{"id":23225,"date":"2023-07-13T15:22:50","date_gmt":"2023-07-13T13:22:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20901-05\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:52","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:52","slug":"20901-05","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20901-05\/","title":{"rendered":"Vorsorge vor durch wolkenbruchartige Regenf\u00e4lle  hervorgerufene Umweltsch\u00e4den am Dom in Meissen, Sachsen (Teil des Soforthilfeprogramms zur Beseitigung von Hochwasser- und Katastrophensch\u00e4den an national wertvollen Kulturg\u00fctern)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die tagelang andauernden wolkenbruchartigen Regenf\u00e4lle im August des Jahres 2002 f\u00fchrten dazu, dass die Wasserrinnen und -speier in den T\u00fcrmen die Regenwassermengen von mehr als 200l\/m\u00b2 und Stunde nicht mehr fassen und sicher ableiten konnten. Das Wasser hat auf den aus Quader-Sandstein gemauerten Plattformen in den T\u00fcrmen gestanden und ist durch den Stein und die Fugen in die darunter liegenden Gew\u00f6lbekappen eingedrungen. Das f\u00fchrte neben den optischen Beeintr\u00e4chtigungen zu neuen Bausch\u00e4den: der Gew\u00f6lbeputz ist abgefroren und abgest\u00fcrzt, dem Steinwerk drohten ebenfalls Sch\u00e4den durch Frostabsprengungen. Ziel ist es nun, das Wiederauftreten dieser Wassersch\u00e4den zu vermeiden und die bisher steinsichtigen Turmplattformen regensicher zu verwahren und abzudecken.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenWie bereits an den Turmgesimsen und -balkonen der Westturmanlage 1997 und dem \u00e4u\u00dferen Chorumgang konstruiert, sollten nun die Turmplattformen oberhalb der mittelalterlichen Geschosse eine Bleiabdeckung erhalten. Dabei konnten nur traditionelle handwerkliche Verfahrensweisen angewendet wer-den, um auch die denkmalpflegerisch genehmigungsf\u00e4higen Aspekte zu ber\u00fccksichtigen. Die bisher steinsichtigen Turmplattformen oberhalb der Gew\u00f6lbe erhielten eine kleinteilige Bleideckung, wobei der Steinschnitt und das Fugenbild des darunter liegenden Steinwerkes nachempfunden wurde.<br \/>\nEin ausreichend gro\u00dfes und aufnahmef\u00e4higes umlaufendes Rinnensystem wurde ausgebildet und an die neogotischen Wasserspeier (die Carl Sch\u00e4fer im gotisierenden Sinne nur als Attrappen an der Turmfassade platziert hat) angeschlossen. Die Wasserspeier wurden aufgebohrt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>F\u00fcr die regensichere Verwahrung der offenen Turmplattformen wurde wegen seiner Dauerhaftigkeit Walzblei verwendet. Um den Belag optisch an den kleinteiligen Untergrund aus Sandstein-Quadern anzupassen, wurde eine ebenso kleinteilige Gr\u00f6\u00dfe der Bleitafeln gew\u00e4hlt. Neben dem \u00e4sthetischen Aspekt bietet diese L\u00f6sung bauphysikalische Vorteile: einige N\u00e4hte sind als Schieben\u00e4hte ausgebildet; damit k\u00f6nnen thermische Dehnungen gut aufgenommen werden. Das Blei l\u00e4sst sich sehr gut der mitunter komplizierten Geometrie der aufgehenden Baukonstruktionen anpassen. Die ca. 15 cm herangef\u00fchrten Bleibahnen m\u00fcssen jedoch am Stein sicher befestigt und verwahrt werden. Ein Schlitzen des Steins scheidet aus denkmalpflegerischen Gr\u00fcnden aus. Bew\u00e4hrt hat sich das Einlegen eines doppelseitig klebenden Vorlegebandes zwischen Stein und Blei. Eine Kappleiste aus hartem Kupfer presst das Walzblei an den Stein. Um auch hier eine perfekte optische Angleichung zu erreichen wurde das Kupfer mit Schwefelleber k\u00fcnstlich patiniert.<br \/>\nNach Abschluss der Abdichtungsarbeiten m\u00fcssen jedoch weitere Schritte folgen: Um das Blei vor mechanischen Besch\u00e4digungen zu sch\u00fctzen, wie sie z. B. beim Begehen entstehen, m\u00fcssen unbedingt h\u00f6lzerne Laufstege (Roste) aufgelegt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Vorhaben wurde der Presse vorgestellt. Nach Abschluss der Arbeiten wurde eine Festveranstaltung in der unter den Plattformen liegenden Engelshalle durchgef\u00fchrt. Presse, Funk und Fernsehen berichteten ausf\u00fchrlich (s. Anlagen)<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das F\u00f6rderziel wurde erreicht. Die Turmplattformen in den Turmgeschossen in den Turmgeschossen IV und V sind unter Bleibahnen verwahrt. Das Mauerwerk der Turmgew\u00f6lbe kann nun langsam austrocknen und ist vor erneuten Durchfeuchtungen gesch\u00fctzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die tagelang andauernden wolkenbruchartigen Regenf\u00e4lle im August des Jahres 2002 f\u00fchrten dazu, dass die Wasserrinnen und -speier in den T\u00fcrmen die Regenwassermengen von mehr als 200l\/m\u00b2 und Stunde nicht mehr fassen und sicher ableiten konnten. 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