{"id":23238,"date":"2023-07-13T15:22:50","date_gmt":"2023-07-13T13:22:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20879-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:51","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:51","slug":"20879-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20879-01\/","title":{"rendered":"Klimastabilisierung in tempor\u00e4r genutzten Geb\u00e4uden zum Zwecke des Bautenschutzes und zur Verbesserung der Nutzbarkeit"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Erhalten und Betreiben von nicht oder nicht dauerhaft genutzter Bausubstanz ist eine Aufgabe von volkswirtschaftlicher Dimension. Die Verwertung dieser \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Ressource erfordert Strategien und Techniken zum dauerhaften Substanzerhalt und zur verbesserten Nutzbarkeit. Ei-nen besonderen Stellenwert besitzt dabei die optimierte L\u00fcftung eines Geb\u00e4udes oder Raumes. W\u00e4hrend in Wohnbauten diese Steuerungsm\u00f6glichkeiten eher gering sind, da hygienische Anforderungen an den Luftwechsel dominieren, bieten sich in tempor\u00e4r genutzten Geb\u00e4uden erhebliche Wirkpotentiale. Das Vorhaben dient der Entwicklung und Validierung praxistauglicher Technologien der feuchtegesteuerten L\u00fcftung unter Ausnutzung nat\u00fcrlicher Klimapotentiale. Da bisher verl\u00e4ssliche Grundlagen f\u00fcr Anwender und Planer \u00fcber das Wirkpotential und die Einsatzm\u00f6glichkeiten dieser Technik fehlen, soll durch die Bereitstellung von Referenzdaten und Planungshilfen die Auswahl von geeigneten Verfahren der feuchtegesteuerten L\u00fcftung unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas bereits vorhandene Fachwissen und fallweise vorliegende Praxiserfahrungen werden hinsichtlich der Anwendungsgebiete und der geeigneten L\u00fcftungstechnologien strukturiert und klassifiziert. Eine Minimalkonfiguration zur feuchteabh\u00e4ngigen Steuerung der L\u00fcftung liegt mit dem L\u00fcftungsindikator LINDI der Fa. HYGROMETRIC vor und wurde in ersten Probef\u00e4llen eingesetzt. Es handelt sich um eine technisch ausgereifte, jedoch variabel anpassbare Technologie. Die Weiterf\u00fchrung zur Anwendungsreife erfordert den gezielten Einsatz in Referenzstudien und die Auswertung der praktischen Erfahrungen zur Definition von Einsatzprofilen und Einsatzgrenzen. Durch zwei Fallstudien in tempor\u00e4r genutzten R\u00e4umen historischer Geb\u00e4ude &#8211; Antikentempel im Park Sanssouci der Stiftung Preu\u00dfische Schl\u00f6sser und G\u00e4rten, Potsdam sowie Gew\u00f6lbekeller im Museum f\u00fcr Th\u00fcringer Volkskunde, Erfurt &#8211; werden die zu erzielenden Ef-fekte und die notwendigen Randbedingungen ermittelt. Die Kontrollmessungen dienen dar\u00fcber hinaus zur Ermittlung von technischen Betriebsdaten und Energieverbrauchswerten. Auf Grundlage konservatori-scher Vorgaben f\u00fcr tempor\u00e4r genutzte Geb\u00e4ude sowie praktisch ermittelter bauklimatischer Wirkpotentiale werden typische Anwendungsf\u00e4lle und Grenzkriterien zur Anpassung der Technologie an spezifische Situationen sowie zur Eingliederung in typische Ma\u00dfnahmekombinationen abgeleitet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Gebrauchstauglichkeit<br \/>\nDie Ergebnisse zur Validierung sowohl des Prinzips der feuchtegesteuerten Zwangsl\u00fcftung als auch des dazu entwickelten Ger\u00e4tes LINDI belegen deren Tauglichkeit zur Klimastabilisierung von tempor\u00e4r genutzten R\u00e4umen mit Hilfe der Au\u00dfenluft. Das Beispiel des Antikentempels mit einer \u00fcber die Monate Mai bis August 2005 durchschnittlichen Absenkung der absoluten Innenraumfeuchte von mehr als 30% nach Einsatz des L\u00fcftungsindikators gegen\u00fcber einem Vergleichzeitraum vom Mai bis August 1997 zeigt bei einem Energieverbrauch von 480 kWh die Effektivit\u00e4t dieser Technologie. Die im Bericht anhand von Messergebnissen dargestellte Arbeitsweise des Ger\u00e4tes stellt \u00fcberzeugend dar, dass bei einer durch den L\u00fcftungsindikator gef\u00fchrten Zwangsl\u00fcftung auch kurzzeitig g\u00fcnstige Au\u00dfenklimabedingungen genutzt werden und damit eine Stabilisierung des Innenraumklimas gew\u00e4hrleistet wird. Die gemessene deutliche Verminderung der Innenraumklimaschwankungen w\u00e4hrend des Vergleichszeitraumes 2005 gegen\u00fcber denen des Vergleichszeitraumes1997 beweist dies eindeutig. Voraussetzung f\u00fcr den hier gezeigten Erfolg ist allerdings, dass der Luftwechsel in entscheidendem Ma\u00dfe durch die Zwangsl\u00fcftung erfolgt.  Daher sind nach unseren Erfahrungen in die Planung der Zwangsl\u00fcftung unbedingt Kenntnisse \u00fcber das aktuelle bauklimatische und l\u00fcftungstechnische Verhalten des Raumes bzw. Geb\u00e4udes einzubeziehen. Zumindest m\u00fcssen die Dichtheit von Fenstern und T\u00fcren beurteilt und Schadensmerkmale, die auf permanente Mauerwerksfeuchte (Feuchtehorizonte und Salzbelastung) hindeuten, erfasst und ggf. hinsichtlich des Wasserdampfeintrages in die Raumluft n\u00e4her untersucht werden. Volumenstrom und Druckdifferenz des L\u00fcfters m\u00fcssen so gew\u00e4hlt werden, dass bei abgeschaltetem L\u00fcfter nur etwa 10% Fehllufteinfluss auf die Innenraumluft m\u00f6glich sind. Nutzerzufriedenheit<br \/>\nDie in beiden Fallstudien dokumentierten messtechnischen Ergebnisse und die gef\u00fchlte Ver\u00e4nderung der Raumklimata f\u00fchrten zu einer hohen Akzeptanz der realisierten feuchtegesteuerten Zwangsl\u00fcftung. Im Antikentempel \u00fcberzeugten neben der erreichten relativ hohen Absenkung der mittleren absoluten Feuchte insbesondere der dazu notwendige geringe Energieverbrauch der Gesamtanlage. Der Bauherr bat uns darum, die noch provisorisch eingebaute Zwangsl\u00fcftung als k\u00fcnftig festen Bestandteil des Anti-kentempels unter Beachtung aller denkmalpflegerischen Aspekte zu installieren. Im Keller des Museums f\u00fcr Th\u00fcringer Volkskunde, Erfurt f\u00fchrte insbesondere die mit der Kombination von Wandheizung (Sockelleistenheizung) und feuchtegesteuerter Zwangsl\u00fcftung erreichte mechanische Stabilisierung der Oberfl\u00e4chen des Gew\u00f6lbes aus Lettenkohlensandstein zu h\u00f6chster Zufriedenheit. Dieser konservatorische Effekt ist seit nunmehr 9 Jahren, in dem damals in diesem Kellerraum eingerichte-ten Schaudepot  f\u00fcr Keramikexponate, dauerhaft zu beobachten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Fachliche Erkenntnisse des Vorhabens konnten in Lehrveranstaltungen der Fachhochschule Potsdam sowie in externe Vortr\u00e4ge und Seminare einflie\u00dfen. Weiterhin konnten wir im Rahmen von Fachmessen und -tagungen zu konservatorischen Fragestellungen \u00fcber neue Ergebnisse des Einsatzes des L\u00fcftungsindikators berichten. Ferner werden f\u00fcr die Fachpresse geeignete Ver\u00f6ffentlichungen und Unterlagen f\u00fcr Lehrveranstaltungen vorbereitet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die erfolgreiche Nutzung des nat\u00fcrlichen Au\u00dfenklimapotentials zur Ver\u00e4nderung und Stabilisierung des Innenraumklimas tempor\u00e4r genutzter Bauten konnte an zwei sehr unterschiedlichen Beispielen demonstriert werden. Umfangreiche Messungen und Untersuchungen lieferten eindeutige Belege f\u00fcr den erwarteten Erfolg.<br \/>\nDie feuchtegesteuerte Zwangsl\u00fcftung ist jedoch kein Patentrezept f\u00fcr die Klimatisierung im Allgemeinen sondern besitzt, wie andere Methoden zur Klimastabilisierung auch, vor allem bauphysikalisch bedingte Grenzen. Deshalb m\u00fcssen f\u00fcr den sachgerechten Einsatz dieser L\u00fcftung bestimmte Mindestkenntnisse zum bauphysikalischen Verhalten des Bauwerkes bzw. Raumes in die Planung der L\u00fcftungstechnik und in die Wahl des Programmes zur Arbeitsweise der Steuerung einflie\u00dfen. Die Ergebnisse berechtigen zu der Aussage, dass hier eine L\u00f6sung mit Modellcharakter geschaffen worden ist.<br \/>\nUm den L\u00fcftungsindikator LINDI in Zukunft auch f\u00fcr den Eigenheimbesitzer attraktiv zu machen, wird f\u00fcr Einsatzf\u00e4lle mit geringeren messtechnischen Anforderungen eine technisch abger\u00fcstete Einzelplatzl\u00f6sung und low cost &#8211; Variante angeboten. F\u00fcr st\u00e4rker frequentierte R\u00e4ume oder Geb\u00e4ude wird ein in mehreren Ausbaustufen funktional erweiterter L\u00fcftungsindikator angeboten werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Erhalten und Betreiben von nicht oder nicht dauerhaft genutzter Bausubstanz ist eine Aufgabe von volkswirtschaftlicher Dimension. Die Verwertung dieser \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Ressource erfordert Strategien und Techniken zum dauerhaften Substanzerhalt und zur verbesserten Nutzbarkeit. 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