{"id":23048,"date":"2023-07-13T15:22:18","date_gmt":"2023-07-13T13:22:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20116-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:20","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:20","slug":"20116-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20116-01\/","title":{"rendered":"Membranen zur Entkeimung von Leitungswasser als Endverbraucherprodukt und im medizinischen Einsatz"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung, Prototypfertigung eines Filtermoduls auf Basis von Hohlfasermembranen zur definierten rein physikalischen Entkeimung von Leitungswasser. Das Filtermodul soll regenerierbar und autoklavierbar (f\u00fcr medizinischen Bereich) sein sowie eine hohe Lebensdauer aufweisen. Ziel ist die Gesundheitsvorsorge f\u00fcr Tropenreisende und im Ausland T\u00e4tiger zu f\u00f6rdern und dem medizinischen Bereich eine einfach handhabbare Desinfektionseinheit zur Vermeidung von Infektionen im Intensivbereich (Onkologie, Fr\u00fchgeburten, HIV-Patienten) zur Verf\u00fcgung zu stellen, die mit mindestens 50-facher Wiederverwendung sowohl Kosten senkt als auch M\u00fcll durch Einmalfilter vermeidet.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Fa. Saxonia Medical in Radeberg ist Produzent von Dialysatoren und ein reiner Fertigungsbetrieb. Die Fa. Saxonia stellt auch Sondermodule her, die z. B. zur Blut-Plasma-Trennung dienen. Die Aqua Free Membrane Technology GmbH besitzt das Patent und baut den Vertrieb des Aqua-Free Mikrofiltrationsmoduls auf. F\u00fcr die Verwendung in Arztpraxen und in Krankenh\u00e4usern sowie f\u00fcr immungeschw\u00e4chte Personen soll ein Filter entwickelt werden, der definiert desinfiziert werden kann und m\u00f6glichst autoklavierbar sein soll. Die Anwendung in Krankenh\u00e4usern, Arztpraxen und Altenheimen ist ein wichtiger Zielmarkt. Dabei sollen nicht nur europ\u00e4ische Krankenh\u00e4user beliefert werden k\u00f6nnen. Ein wesentlicher Focus liegt auf der Verwendung des Filters in Schwellenl\u00e4ndern aber auch in Dritte-Welt Staaten. Um den medizinischen Markt zu bedienen bedarf es einer genauen Produktion sowie sehr definierten Standards, die sowohl den lebensmitteltechnischen Bereich als auch geringe Abweichungen der Vergussh\u00f6hen betreffen. Der Definierung der Standards kommt Saxonia eine besondere Rolle zu. Weiterhin soll der Kunde sich darauf verlassen k\u00f6nnen, dass die Entkeimung auch unter nicht kontrollierten Bedingungen wie in Schwellenl\u00e4ndern immer gew\u00e4hrleistet ist. Die Autoklaviebarkeit h\u00e4ngt im Wesentlichen von der Vergussqualit\u00e4t (in Material und Verarbeitung) ab. Zeitgleich sollen Langzeittests zur Validierung und eine m\u00f6gliche Autoklavierbarkeit erarbeitet werden. Unterschiedlichste Bedingungen wie Druck, Verschmutzung des Wassers und m\u00f6gliches Handling sollen simuliert und getestet werden. Anhand der laufenden Ergebnisse sollen Verbesserungen m\u00f6glichst zeitnah umgesetzt werden. Erfahrungen sollen in f\u00fchrenden Universit\u00e4tskliniken (T\u00fcbingen, G\u00f6ttingen, Freiburg zu denen Kontakte bestehen) gesammelt und de-ren R\u00fcckmeldung direkt in Produktion und Konfektionierung eingearbeitet werden. Je h\u00f6her die Wiederverwendungsrate desto h\u00f6her die Umweltentlastung. Die Arbeitspakete werden in enger Zusammenar-beit der Kooperationspartner bearbeitet und mit f\u00fchrenden Hygienikern und Mikrobiologen in die Praxis umgesetzt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Ziel des Vorhabens wurde erf\u00fcllt. Die Ergebnisse zeigen, dass wir ein Filtersystem entwickelt haben, dass sich im medizinischen Markt etabliert hat. Durch die gemeinsame Entwicklungsarbeit mit der Uniklinik Hamburg Eppendorf, der Uniklinik Heidelberg und der Uniklinik T\u00fcbingen konnte das System in den Markt eingef\u00fchrt werden und den hohen Anforderungen des klinischen Sektor angepasst werden. Dabei erf\u00fcllt es die Aufgabe Hochrisikopatienten zu sch\u00fctzen. Dies erfolgt, wie die klinischen Studien zeigen sehr verl\u00e4sslich. Von der Autoklavierung wurde fachlich Abstand genommen. Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr liegen in der unsicheren Validierung. Dabei spielt die Hauptrolle der Energie\u00fcbertrag des Dampfes auf einen feuchten Membranfilter. Von der ZSVA der Uniklinik T\u00fcbingen wurde das Verfahren der thermischen Desinfektion bevorzugt, da eine sichere und validierte thermische Desinfektion erreicht werden kann, die im Verh\u00e4ltnis zur Anwendung steht. Da der gr\u00f6\u00dfte Teil (sch\u00e4tzungsweise \u00fcber 80%) des medizinischen Sektors bisher durch ein Unternehmen abgedeckt wird, dass Einmalfilter f\u00fcr die Gebrauchsdauer einer Woche produziert, k\u00f6nnen wir uns als zweites Unternehmen in diesem hochwertigen Sektor etablieren. Die Kostenersparnis gegen\u00fcber dem Mitbewerber f\u00fcr die Kliniken liegt bei 60%. Dabei sind die Investitionskosten f\u00fcr die notwendigen Ger\u00e4te und auch die Personalkosten schon mit einbezogen. Unser Produkt wird vollst\u00e4ndig in Deutschland produziert. Die Kostenersparnis kann f\u00fcr den gesamten Markt mit ca. 30 Millionen Euro abgesch\u00e4tzt werden. Weiterhin f\u00fchrt die Wiederverwendung zur M\u00fcllvermeidung. Eine Klinik mit ca. 100 Filterstellen braucht zurzeit ca. 5.200 Filter pro Jahr. 5.100 davon k\u00f6nnen als M\u00fcll vermieden werden. Dies zeigt welches Potential bei 2.000 Krankenh\u00e4usern in Deutschland zur Vermeidung von M\u00fcll besteht. Wir geben f\u00fcr das Filtersystem die Garantie, dass dies 1 Jahr eine Stelle (Was-serhahn, Dusche) abdeckt. Das bedeutet bei w\u00f6chentlicher Aufbereitung 52 Zyklen. F\u00e4llt ein Filter bei der w\u00f6chentlichen Pr\u00fcfung durch, so wird dieser von uns ersetzt, wenn er nicht die 52 Zyklen erreicht hat. Das n\u00e4chste Ziel ist die fachliche Begleitung des Bereiches. Daher werden wissenschaftliche Grundlagen und anwendungstechnische Fragen von uns in Zusammenarbeit mit Krankenhaushygienikern erarbeitet. Ein gutes Beispiel hierf\u00fcr ist die Durchf\u00fchrung einer Fortbildungsveranstaltung mit der Uniklinik Heidel-berg im September dieses Jahres. Weiterhin engagieren wir uns bei dem Wissenstransfer in die ehemaligen Ostblockstaaten. Im Dezember wird hier eine Veranstaltung in Sofia (Bulgarien) stattfinden, auf der wir Vortr\u00e4ge zur Schulung vornehmen werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Innovation und das Produkt wurden auf zahlreichen Veranstaltungen vorgestellt. Unter anderem wur-de dies auf dem Internationalen Kongress der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Krankenhaushygiene in Berlin (04-07.04.2004) vorgestellt. Unter anderem haben hier Prof. Kramer (Uniklinik Greifswald), Dr. Vonberg (Medizinische Hochschule Hannover), Frau Dr. Wendt (Uniklinik Heidelberg) und Prof. Kaulfers (Uniklinik Hamburg Eppendorf) \u00fcber die Technologie und Untersuchungsergebnisse berichtet. Weiterhin sind wir auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Sterilgutversorgung (30.09. bis 02.10.04) und auf der Tagung der Deutschen Gesellschjaft f\u00fcr Hygiene (26.-29.09.2004) vertreten. Hier werden vor allen Dingen die Praxisergebnisse und Erfahrungen aus den Unikliniken T\u00fcbingen und Heidelberg in den Vor-dergrund gestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Es kann ein bisher durchweg positives Fazit gezogen werden. Insbesondere im Krankenhausbereich kommt der Kostenvorteil gegen\u00fcber Einmalsystemen, die Vermeidung von M\u00fcll und die F\u00f6rderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt sehr gut an. Das System wird fachlich anerkannt und ist bei der Uniklinik T\u00fcbingen schon vollst\u00e4ndig eingef\u00fchrt. Insbesondere die Tatsache, dass es gelungen ist mit einem vollst\u00e4ndig in Deutschland produziertem Produkt Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen zu realisieren und dabei Arbeitspl\u00e4tze zu sichern und neue zu schaffen, zeigt den Innovationscharakter des Projektes. Die F\u00f6rderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt hat uns geholfen sowohl die hohen medizinischen Anforderungen zu erf\u00fcllen, als auch mit dem Namen T\u00fcren zu \u00f6ffnen, die in Folge zu engen Zusammenarbeiten gef\u00fchrt haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung, Prototypfertigung eines Filtermoduls auf Basis von Hohlfasermembranen zur definierten rein physikalischen Entkeimung von Leitungswasser. Das Filtermodul soll regenerierbar und autoklavierbar (f\u00fcr medizinischen Bereich) sein sowie eine hohe Lebensdauer aufweisen. 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