{"id":23162,"date":"2023-07-13T15:22:38","date_gmt":"2023-07-13T13:22:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20589-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:39","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:39","slug":"20589-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20589-01\/","title":{"rendered":"Verfahren zum Abtragen von schwach kontaminierten Betonoberfl\u00e4chen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Bei dem Vorhaben handelt es sich um die Weiterentwicklung des Unterdruckstrahlverfahrens zum staublosen Abtragen kontaminierter Betonoberfl\u00e4chen. Das Unterdruckstrahlfahren hat gegen\u00fcber anderer Methoden zum Oberfl\u00e4chenabtrag den Vorteil absoluter Staubfreiheit. Deshalb k\u00f6nnte das Verfahren \u00fcberall dort zum Einsatz kommen, wo kontaminierte Oberfl\u00e4chen ohne Neukontamination abgetragen werden m\u00fcssen und wo die Gef\u00e4hrdung der Arbeitskr\u00e4fte und der Umwelt verringert werden soll. Ziel des Vorhabens ist der Bau und die Erprobung eines Prototyps einer solchen Anlage, mit der Option zur Demonstration und Anpassung bei potentiellen Anwendern. Zusatzaggregate, wie die Strahlmittelreinigung und Filterung, sind so zu integrieren, dass ein mobiles Modul entsteht.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAusgehend von den Ergebnissen vorangegangener Versuche war eine mobile Anlage zu konstruieren und zu errichten, mit der die zum Abtragen von Betonoberfl\u00e4chen erforderliche Strahlmittelenergie ma\u00dfgebend durch Unterdruck erzeugt werden kann. Zuvor wurde das Verfahren an einer Anlage mit hoher Abtragsleistung erfolgreich getestet, die aber nicht transportabel ist.Schwerpunktm\u00e4\u00dfig war eine leichte Strahlhaube zu entwickeln, die auch bei unebenen Oberfl\u00e4chen nur eine geringe Nebenluftzufuhr erlaubt und den Abtrag an schwer zug\u00e4ngigen Stellen erm\u00f6glicht. Das Strahlrohr sollte durch Strahlmittelzuf\u00fchrung mit Druckluft verk\u00fcrzt werden, ohne dabei die Vorteile der Unterdruckbeschleunigung zu verlieren. Zur Luftstromerzeugung, Strahlmitteleinschleusung und Filterung wurden aus Kostengr\u00fcnden handels\u00fcbliche Bauteile verwendet, die durch Bauteile zur Abschei-dung und Reinigung des Strahlmittels und dessen R\u00fcckf\u00fchrung erg\u00e4nzt wurden. Die Arbeitsschritte bauen jeweils aufeinander auf:<br \/>\n&#8211;\tKonstruktion, Fertigung und Erprobung der Strahlhaube und der verk\u00fcrzten Strahlmittelzuf\u00fchrung,<br \/>\n&#8211;\tdto. Tr\u00e4gerger\u00e4t,<br \/>\n&#8211;\tdto. Strahlmittelreinigung und -r\u00fcckf\u00fchrung,<br \/>\n&#8211;\tdto. Anlagensteuerung.<br \/>\nDie fertiggestellte Anlage wurde in unterschiedlichen Einsatzgebieten gestestet, einem breiten Interessentenkreis vorgestellt und an spezielle Kundenw\u00fcnsche angepasst.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das in der Aufgabenstellung formulierte Ziel, eine mobile Demonstrationsanlage zum Saugstrahlen kontaminierter Betonoberfl\u00e4chen zu bauen und sich dabei an realen Anwendungsf\u00e4llen zu orientieren, wurde erfolgreich abgeschlossen. Es wurde eine voll funktionsf\u00e4hige Anlage entwickelt, die transportabel, sofort einsetzbar, modular aufgebaut und anpassungsf\u00e4hig an verschiedene Anwendungsf\u00e4lle ist. Abh\u00e4ngig von der Konstruktion der Tr\u00e4gereinheit kann mit dieser Anlage sowohl in gro\u00dfen als auch in kleinen R\u00e4umen gearbeitet werden. Falls erforderlich kann die Strahlhaube auch in gr\u00f6\u00dferer Entfernung von Sauger und Kessel benutzt werden.<br \/>\nIn einer Vielzahl von Versuchen wurde die Funktionst\u00fcchtigkeit der Anlage getestet und weiterentwickelt. Gemeinsam mit Abrissverantwortlichen kerntechnischer Anlagen wurden Versuche im Labor der FHL durchgef\u00fchrt. Um auch Original-Oberfl\u00e4chenbeschichtungen erfolgreich zu bearbeiten, wurde das Verfahren angepasst. Herk\u00f6mmliche Verfahren konnten diese Beschichtungen nicht bzw. nur sehr schwierig entfernen. Wegen der geringen Baugr\u00f6\u00dfe und dem modularen Aufbau sind Versuche direkt beim Anwender m\u00f6glich.<br \/>\nEine Modifikation des Verfahrens erm\u00f6glicht es, die Vorteile des Unterdruck- und des \u00dcberdruckstrahlens zu vereinigen. Die hohe Strahlenergie und die M\u00f6glichkeit des Strahlmitteltransports \u00fcber gro\u00dfe Entfernungen, wie sie das \u00dcberdruckstrahlen bietet, gepaart mit der Strahlaufweitung und besseren Ber\u00e4umung der Strahlstelle durch den hohen Unterdruck, erm\u00f6glichen ein Optimum an Strahlleistung f\u00fcr den Zweck des Oberfl\u00e4chenstrahlens. Durch Vergleichsmessungen zwischen dem reinen \u00dcberdruckstrahlen und diesem Verfahren konnten diese Vorteile best\u00e4tigt werden.<br \/>\nDie \u00f6kologischen Vorteile des Verfahrens begr\u00fcnden sich vor allem in zwei Fakten:<br \/>\n&#8211;\tBeim Abtragen kontaminierter Oberfl\u00e4chen muss der Abtrag (radioaktiv, chemisch, biologisch) als Sonderabfall entsorgt werden. Radioaktiver Abfall wird zwischengelagert oder endgelagert. Biologische und chemische Abf\u00e4lle werden durch aufw\u00e4ndige oder langwierige Verfahren unsch\u00e4dlich gemacht oder ebenfalls endgelagert. Dabei entstehen neben den Kosten auch Umweltbelastungen, die von der Menge des zu entsorgenden Abfalls abh\u00e4ngen. Bei mechanischen Abtragsverfahren ist h\u00e4ufig aus technologischen Gr\u00fcnden eine Mindestabtragstiefe erforderlich. Mit dem Saugstrahlverfahren ist es m\u00f6glich, die Abtragstiefe auf die Schichtdicke der Oberfl\u00e4chenbeschichtung zu reduzieren und damit unn\u00f6tigen Abfall zu vermeiden. Werden zum Beispiel an Stelle von 10 mm nur 1 mm abgetragen, reduziert sich der Abfall um 90%.<br \/>\n&#8211;\tJede Art des Betonabtragens verursacht Staub, der die Umwelt belastet. Es sei denn, diese Emission wird durch geeignete Ma\u00dfnahmen verhindert. Vielfach geschieht das mehr oder weniger erfolgreich durch Einhausungen, durch zus\u00e4tzliche Absaugungen, teilweise auch durch Wassereinsatz. Das Saugstrahlverfahren arbeitet v\u00f6llig staubfrei. F\u00fcr den Bediener sind keine Atemschutzma\u00dfnahmen erforderlich. Bereits bearbeitete Fl\u00e4chen werden nicht erneut verunreinigt. Schwebstofffilter reinigen die Abluft nahezu staubfrei.<br \/>\nEin neues Anwendungsgebiet f\u00fcr diese Technologie wurde im Abtrag hei\u00dfer Keramikoberfl\u00e4chen gefunden. Diese T\u00e4tigkeit ist nach dem bisherigen Verfahren sehr aufw\u00e4ndig und kostenintensiv. In Zusammenarbeit mit einer Partnerfirma konnte hier nach Laborversuchen ein Prototyp f\u00fcr eine Industrieanlage gebaut werden, die gegenw\u00e4rtig im Testbetrieb angewendet wird.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Verfahren wurde im April 2003 auf der Hannovermesse vorgestellt. Daneben erfolgten Ver\u00f6ffentlichungen in Tageszeitungen, Seminare und weitere Pr\u00e4sentationen, insbesondere vor Studenten und Fachkr\u00e4ften aus Kernkraftwerken.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Ziel des Vorhabens wurde erreicht. Die Anlage ist funktionst\u00fcchtig, Ma\u00dfnahmen zur Weiterverbreitung der neuen Technik wurden ergriffen. Bereits w\u00e4hrend der Bearbeitung des Projekts wurden neue Anwendungsbereiche f\u00fcr die Saugstrahltechnologie gefunden, die im Rahmen dieses Vorhabens nicht mehr ausreichend bearbeitetet werden konnten und die daher eine Weiterf\u00fchrung der Entwicklung und eine Modifizierung der vorhandenen Anlage beim Hersteller erfordern. Eine Zusammenarbeit mit der Fachhochschule w\u00e4re dabei f\u00f6rderlich. Insbesondere betrifft dies Anwendungen zum Abtrag von festhaftenden Beschichtungen, Arbeiten an Oberfl\u00e4chen mit hohen Temperaturen sowie  Arbeiten unter beengten r\u00e4umlichen Bedingungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Bei dem Vorhaben handelt es sich um die Weiterentwicklung des Unterdruckstrahlverfahrens zum staublosen Abtragen kontaminierter Betonoberfl\u00e4chen. 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