{"id":23036,"date":"2023-07-14T10:32:59","date_gmt":"2023-07-14T08:32:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20061-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:33:01","modified_gmt":"2023-07-14T08:33:01","slug":"20061-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20061-01\/","title":{"rendered":"Modellhafte Sanierung des umweltgesch\u00e4digten gotischen Dachstuhls der St. Stephanskirche in Tangerm\u00fcnde einschlie\u00dflich Weiterbildung (Sachsen-Anhalt)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Sch\u00e4den am Dachstuhl der Stephanskirche, insbesondere im Bereich der Sparrenfu\u00dfpunkte und der Mauerlatten wurden durch eindringende Feuchtigkeit und die daraus resultierenden Nitrate und Pestizidausschwemmungen aus dem Taubenkot verursacht, diese Belastung der Holzsubstanz f\u00fchrte zu einer h\u00f6heren Anf\u00e4lligkeit der H\u00f6lzer und Ziegel.<br \/>\nDie Sanierung zum Schutz des bedeutenden Kulturgutes erfolgt im Rahmen eines Modellvorhabens, welches sich in die drei Hauptphasen Dokumentation-Sanierung \/ Ert\u00fcchtigung-Pr\u00e4vention untergliedert und vom Deutschen Fachwerkzentrum Quedlinburg begleitet und z. T. durchgef\u00fchrt wird.<br \/>\nDie Sanierung mittels traditioneller Handwerkstechniken im Rahmen einer Qualifizierung mittelst\u00e4ndiger Betriebe bietet die M\u00f6glichkeit, Handwerks- und Restauratorenbetriebe in einzelnen Sanierungsabschnitten an diese Umsetzung wieder heranzuf\u00fchren. Ein Schwerpunkt ist die exemplarische Sanierung eines Gesp\u00e4rres mittels computergest\u00fctzter Abbundanlage. Eine Gegen\u00fcberstellung der Kosten, der Effektivit\u00e4t sowie der Qualit\u00e4t einer computergest\u00fctzten Sanierung eines Gesp\u00e4rres im Vergleich mit einer traditionellen Sanierung soll hierbei f\u00fcr weitere Sanierungsschritte untersucht werden.<br \/>\nEin weiterer Schwerpunkt der geplanten Sanierung bildet der Einsatz von Baustoffen, die mit NO belasteten Feuchte dahingehend umgehen k\u00f6nnen, das Sch\u00e4den an den verschiedenen Bauteilen durch unkontrollierte Salzbildung abgewendet werden. Ein solcher Baustoff ist der HAZ-M\u00f6rtelsystem, welches seine Eigenschaften durch Feuchtezufuhr verbessert und einem Salztransport entgegenwirkt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Zusammenarbeit erfolgte mit dem Architekten, einem Zimmerermeister, einem Restaurator und auf Denkmalbauten spezialisierten Statiker und Holzschutzsachverst\u00e4ndigen und dem DFWZ Quedlinburg.<br \/>\nDas Bauaufmass im kombinierten Messverfahren (Tachymetrie i. V. mit Handaufmass gew\u00e4hrleistete eine hohe Genauigkeit in den im Ma\u00dfstab 1:50 erstellten Pl\u00e4nen.<br \/>\nIn Vorbereitung der Weiterbildungsma\u00dfnahmen f\u00fcr die Gewerke Zimmerer und Maurer aus dem regionalen Umfeld wurden jeweils f\u00fcnf geeignete Handwerksbetriebe ausgew\u00e4hlt, die zu einer Objektbesichtigung und einer daran anschlie\u00dfenden Informationsveranstaltung eingeladen wurden.<br \/>\nEin Arbeitsschwerpunkt bildet die exemplarische Sanierung eines Gesp\u00e4rres mittels einer computergest\u00fctzten Abbundanlage. Aufbauend auf die verformungsgetreuen Bestandspl\u00e4ne wird von diesem Gesp\u00e4rre ein 3D-Modell in CAD erstellt. Die Gegen\u00fcberstellung der Kosten, der Effektivit\u00e4t sowie die Qualit\u00e4t einer computergest\u00fctzten Sanierung eines Gesp\u00e4rres im Vergleich mit einer traditionellen Sanierung sollte hierbei Erkenntnisse und Erfahrung f\u00fcr weitere Sanierungsschritte ergeben.<br \/>\nParallel zur zimmermannsm\u00e4\u00dfigen Dachstuhlsanierung ist ein besonderes Augenmerk auf die Dachabdichtung bzw. Fortleitung evtl. eindringenden Niederschlages gelegt worden. Zur Unterbindung der anfallenden Feuchtigkeit ist ein spezieller M\u00f6rtel als obere Deckschicht geeignet. Dieser HAZ-(Papiermicrofaser)-M\u00f6rtel wurde im Rahmen einer Projektarbeit vom Bildungsministerium f\u00fcr Forschung und Wissenschaft entwickelt. So wurden die salz- und feuchtigkeitsbelasteten Bereiche der Mauerkronen bzw. die gesch\u00e4digten Au\u00dfenwandfl\u00e4chen f\u00fcr den Eintrag des HAZ-Fugendeckm\u00f6rtels ausgew\u00e4hlt und vom Bauherren eine entsprechende chemische Analyse angefordert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des verformungsgerechten Aufmasses wurden f\u00fcr die weitere Schadenskartierung sei-tens des Holzschutzsachverst\u00e4ndigen verwendet.<br \/>\nDie Auswertung des Untersuchungsberichtes hinsichtlich der Sch\u00e4digung durch Mazeration an ausgew\u00e4hlten Tragwerksteilen durch den Holzschutzsachverst\u00e4ndigen ergab eine z. T. auff\u00e4llige Menge an Phosphaten und Sulfaten. Im Ergebnis war festzustellen, dass eine notwendige Mazerationssanierung an der Dachkonstruktion auszuf\u00fchren ist. Die Arbeiten zur Mazerationssanierung werden im Fr\u00fchjahr 2003 ausgef\u00fchrt.<br \/>\nDie Umsetzung der Sanierung im Gewerk Zimmerer erfolgte fortlaufend.<br \/>\nDie Leistungen werden in analoger Technologie erbracht und ausgef\u00fchrt. Bisher fertiggestellte Leistungen erfolgten in traditioneller Handwerkstechnik zum Anschuhen, Anblatten der zu ersetzenden Bauteilquerschnitte. Statisch notwendige Verst\u00e4rkungen wurden in Edelstahl und so ausgef\u00fchrt, dass historische Konstruktionen nicht ver\u00e4ndert oder verdeckt wurden, sondern Erg\u00e4nzungen darstellen und durch den Betrachter jederzeit, auch bauzeitlich, als solche zu erkennen sein werden.<br \/>\nDie Sanierung des Teilgesp\u00e4rres Nr. 7 im Bereich \u00fcber dem Sch\u00fclerchor sollte urspr\u00fcnglich komplett \u00fcber eine computergesteuerte Abbundanlage f\u00fcr die exemplarische Gegen\u00fcberstellung der Kosten, der Effektivit\u00e4t sowie Qualit\u00e4t im Vergleich mit einer traditionellen Sanierung erfolgen. Dabei wurde die Verwendung von nicht ma\u00dfhaltigem Holz ausgeschlossen. Die Verwendung von ma\u00dfhaltigem Holz ist an bestimmt Auflagen gebunden. So muss eine Verunreinigung des Altholzes durch Metallteile, Sand o. \u00e4. 100%-ig ausgeschlossen werden k\u00f6nnen und der Querschnitt des Rekonstruktionsholzes so gro\u00df gew\u00e4hlt werden, dass die entsprechenden Verformungen herausgearbeitet werden k\u00f6nnen. Eine Verunreinigung von Altholz dieser Gr\u00f6\u00dfe ist in der Praxis nicht auszuschlie\u00dfen. Ebenso ist Altholz in dieser L\u00e4nge und mit den erforderlichen Querschnitten nicht beschaffbar.<br \/>\nDie Verwendung von neuem Kantholz war aus bauablauftechnischen Gr\u00fcnden nicht vertretbar, da die (technische) Trocknungszeit bis zur Erreichung der Holzrestfeuchte vom max. 18% mindestens 16 Wochen betragen. Als Alternative, die auch vom Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege bef\u00fcrwortet wurde, kam der Einsatz von Brettschichtholz in Betracht.<br \/>\nDie Betrachtung und Bewertung der CNC-Technologie ist gerade und im Besonderen im Abschlu\u00dfbericht des Deutschen Fachwerkzentrums Quedlinburg zu diskutieren und zu bewerten.<br \/>\nIm Gewerk Maurerarbeiten nimmt die Weiterqualifikation der Mitarbeiter im Bereich der Anwendung neuer Technologien einen Teilbereich der auszuf\u00fchrenden Arbeiten ein. Als Ergebnis einer intensiven Begutachtung des Ziergiebels sowie der angrenzenden Fassaden durch den Restaurator wurden weitere stark gesch\u00e4digte \u00e4u\u00dfere Mauerwerksbereiche erkennbar, die ebenfalls w\u00e4hrend der Bauma\u00dfnahmen des 1. Bauabschnitts mit dem HAZ-System saniert werden sollten.<br \/>\nDie bisherigen Maurerarbeiten umfassen die Erneuerung der gesch\u00e4digten Mauerkronen und Schwellenauflager. Die gesch\u00e4digten Mauerwerksschichten sind von Hand vorsichtig abgetragen worden und material- und verbandsgerecht wieder aufgemauert worden. Die Dachdeckerarbeiten umfassen die Demontage der alten Dacheindeckung aus Biberschwanzziegeln zur Wiederverwendung und die Eindeckung der Dachfl\u00e4che.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen von F\u00fchrungen und Pr\u00e4sentationen wurde das Projekt der Dachstuhlsanierung der St. Stephanskirche Tangerm\u00fcnde einer breiten \u00d6ffentlichkeit vorgestellt, einschl. der Dachf\u00fchrungen. Erl\u00e4uterungen zum Vorhaben. Zu diesem Zweck wurde ein gro\u00dfes Plakat mit dem Inhalt und Verlauf des Projektes erarbeitet. Eine umfangreiche Pressearbeit erfolgte durch Rundfunk und Regionalbericht-erstattung mit regelm\u00e4\u00dfigen Informationen \u00fcber den Bautenstand und die Baut\u00e4tigkeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Sch\u00e4den am Dachstuhl der Stephanskirche, insbesondere im Bereich der Sparrenfu\u00dfpunkte und der Mauerlatten wurden durch eindringende Feuchtigkeit und die daraus resultierenden Nitrate und Pestizidausschwemmungen aus dem Taubenkot verursacht, diese Belastung der Holzsubstanz f\u00fchrte zu einer h\u00f6heren Anf\u00e4lligkeit der H\u00f6lzer und Ziegel. 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