungsschreiben gefordert) stehen reale Ausgaben in H\u00f6he von 219.558,96 \u0080 gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich der 9. Internationalen Sommerakademie der DBU im Jahre 2003 in Marienthal konnte die GEkE auf das Projekt aufmerksam machen. Der Beitrag wurde 2004 unter dem Titel Deutsch-polnische Zusammenarbeit zum Erhalt des umweltgesch\u00e4digten gemeinsamen Kulturerbes im Tagungsband Nachhaltiger Schutz des kulturellen Erbes &#8211; Umwelt und Kulturg\u00fcter ver\u00f6ffentlicht. W\u00e4hrend der Projektrealisierung wurde mehrfach in den lokalen Tageszeitungen Nasza Warmia (Unser Ermland) und Gazeta Olsztynska (Allensteiner Zeitung) \u00fcber das Vorhaben bereichtet.<br \/>\nNach Abschluss des Vorhabens fand eine \u00f6ffentliche Pr\u00e4sentation vor Ort statt, an der neben der lokalen Presse circa 35 Vertreter verschiedener Institutionen teilnahmen, u. a. der DBU, der Landkreise Allenstein und Osnabr\u00fcck, der Stadt Hohenstein und der Woiwodschaftsdenkmalbeh\u00f6rde.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich hat das Vorhaben gezeigt, dass die Erhaltung eines Baudenkmals unter den Gesichtspunkten der Ressourcenschonung und der Umweltvertr\u00e4glichkeit von Methoden und Mittel m\u00f6glich ist. Notwendig erscheint jedoch, bei zuk\u00fcnftigen Projekten mit \u00e4hnlicher Problemstellung eine intensivere Vorbereitungsphase einzuplanen, in der vor allem auf die Bedeutung des Umweltschutzes f\u00fcr die Denkmalpflege hinzuweisen w\u00e4re. Weiterhin sollte eine spezielle Schulung der Handwerker w\u00e4hrend der Projektrealisierung ber\u00fccksichtigt werden, um diese f\u00fcr traditionelle Bautechniken und \u00f6kologische Produkte zu sensibilisieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die als Berufsschulzentrum genutzte Burg Hohenstein befand sich in einem schlechten baulichen Zustand, weshalb der Objekteigent\u00fcmer, die Kreisverwaltung Allenstein, eine komplexe Restaurierung der Anlage unter Beibehaltung der Nutzung anstrebte. 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