{"id":23234,"date":"2024-11-27T10:36:39","date_gmt":"2024-11-27T09:36:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20902-06\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:40","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:40","slug":"20902-06","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20902-06\/","title":{"rendered":"Beseitigung der Hochwassersch\u00e4den an Schloss, Pavillon und Schlosspark Weesenstein (Teil des Soforthilfeprogramms zur Beseitigung von Hochwassersch\u00e4den an national wertvollen Kulturg\u00fctern)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Durch die Flutwelle der M\u00fcglitz am 12. und 13.08.2002 wurde der Schlossgarten von Weesenstein mit Lehm- und Gesteinsmassen \u00fcbersp\u00fclt. Zwei Lindenalleen mit insgesamt 110 B\u00e4umen riss der Fluss mit sich und sp\u00fclte die Geh\u00f6lze durch die Ortslage von Weesenstein. Der barocke Gartenpavillon wurde gravierend besch\u00e4digt. Die M\u00fcglitz grub eine tiefe Erosionsrinne durch den Garten. Ziel des Projektes ist ne-ben der Wiederherstellung der Gartenanlage, die Untersuchung von Hochwasserpr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen f\u00fcr den Schlosspark im Zusammenhang mit der Ortslage Weesenstein.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie TU Dresen &#8211; Institut f\u00fcr Hydrologie und Meteorologie &#8211; wurde mit einem Gutachten beauftragt, welches u. a. Aussagen zu m\u00f6glichen Mengen und Zeitintervallen zuk\u00fcnftiger Hochw\u00e4sser der M\u00fcglitz sowie \u00fcber Hochwasserpr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen f\u00fcr den Garten und die Ortslage Weesenstein enth\u00e4lt. Zu analysieren war im Rahmen des Gutachtens ferner die Leistungsf\u00e4higkeit des Abflusspotentials des gegenw\u00e4rtigen Flussbettes und Varianten eines Flutgrabens im Bereich des Gartens. Das Projekt war eingebet-tet in eine Gesamtstudie zur Hochwasserpr\u00e4vention, welche im Auftrag der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen von verschieden B\u00fcros und Instituten erarbeitet wurde. Die Untersuchungen zur Denkmalvertr\u00e4glichkeit und Gestaltung eines eventuellen Flutgrabens im Bereich des Schlossparks erfolgte am Lehrstuhl f\u00fcr Gartenkunst der TU Dresden. Die Ergebnisse der Untersuchungen liegen nun-mehr seit Ende M\u00e4rz 2003 vor.<br \/>\nIn Form einer HU-Bau wurden Planungsunterlagen f\u00fcr die Wiederherstellung der Gartenanlage erarbeitet. Das Projekt und deren Ausf\u00fchrung konnte f\u00fcr die nachfolgend aufgef\u00fchrten Bereiche durch F\u00f6rdermittel der DBU finanziert werden. Die ben\u00f6tigte Gegenfinanzierung war durch den Freistaat Sachsen ge-sichert und ebenfalls Bestandteil der HU-Bau. Auf der Grundlage einer denkmalpflegerischen Rahmenzielstellung sah die HU-Bau &#8211; neben der Wiederherstellung der Baukonstruktion des Wintergartens, des Pavillons, der Br\u00fccke am Wintergarten &#8211; die Neupflanzung der beiden zerst\u00f6rten Lindenalleen vor. Ferner war die Wiederherstellung des Hainbuchenlaubengangs, der Hainbuchenhecken an den Wegen im Gro\u00dfen Park , der K\u00f6nig-Johann-Gedenks\u00e4ule sowie des zerst\u00f6rten kleinen Tores geplant. Die Ausf\u00fchrung der Arbeiten konnte, nach dem Vorliegen eines Gesamtkonzeptes zur Hochwasserpr\u00e4vention der M\u00fcglitz und der Sanierung des Flussbetts der M\u00fcglitz im Bereich des Gartens, mit Beginn IV. Quartal 2003 und Fertigstellung 2006 realisiert werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die M\u00fcglitz hat bei allen beobachteten gro\u00dfen Hochwasserereignissen den nach rechts schwingenden Flussbogen im Bereich des Schlossparks Weesenstein abgeschnitten. Dadurch bilden sich auf dem Parkgel\u00e4nde mehr oder minder ausgepr\u00e4gte Erosionsrinnen, welche ein hohes Schadenspotential aufweisen. Um diesen Prozess r\u00e4umlich zu begrenzen und bis zu einem Bemessungsdurchfluss BHQ hydraulisch beherrschbar zu gestalten, wurde der Bau einer Flutrinne grunds\u00e4tzlich empfohlen. Diese Flutrinne sollte auf der Trasse 2 au\u00dferhalb des Schlossparks angelegt werden. Zus\u00e4tzlich wurde empfohlen im Bereich des Gartens eine flache Flutmulde auf der Trasse 1 anzulegen. Diese w\u00fcrde die Sicher-heit bei einer nicht auszuschlie\u00dfenden Verringerung der Leistungsf\u00e4higkeit des eigentlichen M\u00fcglitzbettes gegen\u00fcber dem BHQ (z. B. durch Ablagerungen am M\u00fchlwehr) erh\u00f6hen. Bei der Wahl des BHQ ist das Sicherstellen des maximal m\u00f6glichen Abflusses in der M\u00fcglitz im Bereich der Ortslage Weesenstein zu ber\u00fccksichtigen. \u00dcberschl\u00e4gige hydraulische Berechnungen ergeben, dass durch den Ort derzeit maximal 125 bis 150m\u00b3\/s Wasser schadarm flie\u00dfen k\u00f6nnen. Das ist deutlich weniger als die 190 bis 280m\u00b3\/s, welche durch die Flutrinnenl\u00f6sung den Bereich des Schlossparks passieren k\u00f6nnten. Die Angaben zur Leistungsf\u00e4higkeit der untersuchten Varianten basieren ausschlie\u00dflich auf der hydraulischen Berechnung des Flie\u00dfens von Wasser. Da in der M\u00fcglitz mit sehr gro\u00dfen Mengen von Geschiebe gerechnet werden muss, ist bei der Dimensionierung auf ein ausreichendes Freibord zu achten. Es sind weiterhin Ma\u00dfnah-men zu ergreifen, welche einen m\u00f6glichst weitgehenden R\u00fcckhalt von Geschiebe (insbesondere Holz) bereits oberhalb von Park und Ort erm\u00f6glichen.<br \/>\nWegen der Geschiebef\u00fchrung ist mit einer Gefahr der Verklausung auch weiterhin zu rechnen. Aus diesem Grund ist in Weesenstein (Park und Ort) h\u00f6chstens ein BhQ &#8211; Abfluss um 150m\u00b3\/s bis 200m\u00b3\/s beherrschbar. Das entspricht maximal einem HQ(30). Trotz der notwendigen baulichen Eingriffe bleibt wegen der Geschiebeproblematik ein hohes Restrisiko offen. Zum Management dieses Restrisikos erfolgte im Rahmen der Planung eine Abw\u00e4gung der Schutzw\u00fcrdigkeit durch die LTV. Dabei wurde die Schutz-w\u00fcrdigkeit des Parks geringer als die des Ortes eingesch\u00e4tzt. Die Sollbruchstelle (geringe H\u00f6he der Ufermauern) liegt f\u00fcr den Versagungsfall im Bereich des Parks. Flankierend zu den untersuchten Ma\u00dfnahmen wurde der dezentrale Hochwasserschutz (R\u00fcckhaltebecken) in den Entstehungsgebieten als wesentlich eingesch\u00e4tzt. Der Bau zweier zus\u00e4tzlicher R\u00fcckhaltebecken im Oberlauf der M\u00fcglitz befindet sich derzeit im Auftrag des Landes Sachsen im Bau.<br \/>\nNach 4j\u00e4hriger Bauzeit konnten die umfangreichen Restaurierungs- und Rekonstruktionsarbeiten im Schlosspark, nach den Sch\u00e4den durch das Hochwasserereignis der M\u00fcglitz im Jahre 2002, abgeschlossen werden. Die durch die DBU gef\u00f6rderten Bauma\u00dfnahmen beinhalteten folgende Instandsetzungsma\u00dfnahmen: Baukonstruktion des Wintergartens im Kleinen Park, Sanierung des kleinen Tores und der Br\u00fccke am Wintergarten, Sanierung des Parkpavillons im Gro\u00dfen Park einschlie\u00dflich der Wiederherstel-lung des Hainbuchenlaubenganges, der Lindenalleen s\u00fcdlich des Pavillons und der Hainbuchenhecken entlang der Wege an der Westseite des Gartens, Wiederherstellung der K\u00f6nig-Johann-Gedenks\u00e4ule.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 2007 ist die feierliche Er\u00f6ffnung des Schlossparks im Rahmen der Saisoner\u00f6ffnung der Staatlichen Schl\u00f6sser, Burgen und G\u00e4rten Sachsen vorgesehen. Dieser Anlass soll als Rahmen geben, Ergebnisse der durch die DBU gef\u00f6rderten Arbeiten darzustellen. Im Jahr 2007 ist eine Ausstellung \u00fcber die Wiederherstellung der Gartenanlage nach den Hochwasserereignissen in Weesenstein vorgesehen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die im Projekt dargestellten Ergebnisse zeigen, dass Hochwasserereignisse im Bereich des Schlossparks Weesenstein ein Bestandteil der Geschichte des Schlossparks sind. Fr\u00fcheren Generationen gelang es immer wieder den Garten &#8211; trotz Zerst\u00f6rungen &#8211; f\u00fcr sp\u00e4tere Generationen zu bewahren. Es konn-te jedoch nachgewiesen werden, dass die Intersit\u00e4t der Zerst\u00f6rungen durch das Hochwasser zugenommen haben. Auch in den Jahren 2002 bis 2006 konnten durch das Hochwasser besch\u00e4digte teile des Schlosses und der Gartenanlage rekonstruiert- bzw. restauriert werden, wobei im vergleich zu fr\u00fcheren Hochw\u00e4ssern ein gr\u00f6\u00dferer Verlust an Originalsubstanz zu verzeichnen ist. (Verlust von 120 Alleeb\u00e4umen). Im November 2006 konnten die Restaurierungs- und Rekonstruktionsma\u00dfnehmen dank der Bereitstellung umfangreicher finanzieller Mittel durch den Freistaat Sachsen und die Deutsche Bundesstif-tung Umwelt abgeschlossen werden.<br \/>\nBegr\u00fcndet durch die vorliegenden hydrologischen Untersuchungen waren jedoch weiterf\u00fchrende \u00fcberregionale- und regionale Hochwasserschutzma\u00dfnahmen notwendig um auch an zuk\u00fcnftigen Generationen das Gesamtkunstwerk von Schloss und Schlosspark Weesenstein weitergeben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Durch die Flutwelle der M\u00fcglitz am 12. und 13.08.2002 wurde der Schlossgarten von Weesenstein mit Lehm- und Gesteinsmassen \u00fcbersp\u00fclt. Zwei Lindenalleen mit insgesamt 110 B\u00e4umen riss der Fluss mit sich und sp\u00fclte die Geh\u00f6lze durch die Ortslage von Weesenstein. Der barocke Gartenpavillon wurde gravierend besch\u00e4digt. Die M\u00fcglitz grub eine tiefe [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[68,53],"class_list":["post-23234","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-sachsen","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"20902\/06","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"20902-06.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"100.000,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Staatliche Schl\u00f6sser, Burgen undG\u00e4rten SachsenSchloss Weesenstein","dbu_projektdatenbank_strasse":"Am Schlossberg 1","dbu_projektdatenbank_plz_str":"01809","dbu_projektdatenbank_ort_str":"M\u00fcglitztal","dbu_projektdatenbank_p_von":"2002-11-11 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2006-06-30 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"3 Jahre und 8 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"035027\/6260","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Sachsen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"96","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23234","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23234\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":36237,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23234\/revisions\/36237"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23234"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23234"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23234"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}