{"id":23149,"date":"2023-07-13T15:22:34","date_gmt":"2023-07-13T13:22:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20500-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:37","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:37","slug":"20500-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20500-01\/","title":{"rendered":"Workshop und Publikation: Landschaftskultur &#8211; Kulturlandschaft. Ein Beitrag zur Europ\u00e4ischen Landschaftskonvention und zur Agenda 21"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Nach \u00fcber 10 Jahren Verhandlungsdauer wurde am 20. Oktober 2000 endlich das Europ\u00e4ische Landschafts\u00fcbereinkommen (auch Landschaftskonvention genannt) von 18 europ\u00e4ischen Staaten in Florenz unterzeichnet. Ziel der geplanten Fachtagung ist, besonders gelungene Beispiele vorzustellen, wie in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mit dem Thema Landschaftskultur im Zusammenhang mit den Forderungen der Europ\u00e4ischen Landschaftskonvention und der Agenda 21 umgegangen wurde, wird bzw. werden soll. Ein Austausch von Erfahrungen zwischen deutschen und italienischen Experten ist in diesem Fall besonders wichtig, weil beide L\u00e4nder gegen\u00fcber der Konvention in anderer Weise Stellung genommen haben: Italien hat sie unterzeichnet, Deutschland noch nicht.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer erste Arbeitsschritt betrifft die Organisation der geplanten Tagung.Die zu behandelnde Fragestellung soll in vier Sektionen unterteilt werden, die jeweils einige Aspekte der Tagungsthemen analysieren und vertiefen. Diese Sektionen haben zum Ziel, neue Forschungsbereiche zu untersuchen und vor allem einen lebendigen interdisziplin\u00e4ren Dialog zu f\u00f6rdern. Sie lassen sich wie folgt formulieren:<br \/>\n&#8211;\tdie allgemeinen Aspekte der europ\u00e4ischen Landschaftskonvention;-\tdie Grundlage f\u00fcr eine neue Landschaftskultur;<br \/>\n&#8211;\tdas Verh\u00e4ltnis zwischen Landschafts\u00e4sthetik und Nachhaltigkeit;<br \/>\n&#8211;\tdas Verh\u00e4ltnis zwischen Landschaftskultur und Baukultur.<br \/>\nDie Tagung darf als Fortsetzung eines wissenschaftlichen Austausches zwischen deutschen und italieni schen Experten verstanden werden, die sich mehrmals in der Villa Vigoni getroffen haben, um nun mit neuen Kollegen ihre Kenntnisse und Erfahrungen zu diskutieren.<br \/>\nDer zweite Schritt betrifft die Bearbeitung der vorgetragenen Referate und die Vorbereitung des Sammelbands der Tagung, der \u00fcber unsere einmalige Veranstaltung hinaus, so zu sagen eine eigene wis-senschaftliche Selbst\u00e4ndigkeit behaupten soll.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Tagung hat das Thema Landschaftskultur: Gestern, heute und in Zukunft in vier Sektionen behandelt:<br \/>\n1)\tDie Erste Sektion hatte allgemeinen Charakter: einige praktische Beispiele und Erfahrungen aus Deutschland, Italien und der Schweiz wurden analysiert;<br \/>\n2)\tin der Zweiten Sektion wurden die \u00e4sthetischen Voraussetzungen des Begriffs der Landschaftskultur er\u00f6rtert und die verschiedenen Traditionen der Gartenarchitektur in Deutschland und Italien anhand von konkreten Beispielen betrachtet;<br \/>\n3)\tdie Dritte Sektion diente zur Kl\u00e4rung der naturwissenschaftlichen Voraussetzungen des Begriffs der Nachhaltigkeit und der Funktion einiger Indikatoren f\u00fcr Analyse und Gestaltung der Landschaft;<br \/>\n4)\tin der Vierten Sektion wurde die Perspektive eines neuen Verh\u00e4ltnisses zwischen Architektur, Bioarchitektur, Gartenarchitektur und Landschaftskultur behandelt.<br \/>\nDie Tagung hatte interdisziplin\u00e4ren Charakter. Die Diskussion theoretischer Begriffe war stets eng mit der Analyse konkreter Erfahrungen verbunden; die Verbindung zwischen Theorie und Praxis wurde noch durch die Teilnahme zahlreicher Repr\u00e4sentanten der Stadtverwaltungen bzw. einiger Naturparks verst\u00e4rkt.<br \/>\nDurch die Analyse der Begriffe Natur, Kultur und Landschaft, die die Grundlage jeder Bestimmung desBegriffs Landschaftskultur bildet, wurden die engen Beziehungen zwischen Natur, Umwelt, den durch menschliche Eingriffe verursachten Ver\u00e4nderungen (z. B. durch Landwirtschaft, Produktion, Infrastruktur) und den kulturell bedingten Wahrnehmungsmechanismen, durch die jede Kulturlandschaft gepr\u00e4gt wird, herausgestellt. Die Begriffsbestimmung bringt mehrere operative, praktische Folgen mit sich: Die Idee der Landschaftskultur beeinflusst die rechtlichen Verordnungen, die Raum- und Stadtplanungsma\u00dfnahmen und auch die Wahrnehmungsmechanismen der m\u00f6glichen Nutzer einer Landschaft.<br \/>\nDie Pr\u00e4zisierung des Begriffs hat aber auch mehrere Folgen auf der Ebene der naturwissenschaftlichen Methoden, durch die die Landschaft analysiert und gestaltet werden kann: Neue Ans\u00e4tze in den Bereichen Botanik, Zoologie, Forst- und Landwirtschaft k\u00f6nnen durch diese Pr\u00e4zisierung des Begriffes erarbeit werden &#8211; vor allem in Richtung einer systemischen Betrachtung der Kulturlandschaft.<br \/>\nBesondere Aufmerksamkeit hat die Tagung auf die enge Beziehungen zwischen Gartenarchitektur undGestaltung der Landschaft gerichtet. Die Gartenarchitektur befindet sich heute in einem Spannungsfeld zwischen Tradition und neuen Perspektiven, das ihre Bestimmung gef\u00e4hrdet. Es ist besonders wichtig, dass die Gartenarchitektur ein fruchtbares Verh\u00e4ltnis zu ihren eigenen Traditionen beh\u00e4lt, um die M\u00f6glichkeit derGestaltung einer Landschaft zu gew\u00e4hrleisten. Sie muss aber auch die neuen Dimensionen der Raumplanung und der st\u00e4dtischen Landschaft ber\u00fccksichtigen &#8211; z. B. die gro\u00dfen Areale, die die Flugh\u00e4fen umgeben &#8211; und darf die Gesamtkomplexit\u00e4t der \u00f6kologischen Nachhaltigkeit nicht vernachl\u00e4ssigen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ver\u00f6ffentlichung der Akten der Tagung in der Reihe Giardini e Paesaggio des Verlags Olschki (Flo-renz), die eine internationale Verbreitung hat, sichert den Ergebnissen der Tagung eine dauerhafte Re-sonanz.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Natur, Kultur, Landschaft: eine Pr\u00e4zisierung dieser Begriffe anhand einer interdisziplin\u00e4ren Analyse bietet neue methodologische Ans\u00e4tze f\u00fcr eine genauere Bestimmung der Idee der Landschaftskultur selbst. Diese Methodologie ist eng mit den konkreten, operativen Folgen verbunden, die vor allem die rechtlichen, raumplanerischen und protektiven Ma\u00dfnahmen betreffen, und \u00fcbt auch einen pr\u00e4genden Einfluss auf die naturwissenschaftlichen F\u00e4cher aus &#8211; wie z. B. Botanik, Zoologie, Land- und Forstwissenschaft, die sich eher mit der Gestaltung einer Landschaft besch\u00e4ftigen. Besondere Aufmerksamkeit muss auf das Verh\u00e4ltnis zwischen Architektur, Bioarchitektur, Gartenarchitektur und Landschaftskultur gerichtet werden, mit dem Ziel, ein fruchtbares Gleichgewicht zwischen Tradition und neuen Perspekti-ven der Landschaftskultur in einer immer urbanisierteren Umwelt herzustellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Nach \u00fcber 10 Jahren Verhandlungsdauer wurde am 20. Oktober 2000 endlich das Europ\u00e4ische Landschafts\u00fcbereinkommen (auch Landschaftskonvention genannt) von 18 europ\u00e4ischen Staaten in Florenz unterzeichnet. Ziel der geplanten Fachtagung ist, besonders gelungene Beispiele vorzustellen, wie in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mit dem Thema Landschaftskultur im Zusammenhang mit den Forderungen der Europ\u00e4ischen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[1266,2425,2422,50,2423],"class_list":["post-23149","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-grenzueberschreitend","tag-kulturgueter","tag-landnutzung","tag-naturschutz","tag-umweltkommunikation"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"20500\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-20500.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"9.437,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Villa Vigoni Centro Italo-TedescoDeutsch-Italienisches Zentrum","dbu_projektdatenbank_strasse":"Via Giulio Vigoni, 1","dbu_projektdatenbank_plz_str":"I-22017","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Loveno di Menaggio","dbu_projektdatenbank_p_von":"2003-05-02 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2004-11-02 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"1 Jahr und 6 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"00390344.36111","dbu_projektdatenbank_inet":"www.villavigoni.it","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Grenz\u00fcberschreitend","dbu_projektdatenbank_foerderber":"98","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23149","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23149\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":36152,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23149\/revisions\/36152"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23149"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23149"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23149"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}