{"id":23273,"date":"2023-07-13T15:22:55","date_gmt":"2023-07-13T13:22:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20903-02\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:56","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:56","slug":"20903-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20903-02\/","title":{"rendered":"Vorbeugender Hochwasserschutz: Bestands- und Schadensanalysen nach dem Hochwasser des Sommers 2002 und Alternativplanung zum Wiederaufbau und zur landschafts- und denkmalvertr\u00e4glichen Neuentwicklung am Beispiel von Weesenstein im M\u00fcglitztal"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Hochwasser des Sommers 2002 hat im Osterzgebirge sehr starke Sch\u00e4den verursacht, die einen Wiederaufbau ganzer Tallandschaften erforderlich machen. F\u00fcr die historischen Ortslagen stellt sich dabei das Problem, dass aufgrund der m\u00f6glicherweise wiederkehrenden Naturereignisse ein exakter Wiederaufbau am selben Standort nur in besonders begr\u00fcndeten F\u00e4llen und im Zusammenhang mit pr\u00e4ventiven Schutzma\u00dfnahmen vertretbar sein wird. W\u00e4hrend nach dem Bau- und Planungsrecht die Fragen der Ortsentwicklung (Bauleitplanung: Freiraum, Architektur, Denkmalschutz u. a.) von den Gemeinden individuell zu l\u00f6sen sind, finden die Fachplanungen f\u00fcr die Infrastrukturen Wasser, Schiene und Stra\u00dfe auf \u00fcbergeordneter Ebene statt. Das stellt die kleinen Gemeinden vor das Problem, bei der Suche nach Wiederherstellung und Neudefinition ihrer \u00fcberlieferten Standorte weitgehend von den Ergebnissen der Ingenieurfachsparten abh\u00e4ngig zu sein.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenMit der interdisziplin\u00e4ren Studie zum verw\u00fcsteten Ort Weesenstein sollte versucht werden, das aktuelle Problem des Wiederaufbaus als Teil einer denkmal- und umweltvertr\u00e4glichen Entwicklung des M\u00fcglitztales anzugehen und neue Perspektiven zu entwickeln. In einer vorgeschalteten Phase wurden zun\u00e4chst Semesterprojekte an beiden Lehrst\u00fchlen erarbeitet. Diese und der bis dahin vorliegende Stand der technischen Planungen wurden der Projektausarbeitung zugrundegelegt. Ziel des Projekts war, die Chancen einer \u00f6kologisch und kulturhistorisch vertr\u00e4glichen Neubebauung zu pr\u00fcfen und anschauliche Grundlagen zur \u00f6ffentlichen Diskussion schwieriger Abw\u00e4gungsprozesse zu liefern (Denkmal-\/Naturschutz versus Hochwasserschutz, langfristige Vorsorgekonzepte und ggf. R\u00fcckbaustrategien\/Ersatzstandorte, vertr\u00e4gliche Einbindung des Tourismus etc.). Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde hat die hohe Praxisrelevanz eines solchen Projekts gezeigt. Gleichzeitig k\u00f6nnen die lokalen Planungsans\u00e4tze modellhaft f\u00fcr \u00e4hnliche Situationen wirken.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die vorrangigen Erfordernisse des Hochwasserschutzes haben zu einer Konzentration auf den Ortskern und die Frage der Wasserf\u00fchrung gef\u00fchrt. Zur Ausf\u00fchrung empfohlen wird eine Synthese unterschiedlicher Ans\u00e4tze, wie sie den z. T. kontr\u00e4ren Zielvorstellungen von Gemeinde, Schutzbeh\u00f6rden und Fachplanern entsprechen. Deren Schlussfolgerungen sollten in eine \u00fcbergreifende Konzeption f\u00fcr die st\u00e4dtebaulich-freir\u00e4umliche Entwicklung des Ortes integriert werden, insbesondere:<br \/>\n&#8211;\tGliederung des Planungsbereichs in drei Abschnitte entsprechend den r\u00e4umlichen Gegebenheiten des Ortes, Ausbildung der Normquerschnitte mit individuellem Ortsbezug;<br \/>\n&#8211;\t\u00dcbergang vom nat\u00fcrlichen Steilufer (Hangwald und Felsen) zum gestalteten Ingenieurbauwerk im Bereich der Eisenbahnbr\u00fccke entsprechend dem nat\u00fcrlichen Charakter;<br \/>\n&#8211;\tNeugestaltung des westlichen Ortsrands: die einstige Sommergastst\u00e4tte wieder einrichten oder den Standort langfristig f\u00fcr eine andere \u00f6ffentliche oder touristische Nutzung vorsehen;<br \/>\n&#8211;\tdie Gemeindebr\u00fccke als Zeichen der Wiedergewinnung und Erneuerung des zerst\u00f6rten Ortskerns am historischen Standort in zeitgem\u00e4\u00dfer Bauweise neu errichten (Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccke);<br \/>\n&#8211;\tGestaltung und Entwicklung der Freir\u00e4ume des Ortes nach dem Leitbild Wiesen und Steine &#8211; die M\u00fcglitzg\u00e4rten von Weesenstein, das die freizuhaltenden flussbegleitenden Gr\u00fcnr\u00e4ume als eine Folge extensiver G\u00e4rten vorstellt, die zwischen den gro\u00dfen historischen Gartenanlagen am Schloss und flussabw\u00e4rts (Gro\u00dfsedlitz) einerseits und der naturnahen Tallandschaft andererseits vermitteln.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211;\tDiskussions- und Pr\u00e4sentationsrunde mit allen beteiligten Planern und Gemeindevertretern zu Zwischenergebnissen;<br \/>\n&#8211;\t\u00f6ffentliche Vorstellung auf B\u00fcrgerversammlungen in Weesenstein und an der TU Dresden;<br \/>\n&#8211;\tAusstellung der Vorstudien (Projekte, Modelle) in der Gemeinschaftsausstellung im Schloss Weesenstein;<br \/>\n&#8211;\tBerichte im Dresdner Universit\u00e4tsjournal und im Jahrbuch 2003 der Fakult\u00e4t Architektur der TUD;<br \/>\n&#8211;\tPr\u00e4sentation der Ergebnisse und Diskussion mit den fachlich Beteiligten (Gemeinde, LTV, Projektsteuerung, SMUL, TUD, Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege);<br \/>\n&#8211;\tSchlussbericht als Gesamtstudie (Ausdruck A3 und CD-ROM) an alle Beteiligten und weitere Planungs- und Entscheidungstr\u00e4ger im Bereich Dresden\/M\u00fcglitztal\/Erzgebirge;<br \/>\n&#8211;\tPr\u00e4sentation der Gesamtstudie im Forschungsbericht der TU Dresden (CD-ROM Transfer-Direct 2003\/04, Auflage 4500, Netzversion \u00fcber die TU-Homepage).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Wiederaufbau Weesensteins ist nicht allein als technische, \u00f6konomische oder \u00f6kologische Fragestellung zu verstehen. Es geht vielmehr um die Bewahrung und Neugewinnung eines Teils der \u00fcberlieferten Kulturlandschaft, die einigen Heimat, anderen attraktives Besuchs- und Erholungsziel ist. Es ist deutlich geworden, dass gegen\u00fcber den \u00fcber\u00f6rtlichen Belangen diejenigen der lokalen Ortsentwicklung und Freiraumplanung zu wenig Aufmerksamkeit und F\u00f6rderung genie\u00dfen. Gerade f\u00fcr ein in erster Linie touristisch interessantes Gebiet wie das M\u00fcglitztal sind zeitgem\u00e4\u00dfe Entwicklungspl\u00e4ne vonn\u00f6ten, die einen gew\u00e4sser\u00f6kologisch orientierten Hochwasserschutz mit einer landschaftsvertr\u00e4glichen Freiraum- und Ortsplanung verbinden. Diesem Ziel sollen die vorgelegten Untersuchungen und Planungsvorschl\u00e4-ge dienen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Hochwasser des Sommers 2002 hat im Osterzgebirge sehr starke Sch\u00e4den verursacht, die einen Wiederaufbau ganzer Tallandschaften erforderlich machen. 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