{"id":23158,"date":"2023-07-13T15:22:38","date_gmt":"2023-07-13T13:22:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20582-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:39","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:39","slug":"20582-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20582-01\/","title":{"rendered":"Handlungsorientierte Umweltbildung bei Heizungssanierungen von Schulen und Energiesparprogrammen f\u00fcr Sch\u00fcler"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Energie-AG des BvSG hat durch eine Bayernweite Umfrage an Gymnasien nachgewiesen, dass an 60% der Schulen der gesetzlich vorgeschriebene hydraulische Abgleich fehlt, was zu Energieverschwendung zwischen 10 und 30 % f\u00fchrt. Sie hat aus dem daraus ablesbaren hohen Prozentsatz energetisch misslungener Heizungssanierungen auf ein tieferliegendes Strukturproblem in der Sanierungspraxis geschlossen und einen L\u00f6sungsvorschlag daf\u00fcr erarbeitet. Ziel ihrer Arbeit ist seither, durch qualifizierte \u00d6ffentlichkeitsarbeit zur L\u00f6sung des Problems beizutragen<br \/>\nDie Energie-AG hat au\u00dferdem durch Berechnungen abgesch\u00e4tzt, dass bei fehlendem hydraulischen Abgleich die Energieeinsparung durch reine Verhaltens\u00e4nderung der Sch\u00fcler nicht aus der Jahresenergiekostenabrechnung herausgefiltert werden kann. Da diese Hypothese wegen der gro\u00dfen Zahl von Schulen mit fehlendem Abgleich z. T. die g\u00e4ngige Energiesparphilosophie (handlungsorientierte Umwelterziehung durch prompte Belohnung von Verhaltensverbesserung) in Frage stellt, soll sie durch ei-nen breit angelegten Erfahrungsaustausch mit Schulen \u00fcberpr\u00fcft werden, die Erfahrungen mit Energiesparprojekten haben.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden-\t\u00d6ffentlichkeitsarbeit der Energie-AG in der Schule, um Akzeptanz f\u00fcr ihre Arbeit herzustellen (Ausstellung; Vortr\u00e4ge vor Lehrern und Sch\u00fclern; Berichte in den Publikationsorganen der Schule)<br \/>\n&#8211;\t\u00d6ffentlichkeitsarbeit der AG au\u00dferhalb der Schule (Podiumsveranstaltung auf der Tagung f\u00fcr Lehrer von Energiesparschulen; Pr\u00e4sentationen, Vortrag; Pressearbeit)<br \/>\n&#8211;\tVorbereitung und Initiierung einer Netzwerkbildung mit anderen Energiesparschulen durch Umgestaltung der Homepage www.energieteam-bvsg.de zur Informations- und Diskussionsplattform<br \/>\n&#8211;\tGemeinsam mit der Lehrerbildungsakademie: Planung und Mitgestaltung einer dreit\u00e4gigen Tagung f\u00fcr Lehrer von Energiespargruppen; Erarbeitung und Herausgabe des offiziellen Tagungsbandes<br \/>\n&#8211;\tNeuauflage der Umfrage  zum Problem der hei\u00dfen und kalten R\u00e4ume<br \/>\n&#8211;\tNutzung von Frageb\u00f6gen und Homepage als aufeinander bezogene Informationsmedien<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>&#8211;\tDie Energie-AG konnte durch die statistische Absicherung ihrer ersten Umfrage (60 % der Schulen haben trotz Sanierung keine funktionierende Temperaturregelung) ihre Hypothese des Marktversagens bei Heizungssanierungen von Schulen erh\u00e4rten und damit ihre Forderung begr\u00fcnden, den behaupteten Misstand durch Messungen in einer Feldstudie zum Sanierungszustand von Schu-len zu verifizieren.<br \/>\n&#8211;\tDer Energie-AG gelang es, durch die eingangs geschilderten Arbeitsschritte diese bisher nur in der Fachwelt bekannte Misere bei Heizungssanierungen in die \u00d6ffentlichkeit zu tragen (7 Zeitungsartikel, davon einer auf der ersten Seite der SWP im politischen Teil, sowie ein Rundfunkinterview) und nachweisbar bei politischen Entscheidungstr\u00e4gern und bei Lehrern zu einem wachsenden Be-wusstsein f\u00fcr die Sanierungsproblematik beizutragen. Dies ist z. B. ablesbar an dem Beschluss des Kreistages Neu-Ulm, alle Schulen des Landkreises mit Einsparcontracting zu sanieren und dabei dem geplanten Forschungsvorhaben des B.A.U.M Nachhaltige Heizungssanierung durch Erfolgscontracting ein Geb\u00e4ude f\u00fcr die Erprobung der von der Energie-AG propagierten Contractingvariante zu Verf\u00fcgung zu stellen. Eine entsprechende Absichtserkl\u00e4rung kam auch von Neu-Ulmer Stadtr\u00e4ten. \u00dcber 100 Lehrer erbaten auf den Umfrageb\u00f6gen n\u00e4here Informationen zum geplanten Forschungsvorhaben des B.A.U.M Energieeinsparung an Schulen. Die Energie-AG hat an diese Lehrer ein Informationsschreiben verschickt und ein \u00e4hnliches auf ihrer Homepage ver\u00f6ffentlicht<br \/>\n&#8211;\tDie hohe Qualit\u00e4t ihrer von einem Kommunikationsdesigner unterst\u00fctzten \u00d6ffentlichkeitsarbeit (Energiefachtagung in Roggenburg, Erstellen des Tagungsbandes, Dokumentationsband der f\u00fcnfeinhalbj\u00e4hrigen Arbeit, Homepage, Pressearbeit) sowie ihre methodisch sorgf\u00e4ltig durchgef\u00fchrte Umfrage an allen bayerischen Gymnasien hat der Energie-AG und ihrem Anliegen weitere Ressourcen in Form von Geld und Bundesgenossen mit Fachverstand und Einfluss erschlossen.<br \/>\n&#8211;\tDer Erfahrungsaustausch mit den Lehrern anderer Energiesparschulen auf der von der Energie-AG mitgestalteten Tagung Sto\u00dfen wir an Grenzen des Energiesparens? hat erste Erkenntnisse \u00fcber die Problematik nicht investiver Energiesparprojekte gebracht: In der Open Space- Konferenz zeichnete sich ab, dass nicht eine falsche Philosophie (Verhaltensverbesserung durch prompte Be-lohnung in Form des ersparten Geldes) das eigentliche Problem ist, sondern die sich daraus ergebende Motivationskrise, weil nach einer i.d.R. erfolgreichen Startphase f\u00fcr die Energiespargruppe kein motivierendes Ziel mehr erkennbar ist, das am Ende des Schuljahres erreicht sein sollte. Dauerhafte \u00dcberwachungsaufgaben (Licht aus?, Fenster zu?) motivieren niemanden.<br \/>\n&#8211;\tEs wurden sehr unterschiedliche Ansichten ge\u00e4u\u00dfert, zu welchen Anteilen die reine Verhaltens\u00e4nderung von Sch\u00fclern und die sonstigen nichtinvestiven Energiesparma\u00dfnahmen (verbesserte Wartung, Regelung, Organisation, etc.) f\u00fcr die Einsparungen verantwortlich zeichnen, was die p\u00e4dagogische Diskussion \u00fcber Ziele von Energiesparprojekten schnell an Grenzen sto\u00dfen lie\u00df.Zielsetzung und ZielerreichungDie Zielsetzung, die Philosophie von Fifty-Fifty-Projekten (bleibende Verhaltens\u00e4nderung durch prompte Belohnung mit den eingesparten Energiekosten erzielen zu k\u00f6nnen) zu hinterfragen, wurde fallen gelassen, da das eigentliche Problem von Fifty-Fifty-Projekten anderswo liegt (siehe oben). Das Ziel der E-nergie-AG, durch ihre Arbeit zur L\u00f6sung des von ihr entdeckten Sanierungsproblems beizutragen, wurde sehr gut erreicht. Die p\u00e4dagogischen Ziele (St\u00e4rkung der Sachkompetenz, der Ich-Kompetenz, der Sozialkompetenz) wurden ebenfalls sehr gut erreicht, was sich ohne Worte erschlie\u00dft, wenn man sich  den Filmmitschnitt von der Podiumsveranstaltung auf der Tagung Sto\u00dfen wir an Grenzen des Energiesparens? ansieht. Man merkt es den Sch\u00fclern an.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit war nicht eigens n\u00f6tig, da sie der wesentlich Projektinhalt war. Es werden folgende Publikationen gefertigt: Tagungsband mit CD (Filmmitschnitt des diskursiven Referats der Energie-AG), Homepage www.energieteam-bvsg.de, Dokumentation der f\u00fcnfeinhalbj\u00e4hrigen Arbeit der Energie-AG (30-fach), Pressemappe mit 46 Zeitungsberichten (30-fach)<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt hat  Forschungsbedarf aufgezeigt: Zum Sanierungszustand von Schulheizungsanlagen (Feldstudie) und zur Art der Energieeinsparung bei nichtinvestiven Projekten (Evaluationsstudie).<br \/>\nEnergiesparprojekte sind dann p\u00e4dagogisch ergiebig und bildungswirksam, wenn sie fruchtbare Aufgabenstellungen bieten als Kristallisationskerne f\u00fcr entsprechende soziale Prozesse. Wie das Projekt gezeigt hat, f\u00f6rdert das Sachkompetenz, Ich-Kompetenz und Sozialkompetenz. Au\u00dferdem ist es nur bei solchen Aufgabenstellungen m\u00f6glich, die f\u00fcr das Fortkommen n\u00f6tigen Ressourcen in das Projekt zu holen: Bundesgenossen mit Fachverstand, Geld, Einfluss und Zugang zur \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Energie-AG des BvSG hat durch eine Bayernweite Umfrage an Gymnasien nachgewiesen, dass an 60% der Schulen der gesetzlich vorgeschriebene hydraulische Abgleich fehlt, was zu Energieverschwendung zwischen 10 und 30 % f\u00fchrt. 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