{"id":22933,"date":"2023-07-13T15:22:11","date_gmt":"2023-07-13T13:22:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19788-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:12","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:12","slug":"19788-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19788-01\/","title":{"rendered":"Thermische Nutzung der Abflussw\u00e4sser der Grube Schlema-Alberoda\/Sachsen zur W\u00e4rmeversorgung von Wohngeb\u00e4uden &#8211; Machbarkeitsstudie"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im ehemaligen Uranerzbergwerk Schlema-Alberoda werden nach vollst\u00e4ndig abgeschlossener Flutung ca. 35 Mio. m\u00b3 Wasser die Grubenhohlr\u00e4ume ausf\u00fcllen und mit einer Temperatur von ca. 28\u00b0C in geringer Teufe anstehen. Das Flutungswasser stellt ein geothermisches Potenzial dar, das in seiner Gr\u00f6\u00dfenordnung und relativ einfachen Erschlie\u00dfbarkeit in Mitteleuropa einzigartig sein d\u00fcrfte. Es zeichnet sich durch ganzj\u00e4hrige Verf\u00fcgbarkeit und im Jahresverlauf weitgehend konstante Temperaturen aus. Bislang nutzt niemand dieses energetische Potenzial. Eine geothermische Nutzung dieses Wassers mittels W\u00e4rmepumpentechnologie bietet sich jedoch sowohl aus energetischen als auch aus \u00f6kologischen und sozio\u00f6konomischen Gr\u00fcnden an. Dies kann aber nur nach Abw\u00e4gung der Vor- und Nachteile von m\u00f6glichen technologischen Varianten unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der Wirtschaftlichkeit, Effizienz der Grubenverwahrung und Wasserbehandlung durch die Wismut GmbH und der Umweltexposition geschehen. Ziel des Vorhabens ist, die Machbarkeit einer wirtschaftlichen und umweltvertr\u00e4glichen Nutzung des Reservoirs in Bezug auf eine sp\u00e4ter geplante Demonstrationsanlage zu pr\u00fcfen. Das Vorhaben soll die breite Nutzung dieses einzigartigen geothermischen Reservoirs vorantreiben, die Akzeptanz der Geothermie in der Region erh\u00f6hen und vorhandene weitere Anwendungsm\u00f6glichkeiten im bergbaulich gepr\u00e4gten Erzgebirge aufzeigen. Die gewonnenen Daten werden allen interessierten Nutzern\/Investoren zur Entwicklung weiterer, teilweise bereits angedachter Folgeprojekte im Sinne einer deutlichen Umwelt-entlastung und des wirtschaftlichen Wachstums der Region zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenLiteratur- und Datenrecherche; detaillierte Erfassung der genehmigungsrechtlichen Situation (Wasserhaushaltsgesetz, Bergrecht, Strahlenschutzbestimmungen etc.); genaue Abstimmung des Vorhabens mit verantwortlichen Beh\u00f6rden, der Wismut GmbH und m\u00f6glichen sp\u00e4teren Nutzern\/Investoren; Ermittlung m\u00f6glicher Auswirkungen der geothermischen Nutzung auf das Grubenreservoir, auf die Grubenverwahrung und Behandlung austretender Grubenw\u00e4sser durch die Wismut GmbH, ggf. Modellierung der zu erwartenden Verh\u00e4ltnisse; variantenspezifische Auswahl und Auslegung geeigneter W\u00e4rmepumpensysteme, dabei Ber\u00fccksichtigung der Korrosivit\u00e4t des Wassers und seines Potentials f\u00fcr Biokorrosion oder Bioclogging, dazu: entsprechende Vor-Ort- und Laboranalytik sowie Simulationen \u00fcber S\u00e4ulenversuche; Wirtschaftlichkeitsberechnung, Variantenvergleich und Systemvorplanung f\u00fcr geeignete Vari-anten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Gegenstand der Untersuchungen im Rahmen der Machbarkeitsstudie waren: die technische, wirtschaftliche und genehmigungsrechtliche Umsetzung in Form einer zu planenden Demonstrationsanlage zur geothermischen Nutzung von Grubenw\u00e4ssern f\u00fcr die Beheizung von Wohngeb\u00e4uden.<br \/>\nAus dem Vergleich der Vor- und Nachteile verschiedener Umsetzungsvarianten ging die technische Planung des Anlagenkonzeptes hervor. Die Systemvorplanung resultierte aus der abschlie\u00dfenden Bewertung aller Varianten und Einflussparameter. Eingeflossen sind spezifische \u00f6rtliche Gegebenheiten und der Iststand des bestehenden Heizsystems. Eine m\u00f6gliche Umsetzung des Konzeptes wird als technisch realisierbar bewertet.<br \/>\nF\u00fcr die Bewertung der Wirtschaftlichkeit wurden Investkosten, Abschreibung, Betriebskosten ermittelt und mit dem bestehenden Gaskesselsystem verglichen. Die wirtschaftliche Bewertung f\u00fchrte zu einem positiven Ergebnis. Die in der vorliegenden Konzeption beschriebene W\u00e4rmepumpenanlage w\u00fcrde wirtschaftlich bzw. gewinnbringend arbeiten. Zu erwarten sind bereits kurzfristig Kostenreduzierungen in der Beheizung der Siedlung von etwa 5 bis 10 %. Die gesamte Anlage ist zukunftsorientiert ausgelegt, so dass weitere Heizenergie kosteng\u00fcnstig verkauft und somit die Wirtschaftlichkeit der Anlage weiter erh\u00f6ht werden k\u00f6nnte. Mit dem Verkauf dieser W\u00e4rmeenergie lassen sich mittelfristig Senkungen der Heizkosten von 10 % bis 15 % realisieren.<br \/>\nEin wichtiges Bewertungskriterium f\u00fcr die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprozesses ist die Leistungsziffer. Ab 3,5 wird von einer wirtschaftlich arbeitenden Anlage gesprochen. F\u00fcr das vorliegende Konzept ist mit einer Leistungsziffer zwischen 4,2 und 4,5 zu rechnen.Aus \u00f6kologischer Sicht werden Schadstoffemissionen (CO2, SOx, NOx) reduziert und fossile Energietr\u00e4ger (Gas) eingespart. Dadurch wird die Umwelt nachhaltig entlastet. Durch den Einsatz einer W\u00e4rmepumpenanlage w\u00fcrde sich bereits nach 5 \u00bd Jahren eine Verringerung um den gesamten durchschnittlichen CO2-Jahresaussto\u00df mit der bestehenden Gaskesselheizanlage ergeben. Das Projekt ist somit unter dem Gesichtspunkt des Umwelt- und Klimaschutzes sehr positiv zu bewerten.<br \/>\nDie Auswirkungen einer m\u00f6glichen anlagentechnischen Umsetzung auf Wasserbehandlungsanlage, geothermisches Reservoir, Flutungsregime und Grubenverwahrung wurden untersucht. Eine vollst\u00e4ndige Untersuchung zur Beeinflussung des Reservoirs war im Rahmen dieser Studie zu komplex und ist gegebenenfalls in einem nachfolgenden Projekt zu betrachten. F\u00fcr die restlich genannten wurde eine negative Beeinflussung ausgeschlossen.<br \/>\nEine Vorabstimmung mit s\u00e4mtlichen vom Projekt Betroffenen erfolgte. Es war eine zustimmende Haltung zu der m\u00f6glichen Errichtung einer Demonstrationsanlage zu verzeichnen.<br \/>\nF\u00fcr die genehmigungsrechtliche Seite kann gesagt werden, das Gesamtvorhaben l\u00e4sst sich umsetzen. Einzelne Antr\u00e4ge auf Erteilen von Genehmigungen sind erforderlich. Es ist aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zu erwarten, dass notwendige Genehmigungen f\u00fcr den Betrieb einer Demonstrationsanlage nicht erteilt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie wird im Rahmen einer Pr\u00e4sentation den Interessenten einer Umsetzung des Konzeptes vorgestellt. Darunter werden sich Vertreter des S\u00e4chsischen Ministeriums f\u00fcr Umwelt, des S\u00e4chsisches Landesamtes f\u00fcr Umwelt und Geologie, der Gemeindeverwaltung Schlema, des \u00d6koparks, der Wismut GmbH und potenzielle Investoren und Nutzer der W\u00e4rmepumpenanlage befinden. Weitere Ver\u00f6ffentlichungen sind geplant.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die vorliegende Machbarkeitsstudie f\u00fchrte in der technischen, wirtschaftlichen und genehmigungsrechtlichen Bewertung zu einem positiven Ergebnis. Eine Umsetzung des beschriebenen Anlagenkonzeptes erscheint daher prinzipiell realisierbar. Aus der Bewertung verschiedener Varianten ging die technische Planung des Anlagenkonzeptes hervor. Dieses liegt jetzt in der Systemvorplanung vor. Speziell die Investitionen beinhalten ein gewisses unternehmerisches Restrisiko, welches weitestgehend minimiert wurde. Die Errichtung einer Demonstrationsanlage ist zu empfehlen.<br \/>\nDas weitere Vorgehen sollte vom Auffinden geeigneter Investoren bestimmt sein. Gleichzeitig sind F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten des Bundes bzw. Landes f\u00fcr eine Umsetzung des Anlagenkonzeptes zu erschlie\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im ehemaligen Uranerzbergwerk Schlema-Alberoda werden nach vollst\u00e4ndig abgeschlossener Flutung ca. 35 Mio. m\u00b3 Wasser die Grubenhohlr\u00e4ume ausf\u00fcllen und mit einer Temperatur von ca. 28\u00b0C in geringer Teufe anstehen. 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