{"id":22830,"date":"2023-07-13T15:22:03","date_gmt":"2023-07-13T13:22:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19567-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:04","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:04","slug":"19567-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19567-01\/","title":{"rendered":"Weiterentwicklung und bauliche Vollendung einer Versuchsanlage zur Verwertung von Fischresten und Erprobung eines Prototypen im Rahmen eines Versuchsbetriebes"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projektes sollten aufgrund der im abgeschlossenen DBU- F\u00f6rderprojekt AZ 04296\/02 identifizierten Defizite spezifische anlagenbautechnische Optimierungen und Erg\u00e4nzungen an dem Prototypen (SRV\/ FIREVA-Anlage) vorgenommen werden, wie: die Verbesserung der Vormischung im neuartigen Modul, die Steigerung der Mengenleistung pro Stunde und die Senkung des spezifischen Energieverbrauchs. Der Prototyp sollte basierend auf dem im abgeschlossenen Projekt entstandenen Grundmodul f\u00fcr weitere organische Reststoffqualit\u00e4ten vorbereitet werden. Die umweltrelevanten Ziele orientierten sich an den Forderungen der EU und der deutschen Rechtslage zur Verarbeitung\/ Vermarktung von \u00d6l\/ Mehl aus organischen Reststoffen, insbesondere zur Umweltvertr\u00e4glichkeit und virologischen Unbedenklichkeit. Modernisierungsziel war auch die Sekund\u00e4rverarbeitung der \u00d6l- und Feststoffphasen zur Erh\u00f6hung der Reinheit der Produkte.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Modernisierungsarbeiten umfassten die Produktphasentrennung, indem die bisherige Trenntechnik durch optimierte Vormischung und neuartige Abstimmung zwischen Vorw\u00e4rmung und Thermolaststufe den Trikanter-Einsatz gestattete (08\/2002). Die scharfe Trennung des Fisch\u00f6ls in Rein-\u00d6l und Sumpf-phase wurde durch Zwischen\u00f6lsammler und extrem kurze F\u00f6rderwege in den Hauptsammler erreicht (09\/2002). Zur Erh\u00f6hung der Ausbeute wurden die Restphasen und Sp\u00fclreste zyklisch in die thermische und mechanische Stofftrennung gesteuert. Die M\u00fchle garantierte einstellbare Korngr\u00f6\u00dfen des Fischmehls. Modernisiert wurde der Thermo\u00f6l-Kreislauf, der Prim\u00e4rkreislauf wurde gesplittet in \u0082Teilstrom Thermolaststufe und \u0082Teilstrom Trockner, die nachfolgenden Sekund\u00e4rstr\u00f6me erreichten die Vorw\u00e4r-mung und die Abwassersedimentation (07\/2002). Die biologische Abluftreinigung wurde um den Vormi-scher erweitert (07\/2002). Die ehedem beschriebenen Vorteile der Direktankopplung der Anlage an Fischfabriken und -trawler wurden mit der Modernisierung unterst\u00fctzt, z. B. Steigerung des Durchsatzes pro Zeiteinheit auf rund 200%, Erfassung von Rohmaterial mit rund 18 m3 im Vormischbereich (11\/2002). Auf diese Weise wurden die unverdorbenen, frischen Fischreste erhalten und diese Frische wurde somit auf die \u00d6l- bzw. Mehlqualit\u00e4t \u00fcbertragen. Die Kompaktheit der Anlage ist au\u00dfergew\u00f6hnlich gro\u00df.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit der FIREVA-Anlage  wurden unter den Erprobungsbedingungen des Standortes und der Anliefe-rungsbedingungen des Rohmaterials Produkte erzeugt: der Antransport der Rohmaterialien (Fischreste) erfolgte allerdings nicht unter optimalen Bedingungen bzw. Anlagenbetriebskonform, die Rohstoffzusammensetzung war trotz Vereinbarung mit dem Lieferanten abweichend. Die nachgewiesene Qualit\u00e4t der Verfahrensdurchf\u00fchrung bezogen auf die thermischen Prozesse und der Produkte war bemerkens-wert gut: die vors\u00e4tzliche Temperatur\u00fcberlastung (bis zu 180 \u00b0C) in der Endphase der Mehlbearbeitung diente der im Versuchsprogramm vorgesehenen vors\u00e4tzlichen Zerst\u00f6rung\/Vernichtung der Eiwei\u00dfstrukturen. Bezogen auf die Verbesserung im Umweltschutz &#8211; in der Gesamtbewertung zu \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Kriterien &#8211; wurden die vorgegebenen Ziele erreicht. Die Proteinquelle Tiermehl war aufgrund aktueller Ereignisse stark dezimiert. Der Bewilligungsempf\u00e4nger konstatierte hier von eine \u0082Werte-vernichtung von > 220 Mio. \u0080 pro Jahr. Dazu kamen Verbrennungskosten zur Vernichtung von Tier-mehlbest\u00e4nden in H\u00f6he von etwa 100 &#8211; 170 \u0080 \/t. Der Anteil Futterprotein betrug f\u00fcr tierisches Protein rund 12%. \u00c4quivalent dazu musste der Anteil Soja erh\u00f6ht werden, zu einem gro\u00dfen Teil auf Kosten gr\u00f6\u00dferer Rodungen von Waldfl\u00e4chen f\u00fcr den Anbau in S\u00fcdamerika\/ Argentinien. Die FIREVA leistet einen Beitrag zur Erh\u00f6hung des Futteraufkommens.<br \/>\nDie marktwirtschaftlichen Ans\u00e4tze beruhten auf der Erkenntnis, dass Gefl\u00fcgelmehl unbelastet war und ferner darauf, dass die Fischmehlproduktion erlaubt war. Mit der betriebswirtschaftlichen Kalkulation wurde der Nachweis eines rentablen Betreibens der FIREVA f\u00fcr den Betreiber vorgelegt. Mit der SRV\/ FIREVA- Anlage wurden aus Sicht des Bewilligungsempf\u00e4ngers die folgenden anlagenbezogenen Aus-sagen begr\u00fcndet: umweltfreundlich, kostensparende Direktverarbeitung am Schlachthof, protokollierte Parametererfassung je Chargenverarbeitung, Umsatzsteigerung und Kostensenkung am Schlachthof, Erh\u00f6hung des Futtermittelaufkommens f\u00fcr gesetzlich geregelte Futtermittelherstellung, Erarbeitung neuer Exportlinien f\u00fcr den Anlagenproduzenten. Dabei wurde insbesondere das Verh\u00e4ltnis: zentrale Schlachtrestverarbeitung &#8211; dezentralisierte Reststoffverarbeitung mit folgenden Ergebnissen untersucht:<br \/>\n&#8211;\tBisher sind umfangreiche Transporte zum Abtransport von Tierk\u00f6rperteilen erforderlich; die Gefahr von Ver\u00e4nderungen des Zustandes der Tiergewebestrukturen nach dem Schlachten ist enorm.<br \/>\n&#8211;\tMit den Transporten werden ca. 66% Gewebewasser zwangsweise mittransportiert.<br \/>\n&#8211;\tEine Zwischenk\u00fchlung der gesammelten TKT ist in dem Schlachthof, w\u00e4hrend des Transportes und in der TBA erforderlich, damit ist die f\u00fcr die K\u00fchlung aufgewendete Energie zur K\u00fchlung von 37 \u00b0C auf 5 \u00b0C im Lagerhaus &#8211; K\u00fchlung w\u00e4hrend des Transportes &#8211; Erhitzung auf 133 \u00b0C -als un\u00f6konomisch einzustufen.<br \/>\nDiesen Erkenntnissen muss die Betrachtung der Vorteile der Direktverarbeitung als entscheidendes Kriterium vorangestellt werden. Der Bewilligungsempf\u00e4nger stellte erg\u00e4nzend fest, dass die Qualit\u00e4tssicherung der Anlagentechnik der St\u00f6rfallordnung des BlmSchG entspricht.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Anlage ist in das Internet eingestellt (web-site der Transmix projekt engineering: www.transmix-project.com). Der Bewilligungsempf\u00e4nger und seine Partner werden sich an Messen beteiligen. Des Weiteren sind Ver\u00f6ffentlichungen in der Fachpresse geplant.Auf die SRV-FIREVA- Anlage sind viele Firmen aus den Bereichen, Gro\u00dftier-Schlachterei, Gefl\u00fcgelverarbeitung und Fischverarbeitung aufmerksam geworden, die sich bei den Projektpartnern nach der Anlage erkundigt haben. Das ma\u00dfgebliche Gesetz zur Durchf\u00fchrung gemeinschaftlicher Vorschriften \u00fcber die Verarbeitung und Beseitigung von nicht f\u00fcr den menschlichen Verzehr bestimmten tierischen Ne-benprodukten (im Bundesrat am 15.08.2003 eingebracht) trat am 25.01.2004 in Kraft (ver\u00f6ffentlicht im Bundesgesetzblatt, Teil 1 Nr. 4 vom 28.01.2004).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Entwicklung der SRV\/ FIREVA- Anlage wurde erfolgreich abgeschlossen. Die permanenten Abstimmungen und Ideenbewertungen, nachfolgende Marktrecherchen, Konsultationen mit wissenschaftlichen Instituten und Interessenten auch in der Phase der Modernisierung der Versuchsanlage hat sich nach Einsch\u00e4tzung des Bewilligungsempf\u00e4ngers bew\u00e4hrt.<br \/>\nAus Sicht des Bewilligungsempf\u00e4ngers ergeben sich weitere L\u00f6sungsans\u00e4tze trotz nachgewiesener Reinheit der Produkte zum Beispiel durch nachzuschaltende Veredlungsstufen der Proteinbehandlung und der \u00d6lpolierung. Dabei kann die Feinabstimmung zum Temperatur-Druckverh\u00e4ltnis sowohl in einstufigen als auch mehrstufigen Verfahren weiter entwickelt werden, wie auch die Behandlung der verfahrenstechnisch sensiblen Eiwei\u00dfstruktur.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen des Projektes sollten aufgrund der im abgeschlossenen DBU- F\u00f6rderprojekt AZ 04296\/02 identifizierten Defizite spezifische anlagenbautechnische Optimierungen und Erg\u00e4nzungen an dem Prototypen (SRV\/ FIREVA-Anlage) vorgenommen werden, wie: die Verbesserung der Vormischung im neuartigen Modul, die Steigerung der Mengenleistung pro Stunde und die Senkung des spezifischen Energieverbrauchs. 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