{"id":22892,"date":"2025-06-25T10:32:17","date_gmt":"2025-06-25T08:32:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19694-01\/"},"modified":"2025-06-25T10:32:19","modified_gmt":"2025-06-25T08:32:19","slug":"19694-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19694-01\/","title":{"rendered":"Modellvorhaben: Erarbeitung spezifischer Pflegekriterien zur nachhaltigen Erhaltung national wertvoller Gartenanlagen f\u00fcr mittelst\u00e4ndische Fachbetriebe in Zusammenarbeit mit dem P\u00fcckler-Park Muskau"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Eine fachgerechte Pflege von Gartendenkmalen muss st\u00e4ndig gew\u00e4hrleistet sein, um sie in ihren Gestalt- und Aussagewerten verst\u00e4ndlich vermitteln zu k\u00f6nnen. Schon nach wenigen Tagen unterlassener Pflege sind Defizite k\u00fcnstlerischer Qualit\u00e4ten sichtbar. Wesentlich sind Kenntnisse der Gartengeschichte so-wie Akzeptanz und Beherrschung der Gartendenkmalpflege in Methodik und Durchf\u00fchrung.<br \/>\nHistorische G\u00e4rten sind als Kulturdenkmale gestaltete Natur, lebende Werke der Bildenden K\u00fcnste. Sie sind als solche in mancher Hinsicht schwieriger zu unterhalten als gleichrangige Kulturg\u00fcter wie Schl\u00f6sser, Skulpturen, M\u00f6bel oder Gem\u00e4lde. Das gilt f\u00fcr die nach Regeln der Architektur angelegte Barockg\u00e4rten ebenso wie f\u00fcr die nach der Natur und Landschaftsmalerei geformten Parkanlagen.<br \/>\nG\u00e4rten sind im Gegensatz zu Bauwerken aus toter Materie besonders umweltabh\u00e4ngig. So reagieren Pflanzen je nach Alter sensibel auf klimatischen Wandel, auf Wassermangel oder -\u00fcberschuss, auf Temperatur- und Windextreme oder auf ver\u00e4nderte Bodenverh\u00e4ltnisse. Gartenkunstwerke sind leicht ver\u00e4nderbar und bed\u00fcrfen daher besonderen Schutz und aufmerksame Pflege.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn Bezug auf die ma\u00dfgeblichen Elemente historischer G\u00e4rten:<br \/>\n1.\tAuswertung der Fachliteratur vom 17. bis zum 20. Jahrhundert (Entwicklung der Gartentechnik, Gestaltungsabsichten, Unterhaltungsma\u00dfnahmen)<br \/>\n2.\tDokumentation der heutigen Erhaltungs- und Wiederherstellungsma\u00dfnahmen (von ca. 30 der ber\u00fchmtesten Garten- und Parkanlagen in Deutschland, Exkursionen, kritische Wertung im Einzelfall)<br \/>\n3.\tAuswertung der Dokumentationen: Restaurierung, Pflege &#038; Unterhaltung, Sch\u00e4digungen\/ Haltbarkeit, Materialien, Methoden Nutzungsanforderungen, Pflegeaufwand)<br \/>\n4.\tErgebnisse &#038; Empfehlungen zu Bau, Reparatur, Wiederherstellung, Pflege, Nutzung, gartendenkmalpflegerische Methodik.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die abgeschlossene Forschung, vorgelegt durch ein Handbuch mit 560 Seiten, beleuchtet Anleitungen zu Gartentechniken, Bauweisen und Pflegemethoden in geschichtlicher Theorie und aktueller Praxis anhand der vier ma\u00dfgeblichen Elemente historischer G\u00e4rten.<br \/>\nGeh\u00f6lze, freiwachsend oder geometrisch geformt, als Solit\u00e4re, in Gruppen, in geschlossenen Partien o-der als Geh\u00f6lzreihen, wirken in G\u00e4rten und Parks raumbildend. Entscheidend ist ihre Anordnung und \u00e4s-thetische Wirkung, vor allem durch die Artenwahl mit Auspr\u00e4gung in Habitus, Laub, Stamm, Frucht und Farbgebung, also durch Formen, durch permanente Schnittma\u00dfnahmen zu erhalten und zu lenken.<br \/>\nBlumen und Staudengew\u00e4chse sind in Farben, Mustern und D\u00fcften die eigentliche Zierde des Gartens. Sie finden Verwendung vereinzelt oder in Gruppen, als Beete, Rabatten oder Parterres sowie als Blumengestelle oder in Verbindung mit Geh\u00f6lzen oder Architekturen. Sie z\u00e4hlen aber auch zu den verg\u00e4nglichsten Gartenelementen, denn sie m\u00fcssen periodisch ausgewechselt werden.<br \/>\nDie Wege mit wassergebundenen Decken sind in Anlage, Unterhaltung und Wiederherstellung beson-ders anspruchsvoll. Die Materialwahl und Verbindung der sie tragenden und deckenden Schichten, ihre Einbautechniken und Arbeitsg\u00e4nge haben sich seit Jahrhunderten st\u00e4ndig verbessert.<br \/>\nWasseranlagen sind technisch-handwerklich schwierig zu unterhalten. Die Anlage und Erhaltung von Teichen, Seen oder Bachl\u00e4ufen in Verbindung mit k\u00fcnstlichen Inseln und Felspartien wie auch Wasser-f\u00e4lle geh\u00f6ren seit dem 18. Jahrhundert zu den g\u00e4rtnerischen Aufgaben.<br \/>\nDer erste Teil des Buches behandelt die Theorie der Verwendung, Gestaltung und Pflege dieser Gartenelemente. Spezifische Formen sind nach f\u00fcnf Epochen, von der Renaissance bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts, definiert und dargestellt. Wichtig ist ihre ureigene Entwicklung von der Konzeption \u00fcber die Fertigstellung bis zur steten Bewahrung. Finden Gartenelemente wie Alleen eine Verwendung \u00fcber mehrere Jahrhunderte hindurch, so wird eine handwerkliche und methodische Entwicklung als Tradition und Fortschritt in Ausf\u00fchrung und Pflegemethodik besonders deutlich.<br \/>\nDer zweite Teil dokumentiert und wertet die Praxis heutiger Instandsetzungs- und Pflegepraktiken vieler Gartenelemente f\u00fcr die Jahre 2000 und 2003 am Beispiel von 30 bedeutenden G\u00e4rten und Parkanlagen Deutschlands. Eine derartige \u00dcbersicht wichtiger Ma\u00dfnahmen der Gartenunterhaltung mit spezifischen Ausk\u00fcnften der jeweiligen Parkleitung und vergleichend vorgenommener Wertungen ist selten. Sie gibt Aufschluss \u00fcber Pflegemethoden zu gleichen Gartenelementen, je nach Einzelfall bei allen eigenen Zw\u00e4ngen und Schwierigkeiten mit unterschiedlich denkmalpflegerischen L\u00f6sungen. Dies soll zugleich zu weiteren Dokumentationen und Forschungen \u00fcber Spektrum und Methodik notwendiger T\u00e4tigkeiten in historischen G\u00e4rten anregen.<br \/>\nDie Empfehlungen im dritten Teil fassen die gartentechnischen und methodischen Praktiken und Wertungen zusammen. Sie reichen von unerl\u00e4sslich durchzuf\u00fchrenden Unterhaltungsma\u00dfnahmen bis zur Diskussion experimenteller, neuer L\u00f6sungen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das vorgelegte Buch wurde bereits von dem Vorstand der AG Deutsche Schl\u00f6sserverwaltungen (vgl. Gru\u00dfwort) auf deren Jahrestagung (18.-20. Sept. 2008) in Berlin den 100 Ressortchefs vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>: Das Thema soll im n\u00e4chsten Jahr (in Bad Homburg) ein Hauptthema der Diskussion werden.<br \/>\nDas Buch wird Ende Sept. auf einer vollen Seite der M\u00e4rkischen Allgemeine Zeitung (MAZ, Auflage 140.000 im Land Brandenburg) vorgestellt.<br \/>\nDas Buch wird auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt, soll vielf\u00e4ltig rezensiert werden und kann eine Grundlage f\u00fcr k\u00fcnftige Tagungen sein. Es wird am 17. Okt. 2008 zu einer Vorlesung Gartendenkmalpflege an der TU Berlin pr\u00e4sentiert. Beabsichtigt ist, das Buch bei den Garten- und Landschaftsverb\u00e4n-den bekannt zu machen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Historische G\u00e4rten bed\u00fcrfen verbesserten Schutz und Pflege: Etats und personelle Besetzungen sind f\u00fcr eine quantitativ notwendige Gartenpflege selten in ausreichenden Ma\u00dfen gegeben. Tendenziell zunehmende Aufgaben behindern zudem die eigentliche Gartenunterhaltung, vor allem durch ansteigende W\u00fcnsche der Nutznie\u00dfung versus denkmalgerechter Nutzungen oder aufgrund klimatischer Ver\u00e4nderungen. Das kann rasch wirtschaftliche Auswirkungen und irreversible Sch\u00e4digungen zur Folge haben, wenn zum Beispiel der richtige Zeitpunkt regenerativer Ma\u00dfnahmen im Geh\u00f6lzbestand oder unverz\u00fcgliches Eingreifen zur Wegepflege nicht eingehalten werden kann. \u00dcberwucherungen durch minderwertige Geh\u00f6lze oder Verschlammungen von Gew\u00e4ssern f\u00fchren zu Verlusten der fr\u00fcher gesetzten Arten, zur Reduzierung der Strukturvielfalt und damit auch zu \u00f6kologischer Instabilit\u00e4t. Die infolge bewusster Gestaltung und fachgerechter Pflege erreichte Originalit\u00e4t denkmalgesch\u00fctzter G\u00e4rten soll jedoch nachhaltig stabil gehalten werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Eine fachgerechte Pflege von Gartendenkmalen muss st\u00e4ndig gew\u00e4hrleistet sein, um sie in ihren Gestalt- und Aussagewerten verst\u00e4ndlich vermitteln zu k\u00f6nnen. Schon nach wenigen Tagen unterlassener Pflege sind Defizite k\u00fcnstlerischer Qualit\u00e4ten sichtbar. Wesentlich sind Kenntnisse der Gartengeschichte so-wie Akzeptanz und Beherrschung der Gartendenkmalpflege in Methodik und Durchf\u00fchrung. 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