{"id":23148,"date":"2023-07-13T15:22:34","date_gmt":"2023-07-13T13:22:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20456-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:36","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:36","slug":"20456-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20456-01\/","title":{"rendered":"Aufbau einer Waldstation im Stadtwald Eilenriede"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Eilenriede ist einer der gr\u00f6\u00dften Stadtw\u00e4lder Europas. Am nord\u00f6stlichen Rand des Waldes liegt, zwischen dem Messeschnellweg und einer Kleingartenanlage, das sogenannte Vogelschutzgeh\u00f6lz. Es wurde 1959 als Schutz- und Lehrgehege f\u00fcr die J\u00e4gerschaft errichtet und entwickelte sich dann zu einer waldp\u00e4dagogischen Einrichtung f\u00fcr B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger. Die Vernichtung seiner Geb\u00e4ude durch einen Brand wurde zum Anlass genommen, f\u00fcr die Umweltbildungseinrichtung eine neue, zeitgem\u00e4\u00dfe und innovative Gesamtkonzeption unter dem Titel Waldstation Eilenriede zu entwickeln: Durch die trockene Darbietung und Vermittlung von Informationen \u00fcber Natur und Umwelt wird der Besucher heutzutage kaum mehr erreicht. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit und die Neugierde der Besucher, vor allem der Kinder zu gewinnen. Das Mittel ist der Einsatz unkonventioneller Kommunikationsformen, die gezielt von dem Normalen abweichen und mit den gewohnten Wahrnehmungen der Besucher brechen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenStadt und Wald treffen im Bereich der Waldstation unmittelbar aufeinander (Stadtn\u00e4he, Schnellweg, Kleing\u00e4rten), dieses f\u00fchrte zu der Leitideeidee: Stadt wird zum Wald &#8211; Wald wird zur Stadt. So wird aus dem Stadtwald eine Waldstation &#8211; eine Stadt aus B\u00e4umen mit unterschiedlichsten Bewohnern und Lebensbereichen. Diese Umkehrung gelingt, indem Versatzst\u00fccke, die die St\u00e4dte mitgestalten oder sogar ausmachen eingesetzt werden, um Inhalte zum Thema Wald zu vermitteln. Die Verwendung von Versatzst\u00fccken beinhaltet gleichzeitig ein \u00dcberraschungsmoment, das neugierig macht und einl\u00e4dt, Parallelen und Unterschiede zwischen Stadt und Wald zu erkunden und Lernen zu initiieren. Die eingesetzten Versatzst\u00fccke beziehen sich auf die Alltagserfahrungen und Begegnungen vor allem von Kindern: Baustelle, Stra\u00dfenname, Verkehrsschild, M\u00fclltonnen, Einkaufswagen, usw. Das Ungew\u00f6hnliche, wie z. B. Fu\u00dfg\u00e4ngerschild f\u00fcr Ameisen, macht neugierig. Skurrile Kombinationen &#8211; z. B. ein Einkaufswagen aus dem Supermarkt mit einem Rieseneichh\u00f6rnchen dahinter sind witzig, Aufmerksamkeit wird geweckt. Lernen macht Spa\u00df!<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der o. g. Leitidee folgend, sind die \u00f6ffentlichen R\u00e4ume im Geb\u00e4ude der neuen Waldstation Eilenriede und sieben Stationen im Au\u00dfenbereich gestaltet worden. Empfangen wird der Besucher auf dem Vorplatz und im Foyer des Geb\u00e4udes wie ein Gast in einer ihm fremden Stadt mit typischen Elementen, wie Ortsschild, Litfa\u00dfs\u00e4ule und Touristeninformation. Hier wird er durch Einrichtungen aus seinem Alltagsle-ben in der Stadt auf das nicht allt\u00e4gliche Thema Leben im Wald eingestimmt. In dem als Werkstatt eingerichteten Mehrzweckraum werden die Waldthemen durch Arbeiten z. B. an Fundst\u00fccken aus der Gel\u00e4ndeerforschung vertieft. Auf dem Gel\u00e4nde der Waldstation wird anhand besonders auff\u00e4llig hergerichteter Stationen das Thema Wald auf kindgerechte Weise dargestellt und erlebbar gemacht. Dabei wird immer der Bezug zum Alltagserleben mit entsprechenden Versatzelementen aus der Stadt als Vermittler verwendet. Die Idee des R\u00fcckgriffs auf Bekanntes aus dem Alltagsleben von Kindern ist jedoch nicht nur Thema f\u00fcr die Gestaltung der Waldstation, sondern zieht sich wie ein roter Faden auch durch die Aktions- und Bildungsprogramme der Waldstation. Die jungen Naturforscher werden auf dem Gel\u00e4nde laufen gelassen, um zu speziellen Themen auf eigene Faust den Wald zu entdecken. In kleinen Gruppen werden die Erlebnisse und Entdeckungen zusammengetragen, um sie anschlie\u00dfend in handwerklicher oder wissenschaftlicher Richtung weiter zu bearbeiten, z. B. Untersuchungen mit der Lupe und zeichnerisches Darstellen des Gesehenen. Sehr wertvoll war die p\u00e4dagogische Begleitung des Projektes mit Beginn des Jahres 2004 w\u00e4hrend der gesamten Laufzeit bis Ende des Jahres durch die Leiterin der Waldstation: Mit einer ersten Grundausstattung konnte die Waldstation schon im Mai 2004 die Tore f\u00fcr die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger wieder \u00f6ffnen. Die laufenden Erfahrungen in der Anwendung der Kon-zeptidee konnten direkt in die Ausarbeitungen der Stationen einflie\u00dfen. Entsprechend ist auch das p\u00e4dagogische Konzept modifiziert worden. Das Gesamtprojekt kommt bei allen Besuchern gut an. Die einfache und spielerische Art der \u00dcbermittlung von Fachwissen in den Erlebnis-Stationen wie auch bei F\u00fchrungen und Aktionen hat sich bei allen Altersgruppen bew\u00e4hrt. Deshalb werden derzeit \u00fcber die urspr\u00fcngliche Ausrichtung auf Kinder im Vor- und Grundschulalter hinaus auch Angebote f\u00fcr \u00e4ltere Schul-kinder ausgearbeitet. Positive Erfahrungen wurden auch mit Sch\u00fclern von verschiedenen Sonderschulen gemacht, die in der Atmosph\u00e4re der Waldstation mit ganz eigenen bisher ungeahnten Begabungen und F\u00e4higkeiten hervortraten. Es zeigten sich problematische Kinder pl\u00f6tzlich begeisterungsf\u00e4hig und damit in der Lage, ausdauernd \u00fcber mehrere Stunden bei einer Sache zu bleiben. Die generell sehr guten Er-fahrungen bewirkten, dass von Seiten der Lehrer- und Erzieherausbildungsgruppen Anfragen nach Multiplikatorenschulungen an die Betreuergruppe der Waldstation herangetragen wurden, die inzwischen auch angeboten werden und gut besucht sind. Das Spektrum der Angebote hat sich innerhalb kurzer Zeit stark erweitert.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Anfang November 2004 wurde im Rahmen eines Herbstfestes das fertige Konzept der Waldstation der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt und die neuen Stationen eingeweiht. Die Presse hat seit Er\u00f6ffnung im Mai die Waldstation in ihrer Entwicklung im Laufe des Jahres aufmerksam begleitet und regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber Neuerungen berichtet. Plakate und Info-Faltbl\u00e4tter machen auf die neuen Angebote Waldstation aufmerksam. Unter www.waldstation-eilenriede.de k\u00f6nnen, neben allgemeinen Informationen, Anfahrtsbeschreibung und Ansprechpartnern, auch die aktuellen Programme und Sonderveranstaltungen abgerufen werden. Im Reisepavillon der hannoverschen Touristikmesse Auto Boot Freizeit Anfang Februar 2005 ist die Waldstation mit Infos und Kinderprogramm vertreten gewesen. Geplant sind demn\u00e4chst Ver\u00f6ffentlichun-gen in forstlichen und landschaftsplanerischen Fachzeitschriften.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Vor allem Schulgruppen \u00e4u\u00dfern den Wunsch, die Waldstation Eilenriede h\u00e4ufiger als au\u00dferschulischen Lernort nutzen zu k\u00f6nnen. Das hat die Betreuergruppe der Waldstation darin best\u00e4rkt, mit ihrem Konzept einen Zugang zu den verschiedensten Menschen gefunden zu haben und Interesse am Thema Wald erstmalig oder wieder neu geweckt zu haben. Das veranlasst au\u00dferdem, eine langfristige Begleitung und Nutzung der Waldstation von der Vorschule bis zum Abitur zu \u00fcberdenken und die Angebote entsprechend zu erweitern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Eilenriede ist einer der gr\u00f6\u00dften Stadtw\u00e4lder Europas. Am nord\u00f6stlichen Rand des Waldes liegt, zwischen dem Messeschnellweg und einer Kleingartenanlage, das sogenannte Vogelschutzgeh\u00f6lz. Es wurde 1959 als Schutz- und Lehrgehege f\u00fcr die J\u00e4gerschaft errichtet und entwickelte sich dann zu einer waldp\u00e4dagogischen Einrichtung f\u00fcr B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger. 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