{"id":23177,"date":"2023-09-24T10:32:01","date_gmt":"2023-09-24T08:32:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17400-87\/"},"modified":"2023-09-24T10:32:04","modified_gmt":"2023-09-24T08:32:04","slug":"17400-87","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17400-87\/","title":{"rendered":"Zusatzprojekt: Kurzstudie \u00fcber den Einsatz von Membranbelebungsverfahren zur Abwasserreinigung auf H\u00fctten im alpinen Bereich am Beispiel der Mannheimer H\u00fctte und der Oberzalimh\u00fctte der Sektion Mannheim des DAV"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des 3. Internationalen Fachseminars Umweltgerechte Ver- und Entsorgungskonzepte f\u00fcr Berg- und Schutzh\u00fctten der Deutschen Bundesstiftung Umwelt am 28.02.\/01.03.2003 in Benediktbeuern wurde unter anderem die Reststoffproblematik bei der Abwasserreinigung diskutiert.<br \/>\nIm Zuge dieser Gespr\u00e4che wurde die Reinigung von Abwasser mittels membranbiologischer Verfahren aufgegriffen und kontrovers diskutiert. Ein Ergebnis dieser Diskussion war der Wunsch, eine Kurzstudie zum Einsatz der Membranbelebungsverfahren in der Abwasserreinigung im Gebirge anhand eines Projektbeispiels zu erstellen.<br \/>\nDie Kurzstudie Einsatz von Membranbelebungsverfahren zur Abwasserreinigung auf H\u00fctten im alpinen    Bereich wurde im Jahr 2003 bewilligt, anhand von zwei konkreten Abwasseranlagen im alpinen Raum Membranbelebungsanlagen zu dimensionieren sowie Vor- und Nachteile und Randbedingungen zu nennen.<br \/>\nIm Rahmen der zur Studie notwendigen Herstellerrecherche wurde deutlich, dass f\u00fcr diese Anlagen zum damaligen Zeitpunkt noch keine verwertbaren Erfahrungsberichte vorlagen. Die genannten Ziele der Studie konnten somit nicht befriedigend erreicht werden. Weiterhin sollten nach Diskussion mit der DBU Erfahrungen aus dem Bau der Membranbelebungsanlage der Olpererh\u00fctte mit in diese Studie einflie\u00dfen. Aus diesem Grund wurde die Fertigstellung der Kurzstudie verschoben und die Studie inhaltlich erweitert. Zus\u00e4tzlich wurden in den letzten Jahren vor allem in Tallagen sehr viele Erfahrungen auf dem Gebiet der Membranbelebungsanlagen gesammelt. Die Betriebserfahrungen sollen einen \u00dcberblick \u00fcber den Einsatz dieser Anlagen im alpinen Bereich geben. Die bereits im vorgehenden Antrag durchgef\u00fchrten Leistungen flossen in die Folgestudie ein.<br \/>\nDie Folgestudie sollte Empfehlungen geben f\u00fcr den sinnvollen Einsatz von Membrananlagen in alpinen Lagen, \u00fcber deren Betrieb und Vor- und Nachteile solcher Anlagen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Studie basiert haupts\u00e4chlich auf Recherche in der Literatur, Projekten und Erfahrungen im wissenschaftlichen Bereich.<br \/>\nWeiterhin wurde die Olpererh\u00fctte mehrfach besucht und die Anlage vor Ort beprobt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Recherche zeigte, dass in den letzten Jahren viele Membranbelebungsanlagen im Bereich der Klein- kl\u00e4ranlagen und mehrere Gro\u00dfkl\u00e4ranlagen in Betrieb genommen worden sind und hier Erfahrungen gesammelt wurden. Auch wurden Membrananlagen oft in Gebieten mit Wasserknappheit oder bei hohen Anforderungen an den Ablauf eingesetzt. Hier sind vor allem Anlagen in Trinkwassereinzugsgebieten, bei empfindlichen aufnehmenden Gew\u00e4ssern (Vorflutern) oder auf Schiffen zu nennen.<br \/>\nEs wurden auch Erfahrungen mit weitergehender Abwasserreinigung (Stickstoff und Phosphorelimination) gemacht. Alle diese Erfahrungen und Erkenntnisse helfen beim Einsatz von Membrankl\u00e4ranlagen im Gebirge. Einige Beispiele zeigten, das eine Abwasserreinigung mittels Membranbelebungsanlage in H\u00f6henlagen gute Reinigungsleistungen erzielen, wenn die Anlage auf die vorhandene Randbedingungen angepasst worden sind (S\u00e4ntis, Schw\u00e4galp [ETH 2004]).<br \/>\nDas Abwasser von H\u00fctten im alpinen Bereich kann nicht mit dem konventionellen kommunalen Abwasser verglichen werden. Die im Abwasser befindlichen Schadstoffe sind zwar \u00e4hnlich, aber die Konzentration und Zusammensetzung ist mit kommunalem Abwasser nicht zu vergleichen. Deshalb ist es schwer bis nicht machbar, vorgefertigte Standardanlagen im H\u00fcttenbereich einzusetzen. Es muss immer eine orts- spezifische Auslegung erfolgen und es m\u00fcssen die f\u00fcr Kl\u00e4ranlagen im Gebirge spezifischen Erfahrungen ber\u00fccksichtigt werden.<br \/>\nGerade bei H\u00fctten im alpinen Bereich ist die Voruntersuchung der Randbedingungen der entscheidende Schritt um eine m\u00f6glichst genaue und angepasste Dimensionierung durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Nach der Er- fassung der Randbedingungen wie u.a. Gr\u00f6\u00dfe der H\u00fctte, Frequentierung von Tages- und \u00dcbernachtungs- g\u00e4sten, H\u00f6henlage, Betriebszeiten, Kosten und geforderten Ablaufqualit\u00e4ten muss betrachtet werden, welches Kl\u00e4rverfahren am ehesten f\u00fcr diese Randbedingungen geeignet ist.<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich sollte der Betrieb einer Abwasseranlage m\u00f6glichst wenig zeitaufw\u00e4ndig und einfach zu er- ledigen sein. Bei Membranbelebungsanlagen hei\u00dft das, dass eine Reinigung der Membran vor Ort nicht sinnvoll ist, da die Lagerung von Chemikalien notwendig w\u00e4re, das Personal gesondert geschult werden und die Zeit daf\u00fcr aufgewandt werden muss.<br \/>\nEin Ausgleichsbeh\u00e4lter vor der Membrananlage ist zwingend notwendig und muss f\u00fcr die zu erwartenden hydraulischen St\u00f6\u00dfe ausreichend dimensioniert sein.<br \/>\nIn Gebieten mit Wasserknappheit oder bei Ableitung in Richtung eines Trinkwassereinzugsgebietes kann die Wahl einer Membranbelebungsanlage als beste L\u00f6sung erscheinen. Es muss aber beachtet werden, dass diese Anlagen h\u00f6here Investitions- und Betriebskosten hervorrufen k\u00f6nnen, die permanente Strom- versorgung gesichert und zuverl\u00e4ssiges Personal vorhanden sein muss.<br \/>\nBei H\u00fctten im alpinen Bereich, die als Inselbetrieb mit eigener Stromerzeugung betrieben werden, muss   bei der Planung einer Kl\u00e4ranlage immer mit ber\u00fccksichtigt werden, dass die vorhandene Energieversor- gung durch den Anschluss der Anlage gegebenenfalls angepasst und\/oder ver\u00e4ndert werden muss. Da   die Membrananlage ein Drittel des Stromverbrauchs einer H\u00fctte ausmachen kann, ist ein Abwasserkon-zept mit einer Membrananlage nicht von einem parallelen Energiekonzept zu trennen.<br \/>\nWeiterhin hat sich gezeigt, dass  die errichteten Anlagen derzeit einer intensiven Betreuung in den ersten Betriebssaisonen bed\u00fcrfen, bis sie optimal eingestellt sind. Die Anlagen k\u00f6nnen nur im laufenden Betrieb an die zuflie\u00dfenden Abwasserbedingungen angepasst werden um eine ausreichende Reinigungsleistung zu erzielen und um die spezifische Abwasserbeschaffenheit ausreichend zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Bisher erfolgte keine zus\u00e4tzliche \u00d6ffentlichkeitsarbeit. Durch die Recherche wurden die Ergebnisse mit mehreren Interessenten diskutiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Erfahrungen aus der Installation einer Membranbelebungsanlage auf der Olpererh\u00fctte haben unter anderem gezeigt, dass<br \/>\n&#8211;\tdie Anlage in das Energiekonzept eingepasst werden muss<br \/>\n&#8211;\tauf eingesetzte Materialien geachtet werden muss<br \/>\n&#8211;\tein geordneter \u00dcberlauf vorhanden sein muss (Notfall)<br \/>\n&#8211;\tdie Probenahmestellen an der Anlage gut zug\u00e4nglich und sinnvoll angeordnet sein m\u00fcssen<br \/>\n&#8211;\talle Mess- und Schalteinrichtungen gut zug\u00e4nglich sein m\u00fcssen und<br \/>\n&#8211;\tein Entleeren der Becken (z.B. f\u00fcr Wartungszwecke) m\u00f6glich sein muss.<br \/>\n&#8211;\tdie gew\u00e4hlten Baumaterialien auch unter den feuchten Bedingungen im Gebirge lange best\u00e4ndig sein m\u00fcssen<br \/>\n&#8211;\tdie im DAV bereits seit vielen Jahren angesammelte Erfahrung mit der Abwasserreinigung im Gebirge mit einzubringen.<br \/>\nDie n\u00e4chsten Jahre werden zeigen, wie sich Membranbelebungsanlagen im Betrieb bew\u00e4hren. Generell wird davon ausgegangen, dass Membranbelebungsanlagen auf H\u00fctten im alpinen Bereich sinnvoll eingesetzt werden k\u00f6nnen. Gerade bei oft geringem Platzangebot und\/oder hoher Anforderungen an die hygienische Ablaufqualit\u00e4t wird die Membranbelebungsanlage eine sinnvolle L\u00f6sung zur Abwasserreinigung sein, wenn ausreichend Energie zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens W\u00e4hrend des 3. Internationalen Fachseminars Umweltgerechte Ver- und Entsorgungskonzepte f\u00fcr Berg- und Schutzh\u00fctten der Deutschen Bundesstiftung Umwelt am 28.02.\/01.03.2003 in Benediktbeuern wurde unter anderem die Reststoffproblematik bei der Abwasserreinigung diskutiert. Im Zuge dieser Gespr\u00e4che wurde die Reinigung von Abwasser mittels membranbiologischer Verfahren aufgegriffen und kontrovers diskutiert. Ein Ergebnis dieser Diskussion [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[51,70,53],"class_list":["post-23177","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-ressourcenschonung","tag-schleswig-holstein","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"17400\/87","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"2622ea17.eaad.4512.aa39.fb132406e284","dbu_projektdatenbank_bsumme":"10.313,00","dbu_projektdatenbank_firma":"OtterWasser GmbH\nIngenieurgesellschaft f\u00fcr integrierte Siedlungstechnik","dbu_projektdatenbank_strasse":"Travem\u00fcnder Allee 79","dbu_projektdatenbank_plz_str":"23568","dbu_projektdatenbank_ort_str":"L\u00fcbeck","dbu_projektdatenbank_p_von":"2007-12-20 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2008-12-20 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"1 Jahr","dbu_projektdatenbank_telefon":"0451-70200-51","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Schleswig-Holstein","dbu_projektdatenbank_foerderber":"114","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"DBU-Abschlussbericht-AZ-17400_40_87.pdf","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23177","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23177\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":36180,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23177\/revisions\/36180"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23177"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23177"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23177"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}