{"id":22942,"date":"2024-11-27T10:36:34","date_gmt":"2024-11-27T09:36:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19802-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:35","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:35","slug":"19802-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19802-01\/","title":{"rendered":"Erprobung und Anpassung eines Modells zur Simulation des Auftretens von Monilia laxa an Steinobst und Taphrina deformans an Pfirsich"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Monilinia laxa zeigt sich in Form von Bl\u00fctenf\u00e4ule, Triebspitzend\u00fcrre und Fruchtf\u00e4ule an Steinobst. Die Bl\u00fcteninfektion erfolgt bei kalter und regnerischer Witterung. Ma\u00dfgebender Faktor hierbei ist der Nieder-schlag. Seit Jahren zeigen Fr\u00fchjahrsbehandlungen zur Bl\u00fcte gegen den Pilz nicht die erwartete Wirkung. Ziel war es ein wettergest\u00fctztes Modell f\u00fcr die Praxis zu entwickeln. Dieses sollte als Internetangebot ab-rufbar sein und die h\u00f6chste Infektionsgefahr in den Anlagen widerspiegeln. Durch das Modell sollten Ap-plikationen besser terminiert und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert werden.<br \/>\nParallel erfolgten Untersuchungen an Pfirsich zu Taphrina deformans, dem Erreger der Kr\u00e4uselkrankheit. Die Infektionen der Bl\u00fcten und Bl\u00e4tter erfolgen im zeitigen Fr\u00fchjahr (Januar bis M\u00e4rz). Ma\u00dfgebender Faktor hierbei ist neben der Temperatur der Niederschlag. Seit Jahren zeigen Fungizidbehandlungen gegen den Pilz nicht die erwartete Wirkung. Ziel war es, ein Modell zu entwickeln, mit dessen Hilfe die infekti\u00f6se Phase der Knospen basierend auf Wetterdaten berechnet werden kann. Dadurch sollten Applikationen besser terminiert und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden\u00a2\tErstellen von Strukturschemata der beiden Schaderreger zur Analyse des Infektionsrisikos.<br \/>\n\u00a2\tDurchf\u00fchrung von Labor- und Freilandversuchen zum Schlie\u00dfen von Wissensl\u00fccken.<br \/>\n\u00a2\tFormulierung von Modellstrukturen f\u00fcr beide Schaderreger anhand der gewonnenen Daten.<br \/>\n\u00a2\tErstellung einer internetbasierten Software zur interaktiven Nutzung der Ergebnisse der Simulationsmodelle auf der Internetplattform ISIP.<br \/>\n\u00a2\tErprobung und Validierung der Modellroutinen an verschiedenen Standorten in Rheinland-Pfalz. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Obstbauberatung Rheinland-Pfalz.<br \/>\n\u00a2\tVerbreitung der Projektergebnisse und Einbindung der Modelle auf Internetwebseiten f\u00fcr den einfachen Zugriff auf die Simulationsergebnisse.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Projektteil Monilinia laxa:<br \/>\nDurch die wissenschaftliche Arbeiten zu M. laxa konnte im Zeitraum 2003-2006 das Simulationsmodell MONILASIM entwickelt werden. MONILASIM dient dem Anwender als Regionalprognose und prognostiziert das Infektionsrisiko von M. laxa an Sauerkrischen zur Bl\u00fcte. Hierzu berechnet das Programm MO-NILASIM f\u00fcr das Auftreten der Braunf\u00e4ule an Sauerkrischen, zum Zeitpunkt der Bl\u00fcte, einen Monilia- Effizienzwert (MEW). Mit Hilfe des MEW`s kann dann eine Bek\u00e4mpfungsentscheidung gegeben werden.<br \/>\nDurch die Implementierung des Modells ins ISIP System steht f\u00fcr die Saison 2006\/2007 eine Beraterversion zur Verf\u00fcgung. Mit der Durchf\u00fchrung kleiner Versuchsreihen in verschiedenen Sauerkrischenanla-gen kann die Handhabung und die Funktionsweise von MONILASIM durch die Pflanzenschutzdienste \u00fcberpr\u00fcft werden. Nach einer erfolgreichen Validierung, kann das Modell MONILASIM der breiten Masse der Obstbaubetriebe zug\u00e4nglich gemacht werden. Eine Benachrichtigung der Obstbaubetriebe \u00fcber die ausgegebene Bek\u00e4mpfungsentscheidung, kann dann durch die Versendung einer E-Mail bzw. SMS erfolgen.<br \/>\nNeben dem Modell konnten noch einige neue mykologische Erkenntnisse gewonnen werden. So konnten im Zeitraum 2003-2006, im Untersuchungsgebiet Rheinland-Pfalz, keine Apothecien nachgewiesen wer-den. Ferner wurde das Auftreten der Sporodochien an befallenen und abgestorbenen Zweigen im Zeitraum von 2004-2006 untersucht. In beiden Versuchsreihen traten die Konidienpolster erst Anfang November auf. Au\u00dferdem wurde durch die durchgef\u00fchrten Untersuchungen zum Auftreten der Spitzend\u00fcrre am Baum festgestellt, dass es sich hierbei um zwei Infektionsgeschehnisse (Fr\u00fchbefall und klassische Bl\u00fctenmonilia) handelt. Diese unterscheiden sich in ihrer Erscheinungsform und dem Zeitpunkt ihres Auftretens.<br \/>\nProjektteil Taphrina deformans:<br \/>\nDurch die wissenschaftlichen Arbeiten zu T. deformans konnte im Zeitraum 2003-2006 das Simulationsmodell TAPDEF entwickelt werden. TAPDEF dient dem Anwender als Individualprognose und prognostiziert f\u00fcr den Geltungsbereich einer Wetterstation den sortenspezifischen Behandlungsbeginn gegen die durch T. deformans hervorgerufene Kr\u00e4uselkrankheit des Pfirsichs. Somit kann nun erstmals die erste Fungizidma\u00dfnahme exakt terminiert werden. Praxis\u00fcblich erfolgt dann 8-10 Tage versetzt zur ersten eine zweite Fungizidma\u00dfnahme.<br \/>\nDurch die Implementierung des Modells ins ISIP System steht f\u00fcr die Saison 2006\/2007 eine Beraterversion zur Verf\u00fcgung. Mit der Durchf\u00fchrung kleiner Versuchsreihen in verschiedenen Pfirsichanlagen kann die Handhabung und die Funktionsweise von TAPDEF durch die Pflanzenschutzdienste \u00fcberpr\u00fcft und mittels der Ergebnisse eine Validierung des Modells durchgef\u00fchrt werden. Nach einer erfolgreichen Validierung kann das Modell TAPDEF der breiten Masse der pfirsichanbauenden Betriebe zug\u00e4nglich gemacht werden. Eine Benachrichtigung der Obstbaubetriebe zum Behandlungsbeginn kann dann durch die Versendung einer E-Mail bzw. einer SMS erfolgen.<br \/>\nNeben dem Modell wurde durch die Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Albert ein zweiter L\u00f6sungsweg zur Bek\u00e4mpfung der Kr\u00e4uselkrankheit untersucht. Hierbei erfolgte die Bek\u00e4mpfung der Kr\u00e4uselkrankheit mit Hilfe einer einmaligen Anwendung von Desinfektionsmitteln. \u00dcber die einzelnen Versuchsjahre konnte in den meisten Varianten eine signifikante Reduktion der Kr\u00e4uselkrankheit erreicht werden. Keines der f\u00fcr die Desinfektion verwendeten Produkte hat jedoch derzeit eine Zulassung und somit kommt eine Empfehlung ihrer Anwendung nicht in Betracht.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Zeitraum von 2003 bis 2006 wurden die Untersuchungsergebnisse in zahlreichen Fachvortr\u00e4gen vorgestellt und eine Reihe von Ver\u00f6ffentlichungen geschrieben.<br \/>\n&#8211; 2004: Fachzeitschrift Obstbau Heft 8, Seite 399-400, 54. Deutsche Pflanzenschutztagung (Hamburg), Fachberaterseminar Pflanzenschutz (Gr\u00fcnberg).<br \/>\n&#8211; 2005: Arbeitskreis Mykologie (Freiburg), 5. Gartenbausymposium (Wien), Fachzeitschrift Obstbau, Heft 9, Seite 468-470, Fachberaterseminar Pflanzenschutz (Gr\u00fcnberg), Bundessteinobstseminar (Ahrweiler).<br \/>\n&#8211; 2006: Arbeitskreis Mykologie (Berlin), Fachzeitschrift Obstbau Heft 4, Seite 186-188, 55. Deutsche Pflanzenschutztagung (G\u00f6ttingen).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das f\u00fcr Monilinia laxa entwickelte Modell bedarf bis zur Praxiseinf\u00fchrung noch einiger \u00dcberarbeitung. Hierzu m\u00fcssen in der n\u00e4chsten Saison Daten f\u00fcr eine Validierung erhoben werde. Das f\u00fcr Taphrina deformans entwickelte Modell wird bereits in der Saison 2007 von den Pflanzenschutzberatern in RLP getestet. Nach einer erfolgreichen Testphase soll das Modell den Obstbaubetrieben zug\u00e4nglich gemacht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Monilinia laxa zeigt sich in Form von Bl\u00fctenf\u00e4ule, Triebspitzend\u00fcrre und Fruchtf\u00e4ule an Steinobst. 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