{"id":23099,"date":"2023-07-13T15:22:24","date_gmt":"2023-07-13T13:22:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20244-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:25","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:25","slug":"20244-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20244-01\/","title":{"rendered":"Internationale Fachtagung und Publikation zu Historischen G\u00e4rten und ihrer Bedeutung f\u00fcr den Umwelt- und Kulturg\u00fcterschutz"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Veranstaltung soll die Bedeutung der historischen G\u00e4rten, also ihre Nutzungs- und Gestaltungsvielfalt, ihre Formen und Typen als &#8211; z.T. p\u00e4dagogisch beabsichtigte &#8211; Informations- und Bedeutungstr\u00e4ger oder ihre Bedeutung als Qualit\u00e4tsaspekt und Ressourcenquelle unserer Umwelt im Sinne einer Reflexion \u00fcber den Umgang des Menschen mit der Natur aktuell beleuchten. Innovativ ist die Erweiterung des Betrachtungshorizonts, indem sich Fachleute aus den unterschiedlichsten Disziplinen bis hin zu Vertretern aus Gesellschaft und Politik zu diesen Fragen \u00e4u\u00dfern werden.<br \/>\nDie Fachtagung wird in diesem konzeptionellen Rahmen zugleich Konsequenzen, Forderungen und Forschungen und m\u00f6glicherweise neue Dimensionen, z. B. hinsichtlich der aktuellen Methoden und Zusammenwirken gartendenkmalpflegerisches Handelns, anmahnen. Die Bedeutung und Erhaltung historischer G\u00e4rten als gesellschaftliches Anliegen soll bef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Konzept der Fachtagung sieht 15 Referenten f\u00fcr f\u00fcnf Themenbl\u00f6cken vor, aus den Bereichen a) Gartenkunstgeschichte, b) Stadtgr\u00fcn, c) Denkmalpflege, d) Umwelt- und Naturschutz sowie f) Forschung, Ausbildung &#038; Perspektiven. In den jeweiligen Diskussionsrunden sollen Impulse f\u00fcr weitere Forschungen, Methoden und interdisziplin\u00e4res Handeln erarbeitet werden, um die nachhaltige Bewahrung historischer G\u00e4rten und ihre Bedeutung f\u00fcr den Umwelt- und Kulturg\u00fcterschutz zu verbessern.<br \/>\nDas zugeh\u00f6rige Fachbuch Historische G\u00e4rten heute wird die Bedeutung der historischen G\u00e4rten durch 47 Autoren aus zehn L\u00e4ndern aktuell und erstmals aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln behandeln und zwar aus Sicht der Gartenkunstgeschichte und der Denkmalpflege, der Kunstgeschichte und der Geisteswissenschaft, der Garten- und Landschaftsarchitektur, der Umwelt- und Naturwissenschaften und schlie\u00dflich aus dem Bereich von Gesellschaft und Politik. Unter anderen werden folgende Themen diskutiert: St\u00e4dtisches Gr\u00fcn in Geschichte, Gegenwart und Zukunft; Gef\u00e4hrdung der G\u00e4rten durch Umwelteinfl\u00fcsse; Fachliche Anforderungen an die Pflege und Fragen des Nutzungswandels; Historische G\u00e4rten im Spannungsfeld der Fachplanungen Naturschutz, Bau- oder Verkehrsplanung; Ausbildungsanforderungen und Berufsverantwortung; Der Umgang mit historischen G\u00e4rten vor dem Hintergrund der Charta von Venedig (1964), die Internationale Charta \u00fcber die Konservierung und Restaurierung von Denkm\u00e4lern und Ensembles (Denkmalbereiche).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die internationale Fachtagung Historische G\u00e4rten in Gegenwart &#038; Zukunft &#8211; Bedeutung &#038; Konsequenzen f\u00fcr den Umwelt- und Kulturg\u00fcterschutz fand am 19. und 20. Oktober 2003 aus Anlass des 80. Geburtstages von Prof. Dr. Hennebo &#8211; Nestor der Gartenkunstgeschichte und Gartendenkmalpflege in Deutschland &#8211; bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabr\u00fcck statt. Sie wurde vielfach beachtet und schlie\u00dflich von rund 200 Teilnehmern besucht. Schirmherr der Veranstaltung war Prof. Dr. Klaus T\u00f6pfer, Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen und Tr\u00e4ger des Deutschen Umweltpreises der DBU f\u00fcr das Jahr 2003. Er sah in einem Vortrag vor Ort die G\u00e4rten in ihrem kulturgeschichtlichen Kontext als unersetzlich, wichtige Teile der kulturellen Identit\u00e4t, die mehr denn je in der dramatischen Globalisierung dieser Welt gesichert werden m\u00fcssten. Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Generalsekret\u00e4r der DBU, forderte daf\u00fcr ein Miteinander von Umweltschutz, Denkmalschutz, Gartengeschichte sowie Landschafts- und Stadtplanung, um Kulturlandschaften, historische Parks und G\u00e4rten, st\u00e4dtisches Gr\u00fcn als Teil der gr\u00fcnen Umwelt des Menschen zu bewahren.<br \/>\nUm die Relevanz und Dringlichkeit \u00fcbergreifender Forschungen aktuell zu beleuchten, ist zur Fachtagung das Buch Historische G\u00e4rten heute erarbeitet worden, in dem in 44 internationalen Fachbeitr\u00e4gen unterschiedlicher Disziplinen aus zehn L\u00e4ndern etliche Forderungen niedergelegt worden sind. Zur Tagung wurden davon 15 ausgew\u00e4hlte Fachvortr\u00e4ge diskutiert. Das spezielle Fachgebiet von Gartenkunstgeschichte und Gartendenkmalpflege wird seit einiger Zeit in seiner Bedeutung \u00f6ffentlich weitgehend wahrgenommen und steht zunehmend gleichberechtigt neben den anderen bildenden K\u00fcnsten und Fachbelangen. Die Tagung hat jedoch gezeigt, dass die Verantwortung f\u00fcr diese Anlagen nicht mehr Anliegen des eigenen Berufsstandes der Garten- und Landschaftsarchitekten allein ist, sondern es aufgrund des komplexen Gegenstandes dieser lebenden Kunstwerke ein gr\u00f6\u00dferes Engagement vieler Fachdisziplinen sowie der Akzeptanz und der Unterst\u00fctzung aus Gesellschaft und Politik bedarf.<br \/>\nEs werden zum Beispiel zus\u00e4tzliche Untersuchungen aus dem Bereich der Kunstgeschichte und Geisteswissenschaften ben\u00f6tigt, um G\u00e4rten, Parks und Landschaften erneut beschreiben, Gem\u00e4lde interpretieren oder ikonologische Zusammenh\u00e4nge verstehen zu lernen. Ebenso sollten neue Technologien und Erkenntnisse aus den Umwelt- und Naturwissenschaften genutzt werden, um die historischen Freir\u00e4ume angemessen zu sch\u00fctzen. So entwickeln Biologen, Chemiker oder Forstwissenschaftler immer wieder neue Methoden und Verfahren, um Boden- und Luftentwicklungsprozesse zu analysieren und sch\u00e4dlichen Umwelteinfl\u00fcssen auf vegetabile und architektonische Elemente zu begegnen.<br \/>\nForderungen ergaben sich auch auf dem Gebiet der Ausbildungsfragen an Hochschulen. Die Positionen um k\u00fcnftig notwendige theoretische und praktische Methoden der Gartendenkmalpflege durch europ\u00e4ische Vergleiche bis hin zu Ans\u00e4tzen einer universellen Denkmalpflege wurden kontrovers diskutiert. In diesem Zusammenhang ist auch deutlich geworden, dass der Informationsaustausch zwischen Gartendenkmalpflegern und Natursch\u00fctzern zwar seit einigen Jahren vorangekommen ist, jedoch in bestimmten Aspekten verbessert fortgesetzt werden muss. Ebenso m\u00fcssen M\u00f6glichkeiten f\u00fcr neue, zeitgen\u00f6ssische Park- und Gartenanlagen als potentiell zu sch\u00fctzende Anlagen er\u00f6ffnet werden. Auch wenn vorhandene, historische Parkanlagen in Mode sind und entsprechend vermarktet werden, so werden ihre eigentlichen Werte als Kulturdenkmal wie auch ihre Umweltpotentiale, u.a. ihre Nutzungs- und Gestaltungsf\u00fclle oder ihre Formen als Informationstr\u00e4ger, insgesamt also ihre unterschiedlichen Werte in Gesellschaft und Politik noch immer unzureichend wahrgenommen, was oftmals zu einem nachteiligen Umgang f\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die DBU hat in Schriften und Internetseiten auf die Tagung und das Buch hingewiesen, au\u00dferdem 1.000 als sog. Jahresgabe an Experten vergeben. Das Buch war in der 1. Auflage 3.000 St\u00fcck nach f\u00fcnf Monaten vergriffen. Im Fr\u00fchjahr 2004 ist eine 2. Auflage mit 2.000 St\u00fcck (davon bereits 500 St\u00fcck verkauft) wie auch eine englische Ausgabe Historic Gardens Today (500 St\u00fcck, davon die H\u00e4lfte verkauft) erschienen. Das Buch ist vielfach und gut rezensiert, vorgestellt und zitiert worden, u. a. in: Stadt &#038; Gr\u00fcn 6\/03 und 8\/03, Garten und Landschaft 10\/03, Monumente 9\/10 03, gr\u00fcn Forum LA 10\/03, Fraunhofer Infozentrum Raum und Bau, 11\/03, Die ZEIT 12\/03, Gr\u00fcner Anzeiger 1\/04, S\u00fcddeutsche Zeitung 11.2.04, Gartenpraxis Nr.3\/04, Kunsthist. Arbeitsbl\u00e4tter Nr. 1\/04, Bund Dt. LaArch. 5\/04, auch in ausl\u00e4nd. Schriften, z. B. in: topiaria helvetica Jahrbuch 03 oder Mitt.Blatt d. \u00d6sterreichischen Ges. f\u00fcr historische G\u00e4rten 04. Zur vollst\u00e4ndigen Liste siehe Verlag Seemann &#038; Henschel in Leipzig.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Tagung und die zugeh\u00f6rige Publikation hat aktuelle Beitr\u00e4ge und Forderungen zum Thema der historische G\u00e4rten erbracht und viele benachbarte Fachdisziplinen mit Zukunftsfragen konfrontiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Veranstaltung soll die Bedeutung der historischen G\u00e4rten, also ihre Nutzungs- und Gestaltungsvielfalt, ihre Formen und Typen als &#8211; z.T. p\u00e4dagogisch beabsichtigte &#8211; Informations- und Bedeutungstr\u00e4ger oder ihre Bedeutung als Qualit\u00e4tsaspekt und Ressourcenquelle unserer Umwelt im Sinne einer Reflexion \u00fcber den Umgang des Menschen mit der Natur aktuell beleuchten. 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