{"id":23194,"date":"2023-07-13T15:20:30","date_gmt":"2023-07-13T13:20:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17400-34\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:30","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:30","slug":"17400-34","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17400-34\/","title":{"rendered":"Umweltgerechte Ver- und Entsorgungssysteme am Bergwachtst\u00fctzpunkt Grafenh\u00fctte\/Marktschellenberg"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Bergwachtbereitschaft Marktschellenberg hatte zu Ausbildungszwecken und zur Durchf\u00fchrung der satzungsgem\u00e4\u00df vorgeschriebenen Naturschutzstreifen von der Forstverwaltung des Freistaates Bayern die Forstdiensth\u00fctte Grafenh\u00fctte als Naturschutzst\u00fctzpunkt \u00fcbernommen und war f\u00fcr die Erhaltung zust\u00e4ndig. Sie liegt auf 1.220 m \u00fc. NN im Massiv des Untersberges im Berchtesgadener Land. Zur umweltgerechten Ver- und Entsorgung der Grafenh\u00fctte wurden nachfolgend beschriebene Ziele gesteckt.<br \/>\nAbwasserbeseitigung\/Abfallproblematik: Um die F\u00e4kalien, die durch die H\u00fcttenbenutzung anfielen, umweltgerecht zu entsorgen, war der Neubau einer Komposttoilette notwendig. Die entstehenden F\u00e4kalienreste wurden wie Abfall behandelt.<br \/>\nElektroversorgung: Zur elektrischen Versorgung war bis dato nur eine Kleinst-PV-Anlage in 12V-Technologie mit Bleibatterien zur Pufferung vorhanden. Diese sollte auf 220V aufger\u00fcstet werden.<br \/>\nWasserversorgung: Die H\u00fctte hatte kein flie\u00dfendes Wasser. Dies sollte in Zukunft auch so bleiben, da sonst eine aufw\u00e4ndigere Abwasserbehandlung notwendig wurde. Die Quelle, die unter der H\u00fctte liegt, sollte neu gefasst werden, um die Versorgung dauerhaft sicher zu stellen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenH\u00fctte allgemein:<br \/>\nEs wurde ein Komposttoilettengeb\u00e4ude mit Gr\u00fcndung auf Fels, Stahlbetonw\u00e4nden und -bodenplatte, H\u00fctte als Holzkonstruktion in Riegelbauweise, Holzschalung \u00fcberlukt, Dachkonstruktion zimmermannsm\u00e4\u00dfig als Pultdach, Deckung in Kupfer, Komposttoilette unter der Bodenplatte angeordnet, von au\u00dfen zu bedienen, gebaut.<br \/>\nAbfallbeseitigung:<br \/>\nDie Komposttoilette besteht aus einem Beh\u00e4lter mit zwei Einzelkompostr\u00e4umen, die abwechselnd \u0082beschickt werden. Der Festbestandteil wird mit Rindenschrot und Gesteinsmehl eingestreut und der Urin wird abgeschieden, wodurch der Luftzutritt, der f\u00fcr den Abbauprozess notwendig ist, sichergestellt wird. Die Kotmasse, die bereits durch das Einstreumaterial aufgelockert wurde, wird vor dem Wenden des Beh\u00e4lters nochmals homogen durchmischt. In diesem Zustand verbleibt das Material etwa ein halbes bis dreiviertel Jahr, um dann kompostiert auf dem Bergwaldboden ausgebracht zu werden.<br \/>\nElektroversorgung: Die bestehende PV-Anlage wurde mit 2 Paneelen auf insgesamt 3 Paneele f\u00fcr den Winter- wie Sommerbetrieb aufger\u00fcstet und mit einem 220V-Wechselrichter erweitert. Die Paneele mit einer Gr\u00f6\u00dfe von rund 100\/100cm wurden am First des Daches zu beiden Seiten mit Falzklemmen unter ca. 60\u00b0 zur Waagrechten installiert. Somit ist die Ausrichtung zur Sonneneinstrahlung ideal und die Funktionst\u00fcchtigkeit selbst bei starkem Schneefall gew\u00e4hrleistet.<br \/>\nWasserversorgung:<br \/>\nDie Quelle wurde neu gefasst, abgedichtet und wieder verf\u00fcllt. Die Leitung zum Brunnen wurde erneuert und wieder verf\u00fcllt. Alle Erdarbeiten wurden in Handarbeit verrichtet.<br \/>\nDie Trinkwasserqualit\u00e4t kann technisch nicht so sichergestellt werden, dass der Aufwand zum Nutzen steht. Deshalb wurde auf eine Trinkwasseraufbereitungsanlage verzichtet und die spartanische Variante mit Brauchwasser aus Kanistern und Trinkwasser nach dem Abkochen gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Komposttoilette ist nun seit einigen Jahren installiert und wurde durch das Ing.-B\u00fcro Wagner dokumentiert. Bei den Temperaturaufzeichnungen hat sich herausgestellt, dass die Temperatur von Mitte Mai bis Ende Oktober \u00fcber 5\u00b0 C liegt, d.h. in dieser Zeit arbeiten die Bakterien. Danach stellen sie ihre Arbeit ein, bzw. das Kompostgut gefriert. In der Frostperiode lockert sich das strukturierte Material nochmals auf und Feuchtigkeit sublimiert. Eine weitere Trocknung stellt sich ein. Bei diesem Vorgang verringert sich auch das Volumen auf ein Drittel des Ausgangsvolumens, somit kann bei vollgef\u00fclltem zweitem Beh\u00e4lter-raum das bereits kompostierte Material zur Auflockerung verwendet werden. Es bleibt Material, das mit Blumenerde angereichtertem Rindenmulch vergleichbar ist, zur\u00fcck.<br \/>\nDie Photovoltaikanlage funktioniert erwartungsgem\u00e4\u00df, denn auf Grund des geringen Verbrauchs sind keine problematischen Spitzen abzudecken.<br \/>\nDie Quellfassung l\u00e4uft wieder gleichm\u00e4\u00dfig und ohne Eintr\u00fcbungen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Es wurde ein Bericht in der Bergwachtzeitschrift \u0082Hart am Berg erstellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Aus Sicht der Bergwachtbereitschaft Markschellenberg war die Verwirklichung der oben genannten Ma\u00dfnahmen ein gro\u00dfer Erfolg. Die Neu- und Umbauten wurden von allen Mitgliedern mitgetragen und vertreten, die Komposttoilette wurde verantwortlich ben\u00fctzt und die Trinkwassergewinnung und -nutzung wie gew\u00fcnscht eingehalten.<br \/>\nDie Funktion der Komposttoilette wird weiterhin \u00fcberpr\u00fcft, dokumentiert und gegebenenfalls angepasst. Das Ingenieurb\u00fcro Wagner konnte die gewonnenen Kenntnisse in weiteren von der DBU gef\u00f6rderten dezentralen Projekten im alpinen Raum weiterverwerten.<br \/>\nMit diesem Projekt wurden all jene H\u00fctten modellhaft erfasst, die, wie zum Beispiel Forsth\u00fctten, nur sel-ten genutzt werden, einen geringen Strombedarf aufweisen und einen beschr\u00e4nkten Nutzerkreis haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Bergwachtbereitschaft Marktschellenberg hatte zu Ausbildungszwecken und zur Durchf\u00fchrung der satzungsgem\u00e4\u00df vorgeschriebenen Naturschutzstreifen von der Forstverwaltung des Freistaates Bayern die Forstdiensth\u00fctte Grafenh\u00fctte als Naturschutzst\u00fctzpunkt \u00fcbernommen und war f\u00fcr die Erhaltung zust\u00e4ndig. Sie liegt auf 1.220 m \u00fc. NN im Massiv des Untersberges im Berchtesgadener Land. 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