{"id":23072,"date":"2023-07-14T10:32:59","date_gmt":"2023-07-14T08:32:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20161-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:33:02","modified_gmt":"2023-07-14T08:33:02","slug":"20161-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20161-01\/","title":{"rendered":"Kolloquium zur modellhaften Restaurierung umweltgesch\u00e4digter historischer Ratslaubensteine einschlie\u00dflich praktischer Ma\u00dfnahmen (Sachsen-Anhalt)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Kolloquium sollte dem Austausch der Wissenspotenziale zwischen Denkmalsch\u00fctzern, Wissenschaftlern und ausf\u00fchrenden Baupraktikern im Umgang mit der historischen Bausubstanz eine geeignete Plattform bieten.<br \/>\nAusgehend von der analytischen Beurteilung der 1999 bis 2000 durchgef\u00fchrten, modellhaften Konservierung und Teilrestaurierung bildk\u00fcnstlerisch gestalteter Sandsteine aus der Ruinenbergung der Halberst\u00e4dter Ratslaube von 1663, ergibt sich hier der willkommene Ansatzpunkt.<br \/>\nDer Austausch des Wissens und der Erfahrungen schlie\u00dft ab mit der modellhaften Restaurierung der f\u00fcr den Wiederaufbau geeigneten Bildhauerst\u00fccke.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenTheoretische Durchdringung der Aufgabenstellung<br \/>\n&#8211;\tVorbereiten der Anschlussfl\u00e4chen am historischen Fragment unter Beachtung weitestgehender Schonung des Bestandes bei Erzielung statisch wirksamer Last\u00fcbertragungsfl\u00e4chen,<br \/>\n&#8211;\tModellfertigung des Erg\u00e4nzungsst\u00fcckes nach historischen Fotos,<br \/>\n&#8211;\tAbstimmen der Modellerg\u00e4nzung mit der Aufgabenstellung und den denkmalpflegerischen Vorgaben,<br \/>\n&#8211;\tAuswahl \u00e4quivalenten Erg\u00e4nzungsmaterials in Sandstein nach Variet\u00e4t und Farbe,<br \/>\n&#8211;\tAnarbeiten des Erg\u00e4nzungsst\u00fcckes in handwerklich meisterhafter Arbeit, mit dem Original nachempfundener Arbeitstechnik und \u00e4hnlichen Werkzeugen<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Kolloquium begann mit einer Einstimmung in die anstehende Problematik durch Vortr\u00e4ge, beginnend mit der Darstellung des historischen Hintergrundes der Entstehung und Bedeutung bis zur Zerst\u00f6rung des Bauwerkes 1945, mit der anschlie\u00dfenden heutigen Bewertung als Dokument der Stadt- und Zeitgeschichte, der Handwerkskunst und der sich er\u00f6ffnenden M\u00f6glichkeit des Sammelns von Erfahrungen bei einem modellhaften  Vorgehen von Einzelrestaurierungen aus deren Summe sich die M\u00f6glichkeit einer vollst\u00e4ndigen Rekonstruktion ergibt.<br \/>\nIn wissenschaftlich fundierten Vortr\u00e4gen, der mit der vorangegangenen, modellhaften Konservierung und Teilrestaurierung betrauten Institute, Labore und Restauratoren wurde einem interessierten Kreis von Vertretern der Steinmetz- und Steinbildhauerwerkst\u00e4tten der bisher erreichte Kenntnis- und Erfahrungsstand zur Bearbeitung der historischen Bildhauerst\u00fccke anschaulich dargeboten.<br \/>\nIn angeregten, teils kontroversen Diskussionen und der Wiedergabe eigener Erkenntnisse und Erfahrungen von Wissenschaftlern, Praktikern und Denkmalpflegern entwickelte sich ein tragbarer Konsens zur Aufgabenbew\u00e4ltigung.<br \/>\nDie erste Abschnitt der Aufgabe endete in der \u00dcbergabe der historischen, mehr oder weniger fragmentarischen  Bildhauerst\u00fccke an die sich f\u00fcr eine Restaurierung beworbenen Werkst\u00e4tten.<br \/>\nAuf der Basis detaillierter und konkret formulierter Aufgabenstellungen waren unter Beachtung denkmalpflegerischer Vorgaben zu weitestgehender Schonung des verbliebenen historischen Bestandes in handwerklich meisterhafter Arbeit fragmentarische Bildhauerst\u00fccke in Sandstein nach historischen Fotodokumenten zu erg\u00e4nzen. Gleichzeitig musste das Werkst\u00fcck seiner urspr\u00fcnglichen Funktion und statischen Belastung auch k\u00fcnftig wieder gerecht werden.<br \/>\nZur Bearbeitung der Werkst\u00fccke verblieben f\u00fcr den ersten, noch im 2. Bauabschnitt zu verwendenden Teil ca. 6 Wochen Zeit. F\u00fcr die weiteren Werkst\u00fccke waren 4 Monate verf\u00fcgbar.<br \/>\nDie Kostensch\u00e4tzung f\u00fcr die erg\u00e4nzende Restaurierung basierte auf einer Ermittlung des Planungsteams. Nach einem Vergleich zu den Angeboten ergab sich eine Kostensteigerung auf rund 167% .<br \/>\nEs wurden 8 verschiedene, regional \u00fcber 3 Bundesl\u00e4nder verteilte Steinmetz- und Steinbildhauerwerkst\u00e4tten mit der Restaurierung von 10 fragmentarischen Bildhauerst\u00fccken der historischen Ratslaube von 1663 beauftragt.<br \/>\nEntsprechend der Zielstellung nach bruchkantengenauem Anf\u00fcgen der Vierung, funktionell statischer Belastbarkeit des Werkst\u00fcckes und denkmalpflegerischer Forderung nach sensiblem \u00dcbergang von erg\u00e4nzender Vierung zu historischer Substanz, waren die Erwartungen sehr hoch gesteckt.<br \/>\nDie Qualit\u00e4t der abgelieferten Leistungen war durchgehend gut bis hervorragend.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00dcber den Gegenstand es Kolloquiums wurde ank\u00fcndigend und ergebniskonkret in der regionalen Tagespresse berichtet. Restaurierte 4 St\u00fccke sind im Steinlager der Innenstadt pr\u00e4sent. Die 7 Werkst\u00fccke des bereits realisierten 2. Bauabschnittes sind am Einbauort im Stadtzentrum anzuschauen.<br \/>\nEine willkommene Gelegenheit zur Pr\u00e4sentation bot sich auf der Europ\u00e4ischen Messe f\u00fcr Denkmalpflege und Stadterneuerung vom 30.10. bis 02.11.2002 in Leipzig. Die Stadt Halberstadt bot u.a. den informatorischen Rahmen um das Wiederaufbaugeschehen Ratslaube. Im Rahmen einer eigenen Pr\u00e4sentation demonstrierte die Firma Schiecke, Wei\u00dfensee (Th\u00fcr.), mit einem Gipsmodell und einem Foto des fertigen Bildhauerst\u00fcckes die modellhafte Restaurierung des Werkst\u00fcckes N-21.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Vorgehensweise bisherige Ergebnisse und Erfahrungen und anvisierte Zielstellungen in Form eines Kolloquiums zu b\u00fcndeln, hat sich in der Konsequenz als richtig und effektiv erwiesen. Es wurde die Verbindung und der Wissensaustausch zwischen Theorie gehobener und h\u00f6chster Ebene und erfahrener Praxis fachlich spezialisierten und meisterlichem Niveau hergestellt.<br \/>\nIn direkt gef\u00fchrten, teils auch kontroversen Problemdiskussionen zwischen Wissenschaftlern, Handwerksmeistern, Restauratoren und Denkmalsch\u00fctzern wurden Erkenntnisse vertieft, Erfahrungen vermittelt und Vorurteile aufgehoben.<br \/>\nDie guten bis ausgezeichneten Ergebnisse der Restaurierung machen auch deutlich, dass F\u00e4higkeiten und K\u00f6nnen der Werkst\u00e4tten, bezogen auf die speziellen Zielvorgaben, unterschiedlich sind. Der Auftraggeber ist gut beraten, bei Vorhaben gehobenen Anspruches eine dem Kolloquium analoge Form zu praktizieren, um aus dem Kreise der ausgew\u00e4hlten die geeignetsten Anbieter zu beauftragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Kolloquium sollte dem Austausch der Wissenspotenziale zwischen Denkmalsch\u00fctzern, Wissenschaftlern und ausf\u00fchrenden Baupraktikern im Umgang mit der historischen Bausubstanz eine geeignete Plattform bieten. 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