{"id":23231,"date":"2023-07-13T15:22:50","date_gmt":"2023-07-13T13:22:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20902-02\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:53","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:53","slug":"20902-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20902-02\/","title":{"rendered":"Beseitigung der Hochwassersch\u00e4den an der St. Johanniskirche in Bad Schandau (Teil des Soforthilfeprogramms zur Beseitigung von Hochwassersch\u00e4den an national wertvollen Kulturg\u00fctern), Sachsen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die St. Johanniskirche zu Bad Schandau war w\u00e4hrend der Jahrhundertflut im August 2002 mehrere Tage \u00fcberflutet. Das einem Chemie-Cocktail gleichende, \u00f6lverschmutzte Elbwasser stand bis in H\u00f6he der Emporen ca. 3,40 m hoch im Kirchenschiff. Infolge dessen kam es zu gravierenden Sch\u00e4den an den sandsteinernen Kunstwerken der Kirche. Altar, Kanzel, Taufstein und Sandsteinfu\u00dfboden sowie Sandsteinwandverkleidung wurden gesch\u00e4digt (Salzausbl\u00fchungen, Substanzlockerung und -verluste, Verunreinigungen der Steinsubstanz bis in die Tiefe des Materials, Schimmelerscheinungen).<br \/>\nDie Beseitigung der Hochwassersch\u00e4den im Rahmen des durch die DBU gef\u00f6rderten Vorhabens hatte zum Ziel, durch genaue Analysierung der Schadstoffe ein detailliertes Sanierungskonzept f\u00fcr die historisch bedeutsamen Kunstwerke der Kirche aufzustellen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege Sachsen und das Institut f\u00fcr Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt e. V. ( IDK) wurden in das Projekt einbezogen.<br \/>\nAltar und Kanzel wurden im Auftrag des Landesamtes f\u00fcr Denkmalpflege Sachsen vom IDK untersucht. Es wurden Probeentnahmestellen f\u00fcr Tiefenprofile festgelegt, um Art, Menge und Verteilung der substanzsch\u00e4digenden Salze zu analysieren.<br \/>\nAnhand der Ergebnisse wurde vom LAfD Sachsen, Dipl. Rest. Dr. Arndt Kiesewetter, ein pr\u00e4zises Konzept f\u00fcr die erforderlichen Restaurierungsma\u00dfnahmen erarbeitet und vom Restaurierungsatelier Andreas Muth umgesetzt.<br \/>\nIm Labor f\u00fcr naturwissenschaftliche Kunstgutuntersuchungen, Prof. Dr. habil H. P. Schramm sind Rasterelektronenmikroskopische Untersuchungen  von Probematerialen angefertigt worden.<br \/>\nEs wurden M\u00f6rtelanalysen zur Bestimmung der  Verfugungen an Altar und Kanzel durchgef\u00fchrt, die zum Ziel hatten, die Notwendigkeit der Entfernung des M\u00f6rtels zu begr\u00fcnden und einen genau abgestimmten Erg\u00e4nzungsm\u00f6rtel zu erlangen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Salzuntersuchungen an Kanzel und Altar der Kirche St. Johannis zu Bad Schandau haben hohe Belastungen durch Sulfate und mittlere Belastungen durch Chloride und Nitrate im oberfl\u00e4chennahen Bereich ergeben.<br \/>\nWeiterhin wurde das aufgelegte Kompressenmaterial auf die aufgenommene Salzmenge hin untersucht, um weitere notwendige Entsalzungszyklen festlegen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDurch die vom Restaurator Andreas Muth durchgef\u00fchrten Entsalzungsma\u00dfnahmen mit Kompressen konnten bausch\u00e4dliche Salze mit sehr gutem Erfolg reduziert werden.<br \/>\nMit einer M\u00f6rtelanalyse wurde die Verwendung eines H\u00fcttensandzementes im Erg\u00e4nzungsm\u00f6rtel nachgewiesen und es konnte auf eine Entfernung des M\u00f6rtel verzichtet werden. Ein erheblicher Eingriff in wertvolle Substanz des Abendmahl-Relief am Altar von Johannes Walther konnte somit vermieden werden.<br \/>\nW\u00e4hrend der Entsalzungsma\u00dfnahmen am Altar wurden vom ausf\u00fchrenden Restaurator Andreas Muth, Atelier f\u00fcr Steinrestaurierung, Trillerstr. 4, 08066 Zwickau, teilweise sehr starke, lokal begrenzte braune Verf\u00e4rbungen des Arbocel- Kompressenmaterials festgestellt. Die braunen Verf\u00e4rbungen waren in abgeschw\u00e4chter Form auch nach mehreren Kompressenzyklen noch feststellbar. Die Untersuchung durch das Institut f\u00fcr Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen &#8211; Anhalt und eine Recherche zu einer bereits vorliegenden Untersuchung von Frau Prof. Dr. Elisabeth J\u00e4gers, Mikroanalytisches Labor Dr. J\u00e4gers, Bornheim zu der Problematik Braune Verf\u00e4rbungen an Steinoberfl\u00e4chen &#8211; Naturwissenschaftliche Untersuchung an Materialproben- ergaben, dass es sich hierbei um ein Gemisch von stark polaren niedermolekularen organischen Verbindungen handelt, mit hoher Wahrscheinlichkeit ist davon auszugehen, das es sich um Abbauprodukte von \u00d6len handelt, als wichtigste Abbaureaktion ist eine Pyrolyse anzunehmen.<br \/>\nMit Rasterelektronenmikroskopischen Untersuchungen konnten Schichten eines fr\u00fcheren \u00d6lfarbenanstriches am Altares nachgewiesen werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Methodik und die Ergebnisse wurden der interessierten \u00d6ffentlichkeit im Rahmen von Baustellenf\u00fchrungen durch den Restaurator Andreas Muth vor Ort dargestellt.<br \/>\nDie Schlussdokumentation wird im Rahmen des Tag des Denkmals zur Einsicht in der Kirche ausgelegt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit Hilfe der finanziellen Unterst\u00fctzung durch F\u00f6rdermittel der DBU war es m\u00f6glich, tiefergehende naturwissenschaftliche Analysen am Schadensobjekt durch das IDK durchf\u00fchren zu lassen.<br \/>\nDas pr\u00e4zise Auswerten der Ergebnisse, das vom Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege Sachsen erarbeitete restauratorische Ma\u00dfnahmenkonzept und die gewissenhafte Umsetzung durch den Restaurator Andreas Muth haben im Ergebnis zu einer behutsamen, wissenschaftlich fundierten Restaurierung der wertvollen Sandsteinkunstwerke gef\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die St. Johanniskirche zu Bad Schandau war w\u00e4hrend der Jahrhundertflut im August 2002 mehrere Tage \u00fcberflutet. 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