{"id":23172,"date":"2023-07-13T15:22:38","date_gmt":"2023-07-13T13:22:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20634-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:41","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:41","slug":"20634-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20634-01\/","title":{"rendered":"Durchf\u00fchrung des Umweltbildungsprojektes Bildung und Naturerziehung am Nationalparkzentrum Lahemaa (Estland)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das neue Nationalparkhaus sollte in Bezug auf Ausstellungen und auf Bildungsarbeit zum aktiven und f\u00fcr Besucher und die in der Region lebende Bev\u00f6lkerung attraktiven und informativen Besucherzentrum entwickelt werden. Die besondere Bedeutung von Umweltbildungsarbeit f\u00fcr Jugendliche und Erwachsene an diesem Standort ergab sich aus drei Faktoren: 1. die Bev\u00f6lkerung ist dem Nationalpark gegen\u00fcber eher negativ eingestellt: sie erlebt ihn (auch vor dem Hindergrund der spezifischen baltischen Geschich-te) als restriktive Einrichtung (Bauvorhaben, Tourismusentwicklung etc); 2. die Zahl der Touristen steigt stetig, weil Estland wegen historischer Bez\u00fcge zu Finnland und Deutschland zun\u00e4chst f\u00fcr diese L\u00e4nder, inzwischen auch dar\u00fcber hinaus eine schnelle Anbindung an internationale Touristenstr\u00f6me erf\u00e4hrt; 3. der Nationalpark Lahemaa besitzt als Teil der Kette der Ostseeschutzgebiete besondere \u00f6kologische Be-deutung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZum Zeitpunkt der Genehmigung des F\u00f6rderprojekts waren bauliche Ma\u00dfnahmen im Nationalparkhaus weitgehend abgeschlossen. Ein Ausstellungskonzept lag vor, stellte aber die Mitarbeiter nicht zufrieden. Raum 1 war fertig, zeigte aber bereits handwerkliche Schw\u00e4chen. Aktive Bildungsarbeit wurde nach wie vor nicht durchgef\u00fchrt. Folgende Arbeitsschritte wurden mit den Projektpartnern vereinbart:<br \/>\n\u00d8\tBesprechung des bestehenden Ausstellungskonzeptes durch eine f\u00fcnfk\u00f6pfige Expertengruppe vor Ort in Lahemaa und Diskussion der Vorschl\u00e4ge zur Modifizierung mit dem dortigen Team (April 2004).<br \/>\n\u00d8\tDetaillierte Ausarbeitung der Ideen durch die Experten sowie deren gemeinsame Weiterentwicklung mit dem Ziel, zun\u00e4chst ein fertiges Konzept f\u00fcr den Raum 2 zu erstellen (zum Herbst 2004), um diesen Teil der Ausstellung noch w\u00e4hrend der Projektlaufzeit umzusetzen. Die Gesamtplanung f\u00fcr die Ausstellung soll bis Ende Januar 2005 abgeschlossen sein, um mit Ende der Projektf\u00f6rderung ein vollst\u00e4ndiges Konzept zu haben, mit dem der Ausbau des Zentrums in den n\u00e4chsten Jahren vorangetrieben werden kann.<br \/>\n\u00d8\tDurchf\u00fchrung eines Junior Ranger Projekts im Nationalpark im Sommer 2004 als Einstieg in den Umweltbildungsbereich. Die Ergebnisse dieses Teils der Jugendarbeit sollen f\u00fcr Besucher und Einheimische im Nationalparkhaus dokumentiert werden. Aufbauend auf die Erfahrung von 2004 beginnt anschlie\u00dfend die Planung f\u00fcr ein Junior Ranger Projekt im Jahr 2005.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die gesetzten Projektziele wurden erreicht und zwar:<br \/>\n\u00d8\tEin vollst\u00e4ndiges Konzept f\u00fcr die Ausstellungen im Nationalparkhaus mit detaillierten Pl\u00e4nen f\u00fcr alle R\u00e4ume wurde vom Expertenteam in Zusammenarbeit mit der Nationalparkverwaltung Lahemaa und dem Estnischen Institut erstellt und verabschiedet.<br \/>\n\u00d8\tEin Teilbereich der neuen Ausstellung (der obere Flur) wurde entsprechend den Pl\u00e4nen umgesetzt.<br \/>\n\u00d8\tNach Ende des Projekts wird die Arbeit zur Umsetzung der Ausstellungspl\u00e4ne weitergef\u00fchrt.<br \/>\n\u00d8\tDas Junior-Ranger Projekt wurde mit gro\u00dfem Erfolg 2004 und 2005 im Nationalpark durchgef\u00fchrt. F\u00fcr den Sommer 2006 ist wieder eine Junior-Ranger Woche in Lahemaa geplant. Die von den Junior-Rangern angefertigten Posterausstellungen wurden im Nationalparkhaus und in lokalen Schulen ausgestellt. Junior-Ranger aus Lahemaa haben bisher an drei Internationalen Junior-Ranger Camps in anderen L\u00e4ndern teilgenommen.<br \/>\nBei der Durchf\u00fchrung der Projektaktivit\u00e4ten gab es einige Verz\u00f6gerungen, die zu Projektbeginn mit Kommunikationsschwierigkeiten, sp\u00e4ter aber mit den b\u00fcrokratischen Rahmenbedingungen und Struktur\u00e4nderungen in Estland, die im Laufe des Projekts eintraten, zusammenhingen. Die Projektlaufzeit wurde insgesamt um ein Jahr verl\u00e4ngert. Dabei wurde das urspr\u00fcngliche Budget eingehalten. Durch gutes Wirtschaften war es sogar m\u00f6glich, mehr Geld in die Erstellung der Ausstellungspl\u00e4ne zu investieren, als in der ersten Kostenkalkulation vorgesehen.<br \/>\nIm Rahmen des Projekts war es leider nicht m\u00f6glich, die bestehende Partnerschaft zwischen den Nationalparken Lahemaa (EE) und Vorpommersche Boddenlandschaft (D) so weit auszubauen, wie urspr\u00fcnglich geplant. Jedoch haben die deutschen Kollegen f\u00fcr eine Mitarbeiterin aus Lahemaa einen sehr informativen Studienbesuch zum Thema Konzeption von Besucherzentren organisiert und so ihren Partner-park praktisch unterst\u00fctzt.<br \/>\nAuf dringende Bitte der Nationalparkverwaltung Lahemaa wurde das Estnische Institut als neuer Partner in die Projektaktivit\u00e4ten einbezogen. Das Estnische Institut nahm eine leitende Rolle bei der Entwicklung der Ausstellungspl\u00e4ne mit den EUROPARC-Experten sowie bei deren sp\u00e4teren Umsetzung ein. Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Instituts war hervorragend.<br \/>\nInsgesamt kann ein deutlicher Anschub sowohl f\u00fcr die Fortentwicklung des Besucherzentrums als auch f\u00fcr den Start der Kinder- und Jugendarbeit im Nationalpark Lahemaa registriert werden. Der Nationalpark Lahemaa erh\u00e4lt eine Ausstellung, die f\u00fcr estnische Schutzgebiete einmalig ist. Ihre Planung und Umsetzung bietet wertvolle Erfahrungen und Anregungen f\u00fcr andere Schutzgebiete.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00dcber das F\u00f6rderprojekt und dessen Fortschritt wurde regelm\u00e4\u00dfig in Publikationen der F\u00f6deration EU-ROPARC berichtet. Somit wurden die Ergebnisse f\u00fcr andere Schutzgebiete und ihre zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden in ganz Europa sichtbar. Das Junior-Ranger Projekt in Lahemaa wurde auf den EUROPARC Webseiten zur Information anderer interessierter Parks pr\u00e4sentiert. In Estland wurde 2004 in verschiedenen regionalen Zeitungen sowie einer landesweiten Rundfunkausstrahlung \u00fcber die erste Junior-Ranger Woche berichtet. Im Mai 2006 wurde das F\u00f6rderprojekt bei der offiziellen Er\u00f6ffnung des ersten Teils der neuen Ausstellung im Nationalpark kurz pr\u00e4sentiert und die Unterst\u00fctzung der DBU erneut hervorgehoben. Innerhalb des EUROPARC-Netzwerkes wird es auch k\u00fcnftig einen Austausch \u00fcber die gesammelten Erfahrungen und Ergebnisse des Projekts geben, damit auch andere Parks davon profitieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das F\u00f6rderprojekt hatte als \u00fcberragendes Ziel, durch die Entwicklung von Ausstellungen und Naturerziehungsprogrammen im und um das Nationalparkhaus in Palmse, Lahemaa, einen aktiven Beitrag zur Naturerziehung in Estland zu leisten, sowie das \u00f6ffentliche Bewusstsein f\u00fcr Natur und Landschaften in die-ser besonderen Region an der Ostseek\u00fcste zu st\u00e4rken.<br \/>\nDurch die Projektaktivit\u00e4ten sind bedeutende Schritte zur Erf\u00fcllung dieses Ziels geleistet worden. Eine neue, moderne Ausstellung entsteht im Nationalparkhaus, die den Besuchern ein Gef\u00fchl f\u00fcr die Einzigartigkeit dieses Gebiets, sowie die Bedeutung des Nationalparks vermittelt. Das Junior-Ranger Projekt, das dank Projektmittel und europ\u00e4ischer Expertise in Lahemaa initiiert wurde, ist nun schon im dritten Jahr und ein voller Erfolg! Die Begeisterung der Junior Ranger erweckt auch die Sympathien ihrer Familien f\u00fcr den Nationalpark. Das Projekt hat dem Nationalpark Lahemaa einen soliden Rahmen gegeben, nach Projektende sowohl die Arbeit an der Ausstellungsentwicklung als auch die Naturerziehungsaktivit\u00e4ten im Park weiter voranzutreiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das neue Nationalparkhaus sollte in Bezug auf Ausstellungen und auf Bildungsarbeit zum aktiven und f\u00fcr Besucher und die in der Region lebende Bev\u00f6lkerung attraktiven und informativen Besucherzentrum entwickelt werden. 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