{"id":23269,"date":"2023-07-13T15:22:59","date_gmt":"2023-07-13T13:22:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21019-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:00","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:00","slug":"21019-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21019-01\/","title":{"rendered":"Modellhafte Sporthallensanierung: Konzeptionelle Entwicklung einer prototypischen Sanierung und konkrete Umsetzung an der Halle des TV Bremen 1875 (Phase I)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Angesichts des enormen Sanierungsstaus im Sportst\u00e4ttenbestand in der BRD war es Ziel der Arbeiten, die Machbarkeit einer umfassenden Sanierung verbunden mit einer optimierten Energiebilanz an einer modellhaften Sporthalle darzustellen. Auf Basis einer gr\u00fcndlichen Bestandsaufnahme von Bauk\u00f6rper und technische Geb\u00e4udeausr\u00fcstung (TGA) galt es, M\u00e4ngel und deren Ursachen zu analysieren. Anschlie\u00dfend waren am Beispiel der ausgew\u00e4hlten Halle grunds\u00e4tzliche M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Hallensanierungen zu er\u00f6rtern und im konkreten Fall eine passende Sanierungsstrategie vorzuschlagen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAusgangspunkt der Arbeiten war die Festlegung auf einen Hallentyp, wie er in den Endsiebzigern in Deutschland vielfach errichtet wurde: Stahlbeton-Skelett-Bauart mit Fassadenelementen aus Stahlbeton oder Gasbeton bzw. 2-schaligem Mauerwerk, flach geneigtes Satteldach, Lichteinfall \u00fcber Lichtkegel bzw. -band im Dach, einfache Stahlbetonsohle mit Schwingboden, angebaute Umkleide- und Sanit\u00e4rr\u00e4ume, zentrale Wasserver- und Abwasserentsorgung, zentrales Heizsystem.<br \/>\nIm Sept. 2004 wurden Messger\u00e4te installiert, mit denen Messdaten \u00fcber die Energiestr\u00f6me unter Ber\u00fccksichtigung von Wetterdaten und Nutzung erfasst wurden. Auf der Grundlage wurde unter Hinzuzie-hung der bauphysikalischen Untersuchungen \u00fcber die Geb\u00e4udesubstanz ein energetisches Modell simuliert, das wichtige Hinweise auf M\u00e4ngel und Verbesserungsm\u00f6glichkeiten gab. Durch zus\u00e4tzliche Auswertung der Verbrauchsdaten f\u00fcr Strom, Gas und Wasser sowie eine gr\u00fcndliche Untersuchung der Geb\u00e4udesubstanz wurden schlie\u00dflich die aktuelle bauphysikalische und energetische Situation sowie die Versorgungs- und Entsorgungsgegebenheiten beschrieben. F\u00fcr die Baukonstruktion wurde ein umfassender Bauteilkatalog an grunds\u00e4tzlichen und \u00fcbertragbaren Modernisierungsm\u00f6glichkeiten erarbeitet und nach D\u00e4mmstandards zu \u00fcbertragbaren Sanierungsmodulen geordnet. Auch die Modernisierungsoptionender TGA wurden Modulen zugeordnet und zu kompletten Sanierungsvarianten zusammengefasst.<br \/>\nParallel hierzu wurde untersucht, mit welcher Art von Hemmnissen bei der Sporthallensanierung im allgemeinen zu rechnen ist, was zu deren Erleichterung getan werden kann und in welcher Beziehung Nutzerverhalten und Wirksamkeit technischer Sanierungen stehen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Standardverfahren zur Bestandsaufnahme (Inaugenscheinnahme, Verbrauchsdatenermittlung, Sichtung vorh. Unterlagen, Erstellung von Raumb\u00fcchern f\u00fcr Hochbau und TGA) ergaben einen kurz- bis mittelfristigen Sanierungsbedarf. Zus\u00e4tzlich wurden komplexere Methoden wie Thermografie, Endoskopie und Schadstoffuntersuchungen angewandt und mit den installierten Messger\u00e4ten konnten 13 Energie-str\u00f6me erfasst und ausgewertet werden.<br \/>\nErst die detaillierten Untersuchungen und die Befragung der Nutzer machten das ganze Ausma\u00df der Bausch\u00e4den und der damit verbundenen Einschr\u00e4nkungen deutlich. Hier sind besonders die eklatanten W\u00e4rmebr\u00fccken (sicherlich als bauhistorisch typisch anzusehen) und die Disfunktionalit\u00e4t der TGA (wahrscheinlich typisch f\u00fcr den Zustand im Sportst\u00e4ttenbestand) zu erw\u00e4hnen: viele Aggregate sind nicht gewartet, \u00fcberdimensioniert, die Regelung regelt nicht. Bei mehrt\u00e4giger Frostperiode ist die Halle morgens mit Temperaturen unter teilweise 14\u00b0C kaum nutzbar.<br \/>\nDeutlich geworden ist ebenfalls, vor welche Schwierigkeit sich die Hallenverantwortlichen gestellt sehen, eine angemessene Strategie bei Unterhaltung bzw. Modernisierung angesichts der Komplexit\u00e4t dieses Geb\u00e4udetyps zu finden.<br \/>\nVor diesem Hintergrund kommt bei den detaillierten Sanierungsbetrachtungen der Bildung von Sanierungsmodulen besondere Bedeutung zu, mit denen Sanierungsplanungen gerade komplexer Hallen standardisiert und vereinfacht werden k\u00f6nnen. Diese Module folgen dabei folgenden Fragestellungen:<br \/>\n&#8211;\tWas ist unbedingt erforderlich, um die Bausubstanz zu erhalten und den Sportbetrieb zu gew\u00e4hrleisten? (realisiert in den Modulen 0)<br \/>\n&#8211;\tWie l\u00e4sst sich die Situation mit einfachen Mitteln verbessern &#8211; unter Ber\u00fccksichtigung der geltenden Energieeinsparverordnung 2004 und der DIN 18032 (realisiert in den Modulen 1)<br \/>\n&#8211;\tWas ist erforderlich, um den Stand der Technik sowohl im Hochbau als auch f\u00fcr die technische Geb\u00e4udeausr\u00fcstung (TGA) zu erreichen? (realisiert in den Modulen 2)<br \/>\n&#8211;\tWie ist die Energieeffizienz in konstruktiver und technischer Hinsicht zu steigern, welche nachhaltigen L\u00f6sungen sind m\u00f6glich? (realisiert in den Modulen 3).<br \/>\n F\u00fcr die komplexe Funktion einer Sporthalle scheint die getrennte Betrachtung nach Einzelgewerken nicht angemessen; zudem lassen sich nur bei einer integrierten Planung die Energiesparpotentiale wirklich aussch\u00f6pfen.<br \/>\nEs zeigte sich einerseits, dass die Substanzerhaltung und Anpassung an geltende gesundheitliche Standards und sicherheitsrelevante Vorschriften schon sehr umfangreiche bauliche Ver\u00e4nderungen und erhebliche Mittel erfordern, ohne dass die EnEV eingehalten, die Anforderung der Sporthallennorm DIN 18032 erreicht oder nennenswert Unterhaltungskosten gespart werden. Andererseits f\u00fchrt erst der ganzheitliche Sanierungsansatz zu erheblicher Senkung der laufenden Kosten im Betrieb: die Kombination best. D\u00e4mmstandards  zusammen mit einer Geb\u00e4udetechnik, die an die Erfordernisse dieses Geb\u00e4udetyps (technisch robust und wartungsarm) angepasst ist, ist besonders unter Energieeffizienzgesichtspunkten und langfristiger wirtschaftlicher Betrachtung interessant.<br \/>\nAls offene Punkte der Phase I bleiben die abschlie\u00dfenden Beurteilungen einer optimalen Sporthallenausleuchtung, der Nutzung des W\u00e4rmespeichers im Erdreich, besonders in Hanglage und des nachhaltigen Abwassermanagements in der Praxis. Dies alles ist in Phase II zu bearbeiten.<br \/>\nAls Sanierungshemmnisse kommen neben der zersplitterten Verantwortlichkeit f\u00fcr diese Geb\u00e4ude und ihre hohe Nutzerfluktuation das Fehlen eines geeigneten F\u00f6rderprogramms zum Tragen. Hier k\u00f6nnte ein \u00fcberregionales CO2-Sanierungsprogramm f\u00fcr Sportst\u00e4tten sinnvoll sein.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Ganzheitliche Sporthallensanierung am Beispiel einer Bremer Halle &#8211; das MeTusa-lem-Projekt; er-scheint als Beitrag in Management und Modernisierung von Turn- und Sporthallen im C.F. M\u00fcller-Verlag, H\u00fcthig 2006.<br \/>\nVortr\u00e4ge auf der WTB-Tagung in Oberwerries 22.09.2005 und auf der Tagung des LSB 14.07.2006<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>F\u00fcr die drei vorgestellten Sanierungsvarianten sind erhebliche Verminderungen im Energieverbrauch zu erwarten. Diese betragen gegen\u00fcber der reinen Instandsetzung im Hochbau sowie Reparatur der TGA, Ma\u00dfnahmen zur Einhaltung der geltenden sicherheitsrelevanten Vorschriften f\u00fcr die Variante  Hochbau: EnEV-D\u00e4mmstandard \/ TGA: Verbesserung der vorhandenen technischen Ausstattung: 46,0% bei Gas und 28,8% bei Strom, die Variante Hochbau: Niedrig-Energie-Haus (NEH) \/ TGA: Stand der Technik, wassersparende Ma\u00dfnahmen 67,8% bei Gas und 53,3% bei Strom sowie die Variante Hochbau: Pas-sivhaus (PH) \/ TGA: Energieeffizientes Heizungsl\u00fcftungssystem, nachhaltiges Abwassermanagement 83,4% bei Gas und 78,8% bei Strom. Energieeffiziente Sanierungen d\u00fcrften damit angesichts steigender Preise f\u00fcr Strom, Gas und \u00d6l f\u00fcr Hallenbetreiber von gr\u00f6\u00dftem Interesse sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Angesichts des enormen Sanierungsstaus im Sportst\u00e4ttenbestand in der BRD war es Ziel der Arbeiten, die Machbarkeit einer umfassenden Sanierung verbunden mit einer optimierten Energiebilanz an einer modellhaften Sporthalle darzustellen. Auf Basis einer gr\u00fcndlichen Bestandsaufnahme von Bauk\u00f6rper und technische Geb\u00e4udeausr\u00fcstung (TGA) galt es, M\u00e4ngel und deren Ursachen zu analysieren. Anschlie\u00dfend waren [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[47,64,51,52,53],"class_list":["post-23269","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-klimaschutz","tag-niedersachsen","tag-ressourcenschonung","tag-umweltforschung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"21019\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-21019.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"90.291,00","dbu_projektdatenbank_firma":"B\u00fcro f\u00fcr Umweltprojekt-Management und\nEnergieberatung","dbu_projektdatenbank_strasse":"Pommernweg 15","dbu_projektdatenbank_plz_str":"28790","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Schwanewede","dbu_projektdatenbank_p_von":"2004-07-21 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2006-02-28 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"1 Jahr und 7 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"0421\/9885858","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Niedersachsen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"73","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23269","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23269\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":36272,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23269\/revisions\/36272"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23269"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23269"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23269"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}