{"id":22930,"date":"2023-07-14T10:32:59","date_gmt":"2023-07-14T08:32:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19781-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:33:00","modified_gmt":"2023-07-14T08:33:00","slug":"19781-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19781-01\/","title":{"rendered":"Tagung: Der integrative Umweltplan &#8211; Chance f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Trotz Aufnahme der Leitvorstellungen einer nachhaltigen Raumentwicklung in \u00a7 1 Abs. 2 ROG einerseits und der nachhaltigen st\u00e4dtebaulichen Entwicklung in \u00a7 1 Abs. 5 BauGB andererseits, erh\u00e4lt der Schutz von Natur und Umwelt in der planerischen Auseinandersetzung mit anderen Belangen h\u00e4ufig nicht das ihm zustehende Gewicht. Gr\u00fcnde f\u00fcr die fehlende Durchschlagskraft der Umweltbelange liegen m\u00f6glicherweise in einer fachgesetzlichen und instrumentellen Zersplitterung des Natur- und Umweltschutzes. So entstehen grunds\u00e4tzliche Fragen an eine ganzheitlich (integrativ) ausgerichtete Planung. Auch die gezielte Umweltentlastung durch Vorgaben der gesamtr\u00e4umlichen Planung hinsichtlich Fl\u00e4chenverbrauch, Steuerung der Material- und Stoffstr\u00f6me sowie der effizienten Energienutzung z\u00e4hlt noch zu den ungel\u00f6sten Fragen aufgrund anderer sektoraler, wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischer Pr\u00e4missen. Weil letztlich die \u00f6kologischen Funktionen des Raumes den Rahmen der gesellschaftlichen Anspr\u00fcche bilden, bedarf es einer gezielten, gesamthaften Betrachtung und Steuerung. M\u00f6glicherweise entsteht hier die Notwendigkeit einer umweltfachlichen Teilsicht vor einer G\u00fcterabw\u00e4gung mit anderen gesellschaftlichen Interessen. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnte auch das Ma\u00dfnahmenspektrum (z. B durch \u00f6konomische Anreize etc.) erweitert werden.<br \/>\nDie Tagung sollte kl\u00e4ren, ob die B\u00fcndelung der Umweltbelange in einem Umweltzielplan als wirksamer Ansatz f\u00fcr eine nachhaltigere Raumentwicklung gelten k\u00f6nnte. Auch sollte herausgearbeitet werden, in-wieweit die r\u00e4umliche Planung Koordinationsaufgaben hinsichtlich erg\u00e4nzender (insbesondere \u00f6konomischer) Instrumente \u00fcbernehmen kann und sollte, damit eine sich selbst regulierende Umsetzung des Leitbilds der nachhaltigen Entwicklung angesto\u00dfen werden kann.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Tagung hat in den zentralen Vortr\u00e4gen und sp\u00e4ter in den Arbeitsgruppen den aktuellen Stand der Wissenschaft und Praxis durch unterschiedliche Positionen festgestellt, analysiert und diskutiert. Als St\u00e4rken-Schw\u00e4chen-Analyse wurde herausgearbeitet, welches die hemmenden Faktoren sind, die die Einf\u00fchrung einer zielgerichteten integrativen Umweltplanung behindern bzw. welches die f\u00f6rderlichen Aspekte einer solchen Planung sind. Die Ergebnisse wurden \u00fcber den Druck eines Tagungsbandes verbreitet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Tagung ist insgesamt als gro\u00dfer Erfolg zu werten. Knapp \u00fcber 100 \u00e4u\u00dferst interessierte Teilnehmer aus Hochschulen, Beh\u00f6rden und Planungsb\u00fcros aus dem ganzen Bundesgebiet und den angrenzenden Nachbarl\u00e4ndern nahmen teil, um insgesamt 22 Vortr\u00e4ge zu h\u00f6ren. Die Nachfrage hatte die Erwartungen glatt \u00fcbertroffen und zeigte, dass dieses Thema immer noch hochaktuell ist. In den zentralen Vortr\u00e4gen am Montag und Dienstag wurden die M\u00e4ngel und Perspektiven der umwelt-bezogenen Raumplanung in verschiedener Hinsicht festgestellt. Wesentliches Ziel in den Arbeitsgruppen am Dienstag-Nachmittag war dann die Herausarbeitung von Empfehlungen, wie in durchaus kontrovers zu diskutierenden Fragen m\u00f6glicherweise weiter vorgegangen werden sollte. Fragestellungen waren z. B.: \u00a7\tSollen bestehende Pl\u00e4ne (z. B. der Landschaftsplan) weiterentwickelt werden oder neue Planungsinstrumente geschaffen werden? Sollen die Umweltbelange vor einer Abw\u00e4gung mit anderen gesellschaftlichen Interessen ge-b\u00fcndelt werden oder nicht? \u00a7\tGibt es Ans\u00e4tze zur Operationalisierung einer zielgerichteten Umweltplanung? Ist der Einsatz \u00f6konomischer Instrumente sinnvoll? \u00a7\tMacht die Strategische Umweltpr\u00fcfung f\u00fcr Pl\u00e4ne und Programme nach der neuen EU-Richtlinie eine integrative Umweltplanung \u00fcberfl\u00fcssig? Durch die Zusammenf\u00fchrung dieser Ergebnisse im Plenum am Mittwoch und die Diskussion um die fachlichen, instrumentellen und rechtlichen Konsequenzen wurde dann ausgelotet, welche grunds\u00e4tzlichen Ansatzpunkte es zur inhaltlichen und verfahrensm\u00e4\u00dfigen Fortentwicklung des umweltplanerischen Instrumentariums gibt. Es sch\u00e4lte sich als erste Auffassung dann heraus, dass ein Umweltzielplan mit neuen Anforderungen &#8211; aber in das vorhandene Planungssystem integriert &#8211; zur L\u00f6sung der offenen Fragen und Probleme beitragen k\u00f6nnte. Die hoch motivierten Teilnehmenden vereinbarten abschlie\u00dfend, diese Ta-gung als Auftakt zu sehen, um mit einer arbeitsf\u00e4higen Gruppe eine konsequente Fortf\u00fchrung der Gedanken um einen Umweltzielplan unter dem Gesichtspunkt einer Instrumentalisierung der nachhaltigen Entwicklung zu betreiben. Die mit der Tagung verbundenen Ziele konnten erreicht werden. Der Arbeitsaufwand erwies sich in Teilen als gr\u00f6\u00dfer als zun\u00e4chst angenommen. Die Gesamtkosten fielen deutlich niedriger aus als zun\u00e4chst abgesch\u00e4tzt (h\u00f6here Einnahmen \u00fcber Tagungsbeitr\u00e4ge, geringere Kosten z. B. bei den Reisekosten, \u00dcbernahme von einzelnen Kosten durch die Universit\u00e4t).<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Um die Tagung bekannt zu machen, wurde in mehreren Zeitschriften geworben (UVP-Report, Natur und Landschaft, RaumPlanung), ein Flyer gedruckt und bundesweit in den fachlich interessierten Instituten, Fachgebieten und Verwaltungen verteilt. Dazu wurden in einer gro\u00df angelegten eMail-Aktion m\u00f6gliche Interessierte eingeladen. Die Ergebnisse der Tagung sind, wie vorgesehen, in einem Tagungsband zusammengefasst und \u00fcber den Buchhandel erh\u00e4ltlich. \u00dcber die Ergebnisse der Tagung wurde dar\u00fcber hinaus kurz in Fachzeitschriften berichtet (RaumPlanung, UVP-Report).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Insgesamt ist die Tagung als gro\u00dfer Erfolg zu bezeichnen. Die organisatorischen Dinge konnten im Zusammenspiel mit der Verwaltung der Martin-Luther Universit\u00e4t Halle gel\u00f6st werden. Inhaltlich zeigte der gro\u00dfe Zuspruch, dass das Thema nach wie vor aktuell ist. Die Fortf\u00fchrung des Themas in einer Folgeveranstaltung im Januar 2003 zeigt, dass mit der Tagung der Diskussionsprozess tats\u00e4chlich wieder angesto\u00dfen werden konnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Trotz Aufnahme der Leitvorstellungen einer nachhaltigen Raumentwicklung in \u00a7 1 Abs. 2 ROG einerseits und der nachhaltigen st\u00e4dtebaulichen Entwicklung in \u00a7 1 Abs. 5 BauGB andererseits, erh\u00e4lt der Schutz von Natur und Umwelt in der planerischen Auseinandersetzung mit anderen Belangen h\u00e4ufig nicht das ihm zustehende Gewicht. 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