{"id":23217,"date":"2023-07-13T15:22:50","date_gmt":"2023-07-13T13:22:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20861-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:51","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:51","slug":"20861-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20861-01\/","title":{"rendered":"Bau von Beispiel-Pflanzenkl\u00e4ranlagen im Gebiet K\u00f6nigsberg\/Kaliningrad"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die bestehende Abwasserentsorgung im Gro\u00dfraum K\u00f6nigsberg ist v\u00f6llig unzureichend und, als eine Folge davon, die Umweltsituation des Frischen und Kurischen Haffs sehr schlecht. Die sozio\u00f6konomischen Rahmenbedingungen sind ung\u00fcnstig.<br \/>\nUm in diesem speziellen \u00f6kologisch-\u00f6konomisch-gesellschaftlichen Umfeld eine konkrete Verbesserung beispielhaft zu demonstrieren, sollte eine Pflanzenkl\u00e4ranlage f\u00fcr die gesamte Ortschaft Rositten\/Rybachij (1.000 EW) und eine Pflanzenkl\u00e4ranlage f\u00fcr einen Teilbereich der Ortschaft Karkeln\/Mysovka (50 EW) gebaut werden &#8211; Ma\u00dfnahmen, die in einer von der DBU geforderten Machbarkeitsstudie als besonders erfolgversprechend und nachhaltig bewertet wurden. Dabei sollte besonderer Wert auf die Qualit\u00e4tssi-cherung in allen Umsetzungsschritten (Beratung, Planung, Bau, Wartung und Betrieb) gelegt und dabei die Erfahrung und Ergebnisse der DBU-Projekte AZ 14178\/09 &#8211; Anwenderhandbuch Bewachsene Bodenfilter, Hinweise zum Qualit\u00e4tsmanagement umgesetzt werden. Bei der Umsetzung waren begleitend Exkursionen zu bestehenden Beispielprojekten, Schulung bei Bau und Betrieb, Eigenleistungen durch \u00f6rtliche Unternehmen, Zusammenarbeit mit dortigen Hochschuleinrichtungen, kommunalen und weiteren \u00f6ffentlichen Stellen und den \u00f6rtlichen Gew\u00e4hrsleuten vorgesehen.<br \/>\nMit der Umsetzung dieser Projekte sollten mit vertretbarem Mitteleinsatz auch unter den schwierigen Bedingungen im l\u00e4ndlichen Umfeld von K\u00f6nigsberg f\u00fcr die dortige soziale, \u00f6konomische und \u00f6kologische Lage ermutigende Beispiele f\u00fcr m\u00f6gliche weitere Verbesserungen verwirklicht werden.<br \/>\nDas Vorhaben wurde in den folgenden Arbeitsschritten durchgef\u00fchrt.<br \/>\n&#8211;\tVorbereitung, Abstimmung, Konzeption, Baudurchf\u00fchrung, Wartung und Betrieb, \u00f6rtliche Zust\u00e4ndigkeiten f\u00fcr Bauleitung, Bau und Betrieb, Beschaffung Unterlagen\/Erstellung Unterlagen<br \/>\n&#8211;\tPlanung der Anlagen mit Genehmigungsphase<br \/>\n&#8211;\tBau der Anlagen, Bauoberleitung: Baukompanie f\u00fcr Karkeln, Ing.-B\u00fcro \u00d6kolog f\u00fcr Rossitten, Baudurchf\u00fchrung: Zentralkl\u00e4ranlage Neukuhren f\u00fcr Rossitten, Genossenschaft Karkeln f\u00fcr Karkeln<br \/>\n&#8211;\tInbetriebnahme und Einweisung<br \/>\n&#8211;\tSchulung, Ausbildung der \u00f6rtlichen Beteiligten, Exkursion: begleitend w\u00e4hrend der gesamten Umsetzungsphase<br \/>\n&#8211;\tZusammenstellung und Auswertung der Erfahrungen<br \/>\n&#8211;\tBerichterstattung.<br \/>\nDie Schulung sollte f\u00fcr jeweils 1 Woche zu Planung, Bau und Betrieb der Anlagen durchgef\u00fchrt werden, einmal zum Bau der Anlage in Karkeln, einmal zum Bau der Anlage in Rossitten.<br \/>\nVor Beginn der baulichen Umsetzung war eine Exkursion von K\u00f6nigsberger Beteiligten (Mitarbeiter der Gebietsverwaltung, Mitarbeiter der Hochschulen, B\u00fcrgermeister und Gemeindevertreter&#8230;) zu deutschen Beispielanlagen geplant, u. a. zu den Braunschweiger Rieselfeldern und zu verschiedenen repr\u00e4sentativen Pflanzenkl\u00e4ranlagen-Varianten in der BRD. Organisation durch \u00d6kolog und ITUT.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Genehmigungsplanung Rossitten\/Rybachij<br \/>\nIm Februar 2003 wurde zun\u00e4chst ein Konzept zur Abwasserreinigung f\u00fcr die Gemeinde Rossitten gefertigt und an die K\u00f6nigsberger Projektpartner weitergeleitet.<br \/>\nNach Er\u00f6rterung des vorgeschlagenen Konzeptes in Gespr\u00e4chen vor Ort Ende M\u00e4rz 2003 wurden im Laufe des Jahres zahlreiche weitere Schritte unternommen, um eine Verwirklichung der Feuchtgebietskl\u00e4ranlage in Rositten voranzutreiben.<br \/>\nDie Gebietsverwaltung und deren Umweltabteilung unterst\u00fctzte den Standort Rossitten von Anfang an. \u00dcberraschenderweise stellte sich 2003 heraus, dass die Umweltabteilung der russischen F\u00f6deration eine Pflanzenkl\u00e4ranlage in Rossitten kategorisch ablehnte und von ihrem Entschluss nicht abzubringen war.<br \/>\nGenehmigungsplanung M\u00fchlengarten\/Iljuschino<br \/>\nAls sicher war, dass die Genehmigung des Standortes Rossitten\/Rybachij auf keinen Fall zu erreichen war, wurde der Ersatzstandort M\u00fchlengarten\/Iljuschino er\u00f6rtert. Ende Oktober 2003 wurden die f\u00fcr den Bau einer Pflanzenkl\u00e4ranlage dort erforderlichen Grundlagen vor Ort erarbeitet. Eine Genehmigung wurde nach der Zusendung entsprechender Genehmigungsunterlagen durch die Kaliningrader Beh\u00f6rden f\u00fcr Ende des Jahres in Aussicht gestellt.<br \/>\nF\u00fcr den Standort M\u00fchlengarten\/Iljuschino wurde sowohl von den Vertretern des Ministeriums als auch der Gebietsverwaltung K\u00f6nigsberg\/Kaliningrad versichert, dass der Realisierung einer Feuchtgebietskl\u00e4ranlage mit Unterst\u00fctzung der DBU jetzt nichts mehr im Wege stehen werde.<br \/>\nGenehmigungsplanung Mysovka\/Karkeln<br \/>\nBei der Anlage Karkeln gab es einige \u00f6rtliche Abstimmungsprobleme, die dazu f\u00fchrten, da\u00df heute noch keine Baugenehmigung vorliegt.<br \/>\n2004<br \/>\nIn diesem Jahr war der Fortgang aufgehalten durch die noch immer nicht erteilte Genehmigung, das Fehlen einer \u00f6rtlichen geeigneten und zugelassenen Baufirma und russischen, von deutscher Seite nicht erf\u00fcllbaren, Kostenvorstellungen. Im Herbst versuchten alle deutschen Beteiligten eine L\u00f6sung zu finden, zun\u00e4chst mit dem urspr\u00fcnglichen, von der DBU zur Verf\u00fcgung gestellten Etat.<br \/>\n2005<br \/>\nMit den Vorgaben des Jahres 2004 drohte das Projekt im Fr\u00fchjahr 2005 endg\u00fcltig zu scheitern. In weiteren Gespr\u00e4chen zwischen den Projektpartnern und mit DBU, BMU und UBA wurde eine erweiterter Betrag f\u00fcr die Unterst\u00fctzung des Baus in Aussicht gestellt. Die zwischenzeitlich durchgef\u00fchrte Ausschreibung f\u00fcr die Pflanzenkl\u00e4ranlage Iljuschino wurde von der Firma Melnest aus Nesterov, der Kreisstadt des neuen Standortes Iljuschino\/M\u00fchlengarten, gewonnen.<br \/>\nNach dem ersten Spatenstich im Mai 2005 wurde die Anlage dann von der zuverl\u00e4ssigen und kompetenten Baufirma Melnest bis Mitte Oktober nach erfolgter Inbetriebnahme und Einweisung z\u00fcgig und kom-plett fertiggestellt, unter Bauoberleitung durch das Ing.-B\u00fcro \u00d6kolog, Augsburg.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Es fanden Pr\u00e4sentationen \u00fcber Feuchtgebietstechnik und speziell \u00fcber das Kl\u00e4ranlagenprojekt in Rossitten bzw. M\u00fchlengarten \/ Iljuschino bei der j\u00e4hrlichen von ITUT organisierten Umweltkonferenz in K\u00f6nigsberg statt. Desweiteren wurden Beitr\u00e4ge zu diesem Pilotprojekt im Fernsehen gesendet und in verschiedenen regionalen Zeitungen ver\u00f6ffentlicht.<br \/>\nIm Rahmen der K\u00f6nigsberg-Reise vom 18.-23.10.2005 wurden mit Gebietsverwaltung und Gemeinde die Schlussfolgerungen f\u00fcr weitere \u00e4hnliche Abwasserl\u00f6sungen im Gebiet K\u00f6nigsberg er\u00f6rtert und dazu Empfehlungen gegeben. Mit der Stadtverwaltung von Svetlyi (Zimmerbude) (ca. 25.000 EW) wurde das Gespr\u00e4ch zur Verwirklichung der schon im Rahmen der Machbarkeitsstudie 2002 vorgeschlagenen Feuchtgebietskl\u00e4ranlage zum Anbau von Rohrkolben als nachwachsender Rohstoff fortgesetzt.<br \/>\nMitte September 2005 fand die offizielle Einweihung und Inbetriebnahme der Feuchtgebietskl\u00e4ranlage Iljuschino unter Beteiligung zahlreicher an der Realisierung des Projektes beteiligter G\u00e4ste statt, u. a. der Gebietsverwaltung, des Landkreises, der Gemeinde, der DBU, des BMU, des UBA, von ITUT, der Baufirma und des baubegleitenden Ingenieurb\u00fcros. Hier\u00fcber wurde im regionalen Fernsehen und den K\u00f6nigsberger Zeitungen sowie im K\u00f6nigsberg-Express berichtet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Ma\u00dfnahme konnte am Ende erfolgreich umgesetzt werden. Ausschlaggebend daf\u00fcr waren die Komplettfinanzierung durch die deutsche Seite, Geduld und Entschlossenheit auf deutscher Seite, die Unterst\u00fctzung und Beratung durch ITUT und die zuverl\u00e4ssige und f\u00e4hige Baufirma.<br \/>\nHindernisse und Grund f\u00fcr die jahrelangen Verz\u00f6gerungen waren die russische B\u00fcrokratie, unterschiedliche Mentalit\u00e4ten, das Fehlen eines direkten Interessenten und verantwortlichen vor-Ort-Ansprechpartners f\u00fcr das Projekt (der auch \u00fcber Finanzmittel verf\u00fcgt und in der Lage ist, seine Interessen gegen\u00fcber der B\u00fcrokratie durchzusetzen) und die allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.<br \/>\nEs kann nicht davon ausgegangen werden, dass die russische Seite im Bereich der kommunalen Abwasserreinigung gro\u00dfe Bauma\u00dfnahmen verwirklichen kann oder wird.<br \/>\nEs wird deshalb empfohlen, monofunktionale Anlagen, die lediglich der kommunalen Abwasserreinigung dienen, zumindest f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum im Gebiet K\u00f6nigsberg, von deutscher Seite nicht mehr zu finanzieren.<br \/>\nEmpfehlenswert scheinen Projekte der industriellen oder gewerblichen Abwasserreinigung, bei denen der Auftraggeber \u00fcber ausreichende eigene Finanzmittel verf\u00fcgt, sowie die F\u00f6rderung von Feuchtgebietskl\u00e4ranlagen mit einer multifunktionalen Nutzung. Diese beinhaltet dann nicht nur die Abwasserreinigung, sondern auch den Anbau nachwachsender Rohstoffe, die Produktion von D\u00e4mmplatten, Zuschlagsstoffen etc. daraus, damit die Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen usw.<br \/>\nBesonders erfolgversprechend ist die Umsetzung mit engagierten Firmen oder Organisationen, die einen wirtschaftlichen oder imagem\u00e4\u00dfigen Vorteil davon haben, \u00fcber eigene ausreichende Finanzmittel verf\u00fcgen und in der Lage und willens sind, sich gegen\u00fcber der Verwaltung zu behaupten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die bestehende Abwasserentsorgung im Gro\u00dfraum K\u00f6nigsberg ist v\u00f6llig unzureichend und, als eine Folge davon, die Umweltsituation des Frischen und Kurischen Haffs sehr schlecht. Die sozio\u00f6konomischen Rahmenbedingungen sind ung\u00fcnstig. 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