{"id":23156,"date":"2023-09-24T10:32:05","date_gmt":"2023-09-24T08:32:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20576-01\/"},"modified":"2023-09-24T10:32:06","modified_gmt":"2023-09-24T08:32:06","slug":"20576-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20576-01\/","title":{"rendered":"Urwald-Life-Camp &#8211; Aufbau von Nationalpark-Treff und Jugendherberge Harsberg im Nationalpark Hainich (Th\u00fcringen)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Gegenstand des Projektes Urwald-Life-Camp war die Errichtung einer Jugendherberge in Kombination mit einer Nationalparkeinrichtung unter dem Gesichtspunkt, Freizeit, Bildung, Wohnen und Konsum als Einheit zu erleben und die Einrichtung als Knotenpunkt einer nachhaltigen Regionalentwicklung zu etablieren. Besonderes Augenmerk sollte auf einer Bildung im Sinne nachhaltiger Entwicklung liegen. Als Besonderheit wurde der bed\u00fcrfnisorientierte respektive zielgruppenorientierte Ansatz herausgestellt, d.h. nicht zu versuchen, die Zielgruppe blindlings mit Bildungsangeboten zu konfrontieren sondern deren eigene Interessen und Bed\u00fcrfnisse mithilfe nachhaltiger L\u00f6sungsstrategien zu bedienen. Dadurch sollte es erm\u00f6glicht werden, ein breiteres Zielgruppenspektrum anzusprechen, als dies bisher durch klassische Nationalpark- und Einrichtungen der Nachhaltigkeitsbildung erfolgt. Durch innovative Angebote sollte der Erlebnischarakter des Bildungsaspekts hervorgehoben werden, um auch bildungsfernere Zielgruppen anzusprechen. Durch Teilhabe an dem Geschehen, an der grunds\u00e4tzlichen Ausrichtung des Hauses sowie an der Programmentwicklung sollte f\u00fcr eine hohe Identifikation der G\u00e4ste, Partner und der Region mit dem Projekt gesorgt werden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Projektf\u00f6rderlaufzeit wurde mit der Konzeption des Spiels Nakundu &#8211; Abenteuer im Hainichland der Grund f\u00fcr einen quasi das ganze Herbergsgeschehen umfassenden Bildungsansatz im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung gelegt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Errichtung des Urwald-Life-Camps bestand einerseits aus der physikalischen Schaffung der angeforderten Gegebenheiten, andererseits aus der inhaltlichen Ausarbeitung des p\u00e4dagogischen Konzepts, das seinerseits R\u00fcckwirkungen auf die baulichen Anforderungen zeitigte. Um das sich daraus ergebende Dilemma zu l\u00f6sen, wurde neben der Projektsteuerungsgruppe eine Programm-AG unter Moderation des Lehrstuhls f\u00fcr Biodidaktik am Institut f\u00fcr Didaktik der Naturwissenschaften der Leibniz-Universit\u00e4t Hannover und unter parit\u00e4tischer Mitwirkung der Hauptkooperationspartner besetzt, die in zehn Workshops das p\u00e4dagogische Konzept und die Anforderungen an die baulichen Gegebenheiten ausarbeitete und an die Steuerungsgruppe kommunizierte.<\/p>\n<p>Wesentliche Elemente aus baulicher Sicht sind die Seminarr\u00e4ume, die im Zentrum des Neubaus entstanden sind. Die Projektpartner Nationalpark Hainich und Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal konnten hier ma\u00dfgeblich an der Gestaltung der R\u00e4ume mitwirken, um die optimalen Bedingungen f\u00fcr die dort stattfindenden Bildungsangebote zu schaffen. Die Gestaltung auch der angrenzenden Bettentrakte l\u00e4sst eine hohe Identifikation mit den entsprechenden Schutzgebieten aufkommen, so dass die Zusammenarbeit der drei Partner DJH, Nationalpark und Naturpark deutlich sichtbar ist. <\/p>\n<p>Im Zuge der Ausarbeitung entwickelte die Programm-AG die Grundkonzeption zum Spiel Nakundu &#8211; Abenteuer im Hainichland, das zuk\u00fcnftig das zentrale Element zur Nachhaltigkeitsbildung am Standort Harsberg sein soll. Zwischen den zwei Seminarr\u00e4umen ist mit dem \u00fcber 200 qm gro\u00dfen Spielsaal bereits der Austragungsort f\u00fcr die Spielabende entstanden. Bestandteil des Spiels sind auch die sogenannten Entdeckerkisten, die zielgruppenorientiert verschiedene Aspekte des Nationalparks, des Naturparks und der Hainich-Region insgesamt p\u00e4dagogisch vermitteln.<\/p>\n<p>Inhaltlich wurden das Leitbild der Jugendherberge und verschiedene Pauschalprogrammangebote mit deutlichem Bezug zum Nationalpark entworfen. Der rote Faden mit klarer Betonung von Umweltschutz, Regionalit\u00e4t und Fairness wurde und wird noch in das gesamte Herbergsgeschehen eingeflochten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit dem Urwald-Life-Camp am Nationalpark Hainich ist ein in mehrfacher Hinsicht besonderes Projekt gelungen: Mit der Fokussierung auf Umweltbildung und Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung hat sich die Jugendherberge schon w\u00e4hrend ihrer Anlaufphase deutlich profiliert und die Standortfaktoren optimal ber\u00fccksichtigt. Die lange und konstruktive Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern hat eine in Deutschland einmalige Verbindung zwischen zwei Schutzgebieten und einem Jugendtourismusanbieter begr\u00fcndet. Mit dem Spiel Nakundu &#8211; Abenteuer im Hainichland wurde ein m\u00f6glicherweise wegweisender Ansatz zur Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung geschaffen, der sich freilich erst etablieren muss.<\/p>\n<p>Herausforderungen lagen insbesondere in der bislang nicht erprobten Partnerstruktur und der damit verbundenen unterschiedlichen Herangehensweise an die Thematik, was zeitintensive Ann\u00e4herungsprozesse erforderlich machte. Als schwierig stellten sich auch die unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen und z.T. stark voneinander abweichenden, z.T. undeutlichen Zielsetzungen der verschiedenen Partner heraus. Diese Probleme konnten durch Mitwirkung des Moderationsteams in professioneller Weise \u00fcberwunden werden.<\/p>\n<p>Eine weitere Schwierigkeit bei der abschlie\u00dfenden Evaluation besteht freilich auch in der Tatsache, dass die Zusammenarbeit zum Zeitpunkt des Abschlusses des Projektes auf einer allt\u00e4glichen Basis gerade erst beginnt und die Ergebnisse dieser und der zuk\u00fcnftigen Zusammenarbeit noch gar nicht abzusehen sind. Insofern k\u00f6nnen auch die bereits jetzt vielversprechenden Ergebnisse der summativen Evaluation des Projektes, die dem Abschlussbericht beiliegen, nur als vorl\u00e4ufig betrachtet werden. Ein Bestandteil der weiteren Zusammenarbeit der Kooperationspartner wird daher auch die kontinuierliche Beobachtung der Qualit\u00e4t der Umweltbildung und Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung am Standort Harsberg sein.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Urwald-Life-Camp wurde bereits mehrfach in Presse, Funk und Fernsehen pr\u00e4sentiert und kann bereits auf mehrere Besuche von hochrangigen Politikern zur\u00fcckblicken, wie z.B. den Besuch des Bundespr\u00e4sidenten am 4. Mai 2010 mit der entsprechenden \u00f6ffentlichen Aufmerksamkeit. Die steigenden \u00dcbernachtungszahlen der Jugendherberge (2007: 8.500, 2008: 13.500, 2009: 16.000) und die Besucherzahlen der Nationalpark-Information (2007: 8.500, 2008: 13.000, 2009: 14.000) zeigen, dass das Projekt auch in der \u00d6ffentlichkeit gut angenommen wird.<\/p>\n<p>Eine Pr\u00e4sentation des Projektes ist u.a. auf der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrertagung der DJH Landesverbandsgesch\u00e4ftsf\u00fchrer vom 21.-23.09.2010 vorgesehen. Das Projekt wurde ferner anl\u00e4sslich eines Lehrersymposiums auf der ITB 2009 vorgestellt. Eine weitere Pr\u00e4sentation ist im Zuge einer Fachtagung f\u00fcr Spiel- und Umweltp\u00e4dagogen im Urwald-Life-Camp f\u00fcr das Jahr 2012 geplant.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt Urwald-Life-Camp kann trotz der zwischenzeitlichen Verz\u00f6gerungen (Verl\u00e4ngerung des Projektzeitraums von urspr\u00fcnglich 81 auf 95 Monate) als Erfolg gewertet werden. J\u00e4hrlich werden mit steigender Tendenz (2008: 5300, 2009: 6500) junge Menschen erreicht und f\u00fcr Themen wie die Idee der Schutzgebiete, den Naturschutz und die nachhaltige Entwicklung sensibilisiert. Akteure der Umweltbildung und des Tourismus arbeiten hier Hand in Hand zusammen und bereichern sich gegenseitig sowohl was die Quantit\u00e4t der erreichten Zielgruppe als auch was die Qualit\u00e4t der Angebote angeht. Die regionale Verankerung der Angebote (Programmpartner aber auch Speisenangebot\/Warenwirtschaft) und Umweltvertr\u00e4glichkeit (CO2-reduzierte W\u00e4rmeerzeugung, Energieeinsparung, Abfalltrennung, CO2-neutraler Briefversand etc.) werden vom Team des Urwald-Life-Camps ernst genommen und gelebt. Managementprozesse finden partizipativ statt um durch Einbeziehung der Mitarbeiter sowohl bei den Arbeitsprozessen als auch bei den Zielen des Urwald-Life-Camps Identifikation mit dem Unternehmen zu stiften.<\/p>\n<p>Die noch offenen Entwicklungsperspektiven werden von allen beteiligten Akteuren als Chance wahrgenommen, das bereits jetzt erfolgreiche Unternehmen auf dem Harsberg noch weiter voranzutreiben, zu profilieren und in seinen Strukturen noch konsequenter anhand der urspr\u00fcnglichen Ideen zu durchdringen. Mit seinem Partnernetzwerk kann das Urwald-Life-Camp hier auf den n\u00f6tigen R\u00fcckhalt vertrauen, auch zuk\u00fcnftig ein Impulsgeber f\u00fcr die Jugendherbergen in Deutschland zu sein und als Standort f\u00fcr Umweltbildung in Zusammenarbeit mit Nationalparks eine feste Gr\u00f6\u00dfe im deutschsprachigen Raum zu werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Gegenstand des Projektes Urwald-Life-Camp war die Errichtung einer Jugendherberge in Kombination mit einer Nationalparkeinrichtung unter dem Gesichtspunkt, Freizeit, Bildung, Wohnen und Konsum als Einheit zu erleben und die Einrichtung als Knotenpunkt einer nachhaltigen Regionalentwicklung zu etablieren. Besonderes Augenmerk sollte auf einer Bildung im Sinne nachhaltiger Entwicklung liegen. 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