{"id":23247,"date":"2024-11-27T10:36:39","date_gmt":"2024-11-27T09:36:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20933-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:40","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:40","slug":"20933-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20933-01\/","title":{"rendered":"Untersuchung und Beurteilung der Erdbestattungspraxis auf Friedh\u00f6fen in Deutschland hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Boden, Grundwasser und Atmosph\u00e4re in den ausgew\u00e4hlten Landschaften der Bundesrepublik Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projektes sollten Informationen \u00fcber Art und Umfang des Problems mit Friedh\u00f6fen in Deutschland gewonnen werden. Die Folgen einer Erdbestattung f\u00fcr Boden, Grundwasser und Atmosph\u00e4re werden seit vielen Jahrzehnten besonders vor dem Hintergrund der im Wasserhaushalts- und weiteren Umweltschutzgesetzen definierten Rahmenbedingungen hinterfragt. Bis heute liegt den Friedhofsplanern und -betreibern keine einheitliche, unter bodenkundlichen Gesichtspunkten nachvollziehbare Beurteilung und Bewertung (Umweltvertr\u00e4glichkeit) mit der Zielrichtung der Erarbeitung von Empfehlungen und Verordnungen f\u00fcr die Vor- und Nachsorge von Erdbestattungen vor.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden> Eine intensive Literaturrecherche, die neben der bodenkundlichen zus\u00e4tzlich toxikologische und (rechts)-medizinische Fachliteratur ber\u00fccksichtigte. Im Projekt war geplant, zwischen Vorsorge- und Nachsorge-Aspekten zu differenzieren. Im Hinblick auf die Erweiterung bzw. Neuausweisung von Friedhofsfl\u00e4chen standen Vorsorge-Aspekte im Vordergrund, um das Risiko von Stoff-Kontaminationen in situ bzw. in tiefer liegende Bodenhorizonte oder ins Grundwasser zu reduzieren. In der Studie sollte auf Basis neuer (Literatur-)Erkenntnisse und in Zusammenarbeit mit umwelttoxikologischen- und medizinischen In-stituten eine weitere Pr\u00e4zisierung der bereits von den Antragstellern erarbeiteten bodenkundlichen Anforderungen an die Erdbestattung erfolgen.<br \/>\n> Eine Kontaktaufnahme mit anderen f\u00fcr die Fragestellung relevanten Fachrichtungen, z. B. zur Absch\u00e4tzung der toxikologischen Relevanz von Abbauprodukten bzw. Arzneimittelr\u00fcckst\u00e4nden aus den verwesenden Leichen sowie deren Transportverhalten in der unges\u00e4ttigten Bodenzone.<br \/>\n> Die Ermittlung der fl\u00e4chenhaften Verbreitung von Problematiken bei der Erdbestattung, die z.B. teilweise bereits f\u00fcr Rheinland-Pfalz und Baden-W\u00fcrttemberg bekannt waren. Inwieweit auch andere Bundesl\u00e4nder Probleme bei der Erdbestattung aufwiesen, war zu kl\u00e4ren, z.B. durch Kontaktaufnahme<br \/>\nmit den jeweiligen geologischen\/bodenkundlichen Landes\u00e4mtern, Ingenieurb\u00fcros und Kommunen sowie Wasserwerken, die mit der Problematik befasst sein konnten.<br \/>\n> Eine weitere Pr\u00e4zisierung bodenkundlicher Anforderungen an die Erdbestattung, wie sie vom Antragsteller bereits erarbeitet wurde. Im Mittelpunkt standen die Ableitung und Bewertung von Verwesungs- und Filtereigenschaften und daraus abgeleitete Ruhefristen f\u00fcr unterschiedliche Bodentypen-Gruppen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Studie zur Bodenbeschaffenheit und Zersetzungsproblematik auf Friedh\u00f6fen verdeutlicht nach den ermittelten praktischen Erfahrungswerten der Friedhofs- und Gesundheits\u00e4mter durch die Fragebogenaktion, dass 26 % der R\u00fcckl\u00e4ufe Verwesungsprobleme auf ihren Friedh\u00f6fen angegeben haben und die Wachsleichenproblematik mit 53 % dominierend ist, aber auch die Mumifikationsangaben mit 9 % ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen. Hinter diesem Resultat verbirgt sich oft die weitest gehende Unkenntnis \u00fcber die Bodenbeschaffenheit und die Grundwasserst\u00e4nde. Daher sollten folgende Ziele angestrebt werden: zum einen eine kompetente bodenkundlich-hydrologische Beratung w\u00e4hrend einer Friedhofsplanung und Sanierung, die \u00fcber die Planungsphase hinausgeht und zum anderen eine regelm\u00e4\u00dfige \u00dcberwachung bzw. analytische Begleitung des Standortes. Ebenso verdeutlicht vor allem die s\u00fcddeutsche Ta-gespresse, dass diese Probleme nicht mehr tabuisiert werden und in den Gemeinden und St\u00e4dten Geh\u00f6r finden.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus legt die intensive Literaturrecherche dar, dass \u00fcber einen gro\u00dfen Zeitraum hinweg nur unzureichende Untersuchungen (Grundwasseranalysen, Bodenuntersuchungen, etc.) auf Friedhofsstandorten vorgenommen worden sind und die bereits bestehenden Ableitungen aus den Handlungsempfehlungen als vorl\u00e4ufig betrachtet werden m\u00fcssen, da ausreichend charakterisierende Felduntersuchungen fehlen. Die einzelnen Schritte der menschlichen Zersetzung und deren St\u00f6rungserscheinungen (Wachsleichenbildung) sind durch die forensische Medizin unter dem Aspekt der Todeszeitpunktfeststellung intensiv untersucht worden. Es fehlen jedoch genauere Untersuchungspunkte hinsichtlich der Bo-deneigenschaften gepaart mit den klimatischen Faktoren, die zu solchen Zust\u00e4nden f\u00fchren bzw. welche M\u00f6glichkeiten herangezogen werden k\u00f6nnen, um die Wachsleichen wieder in den Verwesungsprozess zu \u00fcberf\u00fchren. Von der rechtlichen Seite des Bestattungswesens bleiben nach wie vor Fragen hinsichtlich des ad\u00e4quaten Umgangs mit Verwesungsst\u00f6rungen sowie die gesicherte Einbettung des Wasser- und Bodenschutzes offen. Die rechtliche Regelung des Bestattungswesens gibt nur ein grobes Ger\u00fcst vor, dass von den L\u00e4ndern, Gemeinden und Kommunen regionsspezifisch angepasst wird bzw. werden muss. Der Boden und Grundwasserschutz ist zwar in diesen verankert, doch in ihrer Handhabung zu ungenau. Von daher ist u.a. folgendes Ziel aus umweltrelevanter Sicht anzustreben: Die Verankerung des Bundesbodenschutzgesetzes darf mit seiner Intension, die Funktionen des Bodens zu sichern oder wiederherzustellen und dabei sch\u00e4dliche Bodenver\u00e4nderungen abzuwehren bzw. ggf. hierdurch verursachte Gew\u00e4sserverunreinigungen zu sanieren und Vorsorge gegen nachteilige Einwirkungen auf den Boden zu treffen, in den Auslegungen der Landesgesetzgebungen nicht unber\u00fccksichtigt bleiben.<br \/>\nZum Vor- und Nachsorgegedanken: Unter der Annahme dessen, dass nicht jeder Boden f\u00fcr die Erdbestattung bzw. als Friedhofsstandort aufgrund seiner schlechten Eigenschaften f\u00fcr die Leichenzersetzung oder auch m\u00f6gliche Gefahren f\u00fcr das Grundwasser darstellen kann, ist es notwendig, bundeseinheitliche Regelungen hinsichtlich einer Beurteilung von Friedhofsstandorten zu manifestieren. Das k\u00f6nnte eine Art Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung sein, um die Vor- und Nachsorge in die Friedhofsplanung mit einzubeziehen und Gef\u00e4hrdungen f\u00fcr Mensch und Umwelt w\u00e4ren auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Erste Zwischenergebnisse und ein Bericht \u00fcber die Studie wurden am 29.09.2003 im Haus des ZDB Berlin im Rahmen einer Informationsveranstaltung als Referat vorgestellt. Bei einer Fragebogenaktion wur-den 974 Institutionen und Gremien des Friedhofswesens zum Thema befragt. Im Gesch\u00e4ftsbericht 2003 des ZDB wurde ebenfalls ein Bericht \u00fcber die Projektstudie erstellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Um praktikable L\u00f6sungen f\u00fcr Problemstandorte herbeizuf\u00fchren, die einen gesicherten Betriebsablauf auf Friedh\u00f6fen gew\u00e4hrleisten und dem Vorsorgeaspekt des Umweltschutzes Rechnung tragen, ist es notwendig, k\u00fcnftig eingehende Feldforschungen an unterschiedlichen Friedhofsstandorten in Deutschland vorzunehmen. Nur so k\u00f6nnen gesicherte Aussagen \u00fcber die Ursachen, die zu Verwesungsst\u00f6rungen f\u00fchren sowie Grundwassergef\u00e4hrdungsprognosen gemacht werden. Basierend auf den Untersuchungsergebnissen lie\u00dfe sich eine Handhabung konzipieren, die bundesweit als Friedhofs-Manual vorgeschlagen werden und den kommunalen, gemeindlichen, kirchlichen und auch privaten Friedhofstr\u00e4gern als Leitfaden f\u00fcr den Betriebsablauf dienen kann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen des Projektes sollten Informationen \u00fcber Art und Umfang des Problems mit Friedh\u00f6fen in Deutschland gewonnen werden. Die Folgen einer Erdbestattung f\u00fcr Boden, Grundwasser und Atmosph\u00e4re werden seit vielen Jahrzehnten besonders vor dem Hintergrund der im Wasserhaushalts- und weiteren Umweltschutzgesetzen definierten Rahmenbedingungen hinterfragt. Bis heute liegt den Friedhofsplanern und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[58,51,53],"class_list":["post-23247","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-berlin","tag-ressourcenschonung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"20933\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-20933.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"51.000,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) e. V.","dbu_projektdatenbank_strasse":"Kronenstr. 55 - 58","dbu_projektdatenbank_plz_str":"10117","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Berlin","dbu_projektdatenbank_p_von":"2003-03-21 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"","dbu_projektdatenbank_telefon":"030\/20314-0","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Berlin","dbu_projektdatenbank_foerderber":"77","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"DBU-Abschlussbericht-AZ-20933.pdf","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23247","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23247\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":36250,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23247\/revisions\/36250"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23247"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23247"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23247"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}