{"id":23207,"date":"2023-07-13T15:22:46","date_gmt":"2023-07-13T13:22:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20782-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:48","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:48","slug":"20782-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20782-01\/","title":{"rendered":"Demonstrationsvorhaben zur Ressourcenschonung und Umweltkostenreduzierung im  Museumsbereich"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Drei Museen im Zentrum der Stadt Oldenburg kooperieren bei einem Pilotprojekt zur erstmaligen Zertifizierung der Einrichtungen nach der europ\u00e4ischen Verordnung EMAS II. In Zusammenarbeit mit dem Museumsverband f\u00fcr Niedersachsen und Bremen e.V. soll eine kontinuierliche Multiplikation der Projektergebnisse und eine Information u. a. der Museumsbesucher erfolgen. Die Resultate des Demonstrations-vorhabens werden praxis- und anwendungsbezogen f\u00fcr andere Einrichtungen in Form eines Leitfadens aufbereitet. Zur praxisnahen Einbindung der Mitarbeiter wird ein \u00d6ko-Audit-Koffer entwickelt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Modellprojekt startet mit einer Analysephase und Bestandsaufnahme. Untersucht und ermittelt werden in erster Linie museumsspezifische Umweltfaktoren, die Nutzung der Geb\u00e4ude, Liegenschaften, die Geb\u00e4udetechnik, Umweltverbr\u00e4uche und Umweltkosten. Auf der Basis dieser Ergebnisse wird ein Ma\u00dfnahmenkatalog zur Ressourcenschonung und Umweltkostenreduktion mit Hilfe geeigneter Kennzahlen entwickelt und festgelegt. Im zweiten Schritt des Projekts erfolgt die Entwicklung und Einf\u00fchrung eines Umweltmanagementsystems in den Museen zur Optimierung der jeweiligen Ressourcennutzung und Umweltkostenreduktion. Vor der Zertifizierung der Museen durch einen externen Umweltgutachter wird eine interne Umweltbetriebspr\u00fcfung durchgef\u00fchrt. Zur Nachbereitung des internen Audits und Vorbereitung der Zertifizierung werden Mitarbeiter geschult und gemeinsame Workshops durchgef\u00fchrt. Eine Umwelterkl\u00e4rung wird entwickelt, um das Umweltkonzept der Museen der \u00d6ffentlichkeit vorzustellen. Die drit-te Phase: Ein Leitfaden zur Darstellung der Projektergebnisse und ein \u00d6ko-Audit-Koffer zur Mitarbeiterschulung wird ausgearbeitet, um die nachhaltige Weiterentwicklung und Fortsetzung der Umweltmanagementsysteme sicherzustellen. Innerhalb der vierten Projektphase steht die Multiplikation der T\u00e4tigkeiten insbesondere an die Museumsbesucher und an weitere Museen im Vordergrund. Nach Ablauf des Projekts beginnt die f\u00fcnfte Phase, in der Kultureinrichtung eigenst\u00e4ndig die Fortsetzung und Fortentwick-lung der Managementsysteme sicherstellen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Projektverlauf hat deutlich gemacht, dass der Museumsbereich in vielf\u00e4ltiger Weise von Fragen des Umweltschutzes betroffen ist. Den Schwerpunkt der Untersuchungen bildete dabei die detaillierte Be-trachtung der Nutzung von Ressourcen wie z.B. Heizenergie\/ W\u00e4rme, Strom, Wasser sowie die Abwasser- und Abfallmengen. In allen beteiligten Einrichtungen verursacht der Ressourcenverbrauch sowie die Abfallentsorgung j\u00e4hrlich Kosten von \u00fcber 200.000 Euro. Damit ergeben sich zwangsl\u00e4ufig Synergien zwischen den Bestrebungen zur Schonung nat\u00fcrlicher Ressourcen und Ma\u00dfnahmen zur Kostensenkung.<br \/>\nDie hohe und durch steigende Energiepreise weiter wachsende Kostenbelastung der Museen geht dabei leider Hand in Hand mit einer unzureichenden Mittelausstattung der f\u00fcr die Finanzierung von Energieeinsparma\u00dfnahmen zust\u00e4ndigen Verwaltungen und \u00c4mter auf kommunaler und auf Landesebene. Eine derzeit nur auf die Beseitigung der allern\u00f6tigsten M\u00e4ngel ausgerichtete Liegenschaftsverwaltung ist in dieser Form nicht in der Lage, die Museen wirksam bei der Realisierung notwendiger Schritte zur Kostensenkung zu unterst\u00fctzen.<br \/>\nHingegen hat die Analyse in den Museen aber verdeutlicht, dass eine gezielte Optimierung des Status quo z. B. kostenintensivere Neuinvestitionen entbehrlich machen kann. Dieses gilt beispielsweise f\u00fcr die Optimierung von Heizungsanlagen oder auch f\u00fcr eine optimierte Steuerung der Beleuchtungstechnik; bei Amortisationszeiten von in der Regel unter f\u00fcnf Jahren.<br \/>\nDie in allen Museen durchgef\u00fchrte Umweltpr\u00fcfung nach der Europ\u00e4ischen Verordnung EMAS II hat weitere Ansatzpunkte f\u00fcr einen ressourcenschonenden Museumsbetrieb aufgezeigt, so z. B. hinsichtlich der Ber\u00fccksichtigung von Umweltschutzaspekten bei der Planung von Ausstellungen. Konkret kann hierbei beispielsweise eine durchdachte Routenplanung f\u00fcr die Abholung und den Transport von Ausstellungsst\u00fccken mit museumseigenen Fahrzeugen als Ansatzpunkt zur Minimierung des Einsatzes von Kraftstoffen wirken.<br \/>\nAls bemerkenswert hat sich zudem die hohe Betroffenheit vieler Arbeitsbereiche im Hinblick auf das Thema Gefahrstoffe herauskristallisiert. Die Pr\u00e4parierung oder Restaurierung von Ausstellungselementen verschiedenster Art ist in allen beteiligten Einrichtungen verbunden mit dem Einsatz von \u00fcber 300 als Gefahrstoff gekennzeichneten Produkten und Stoffen. Auch dieses Beispiel illustriert die hohe Relevanz von Umweltschutzaspekten im Museumsbereich.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt Ressourcenschonung und Umweltkostenreduzierung hat eine h\u00f6here Relevanz umweltschutzbezogener Fragestellungen als Ergebnis hervorgebracht als dies vorher ggf. zu vermuten gewesen w\u00e4re. Ebenso hat die erstmalige umfassende Behandlung der Thematik auf Grundlage der Anwendung aller Bausteine und Systemelemente von EMAS II wieder einmal best\u00e4tigt, das nur die wirklich umfassende Betrachtung des Umweltschutzes einen vollen Einblick in das Potenzial eines Umweltmanagements erm\u00f6glichen kann. Ebenso gro\u00df ist das Potenzial sowie der Bedarf an Ma\u00dfnahmen zur Ressourcenschonung und Kostensenkung. Um dieses zu erschlie\u00dfen, bedarf es aber zus\u00e4tzlicher Mittel und weiterer Anstrengungen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt Ressourcenschonung und Umweltkostenreduzierung hat eine h\u00f6here Relevanz umweltschutzbezogener Fragestellungen als Ergebnis hervorgebracht als dies vorher ggf. zu vermuten gewesen w\u00e4re. Ebenso hat die erstmalige umfassende Behandlung der Thematik auf Grundlage der Anwendung aller Bausteine und Systemelemente von EMAS II wieder einmal best\u00e4tigt, das nur die wirklich umfassende Betrachtung des Umweltschutzes einen vollen Einblick in das Potenzial eines Umweltmanage-ments erm\u00f6glichen kann. Ebenso gro\u00df ist das Potenzial sowie der Bedarf an Ma\u00dfnahmen zur Ressourcenschonung und Kostensenkung. Um dieses zu erschlie\u00dfen, bedarf es aber zus\u00e4tzlicher Mittel und weiterer Anstrengungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Drei Museen im Zentrum der Stadt Oldenburg kooperieren bei einem Pilotprojekt zur erstmaligen Zertifizierung der Einrichtungen nach der europ\u00e4ischen Verordnung EMAS II. In Zusammenarbeit mit dem Museumsverband f\u00fcr Niedersachsen und Bremen e.V. soll eine kontinuierliche Multiplikation der Projektergebnisse und eine Information u. a. der Museumsbesucher erfolgen. 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