{"id":22854,"date":"2024-11-27T10:36:31","date_gmt":"2024-11-27T09:36:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19599-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:34","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:34","slug":"19599-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19599-01\/","title":{"rendered":"Renaturierung von Niedermooren durch Schwarzerlenbestockung (Hauptphase)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die herk\u00f6mmliche, auf tief greifende Entw\u00e4sserung basierende Nutzung von Niedermooren als Gr\u00fcnland f\u00fchrt zu starker Standortdegradierung und zur Belastung der Umwelt durch das dadurch freigesetzte treibhausrelevante Kohlendioxid. Dies widerspricht nicht nur den Erfordernissen einer dauerhaft umweltgerechten Landnutzung, sondern verursacht zudem erhebliche volkswirtschaftliche Kosten. Umweltvertr\u00e4gliche Nutzungsformen auf wieder vern\u00e4ssten Niedermooren gewinnen deshalb zunehmend an Bedeutung. Ziel des Vorhabens war die Entwicklung eines Produktionsverfahrens f\u00fcr Erlenwertholz bei gleichzeitiger Minimierung der umweltsch\u00e4digenden Effekte. Es wurde untersucht, wie nass die Erlenanbaustandorte sein k\u00f6nnen, damit eine die Umwelt belastende Stofffreisetzung unterbleibt beziehungsweise eine Stoffbindung erfolgen und damit eine Entsorgungsleistung stattfinden kann.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Untersuchungsprogramm wurde von vier Arbeitsgruppen in f\u00fcnf Arbeitspaketen, die jeweils Teilziele erreichen, abgearbeitet (s. Abbildung). Die Untersuchungen wurden in verschiedenen Gebieten bei unterschiedlicher Intensit\u00e4t durchgef\u00fchrt. Zur Demonstration verschiedener Aufforstungsvarianten wurde im Trebeltal eine degradierte Niedermoorfl\u00e4che aufgeforstet. An einem repr\u00e4sentativen Talmoorausschnitt wurden beispielhaft verschiedene Wiedervern\u00e4ssungsszenarien modellhaft analysiert. Auf der Basis um-fangreicher Erhebungen in einem 85 Erlenbest\u00e4nde umfassenden Netz von Untersuchungsfl\u00e4chen in Mecklenburg-Vorpommern wurden die zentralen Fragestellungen des Projektes untersucht. Abschlie\u00dfend wurden durch die Integration waldbaulicher, \u00f6kologischer und \u00f6konomischer Erkenntnisse, Kriterien und Indikatoren f\u00fcr die Standortwahl und Standortbehandlung von Aufforstungsfl\u00e4chen entwickelt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Wiedervern\u00e4ssung von degradierten Niedermoorstandorten und nachhaltige Erlenwirtschaft bewirken einen sofort wirksamen Beitrag zum Klimaschutz durch erneutes Torfwachstum beziehungsweise Erhalt der einst gebildeten Torfe. Wichtig ist der Wasserhaushalt. Wieder vern\u00e4sste Niedermoore haben dar-\u00fcber hinaus eine hohe Bedeutung f\u00fcr den Arten- und Biotopschutz sowie den Gew\u00e4sserschutz. Unter g\u00fcnstigen Bedingungen ist die Erlenwirtschaft betriebswirtschaftlich rentabel. Volkswirtschaftlich ist sie eine sehr billige Klimaschutzma\u00dfnahme. Trotz vorhandener Fl\u00e4chenpotenziale ist die Umsetzung einer umweltvertr\u00e4glichen Erlenwirtschaft unter den gegenw\u00e4rtigen agrarpolitischen Rahmenbedingungen wenig aussichtsreich. Die von der aktuellen agrarpolitischen F\u00f6rderpraxis ausgesandten Signale (Gr\u00fcnlandpr\u00e4mie) sind zum Teil kontraproduktiv und f\u00f6rdern eine nicht nachhaltige Nutzung der Niedermoore.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Internet:\thttp:\/\/www.uni-greifswald.de\/~alnus\/<br \/>\nRundfunk: Mehrere Berichte (Deutschlandfunk, Norddeutscher Rundfunk).<br \/>\nPrintmedien:<br \/>\n&#8211;\tPressemitteilungen zur \u00dcbergabe des Bewilligungsschreibens und zum Abschlusssymposium.Verbreitung: regionale Tageszeitungen, Presse- und Mitteilungsdienste im Internet.<br \/>\n&#8211;\tVorstellung des ALNUS-Projektes in verschiedenen Fachzeitschriften\/Schriftenreihen:<br \/>\n\u00b7\tForstinformationsschrift f\u00fcr Mecklenburg-Vorpommern immerGR\u00dcN (1\/2003).\u00b7\tForst und Holz (9\/2003).<br \/>\n\u00b7\tGreifswalder Geographische Arbeiten (31\/2003), Schwerpunkt: Alternative Nutzungsformen f\u00fcr Moorstandorte in Mecklenburg-Vorpommern.<br \/>\n\u00b7\tWasserwirtschaft (5\/2004), Sonderheft zum Thema Umweltgerechte Bewirtschaftung von Feuchtgebieten.<br \/>\n\u00b7\tSonderheft der FAL Braunschweig zum Symposium Biologische Senken f\u00fcr atmosph\u00e4rischen Kohlenstoff in Deutschland.<br \/>\n\u00b7\tNatur und Landschaft (Heft 9\/10) Sonderheft zum Thema Bioenergie aus unserer Landschaft.<br \/>\n\u00b7\tPr\u00e4sentation der Projektergebnisse im ALNUS-Leitfaden.<br \/>\n\u00b7\tBeitr\u00e4ge f\u00fcr Forstwirtschaft und Landschafts\u00f6kologie (4\/2005).<br \/>\n\u00b7\tLand &#038; Forst (40\/2005).<br \/>\n\u00b7\tApotheken Umschau (2\/2006).<br \/>\nVeranstaltungen, Symposien:<br \/>\n&#8211;\tConference Trees and Peat &#8211; Carbon Sources or Sinks am 5.11.2002 in Edinburgh, Royal Botanical Garden (Postervorstellung).<br \/>\n&#8211;\tMoortagung Alternative Nutzungsformen f\u00fcr Moorstandorte in Mecklenburg-Vorpommern der Friedrich-Ebert-Stiftung am 23.11.2002 in Greifswald (Vortr\u00e4ge).<br \/>\n&#8211;\tSymposium zum Baum des Jahres 2003 im BR Spreewald am 8.\/9.5.2003 (Vortrag).<br \/>\n&#8211;\tSymposium Biologische Senken f\u00fcr atmosph\u00e4rischen Kohlenstoff in Deutschland, FAL Braun-schweig am 4.\/5.11.2003 (Postervorstellung und Ver\u00f6ffentlichung).-\tWintertagung Arme B\u00f6den &#8211; reiche Landschaften. Zur Zukunft landwirtschaftlicher Grenzertrags-standorte im Alfried Krupp Kolleg Greifswald am 15.11.2003 (Postervorstellung).<br \/>\n&#8211;\tDGMT-Jahrestagung am 8.\/9.9.2005 in Stade (Vortrag).<br \/>\n&#8211;\tUBA-Workshop: Klima\u00e4nderungen Herausforderungen f\u00fcr den Bodenschutz am 28.\/29.9.2005 in Dessau (Postervorstellung).<br \/>\nInstitutionen und wissenschaftliche Vereinigungen<br \/>\nDer Antragsteller, die Projektpartner und deren Vertreter sind aktive Mitglieder in mehreren renommierten Institutionen (DGMT, DBG, IMCG, IPS und der Gesellschaft zur F\u00f6rderung schnellwachsender Baumarten in Norddeutschland e.V.). Auf Jahrestagungen, Kongressen und Symposien dieser Gesellschaften wird ebenfalls \u00fcber das Projekt und dessen Ergebnisse berichtet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Eine umweltvertr\u00e4gliche Erlenwirtschaft auf wieder vern\u00e4ssten Niedermoorb\u00f6den ist m\u00f6glich. Damit werden ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet und positive Wirkungen f\u00fcr den Arten- und Biotopschutz sowie Gew\u00e4sserschutz erbracht. Au\u00dferdem werden bei einer energetischen Nutzung der Holzbiomasse fossile Energietr\u00e4ger (Gas, Kohle, \u00d6l) ersetzt. Eine Honorierung der Kohlenstofffestlegung ist zu empfehlen, da sie eine volkswirtschaftlich billige Klimaschutzma\u00dfnahme ist und einen Beitrag zur effizienten Nutzung knapper Ressourcen, wie die v\u00f6lkerrechtlich verbindlichen Reduktionsverpflichtungen der Bundesrepublik Deutschland nach dem Kyoto-Protokoll, erbringen k\u00f6nnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die herk\u00f6mmliche, auf tief greifende Entw\u00e4sserung basierende Nutzung von Niedermooren als Gr\u00fcnland f\u00fchrt zu starker Standortdegradierung und zur Belastung der Umwelt durch das dadurch freigesetzte treibhausrelevante Kohlendioxid. 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