{"id":23037,"date":"2023-07-13T15:22:18","date_gmt":"2023-07-13T13:22:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20064-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:19","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:19","slug":"20064-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20064-01\/","title":{"rendered":"Synergieeffekte nutzen durch intelligente Systemzusammenh\u00e4nge geb\u00e4udetechnischer Komponenten und Produkte im Zusammenspiel von Fassade und Innenraumklima &#8211; Entwicklung eines prototypenhaften Messestandes"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Antragsteller Dr.-Ing. H. K\u00f6ster und Dipl.-Ing. E. Schossig entwickelten in der Vergangenheit mit Unterst\u00fctzung der DBU Einzelelemente und Bauteilkomponenten f\u00fcr Tageslicht- und Kiemenfassaden.<br \/>\nAufbauend auf diese Entwicklungen hat sich dieses F+E-Vorhaben  zum Ziel gesetzt, &#8211; basierend auf neuen Rechenverfahren &#8211; einen integrierten Planungsprozess zwischen unterschiedlichen Fachdisziplinen zu erm\u00f6glichen und gleichzeitig geeignete integrierte Bauelemente der Kunstlichttechnik, Elektrotechnik, Klimatechnik, L\u00fcftungstechnik, gestalterisch und funktional so umzusetzen, dass sich gegen\u00fcber dem Stand der Technik verbesserte Resultate ergeben. Folgende Technologien bzw. deren integrative Zusammenh\u00e4nge werden dargestellt:<br \/>\nBlendfreie Arbeitsplatzbeleuchtung mit Kunst- und Tageslicht \/ integrierte Lichtf\u00fchrung von Kunst- und Tageslicht \/ helligkeitsabh\u00e4ngige Regelungsprozesse \/ winterlicher Solarenergiezugewinn \/ blendfreie Bildschirmarbeitspl\u00e4tze \/ K\u00fchllasteinsparung durch niedrige g-Werte \/ gesundheitliche Auswirkungen von Tageslichtspektren \/ Wohlbefindlichkeitskriterien \/ Energiesimulationen \/ Betriebskostensimulationen \/ Entwicklung eines trivalenten Systems in der Fassade: Heizen \/ K\u00fchlen \/ L\u00fcften \/ Fassadenkieme zur Nachtausk\u00fchlung \/ Sonderprofile der Systemfassade \/ Integration von Solarmodulen \/ Kybernetische Prozesse. Ziel war auch, prototypenhaft einen Ausstellungsstand in Zusammenarbeit zwischen Architekt, Fachplaner und Industrie zu entwickeln, der die innovativen Bauteilkomponenten enth\u00e4lt und deren funktionales und integrales Zusammenwirken veranschaulicht. Die Messebox dient auch als Demonstrationsobjekt f\u00fcr Bauherren und alle weiteren Beteiligten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Antragsteller haben einen integralen Messestand f\u00fcr eine Grundfl\u00e4che von 100 m2 entwickelt. Die Messebox war auf der Messe Light + Building in Frankfurt (14.-18.04.2002) und auf der PlanCom, der Messe parallel zum Internationalen Architektenkongress UIA in Berlin (22.-26.07.2002), in einer verkleinert Form (75m\u00b2), ausgestellt.<br \/>\nEs wurde eine Systematik des integralen Planungsprozesses erarbeitet, in dem die einzelnen Arbeitsschritte an Hand der Planungsaufgaben &#8211; hier Integralfassade als Prototypenfassade &#8211; vorgeschlagen wurden. Diese Vorgehensweise wurde dann bei zur Zeit in Planung befindlichen Bauvorhaben angewandt.<br \/>\nZur Erfassung der Zielaufgaben wurden verschiedene Berechnungen durchgef\u00fchrt. Retroberechnungen stellen die Leistung von Retrosystemen z. B. in Abh\u00e4ngigkeit der Bewegung der Sonne, der Sonnenbahnen\/Jahreszeiten etc. dar. St\u00e4dtebauliche Tageslichtsimulationen, Berechnungen zur thermischen Belastung von Dach und Fassade und die Betrachtung der Sonne als pendelnde Lichtquelle erg\u00e4nzen die Grundlagen, die f\u00fcr die Integralplanung erforderlich sind. Tageslichtberechnungen untersuchen die Leistungsf\u00e4higkeit des Retrosystems RetroLux.<br \/>\nWeitere Schritte:Definition der Retrosysteme in der Ambivalenz von Energiereduktion und Lichtdurchl\u00e4ssigkeit \/ optisches Energiemanagement \/ Tageslichtsimulationen \/ Berechnung von Lichtverteilungskurven \/ Simulation typischer Kennlinien von RetroLux \/ Bestimmung von Glasfl\u00e4chenanteilen in der Fassade \/ Simulation von RetroLuxTherm im Tagesgang.<br \/>\nIm Weiteren wurden verschiedene Strategien der integralen Planung und ein integraler Planungsansatz erarbeitet. Fassadenkonzepte, die Positionierung der Retrotechnik in der Fassade, die Fassadenkonstruktion sowie die Entwicklung einer Pfostenleuchte sind Bestandteil dieses Planungsansatzes. Labormessungen zum Vergleich von g-Werten sowie das Ergebnis bidirektionaler Messungen best\u00e4tigen die Wirksamkeit der Systeme.<br \/>\nAls weitere Aspekte der integralen Planungen wurde die Lichtumlenkung an die Decke, die Lichtdecke RetroTop, Lichtsegel und die Integralsysteme RetroLight und RetroTop bearbeitet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ergebnis des Vorhabens war die Planung und die Umsetzung einer Messebox, an Hand derer die Integralfassade in Zusammenarbeit mit Planern und Firmen realisiert wurde. Die entwickelte Prozesssystematik f\u00fcr einen integralen Planungsprozess wurde angewandt. Die an der Messebox erhaltenen Er-kenntnisse wurden an in Planung befindlichen Bauvorhaben umgesetzt. Ein Vorschlag f\u00fcr die Ausbil-dung von Integralplanern wurde verfasst.<br \/>\nDie Pr\u00e4sentation der Messebox auf der Light+Building sowie auf der PlanCom fand gro\u00dfe Anerkennung. Begleitende Diskussionsveranstaltungen auf den Messen und umfassende Ver\u00f6ffentlichungen in verschiedenen Fachzeitschriften sollten den Planungsansatz transparent machen, da die Vorstellung eines Planungsprozesses auf diese Art und Weise sehr ungew\u00f6hnlich war und Anregung zu vielf\u00e4ltigen Diskussionen gab. \u00d6konomische Erfordernisse bestimmen jedoch nach wir vor die Bereitschaft aller Beteiligten, sich in solchen Planungsprozessen einzubringen und diese auch bis zur Erstellung eines Geb\u00e4udes durchzuhalten, da die erforderlichen Kommunikationsprozesse noch mehr Zeit und Flexibilit\u00e4t als die \u00fcblichen Planungen erfordern.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der Messestand sowie die Prozesssystematik selbst war Gegenstand vielf\u00e4ltiger Ver\u00f6ffentlichungen in Fachzeitschriften und Thema von Seminaren und Tagungen.<\/p>\n<p>Umweltrelevanz<\/p>\n<p>Unter umweltrelevanten Gesichtspunkten ist insbesondere auch die Energieeinsparung in dem Betrieb von Verwaltungsgeb\u00e4uden, aber auch in einem reduzierten Materialverbrauch zu sehen. Beispielsweise soll durch eine besonders filigrane Fassadenkonstruktion Aluminium eingespart werden. Durch die Integration von Systemtechnologien in die Fassade k\u00f6nnen zum Teil Geschossh\u00f6he oder Fu\u00dfbodenaufbauten sowie Br\u00fcstungstiefen eingespart werden, wodurch sich der Nutzungswert der Geb\u00e4ude bei gleichem Grundfl\u00e4chenverbrauch erh\u00f6ht. Durch den Einsatz von Fassadenkiemen l\u00e4sst sich eine deutliche Nachtentspeicherung und damit K\u00fchllastminderung erzielen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Einzelteile.So ging es darum, das rein additive Zusammenf\u00fchren der Energiesparkomponenten zu vermeiden und durch einen integrativen Planungsprozess zu ersetzen, mit dem Ziel, eine kosteng\u00fcnstige und gestalterisch hochwertige Architektur zu entwickeln. Bereits die Gestaltung der Messebox belegt das angestrebte Fazit eindrucksvoll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Antragsteller Dr.-Ing. H. K\u00f6ster und Dipl.-Ing. E. Schossig entwickelten in der Vergangenheit mit Unterst\u00fctzung der DBU Einzelelemente und Bauteilkomponenten f\u00fcr Tageslicht- und Kiemenfassaden. 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