{"id":23280,"date":"2023-07-13T15:22:55","date_gmt":"2023-07-13T13:22:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20904-07\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:56","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:56","slug":"20904-07","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20904-07\/","title":{"rendered":"Sofortprogramm Hochwasserschutz:\nSt. Laurentius in Lorenzkirch (Zeithain)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Zielsetzung des Vorhabens war die Beseitigung der Sch\u00e4den infolge des Hochwassers im August 2002. Durch die \u00dcberflutung des Geb\u00e4udes sind vor allem im Innenbereich der Kirche N\u00e4ssesch\u00e4den am Bauwerk und auch an der Innenausstattung entstanden, die dringend beseitigt werden m\u00fcssen.<br \/>\nDies betraf folgende Bereiche:<br \/>\n&#8211;\tInnen &#8211; und Au\u00dfenputz im Sockelbereich<br \/>\n&#8211;\tAusstattung (h\u00f6lzernes Kirchengest\u00fchl, Fl\u00fcgelaltar, Altarbild, Orgel, Altar usw.)<br \/>\n&#8211;\tFenster und T\u00fcren<br \/>\nDie Instandsetzungsarbeiten sollten unter Beachtung traditioneller Verfahren und Materialien erfolgen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDurch das B\u00fcro f\u00fcr Baupflege wurde im Oktober 2003 kurzfristig eine Kostensch\u00e4tzung zu den erforderlichen Instandsetzungsma\u00dfnahmen zusammengestellt, die Grundlage f\u00fcr die Beantragung von F\u00f6rdermitteln bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt zur Beseitigung der Flutsch\u00e4den bildete.<br \/>\nVor Beginn der Arbeiten erfolgte eine gr\u00fcndliche Erfassung der Sch\u00e4den. Angefertigt wurden Aufmasse der erhaltswerten Bausubstanz sowie im einzelnen f\u00fcr neu herzustellende Bauteile. Weiterhin wurden im Vorfeld alte Rechnungen, Literaturhinweise und Archivalien gesichtet.<br \/>\nIm Rahmen der Durchf\u00fchrung der Arbeiten fanden regelm\u00e4\u00dfig Bauberatungen mit dem Bauherren und den ausf\u00fchrenden Firmen statt, im Bedarfsfall wurden die zust\u00e4ndigen Fachbeh\u00f6rden, Restauratoren und Produktberater hinzugezogen.<br \/>\nDank eine F\u00f6rdermittelzuweisung durch das Landratsamt Riesa konnte die Bauma\u00dfnahme durch die Restauratorin Frau Dipl. Rest. Nadja K\u00fchne fachlich begleitet werden. Es wurden umfangreiche restauratorische Befunduntersuchungen erbracht, die in einer Dokumentation zusammengefasst wurden.<br \/>\nDie Arbeiten werden behutsam unter Bewahrung der originalen Substanz traditionell ausgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die F\u00f6rdermittel DBU und weiterer Spenden erm\u00f6glichten eine weitestgehende Beseitigung der Hochwassersch\u00e4den in der Kirche in Lorenzkirch.<br \/>\nDurch die enge Zusammenarbeit der am Bau beteiligten konnten bei der Sanierung die denkmalpflegerischen und restauratorischen Belange in \u00dcbereinstimmung mit den bautechnischen Erfordernissen aufgrund des heutigen Erkenntnisstandes in Einklang gebracht werden.<br \/>\nVor dem Abschlagen des Putzes waren Untersuchungen auf Befunde erforderlich. Eine Restauratorin wurde beauftragt. Die Pr\u00fcfung der Salzbelastung der Au\u00dfenw\u00e4nde wurde als dringend erachtet.<br \/>\nIm durchfeuchteten Sockelbereich und in den Fensterleibungen waren starke Salzsch\u00e4den an den vorhandenen Putzen, Malschichten und am get\u00fcnchten Mauerwerk erkennbar. Es entstanden die durch Salze induzierten Schadensbilder von Abplatzungen der Malschicht und Lockerung des Putzgef\u00fcges bis hin zu dessen vollst\u00e4ndigen Verlust.<br \/>\nIn einem langen Abw\u00e4gungsprozess mit dem Bauherren, der Denkmalpflege und den Restauratoren wurden Bereiche festgelegt, in denen der Putz entfernt werden konnte. Die Restauratorin kennzeichnete den Verlauf des erhaltenswerten historischen Putzes ein. Danach erfolgt das Abnehmen des Putzes ent-lang der Putzgrenze in Eigenleistung. Die Sicherung und Konservierung gef\u00e4hrdeter Bereiche entlang der Putzgrenzen erfolgte partiell mit einer Sumpfkalksuspension, die Anb\u00f6schung mit einem Kalkm\u00f6rtel und der Malschicht mit Tylose durch die Restauratorin.<br \/>\nF\u00fcr die Putzarbeiten wurden Sanierungsvorschl\u00e4ge der Fachberater der Firma Hydroment und Firma TUBAG eingeholt. Die Salzanalyse der Firma TUBAG f\u00fcr die Kirche in Lorenzkirch hatte eine relativ geringe Salzbelastung an den untersuchten Proben ergeben.<br \/>\nDie Erneuerung des Putzes erfolgte innen in allen Bereichen (au\u00dfer Langschiff Nordseite) mit einem Sanierputz entsprechend Vorschlag der Firma TUBAG.<br \/>\nProblematisch gestalteten sich die Malerarbeiten im Bereich Tonnengew\u00f6lbe und in Teilbereichen der Wandfl\u00e4chen. Im Bereich Tonnengew\u00f6lbe waren Kalkfarbenanstriche (mit Schlemmkreide, \u00d6lkalk ?), zum Teil lose und alte Leimfarbenanstriche vorhanden. Die Gew\u00f6lbedecke zeigte erhebliche Risse und musste gespachtelt werden.<br \/>\nDie alten Malereien an dem Deckengew\u00f6lbe wurden durch die Restauratorinnen fotografiert und mittels Schablonen weitestgehend dokumentiert. Teilbereiche wurden mit Japanpapier gesichert.<br \/>\nDas Deckengew\u00f6lbe und Teilbereiche der Wandfl\u00e4chen wurden mit Silikatfarbe gestrichen, die \u00fcbrigen Wand &#8211; und Deckenfl\u00e4chen mit Kalkfarbe. Diese Entscheidung erfolgte aufgrund einer Abstimmung mit der Restauratorin, da Kalkanstriche bestehende Befunde sichern. Die Gew\u00e4hrleistung f\u00fcr eine dauerhafte Putzausf\u00fchrung konnte nur \u00fcbernommen werden, wenn gleichzeitig die erforderlichen Abdichtungsarbeiten ausgef\u00fchrt werden. Die Ausf\u00fchrung entsprechend dem Stand der Technik war bei der Kirche in Lorenzkirch aufgrund der baulichen Gegebenheiten nicht m\u00f6glich bzw. mit einem enormen Kostenaufwand verbunden. Es wurde abgestimmt, eine senkrechte Abdichtung als DERNOTON &#8211; Abdichtung einzubauen. Diese Abdichtung ist aus \u00f6kologischer Sicht sehr zu empfehlen. Mit dem Einbau einer verdichteten Tonmischung werden keine umweltsch\u00e4dlichen Materialien verbaut. Weiterhin ist diese Ma\u00dfnahme reversibel. Durch die F\u00f6rdermittelzuweisung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und eine weitere Zuwendung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz konnte der durch das Hochwasser stark in Mitleidenschaft gezogene wertvolle Fl\u00fcgelaltar der Kirche restauriert werden.<br \/>\nDie Arbeiten wurden von Mai 2003 bis Juni 2004 durch die Restauratorinnen Dipl. &#8211; Rest. Anke A. Voigt und Rest. Ute Schreiber ausgef\u00fchrt und umfassend in Text &#8211; und Fotodokumentation festgehalten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die ausgef\u00fchrten Arbeiten wurden m\u00f6glichst einem breiten Interessenkreis zug\u00e4ngig gemacht. Dies ist bei der ausgef\u00fchrten Ma\u00dfnahme vor allem im Rahmen von F\u00fchrungen bzw. Abstimmungen mit Fachkolegen m\u00f6glich.<br \/>\nAm 20.06.2004 wurde die Kirche wieder eingeweiht. Zu diesem Anlass wurden Farbtafeln zur Dokumentation der Sanierungsschritte aufgestellt. Weiterhin standen die beteiligten Planer und Restauratoren f\u00fcr Fachfragen bereit.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Dank der F\u00f6rderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und weiterer Mittel konnte die vom Hochwasser gesch\u00e4digte St. Laurentiuskirche in Lorenzkirch behutsam saniert werden.<br \/>\nDie Ergebnisse der Ma\u00dfnahme sind f\u00fcr die zuk\u00fcnftigen Nutzer und Besucher deutlich sichtbar.<br \/>\nEs wurde versucht, die ausgef\u00fchrten Arbeiten unter dem Aspekt auszuw\u00e4hlen, dass der Erhalt des wertvollen Kulturdenkmals unverf\u00e4lscht f\u00fcr weitere Generationen m\u00f6glich ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Zielsetzung des Vorhabens war die Beseitigung der Sch\u00e4den infolge des Hochwassers im August 2002. 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