{"id":23284,"date":"2023-07-14T10:34:01","date_gmt":"2023-07-14T08:34:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21056-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:34:02","modified_gmt":"2023-07-14T08:34:02","slug":"21056-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21056-01\/","title":{"rendered":"Feuchtwasseraufbereitung im Offsetdruck"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Bereich des Offfsetdrucks werden zur Befeuchtung der Druckwalzen sogenannte Feuchtmittel eingesetzt.. Ziel des Projekts war durch kontinuierliche Behandlung die Standzeiten zu verl\u00e4ngern und den Einsatz klimarelevanter Hilfschemikalien zu vermindern. Das Projekt umfasst die Teilziele Isopropanol-Reduktion, Einsparung chemischer Additive &#8211; insbesondere von VOCs &#8211; sowie ein \u00f6kologisch und \u00f6konomisch sinnvolles Reinigungsverfahren f\u00fcr das Feuchtwasser im Offset-Druckprozess. Gleichzeitig soll eine h\u00f6here Verf\u00fcgbarkeit, d. h. eine gesteigerte Wirtschaftlichkeit des Druckprozesses resultieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden-\tDurch Entwicklung einer Online-Messtechnik zur kontinuierlichen Bestimmung der Konzentrationen der Bestandteile des Offset-Feuchtwassers und durch Vergleich mit den vorgegebenen Sollwerten wird in einem Regelkreis die ideale Zusammensetzung des Feuchtwassers durch Nachdosierung der verarmten chemischen Verbindungen und Filterung der St\u00f6rkomponenten aufrechterhalten.<br \/>\n&#8211;\tAls Messmethode wird die optische Absorptionsspektroskopie herangezogen.<br \/>\n&#8211;\tDie sich im Feuchtwasser anreichernden St\u00f6rkomponenten, welche insbesondere aus dem Papier und den Druckfarben stammen, werden durch die Methoden der Ultra- und der Nanofiltration entfernt.<br \/>\n&#8211;\tDie neuen Methoden werden in realen Feuchtmittelanlagen gem\u00e4\u00df dem neuesten Stand der Technik erprobt.<br \/>\n&#8211;\tIn einem ersten Projektschritt wird zun\u00e4chst die Gesamtkonzentration des chemischen Additivs auf Sollwert gehalten. Im zweiten Schritt werden die chemischen Einzelkomponenten on-line analysiert und die jeweiligen Konzentrationen optimiert und durch Nachdosierung auf dem jeweiligen Optimal-wert gehalten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die in der urspr\u00fcnglichen Zielsetzung angestrebten Umwelt- und Wirtschaftlichkeitsfaktoren wurden ausnahmslos erreicht, ja sogar weit \u00fcbertroffen. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die Nanofiltration an Keramikmembranen zur vollst\u00e4ndigen Entfernung aller Verunreinigungen in der Lage ist. Die Durchf\u00fchrbarkeit einer Feuchtmittelaufbereitung und eines Messverfahrens f\u00fcr die Feuchtmittelkomponenten wurde nachgewiesen. Wie im Abschlussbericht zur 1. Projektphase dargelegt, wurde durch Reduktion des Chemikalieneinsatzes durch die erstmals mit diesem Projekt m\u00f6gliche Messung und Regelung der Konzentration des chemischen Gesamtadditivs eine Halbierung des Chemikalienverbrauchs erreicht. Offen-sichtlich f\u00fchrt der minimierte Chemikalieneinsatz zu einer Reduktion der durch Klebewirkung gekennzeichneten Verschmutzung der Druckmaschine mit der positiven wirtschaftlichen Folge, dass die Papierbahnrisse drastisch reduziert werden k\u00f6nnen. Ferner wird durch Reduktion des Chemikalieneinsatzes offensichtlich der bisher h\u00e4ufig beobachtete Eintrag von Farben in das Feuchtwerk der Druckmaschine na-hezu vollst\u00e4ndig vermieden. Im Ergebnis  weisen die Zeitintervalle und die Kosten f\u00fcr den Wechsel des Feuchtwassers und die Entsorgung des Feuchtwassers jeweils um den Faktor sechs g\u00fcnstigere Werte auf. Die Erfolge sind im Einzelnen im Abschlu\u00dfbericht dargestellt.<br \/>\nIn einem zweiten Projektabschnitt wurde das Mess- und Regelungssystem f\u00fcr die Erfassung der chemischen Einzelkomponenten weiterentwickelt. Anf\u00e4ngliche Schwierigkeiten in der Reproduzierbarkeit f\u00fchrten zu der wichtigen, erstmaligen Erkenntnis, dass die bisher gebr\u00e4uchliche, exakte volumimetrische Dosierung der Rezepturkomponenten nicht zu einer gleichm\u00e4\u00dfigen, reproduzierbaren Zusammensetzung des frischen Feuchtwassers f\u00fchrt. Ursache hierf\u00fcr ist, dass die industriell hergestellten chemischen Additive zum Teil reaktive Komponenten enthalten. Letzteres k\u00f6nnte auch f\u00fcr den Druckprozess negative Auswirkungen haben, da mit Instabilit\u00e4ten der chemischen Zusammensetzung des Feuchtwassers gerechnet werden muss. Die weiteren Entwicklungsarbeiten wurden zun\u00e4chst nur an nicht reaktiven chemischen Einzelkomponenten im Gesamtgemisch durchgef\u00fchrt mit dem Ergebnis, dass eine reproduzierbare Erfassung nunmehr m\u00f6glich ist.<br \/>\nDie praktische Erprobung der on-line Einzelkomponentenregelung wird im Praxiseinsatz an repr\u00e4sentativen Rollendrucklinien in Phase II dieses Projektes durchgef\u00fchrt. Letzteres ist zwischenzeitlich erfolgreich angelaufen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Vorstellung der Ergebnisse aus Phase I fand im Oktober 2004 vor dem Gutachtergremium statt.<br \/>\nEs bestehen rege Kontakte zu Druckereien und Feuchtmittelherstellern, um die Projektergebnisse zu verbreiten. Eine Pr\u00e4sentation zu den bisherigen Ergebnissen der im Rahmen dieses Projektes in Entwicklung befindlichen Prozessanalysesystems wurde erstellt. Ein Zwischenbericht sowie der Abschlu\u00dfbericht zu Phase I liegen ebenfalls vor. Weitere Ma\u00dfnahmen zur Ergebnisverbreitung bleiben der zweiten Projektphase vorbehalten.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Aufgrund der alle Erwartungen \u00fcbertreffenden Ergebnisse sowohl in umwelttechnischer als auch in  wirtschaftlicher Hinsicht wird das Projekt gem\u00e4\u00df dem urspr\u00fcnglich formulierten Umfang durchgef\u00fchrt, um die nunmehr offensichtlichen und bedeutenden Erfolgsaussichten in vollem Umfang realisieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Bereich des Offfsetdrucks werden zur Befeuchtung der Druckwalzen sogenannte Feuchtmittel eingesetzt.. Ziel des Projekts war durch kontinuierliche Behandlung die Standzeiten zu verl\u00e4ngern und den Einsatz klimarelevanter Hilfschemikalien zu vermindern. 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