{"id":23101,"date":"2024-11-27T10:36:34","date_gmt":"2024-11-27T09:36:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20246-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:37","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:37","slug":"20246-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20246-01\/","title":{"rendered":"Umweltfreundliche Konservierung national wertvoller Holzkonstruktionen des slawischen Burgwalles Burg Lenzen (Bildungszentrum des BUND)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Vorfeld eines Bauvorhabens des B.U.N.D., LV Niedersachsen, zur Errichtung eines G\u00e4stehauses f\u00fcr das AuenKulturBildungsZentrum Burg Lenzen in Lenzen, Lkr. Prignitz (Land Brandenburg), kamen bei umfangreiche Rettungsgrabungen auf einer Fl\u00e4che von ca. 160 qm in zwei arch\u00e4ologischen Ausgrabungskampagnen 2001 und 2003 bis in eine Tiefe von bis zu -8,40 Meter gut erhaltene Bauholzstrukturen eines slawischen Burgwalls und der slawischen Besiedlung zutage.<br \/>\nIm Rahmen des Projektes sollte die in der Nassholzkonservierung \u00fcbliche Zwei-Stufen-Polyetyhlenglykol-Tr\u00e4nkung optimiert werden. Mit Hilfe einer zu adaptierenden Berechnung der notwendigen Konzentration an Polyethylenglykol (PEG) ist eine Optimierung der notwendigen Konzentration m\u00f6glich. Nach dieser Methode waren ausgew\u00e4hlte Bauh\u00f6lzer aus Lenzen zu konservieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenF\u00fcr die Anwendung des Berechnungsmodells PEGcon war die Zusammenstellung von maximalen Quellma\u00dfen und der Darrtrockendichte zur Umrechnung der Dichtewerte europ\u00e4ischer Holzarten in die Angabe der Dicht als darrtrockene Masse geteilt durch das max. Quellvolumen notwenig.<br \/>\nMit diesen Angaben konnten anhand der Dichte des abgebauten, arch\u00e4ologischen Holzes die notwendigen Konzentrationen von nieder- und h\u00f6hermolekularem PEG f\u00fcr die Zweistufen-Tr\u00e4nkung des Nasshol-zes mit anschlie\u00dfender Vakuumgefriertrocknung berechnet werden.<br \/>\nDiese Berechnungen zur notwendigen Konzentration von PEG400 und PEG4000 zur Dimensionsstabilisierung wurden an \u00fcber 200 rezenten und arch\u00e4ologischen Holzproben angewandt, um die Schrumpfung nach der Tr\u00e4nkung und Vakuumgefriertrocknung auswerten zu k\u00f6nnen.<br \/>\nAuf dieser Grundlage erfolgte die Tr\u00e4nkung der kulturgeschichtlich bedeutenden Bauholzbefunde mit PEG400 und PG4000 bei einer Temperatur von 50\u00b0C \u00fcber einen Zeitraum von etwa einem Jahr.<br \/>\nDie Vakuumgefriertrocknung bei 0,370 mbar (\u00c4quivalenztemperatur der Wassersublimation -30 \u00b0C) erfolgt in einer f\u00fcr diesen Zweck erweiterten Vakuumgefriertrocknungsanlage.<br \/>\nDie Pr\u00e4sentation der konservierten arch\u00e4ologischen Baubefunde soll im Arch\u00e4ologischen Landesmuseum in der Stadt Brandenburg sowie im AuenKulturBildungsZentrum Burg Lenzen des BUND erfolgen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Auswertung der durchgef\u00fchrten Probenreihen mit rezenten und arch\u00e4ologischen H\u00f6lzern ergab, dass sich der Ansatz, mit einer Anwendung des Berechnungsprogramms PEGcon des CCI und \u00fcber die maximalen Quellma\u00dfe umgerechneten Darrtrockendichten europ\u00e4ischer Holzarten zu einer Optimierung der Tr\u00e4nkung von arch\u00e4ologischem Nassholz zu gelangen, als richtig erwiesen hat.<br \/>\nBewusst mit h\u00f6heren Konzentrationen von PEG400 und PEG4000 getr\u00e4nkte Holzproben zeigten keine h\u00f6here Dimensionsstabilisierung.<br \/>\nMit Hilfe der vorgenommenen Berechnung ist es optimal m\u00f6glich, die je nach Abbaugrad notwenige Konzentration von nieder- und h\u00f6hermolekularem Polyetyhlenglykol im Rahmen einer Zweistufen-PEG-Tr\u00e4nkung mit anschlie\u00dfender Gefriertrocknung zu ermitteln.<br \/>\nAus dieser detaillierten Abstimmung der PEG-Konzentration auf den Abbaugrad des Holzes resultiert eine geringere Endkonzentration der PEG-L\u00f6sung. Damit verbunden ist<br \/>\n&#8211;\tdie Reduzierung der f\u00fcr die Konservierung notwendigen chemischen Stoffe (Ressourcenschonung),<br \/>\n&#8211;\teine Verk\u00fcrzung der Tr\u00e4nkzeiten und damit Verringerung des Energieaufwandes f\u00fcr die Wannenbeheizung (Energieeinsparung) sowie<br \/>\n&#8211;\tdie Verringerung von zu entsorgenden chemischen Abf\u00e4llen bei der Konservierung arch\u00e4ologischer Nassh\u00f6lzer (Umweltschutz).<br \/>\nIm Rahmen des Projekts konnten drei ausgew\u00e4hlte slawische Baubefunde konserviert werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Publikation der Ergebnisse des Projekts erfolgte bereits in mehreren Artikeln und Vortr\u00e4gen. Eine Gesamtpublikation wird voraussichtlich 2007 erfolgen.<br \/>\nDie gesammelten Daten zu den Dichteangaben der europ\u00e4ischen Holzarten werden \u00fcber das Internet frei zug\u00e4nglich sein.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Bei der Zwei-Stufen-Tr\u00e4nkung von Nassholz mit anschlie\u00dfender Gefriertrocknung ist der Vergleich von aktueller Dichte des arch\u00e4ologischen Nassholzes mit der rezenten Dichte f\u00fcr die Berechnung der einzubringenden Konzentration von nieder- und h\u00f6hermolekularem Polyethylenglykol sinnvoll. Dies kann zu einer deutlichen Reduktion der Menge an Konservierungsstoffen beitragen.<br \/>\nDieser in Deutschland bisher kaum angewandte Ansatz kann durch die Publikation der adaptierten Dichtewerte f\u00fcr andere Nassholzkonservierungsprojekte breite Anwendung finden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Vorfeld eines Bauvorhabens des B.U.N.D., LV Niedersachsen, zur Errichtung eines G\u00e4stehauses f\u00fcr das AuenKulturBildungsZentrum Burg Lenzen in Lenzen, Lkr. 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