{"id":22970,"date":"2023-07-23T10:32:04","date_gmt":"2023-07-23T08:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17400-24\/"},"modified":"2023-07-23T10:32:07","modified_gmt":"2023-07-23T08:32:07","slug":"17400-24","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17400-24\/","title":{"rendered":"Demonstration umweltgerechter Ver- und Entsorgungssysteme f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Berg- und Schutzh\u00fctten am Beispiel des Friesenberghauses auf 2.498 m \u00fc. NN in den Zillertaler Alpen\/\u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Friesenberghaus mit 56 Betten\/Lagern ist etwa 100 Tage im Jahr w\u00e4hrend des Sommers ge\u00f6ffnet. Ein Umbau des Hauses verbunden mit der Verbesserung der sanit\u00e4ren Anlagen sollte zugleich der Erh\u00f6hung des \u00f6kologischen Standards hinsichtlich der Energiever- und der Abwasserentsorgung dienen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenMit dem Umbau wurden beide Bereiche ausf\u00fchrliche Gutachten durch das Ingenieurb\u00fcro Berger erstellt, das bereits f\u00fcr verschiedene Alpenvereinsh\u00fctten Umweltkonzepte entworfen und umgesetzt hat.<br \/>\nIn der ersten Projektphase wurde die Stromversorgung auf Wasser- und Solarenergie als Energietr\u00e4ger umgestellt, das vorhandene Dieselaggregat sollte nur noch zur Notversorgung vorgehalten werden. Zugleich wurde der Gasverbrauch der H\u00fctte durch Ersatz der gasbetriebenen K\u00fchlger\u00e4te durch Elektroger\u00e4te minimiert. Alle auf der H\u00fctte vorhandenen Energieverbraucher wurden auf den Energiebedarf \u00fcberpr\u00fcft und gegebenenfalls ersetzt. Dadurch sollten die Solaranlage mit einer Leistung von 4,4 kwp und eine Wasserkraftturbine mit 0,9 kWh gekoppelt durch eine Wechselrichteranlage und mit einer Batterieanlage zur Abdeckung der Verbrauchsspitzen die Grundlage der Energieversorgung des Friesenberghauses \u00fcbernehmen.<br \/>\nIn der zweiten Projektphase wurde die 1995 gebaute, inzwischen zu kleine und den technischen Anforderungen nicht mehr entsprechende Abwasserreinigungsanlage ersetzt und um eine biologische Reinigungsstufe erg\u00e4nzt. Die Feststoffe werden zuk\u00fcnftig in einer Siebsackanlage ausgefiltert, trocknen bis zum Beginn der jeweils n\u00e4chsten Saison aus und werden dann ins Tal transportiert und dort entsorgt.<br \/>\nUnter Verwendung einzelner Elemente der Altanlage wird das Abwasser in einem Tropfk\u00f6rperbeh\u00e4lter durch sich innerhalb der Saison bildende Mikroorganismen biologisch gereinigt und in einem Filterbeet nachgereinigt.<br \/>\nDie gesamte Abwasserreinigungsanlage wurde mit einem hohen Anteil von Eigenleistung der Sektion erstellt. Der t\u00e4gliche Energiebedarf wird bei Vollbelastung h\u00f6chstens 0,5 kWh betragen. Der voraussichtliche Wartungsaufwand wird aus dem j\u00e4hrlichen Wechsel der Filters\u00e4cke und dem Abpumpen des Restschlamms aus dem Nachkl\u00e4rbeh\u00e4lter bestehen<br \/>\nEs wird ein Wirkungsgrad der Anlage von 90% erwartet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>F\u00fcr die Energieanlage hat sich innerhalb der ersten beiden Jahre gezeigt, dass es richtig war, entgegen der urspr\u00fcnglichen Planung die Solaranlage von 1,1 kwp auf 4,4 kwp zu vergr\u00f6\u00dfern, da der Wasserbedarf der Turbine nur einen Teil der Saison sichergestellt werden kann. Au\u00dferdem wurde inzwischen auch das Dieselaggregat sowohl aus technischen als auch aus \u00f6kologischen Gr\u00fcnden gegen ein Pflanzen\u00f6laggregat ausgetauscht. Die Mehrkosten f\u00fcr den Energiebereich betragen somit etwa 50.000 \u0080 gegen\u00fcber der gef\u00f6rderten Summe.<br \/>\nDurch den damit einzusparenden Brennstoffbedarf von \u00fcber 1.500 l Dieselkraftstoff und ca. 1.100 m\u00b3 Gas pro Jahr wird der CO2-Aussto\u00df der H\u00fctte um sch\u00e4tzungsweise gut 12.000 kg vermindert.<br \/>\nF\u00fcr das Jahr 2006 ist geplant, die Abw\u00e4rme des Pflanzen\u00f6laggregats zur Erw\u00e4rmung des Trockenraums zu verwenden. Dieser wird zurzeit notd\u00fcrftig \u00fcber eine Gasheizung beheizt, so dass auch hierf\u00fcr zuk\u00fcnftig weniger Gas verbraucht wird.<br \/>\nDie Abwasserreinigungsanlage musste ebenfalls noch in der Planungsphase erweitert werden, da die geplante Anlagen\u00e4nderung als Neubau bewertet wurde. Hierdurch wurde die Erg\u00e4nzung durch eine biologische Reinigungsstufe erforderlich. Im Diskussionsprozess innerhalb der Sektion setzte sich schlie\u00dflich trotz der angespannten Haushaltslage die Position durch, auch mit den neuen Anforderungen zu bauen, obwohl die Beh\u00f6rde eine Verl\u00e4ngerung der Betriebsgenehmigung f\u00fcr die Altanlage in Aussicht gestellt hatte. Ma\u00dfgeblich hat zu dieser Entscheidung die F\u00f6rderung durch die DBU beigetragen. Dank zus\u00e4tzlicher Mittel der \u00d6KK werden der Sektion durch die Erweiterung keine Mehrkosten entstehen, was bei der Entscheidung nicht absehbar war.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Bereits nach Abschluss der ersten Projektphase wurde \u00fcber ein Faltblatt und provisorische Informationstafeln in der H\u00fctte \u00fcber die Energieanlage informiert. Sie sollen (potentielle) Besucher, die sich eher allgemein \u00fcber die H\u00fctte informieren wollen, auf die \u00f6kologischen Aspekte der H\u00fctte aufmerksam machen. Mit Projektabschluss werden beide \u00fcberarbeitet bzw. erg\u00e4nzt und die Informationstafeln dauerhaft hergestellt und in einem zweiten Exemplar in der Gesch\u00e4ftsstelle f\u00fcr wechselnde Ausstellungen bereit gehalten.<br \/>\nEine Bild\/Text-Pr\u00e4sentation dient der mehr fachspezifischen Information auf entsprechenden Veranstaltungen, sowohl sektionsintern als auch \u00f6ffentlich. Erg\u00e4nzt werden kann diese durch einen Film, der den Bau der Abwasserreinigungsanlage dokumentiert. Beides wird auf einer DVD zusammengefasst, auf der sich weitere Fotos zum Bau der Abwasserreinigungsanlage befinden.<br \/>\nIn Erg\u00e4nzung zur bisherigen Planung wird die Anlage zudem im Internet pr\u00e4sentiert.<br \/>\nLeider ist die erste Projektphase mit dem Bau der Energieanlage weniger gut dokumentiert, jedoch wird auch hierzu das wenige Material zusammengetragen.<br \/>\nEin weiteres Element der \u00d6ffentlichkeitsarbeit ist die Information der Presse sowohl fachspezifisch als auch die Reiseseiten ausgew\u00e4hlter Tageszeitung (Berlin!).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Hinsichtlich der Energieversorgung hat sich gezeigt, dass eine genaue Planung der vorhandenen Ressourcen einerseits und der Anforderungen an den Standard andererseits notwendig ist. So muss insbesondere in h\u00f6heren Lagen mit verst\u00e4rkter Wasserknappheit auf Grund der klimatischen Ver\u00e4nderungen gerechnet werden.<br \/>\nHinsichtlich des H\u00fcttenstandards ist zwischen dem Ideal einer einfachen Schutzh\u00fctte, der notwendigen Finanzierung von Erhaltungsaufwendungen (m\u00f6glichst hohe Besucherzahlen!), dem P\u00e4chterinteresse (notwendig zur Bewirtschaftung der H\u00fctte) und dem Umweltschutz abzuw\u00e4gen. W\u00e4hrend flie\u00dfendes Wasser und Abwasserreinigung selbstverst\u00e4ndlich, elektrisches Licht auch auf den Zimmern ebenfalls als \u00fcblich anzusehen sind, erscheinen Duschen (auch bei zus\u00e4tzlicher Bezahlung) und Heizung diskussionsw\u00fcrdig, Steckdosen auf den Zimmern (Handy-Akkus!) absolut \u00fcberfl\u00fcssig (auf dem Friesenberghaus auch nicht vorhanden).<br \/>\nF\u00fcr die Abwasserreinigung ist deutlich geworden, dass biologische Reinigungsstufen bei den auf der H\u00fcttenh\u00f6he vorherrschenden Temperaturen zugef\u00fchrte W\u00e4rme, also Energie ben\u00f6tigen. Das von uns angewandte Verfahren hat den Bedarf \u00e4u\u00dferst minimiert. Der erreichte Wirkungsgrad von 90% im Hochgebirge notwendig, ist angesichts der Rahmenbedingungen mit den bestehenden technischen Mitteln aus unserer Sicht nicht steigerungsf\u00e4hig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Friesenberghaus mit 56 Betten\/Lagern ist etwa 100 Tage im Jahr w\u00e4hrend des Sommers ge\u00f6ffnet. Ein Umbau des Hauses verbunden mit der Verbesserung der sanit\u00e4ren Anlagen sollte zugleich der Erh\u00f6hung des \u00f6kologischen Standards hinsichtlich der Energiever- und der Abwasserentsorgung dienen. 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