{"id":22868,"date":"2023-09-17T10:32:01","date_gmt":"2023-09-17T08:32:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17400-20\/"},"modified":"2023-09-17T10:32:04","modified_gmt":"2023-09-17T08:32:04","slug":"17400-20","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17400-20\/","title":{"rendered":"Demonstration umweltgerechter Ver- und Entsorgungssysteme f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Berg- und Schutzh\u00fctten am Beispiel der Otto-Mayr-H\u00fctte auf 1.530 m \u00fc. NN in den Tannheimer Bergen in Tirol\/ \u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Aufgrund steigender G\u00e4stezahlen und h\u00f6herer Komfortanspr\u00fcche stellt insbesondere die autarke Energieversorgung von Berg- und Schutzh\u00fctten im alpinen Raum die H\u00fcttenbetreiber vor Probleme. Es gilt, \u00f6kologische Belastungen zu vermeiden und wirtschaftliche h\u00fcttenspezifische Energiekonzepte zu entwickeln. Kernziel des Projektes war die Erarbeitung und Realisierung eines L\u00f6sungsansatzes, der sch\u00e4dliche Umwelteinfl\u00fcsse wie Gew\u00e4sserbelastungen, Schall- und Abgasemissionen auf ein Mindestma\u00df reduzierte und damit einen umweltvertr\u00e4glichen Weiterbetrieb der Otto-Mayr-H\u00fctte gew\u00e4hrleistete.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Energieversorgungskonzept sollte alle Verbraucher (W\u00e4rme und Strom) zu einem Gesamtsystem zusammenfassen. Es sollte eine Schnittstelle zwischen W\u00e4rme- und Strommanagement schaffen und dabei konsequent auf einen m\u00f6glichst gro\u00dfen Anteil der regenerativen Energiequellen Holz und Sonne setzen. Durch den Einsatz einer an der Grundlast orientierten und mit modernster Systemtechnik eingebundenen PV-Anlage sollten die Laufzeiten des zum Einsatz kommenden Fl\u00fcssiggas BHKWs nachdr\u00fccklich gesenkt werden. Durch die Laufzeitenreduzierung sollte eine thermische Unterdeckung erreicht werden, die den Erhalt des alpenraumspezifischen Hauptbrennstoffes Holz in Form eines modernen Kachelofens mit hocheffizienter Heizungseinbindung nicht nur erm\u00f6glichte, sondern bewusst betonte. So sollte es gelingen, eine Br\u00fccke zwischen Tradition und Nutzerverhalten auf der einen und modernster Energie- und Systemtechnologie auf der anderen Seite zu schlagen. Die Abw\u00e4rme aller W\u00e4rmeerzeuger sollte in hocheffizient arbeitenden Schichtenspeichern gespeichert und sowohl f\u00fcr die Raumw\u00e4rmeerzeugung als auch f\u00fcr die Frischwasserbereitung eingesetzt werden k\u00f6nnen. Zur Steigerung der Hygiene gab es keinen Speicher f\u00fcr warmes Trinkwasser. Die Warmwassererzeugung erfolgte ausschlie\u00dflich im Bedarfsfall, also beispielsweise beim Betrieb der Sp\u00fclmaschine, die im Zuge dieses Konzeptes an die Warmwasserversorgung angeschlossen werden sollte. Die Einf\u00fchrung eines elektrischen Lastmanagements in Verbindung mit PV-Anlage und Akkusatz rundete das Konzept ab, das damit die Belastung der Umwelt durch Schall- und Abgasemissionen ein Mindestma\u00df reduzieren und dabei den Charakter einer Schutzh\u00fctte erhalten sollte.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Vergleich zur H\u00fcttenstromversorgung \u00fcber einen konventionellen Dieselgenerator wurde eine Senkung der Schallemissionen um mehr als 90 Prozent prognostiziert. Erreicht wurde dies durch die entsprechende Lage des Technikraumes, durch die Auswahl eines m\u00f6glichst ger\u00e4uscharmen BHKWs (nur 53 dB\/A in 1 m Entfernung) und durch die konsequente Laufzeitreduzierung des fossil betriebenen Strom- und W\u00e4rmeerzeugers.<br \/>\nDie Laufzeitreduzierung des BHKW wurde durch Einsparungen beim Stromverbrauch (z. B. Einf\u00fchrung von Energiesparlampen, Sp\u00fclmaschinen mit Warmwasseranschluss u.s.w.), durch ein elektrisches Lastmanagement und vor allem durch einen Einsatz eines 4,3 kWp gro\u00dfen PV-Generators erm\u00f6glicht. In Verbindung mit einem Brennstoffwechsel (Diesel zu Fl\u00fcssiggas) wurden damit beim konkreten Umsetzungsbeispiel Otto-Mayr-H\u00fctte die Kohlendioxid-Emissionen um rund 95 % &#8211; oder 26.000 kg pro Jahr &#8211; gesenkt.<br \/>\nBeim Umsetzungsbeispiel wurde als fossiler Energietr\u00e4ger ausschlie\u00dflich Fl\u00fcssiggas eingesetzt. Im Fokus der Entscheidung standen hierbei folgende Fakten: 1. M\u00f6glichst geringe Schall- und Geruchsemissionen (Pflanzen\u00f6l und Dieselmaschinen haben hier deutlich schlechtere Werte). 2. Bevorratung und Lagerhaltung (Fl\u00fcssiggasanlage f\u00fcr den K\u00fcchenbetrieb in der Regel vorhanden, zus\u00e4tzliche Tankanlagen schaffen zus\u00e4tzliche Risiken bei Transport und Lagerung, Pflanzen\u00f6ltanks m\u00fcssen temperiert werden)    3. Betriebssicherheit und Wartung. 4. Gesamtzielsetzung (der Verbrauch von fossilen Energietr\u00e4gern ist soweit als m\u00f6glich zu reduzieren, Holz und Sonne haben unter Ber\u00fccksichtigung eines \u00f6konomischen Rahmens Priorit\u00e4t).<br \/>\nDurch die Verwirklichung eines W\u00e4rmemanagementsystems und den Einsatz modernster Speicher konnte im Modellprojekt der Gesamtenergieverbrauch um rund 44 Prozent gesenkt werden. Relevant erscheint in diesem Zusammenhang vor allem die Verbesserung im Bereich der Holzverbrennung. Dort wurde die \u00dcberhitzung der Gastr\u00e4ume dadurch verhindert, dass die \u00fcbersch\u00fcssige W\u00e4rme des Holzes an das  W\u00e4rmemanagementsystem abgegeben wird und somit f\u00fcr die Beheizung der Duschr\u00e4ume und f\u00fcr die Warmwasserbereitung genutzt werden kann. So wird bei nahezu gleich bleibendem Nutzerverhalten eine betr\u00e4chtliche Reduzierung der Emissionen erreicht.<br \/>\nDurch Laufzeitenreduzierung einerseits und W\u00e4rmemanagementsystem andererseits konnte auf den Einsatz eines \u00f6kologisch inkonsequenten BHKW-Notk\u00fchlers verzichtet werden. Die Abw\u00e4rme wird erstens gespeichert und zweitens im Geb\u00e4ude \u00fcber zwei Heizkreise verteilt. So werden beispielsweise die Duschr\u00e4ume inklusive Warmwasser thermisch und nicht etwa elektrisch geheizt.<br \/>\nDie Lage des Batterieraumes befindet sich so weit als m\u00f6glich im Zentrum des Geb\u00e4udes. Dadurch ist eine Frostfreiheit mit m\u00f6glichst geringem Energieeinsatz m\u00f6glich.<br \/>\nDer \u00f6konomischen Betrachtungsweise wurde durch die Senkung der Betriebskosten um fast 40 Prozent Rechnung getragen. Erreicht wurde diese Senkung vor allem durch die gezielte Gewichtung innerhalb des Energiemixes.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>In enger Zusammenarbeit mit  der Handwerkskammer Augsburg\/Schwaben wurde das Projekt am         15. Oktober 2004 den Vertretern der Presse vorgestellt. Am 07.12.2004 folgte im Rahmen einer weiteren Pr\u00e4sentation die Ausrufung zum KUMAS-Leitprojekt 2005.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Planung zeigten eindeutig, dass moderne Komfortanspr\u00fcche, Technik, Tradition und Umwelt durch den Einsatz integrativer Planungselemente weitestgehend vertretbar miteinander kombiniert werden k\u00f6nnen. Die Verbindung baulicher und elektrischer Energiesparma\u00dfnahmen mit modernster Energietechnologie er\u00f6ffnet \u00f6kologische wie \u00f6konomische Perspektiven. Durch die Einbindung des nachwachsenden und traditionellen Energietr\u00e4gers Holz und der voll regenerativen Sonne in ein Gesamtenergiesystem k\u00f6nnen auch autarke Sch\u00fctzh\u00fctten die durch den Betrieb entstehenden Schall- und Abgasemissionen auf eine Mindestma\u00df reduzieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Aufgrund steigender G\u00e4stezahlen und h\u00f6herer Komfortanspr\u00fcche stellt insbesondere die autarke Energieversorgung von Berg- und Schutzh\u00fctten im alpinen Raum die H\u00fcttenbetreiber vor Probleme. Es gilt, \u00f6kologische Belastungen zu vermeiden und wirtschaftliche h\u00fcttenspezifische Energiekonzepte zu entwickeln. 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