{"id":23259,"date":"2023-07-13T15:22:59","date_gmt":"2023-07-13T13:22:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20965-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:59","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:59","slug":"20965-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20965-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderung und Entwicklung der Umwelttechnik in Litauen durch sektorspezifischen Technologietransfer und innovative Ma\u00dfnahmen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Republik Litauen ist am 01.05.04 der EU beigetreten. Umweltrelevante Regelungen des Acquis Communitaire werden in nationales Recht umgesetzt. Jedoch sind viele zur Umsetzung notwendige Technologien im nationalen Markt nicht erh\u00e4ltlich. Das Projekt hilft den einheimischen umwelttechnischen Sektor zu entwickeln und zugleich die Eintrittsbarrieren f\u00fcr deutsche \/ westeurop\u00e4ische Firmen zu senken.<br \/>\nInformation \u00fcber zeitgem\u00e4\u00dfe Umwelttechnik gelangt lediglich durch ausl\u00e4ndische Berater im Rahmen von EU-Projekten oder durch die Markterschlie\u00dfung einzelner Firmen ins Land. Es gibt keine, von \u00f6konomischen Eigeninteressen, unabh\u00e4ngige Beratungsstelle, die alternative technische Varianten zur L\u00f6sung eines Problems vorstellt. Dadurch entstanden in der Vergangenheit wiederholt ineffiziente Planungen durch Festlegungen auf nicht optimale Technologien. Das Projekt will eine solche Beratungsstelle aufbauen. Letztendlich tr\u00e4gt dies langfristig zur Verbesserung der Umweltsituation im baltischen Raum bei.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt gliedert sich in drei Phasen: Erstens eine Aufbauphase mit den Hauptaufgaben der Auswahl und  Anstellung geeigneten Personals, der Sicherstellung litauischer Finanzierungsanteile und dem Auf-bau einer Adressdatenbank f\u00fcr den Sektor. Zweitens der Aufbau von Routinen f\u00fcr Publikationen wie Projektnewslettern, dem Aufbau von Internetprojekten, der Veranstaltung von Seminaren, individuellen Bera-tungsleistungen und der Anregung von Demonstrationsprojekten, Machbarkeitsstudien und weitergehen-den Projekten. Drittens die \u00dcbergabe und Weiterf\u00fchrung des Projektes ohne deutsche Integrierte Fachkraft nach dem Ende der Unterst\u00fctzung durch das Centrum f\u00fcr internationale Migration und Entwicklung.<br \/>\nDas Projekt vertraut methodisch auf den Clusteransatz zur sektoralen Wirtschaftsf\u00f6rderung. Das hei\u00dft der moderierten Vernetzung von Akteuren in einem abgegrenzten Sektor und der F\u00f6rderung der Entwick-lung von Kooperationsprojekten auch mit internationalen Partnern. Als Vorbild dienen &#8211; aufgrund der pers\u00f6nlichen Erfahrung der deutschen integrierten Fachkraft &#8211; entsprechende Clusterprojekte der Bayern Innovativ GmbH, der Innovationsagentur des Freistaats Bayern. Zur Wirkungserzielung setzt das Projekt daher auf eine professionelle \u00d6ffentlichkeitsarbeit (Internetprojekte, Newsletter, gut gestaltete Einladungen und attraktive Seminarangebote), die aktive Identifizierung relevanter Themen und die Bereitschaft konkrete Kooperationsvorhaben zwischen industriellen und \/ oder wissenschaftlichen Partnern anzusto-\u00dfen ohne notwendigerweise selbst Partner in den Projekten zu werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Nachdem die Zusage der Kofinanzierung durch das Litauische Wirtschaftsministerium unter dem Titel  Informationsstelle Sekund\u00e4rrohstoffe und der Recycling gew\u00e4hrt wurde, hat das Projekt einen Arbeitsschwerpunkt in diesem Bereich gehabt. Dagegen standen andere Sektoren zur\u00fcck. Durchgef\u00fchrt wurden 2 Delegationsreisen (NRW &#038; Ober\u00f6sterreich) mit je 12 Teilnehmern aus Ausfallwirtschaftsverb\u00e4nden, insgesamt 6 Seminare zu abfallwirtschaftlichen Fragen mit zum Teil 100 Teilnehmern (Themen Samm-lung und Erfassung von Sekund\u00e4rrohstoffen, organische Abf\u00e4lle, Glasrecycling, Sekund\u00e4rbrennstoffe u.a.), 3 Seminare zu anderen umweltrelevanten Themen (Textilindustrie, Rauchgasentschwefelung und Gipsverwertung, \u00f6kologisches Bauen), 1 Demonstrationsvorhaben (Isotopenanalytik an Nitrat belasteten Brunnen), 1 Machbarkeitsstudie (energetische Verwertung von Fleischabf\u00e4llen), 2 Internetprojekte (Rest-stoffb\u00f6rse &#038; Fundfinder f\u00fcr Umweltprojekte). Das Personal hat sich weiterhin in 3 existierende europ\u00e4ische Projekte (Bankable energy efficiency projects [SAVE], Recyclingfachkraft [LEONARDO] und Fachgruppe Umwelttechnik der Innovation Relay Centre [INNOVATION]) eingebracht. Zudem wurden Newsletter des Projektes verschickt und besonders attraktive technische L\u00f6sungen in einem Technologieblatt vorgestellt. In der litauischen Abfallwirtschaft wurden sch\u00e4tzungsweise 90% der Schl\u00fcsselpersonen in Firmen und Verwaltungen von den Projektma\u00dfnahmen erfasst. Aus diesen Aktivit\u00e4ten ergeben sich etliche weitergehende Projekte, die zum Teil bereits angelaufen sind. Eine Basisfinanzierung f\u00fcr die weitere Arbeit des Netzwerks ist aus europ\u00e4ischen Projekten bereits sichergestellt.<br \/>\nEinziges Problem des Projektes war der Zugang und die langfristige Sicherung einheimischen umwelttechnischen Know-hows. Bei einer sehr geringen Zahl von Fachkr\u00e4ften im Sektor ist es unter den Bedingungen des \u00f6ffentlichen Dienstes in Litauen kaum m\u00f6glich langfristig attraktive Angebote im Vergleich zur Industrie, zum Beratungssektor oder der h\u00f6heren Verwaltung zu gestalten. Dies sollte f\u00fcr k\u00fcnftige vergleichbare Projekte unbedingt beachtet werden.<br \/>\nF\u00fcr den Projekterfolg ma\u00dfgeblich war die Beteiligung einer deutschen Fachkraft vor Ort, die aufgrund der Langfristigkeit ihres Einsatzes sowohl gute Kenntnisse der Situation im Land entwickeln konnte, zugleich aber gute Kontakte zu einer gro\u00dfen Zahl deutscher Firmen im Sektor hatte. Die deutsche Fachkraft wurde aus Mitteln des Bundesministeriums f\u00fcr Wirtschaftliche Zusammenarbeit im Rahmen der Vorbereitung Litauens auf den EU-Beitritt bezahlt. Administrativ war dabei das Centrum f\u00fcr internationale Migration und Entwicklung (CIM), Frankfurt zwischengeschaltet. Bei k\u00fcnftigen vergleichbaren Ma\u00dfnahmen sollte ge-pr\u00fcft werden, ob europ\u00e4ische Programme (Forschung, Innovation, Umwelt) die Finanzierung einer (deut-schen) Personalkomponente \u00fcbernehmen k\u00f6nnen.<br \/>\nDas Projekt profitierte erheblich davon, nachfrageorientiert nach litauischen Interessenlagen arbeiten zu k\u00f6nnen. Deutsche Firmen mussten keine Eigenleistungen f\u00fcr die Teilnahme an Veranstaltungen erbringen, sondern wurden als Referenten f\u00fcr spezielle Fachthemen angefragt und zum Teil verg\u00fctet. Dadurch wurden die Firmen nicht durch Kr\u00e4fte aus dem Marketing vertreten, sondern pr\u00e4sentierten technisches Know-how einem litauischen Publikum von technischen und wirtschaftlichen Entscheidungstr\u00e4gern. Im Zentrum der Diskussionen stand dann nicht prim\u00e4r das Verkaufen, sondern die Diskussion gemeinsamer (technischer) Interessen. Dadurch erhielt das Netzwerk schnell den Ruf als unabh\u00e4ngiger Makler.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Innerhalb Litauens erfolgte die \u00d6ffentlichkeitsarbeit kontinuierlich im Rahmen der Projektaktivit\u00e4ten und der Darstellungen der Aktivit\u00e4ten des Northtown Technology Parks und des Wirtschaftsministeriums.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Trotz einiger strukturell bedingter Widrigkeiten hat das Projekt gute Erfolge erzielt. Es ist gelungen in kurzer Zeit eine &#8211; besonders in Fragen der Abfallwirtschaft &#8211; eine anerkannte unabh\u00e4ngige Beratungsstelle f\u00fcr Industrie und Kommunen aufzubauen. Konkrete weitergehende Kooperationen und Investitionsvorhaben wurden im Bereich der Biogastechnologie vermittelt. In diesem Bereich entstand durch das Projekt auch eine Kooperation der TU M\u00fcnchen mit der landwirtschaftlichen Hochschule Kaunas. Mittelbar wur-den Investitionsentscheidungen der Kommunen beeinflusst f\u00fcr die ab 2005 F\u00f6rderprogramme greifen. In der Zusammenarbeit mit dem Technologiepark konnte zum Wachstum eines neuen einheimischen Beratungsunternehmens im Energiesektor beigetragen werden. Die Fortf\u00fchrung des Projektes ist durch Teilnahmen an Europ\u00e4ischen Projekten bereits finanziell abgesichert. Mittelfristig werden die Themen Bauwirtschaft und Energie eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Republik Litauen ist am 01.05.04 der EU beigetreten. Umweltrelevante Regelungen des Acquis Communitaire werden in nationales Recht umgesetzt. Jedoch sind viele zur Umsetzung notwendige Technologien im nationalen Markt nicht erh\u00e4ltlich. 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