{"id":22971,"date":"2023-07-14T10:32:59","date_gmt":"2023-07-14T08:32:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19872-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:33:01","modified_gmt":"2023-07-14T08:33:01","slug":"19872-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19872-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines Decision Support Systems f\u00fcr die betriebliche und regionale Waldbauplanung (DSSW)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Agenda 21 bildet die auf internationaler Ebene vereinbarte, v\u00f6lkerrechtlich verbindliche Grundlage f\u00fcr die nachhaltige Bewirtschaftung und den Schutz der W\u00e4lder. Sie gilt auch f\u00fcr den deutschen Wald, f\u00fcr den der Begriff Nachhaltigkeit bereits vor ca. 250 Jahren gepr\u00e4gt wurde. Anfangs beinhaltete der Begriff nur die nachhaltige Sicherung der Holzversorgung. Heute verstehen Waldbesitzer und Interessengruppen darunter die nachhaltige Sicherung aller Waldfunktionen. Sie sind sich im Wesentlichen dar\u00fcber ei-nig, diese im Rahmen einer multifunktionalen Forstwirtschaft zu sichern. Die Umsetzung dieses Konsens im Alltag f\u00fchrt jedoch h\u00e4ufig zu Problemen und Missverst\u00e4ndnissen, da die Interessen einzelner Gruppen den Zielen anderer Gruppen entgegenstehen und sogar auch zu Eingriffen in die Eigent\u00fcmerrechte der Waldbesitzer f\u00fchren k\u00f6nnen.<br \/>\nAngesichts der Vielfalt der Anspr\u00fcche an den Wald und der komplexen Beziehungsgef\u00fcge im Wald fehlen heute oft zuverl\u00e4ssige Informationen dar\u00fcber, wie sich unterschiedliche Bewirtschaftungskonzepte auf Wald\u00f6kosysteme und ihre Funktionen auswirken. Mit dem DSS Waldfunktionen sollte ein Instrument entwickelt werden, welches gem\u00e4\u00df dem Leitbild einer multifunktionalen Waldwirtschaft f\u00fcr eine nachhaltige Sicherung multipler Forderungen an den Wald unterst\u00fctzend bei der Entscheidungsfindung einge-setzt werden kann.<br \/>\nEs war geplant, ein interaktives Computerprogramm aufzubauen, welches sowohl auf Funktionen des Einzelbaumwachstumssimulators TreeGroSS (BWINPro) als auch auf ausgew\u00e4hlte Routinen geographischer Informationssysteme zur\u00fcckgreifen kann. F\u00fcr das Programm selbst sollte ein objektorientierter Ansatz verfolgt werden, so dass die M\u00f6glichkeit gegeben sein w\u00fcrde, sowohl alternative Waldbehandlungs-konzepte als auch zus\u00e4tzliche &#8211; bestimmte Nutzerpr\u00e4ferenzen beschreibende Indikatoren &#8211; modular in das System zu integrieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEs bieten sich Entscheidungsunterst\u00fctzungssysteme (Decision Support Systems) an, die vorhandene oder mit effektiven Monitoringverfahren zus\u00e4tzlich erhobene Informationen so aufbereiten und verkn\u00fcpfen, dass wichtige Grundinformationen und Anregungen f\u00fcr eine Konfliktl\u00f6sung (Kompromissfindung) bereitgestellt werden. Dabei wird nicht automatisch eine optimale Variante vorgegeben, sondern es werden die Auswirkungen m\u00f6glicher Handlungsvarianten auf verschiedene Indikatoren dargestellt, einschlie\u00dflich der bestehenden und sich mit den Handlungsvarianten \u00e4ndernden Wechselbeziehungen zwischen den Indikatoren. Die Anwender k\u00f6nnen auf diesem Wege Zielkonflikte erkennen, ggf. entsch\u00e4rfen oder abgewogene L\u00f6sungen herbeif\u00fchren.<br \/>\nEs bieten sich Entscheidungsunterst\u00fctzungssysteme (Decision Support Systems) an, die vorhandene oder mit effektiven Monitoringverfahren zus\u00e4tzlich erhobene Informationen so aufbereiten und verkn\u00fcpfen, dass wichtige Grundinformationen und Anregungen f\u00fcr eine Konfliktl\u00f6sung (Kompromissfindung) bereitgestellt werden. Dabei wird nicht automatisch eine optimale Variante vorgegeben, sondern es werden die Auswirkungen m\u00f6glicher Handlungsvarianten auf verschiedene Indikatoren dargestellt, einschlie\u00dflich der bestehenden und sich mit den Handlungsvarianten \u00e4ndernden Wechselbeziehungen zwischen den Indikatoren. Die Anwender k\u00f6nnen auf diesem Wege Zielkonflikte erkennen, ggf. entsch\u00e4rfen oder abgewogene L\u00f6sungen herbeif\u00fchren.<br \/>\nIm Anschluss an den User-Workshop in Egestorf im Herbst 2005 wurde auf Wunsch der DBU das Projekt st\u00e4rker auf die betriebliche Ebene konzentriert und auf eine exemplarische Analyse des Untersuchungsgebietes L\u00fcneburger Heide eingeschr\u00e4nkt.<br \/>\nDie regelbasierte Beschreibung und programmtechnische Umsetzung der vorab zu definierenden Bewirtschaftungskonzepte erfolgte durch die Integration eines dem jeweiligen Konzept entsprechenden dynamischen Wuchsmodells im Einzelbaumsimulator &#8211; TreeGrOSS\/ BwinPro. Der eigentlichen Prognose der Waldentwicklung ist die Homogenisierung der notwendigen Ausgangsdaten vorgeschaltet. Dadurch wird gew\u00e4hrleistet, dass das Entscheidungsunterst\u00fctzungssystem \u00fcber Waldbesitzarten hinweg eingesetzt werden kann. Im ersten Schritt werden aus diesen Bestandesdaten im Waldwachstumssimulator Einzelbaumdaten abgeleitet. Es folgt die Definition der einzelnen Behandlungskonzepte und deren programm-technische Umsetzung als integraler Bestandteil des Waldwachstumssimulators. Die objektorientierte, regelbasierte Programmierweise erm\u00f6glicht flexible Anpassungen bei sich \u00e4ndernden Waldbehandlungsstrategien.<br \/>\nDas Programm wird \u00fcber eine grafische Benutzeroberfl\u00e4che (WaldPlaner) gesteuert, welche den Umgang mit der Software erleichtert. Die Waldentwicklungsszenarien werden dabei einzelbestandsweise simuliert. Als Datengrundlage k\u00f6nnen Forsteinrichtungsdaten und Betriebsinventurdaten eingelesen werden. F\u00fcr die Auswertung des Raumbezugs, die Herleitung von Nachhaltigkeitsindikatoren auf Landschaftsebene und die Erstellung kartographischer \u00dcbersichten werden GIS-Funktionalit\u00e4ten verwendet. Die Bewirtschaftungsalternativen selbst unterscheiden sich in der Definition von Pflege- und Nutzungseingriffen und durch die Baumartenzusammensetzung in den Best\u00e4nden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Simulation des Untersuchungsgebiets L\u00fcneburger Heide mit vier waldbaulichen Strategien (L\u00d6WE, Prozessschutz, PNV und Ertragsorientierung) zeigt, dass sich innerhalb des 40j\u00e4hrigen Simulationszeitraums bereits deutliche Unterschiede im Waldbild abzeichnen werden und aus diesem Grund die Betrachtung der regionalen Auswirkungen von neuen waldbaulichen Strategien mehr als angebracht ist.<br \/>\nF\u00fcr die betriebliche Analyse wurde das Programm WaldPlaner entwickelt. Mit dieser Software k\u00f6nnen auf der Basis von Forsteinrichtungs- und Inventurdaten f\u00fcr den Betrieb oder einen Betriebsteil verschiedene waldbauliche Szenarien getestet und mit Hilfe von definierten Nachhaltigkeitsindizes zur Produktion (Zuwachs, Nutzung, Sortenstruktur), zur Biologischen Diversit\u00e4t (Laubholzanteil, Habitatb\u00e4ume, Artprofil) und zu Sozio\u00f6konomischen Funktionen (Erntekosten, Abtriebswert) sowie zu Forstlichen Ressourcen (Vorrat, Bestandestypen) bewertet werden. Dazu lassen sich die Varianten direkt im Programm grafisch und ta-bellarisch miteinander vergleichen. Die integrierte GIS-Komponente erm\u00f6glicht, die Resultate der Szenariosimulation kartographisch darzustellen und auszuwerten. Das Programm wurde in der Programmiersprache JAVA entwickelt und ist somit auf den g\u00e4ngigen Betriebssystemen lauff\u00e4hig. Das Programm ist als Open-Source-Projekt im Internet frei verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Duda, H. (2006, im Druck): Vergleich forstlicher Managementstrategien. Dissertation Fakult\u00e4t f\u00fcr Forst-wissenschaften und Wald\u00f6kologie der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen, 160S.<br \/>\nDuda, H. (2004): Prognose der Vorratsentwicklung &#8211; Simulation des L\u00f6we Konzepts im Vergleich zu den Ertragstafeln. In Wunn und Quednau (Hrsg): Deutscher Verband Forstlicher Forschungsanstalten, Sektion Biometrie und Informatik, Freising 4. &#8211; 5. Oktober 2004, S. 171-177<br \/>\nDuda, H. (2004): Die Umsetzung verschiedener Waldbehandlungskonzepte in einem Waldwachstumssimulator, In Nagel (Hrsg.) Deutscher Verband Forstlicher Forschungsanstalten, Sektion Ertragskunde, Freising 9.-11. Mai 2005, S. 72-76<br \/>\nHentschel, S. (2003): Entscheidungsunterst\u00fctzungssystem Waldfunktionen Biodiversit\u00e4tsver\u00e4nderungen beim Waldumbau im Solling. In Wunn und Quednau (Hrgs): Deutscher Verband Forstlicher Forschungsanstalten, Sektion Biometrie und Informatik, Freiburg 9. &#8211; 10.Oktober 2003, S. 103-109<br \/>\nNagel, J. (2003): TreeGrOSS  eine Java basierte Softwarekomponente zur Waldwachstumsmodellierung f\u00fcr Forschung, Lehre und Praxis. In Wunn und Quednau (Hrgs): Deutscher Verband Forstlicher Forschungsanstalten, Sektion Biometrie und Informatik, Freiburg 9. &#8211; 10.Oktober 2003, S. 33-37<br \/>\nProjekttreffen:<br \/>\nEgestorf am 20.09.2005;<br \/>\nTeilnehmende Institutionen:<br \/>\nDeutsche Bundesstiftung Umwelt<br \/>\nNieders\u00e4chsische LandesforstenForstbetriebsgemeinschaft Egestorf \/ Hanstedt<br \/>\nKlosterforstamt Soltau<br \/>\nLandwirtschaftskammer Hannover<br \/>\nVerein Naturschutzpark e.V. (VNP) &#8211; L\u00fcneburger Heide<br \/>\nHamburger Wasserwerke GmbH<br \/>\nLandkreis Harburg<br \/>\nFremdenverkehrsverband L\u00fcneburger Heide e. V.<br \/>\nAlfred Toepfer Akademie f\u00fcr Naturschutz (NNA)<br \/>\nBeraterb\u00fcro Geries Ingenieure GmbH<br \/>\nUniversit\u00e4t Hannover, Institut f\u00fcr Landschaftspflege und Naturschutz<br \/>\nG\u00f6ttinger Bodeninitiative<br \/>\nNieders\u00e4chsische Forstliche Versuchsanstalt<br \/>\nVortrag:<br \/>\nNagel u. Hansen (16. 7. 2006): Nachhaltige Planung im Forstbetrieb, Innovationspark Tag der Niedersachsen in Melle<br \/>\nVortrag:<br \/>\nNagel (18. 7. 2006): Nachhaltigkeitsindikatoren bei verschiedenen waldbaulichen Strategien. Waldbauseminar &#8211; Waldbau im ostbraunschweigischen Tief- und H\u00fcgelland.<br \/>\nAusstellung:<br \/>\nInnovationspark 14.-16. Juli 2006 auf dem Tag der Niedersachsen in Melle<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit der Software WaldPlaner, der detaillierten Darstellung der diesem Programm zugrunde liegenden Zusammenh\u00e4nge in der Arbeit von Duda, H. (2006), Vergleich forstlicher Managementstrategien und der Schilderung der M\u00f6glichkeiten landschaftsbezogener Analysen der Diversit\u00e4tsver\u00e4nderungen von Waldbest\u00e4nden wurden die Projektziele aus der Sicht des Antragstellers erf\u00fcllt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Agenda 21 bildet die auf internationaler Ebene vereinbarte, v\u00f6lkerrechtlich verbindliche Grundlage f\u00fcr die nachhaltige Bewirtschaftung und den Schutz der W\u00e4lder. Sie gilt auch f\u00fcr den deutschen Wald, f\u00fcr den der Begriff Nachhaltigkeit bereits vor ca. 250 Jahren gepr\u00e4gt wurde. Anfangs beinhaltete der Begriff nur die nachhaltige Sicherung der Holzversorgung. 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